Forum: Wirtschaft
Wiedeking-Prozess: Freispruch für die Porsche-Zocker
DPA

Ex-Porsche-Chef Wiedeking und sein Finanzchef Härter können aufatmen. Ihre gescheiterte Übernahme von Porsche war laut Gericht keine Marktmanipulation. Größenwahnsinnig war der Plan dennoch.

Seite 4 von 7
brotherandrew 18.03.2016, 15:27
30. Wer ...

Zitat von ackergold
nachdem er die Firma nahe an den Bankrott gebracht hat.
... soll Porsche "nahe an den Bankrott gebracht" haben vor seinem Einstieg in den Vorstand 1991? Wiedeking? Wie kommen Sie auf diesen Unsinn? Belegen können Sie dergleichen jedenfalls nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Thomas Kossatz 18.03.2016, 15:32
31.

Kann jemand dem Volontär, der diesen Beitrag geschrieben hat bitte ausrichten, dass Porsche gerade nicht gezockt hat, sondern die, die auf den fahenden Zug aufgesprungen sind? Gemessen an den Gewinnen und den freien Finanzmitteln war nicht VW der Riese, sondern Porsche.

Es ist zwar schön zu sehen, mit welcher mitfühlenden Menschlchkeit SPON hungerleidende Hedgefondmanager und deren Kinder siebenköpfig Schar verteidigt. Während Porsche aber gern VWs gebaut hätte, haben die Fonds lediglich gewettet, um eine Scheibe vom Kuchen abzubekommen. Wer ist hier der Zocker?

Amüsant ist , dass sinnvolles hedgen (= das Absichern Porsches gegen Kusverluste durch entsprechende Optionsgeschäfte) als Beleg für den Zocker-Vorwurf umgedeutet wird. Nicht diese Absicherung wurde in einem früheren Verfahren kritisiert, sondern die Tatsache dass eine Bank angeblich über die tatsächliche Situation bei Porsche getäuscht worden sei.

SPON als Verteidiger der Hedgefonds und Bänker im Kampf gegen die Realwirtschaft. Gibt es bei SPON niemand, der dazu einen Kommentar schreiben möchte?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rathat 18.03.2016, 15:41
32. Letzte zwei Absätze

Die letzten zwei Absätze sind die wichtigsten, denn sie fassen relativ kurz das eigentliche Problem zusammen. Trotzdem ist das Wort 'zocken' im Zusammenhang mit Aktiengeschäften keine zutreffende Bezeichnung und auch des Spiegels nicht würdig. Das ist noch nicht mal mehr der Versuch objektiv zu berichten und einzuordnen. Die Finanzkrise hat niemand kommen sehen (auch wenn es hinterher alle gewusst haben wollen) und die Tatsache des Freispruchs erster Klasse sollte doch auch dem Autor zu Denken geben, dass das Projekt der VW-Übernahme kein Himmelfahrtskommando war - wenn auch größenwahnsinnig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
buerger_nr_x 18.03.2016, 15:43
33.

Ich habe noch die Meldung im Unterbewusstsein, dass Porsche inzwischen genügend Rechte (in welcher Form?) an VW erworben hätte.
Umso mehr verwunderte mich das Geschehen danach, dass dem angeblich doch NICHT so war.
Dann hatte ich mich gefragt, was das wohl für eine Meldung war, die ich da vernommen hatte. War das eine Meinung eines einzelnen Journalisten, kam die Meldung direkt von Porsche? Wenn ja, von wem? … Ich weiß es nicht …

Jedenfalls war ich entsetzt, ob der eigentlich doch nicht möglichen Nachvollziehbarkeit von solchen Meldungen. Bei vielen Meldungen weiß man wohl wenn es hart auf hart kommt nicht wirklich, wer was gesagt hat. … Und nur die genaue Zuordnung ist ggf. vor Gericht von Interesse. … Und das weise man mal nach.

Ich meine, die heiße Luft mancher (inzwischen für mich persönlich kaum noch zu ertragender) täglicher Börsenberichte ist man ja gewohnt, aber so was …

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchcurry 18.03.2016, 16:19
34. Vor Gericht geht es normalerweise

Zitat von PolitBarometer
Wer glaubt denn wirklich das Märchen, dass der Coup von den Herren nur "ganz plötzlich" geplant war?
um Beweise und nicht um Glauben, Kinngrösse oder andere private/persönliche Befindlichkeiten (jedenfalls sollte es so sein).
Glauben kannst in der Kirche nach Gusto - ist dort sogar erwünscht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
henry.m 18.03.2016, 16:35
35. Spekulanten sind keine Investoren

...wenn einer 200 Millionen auf fallende Kurse einer Autobaueraktie setzt ist er ein Spekulant und kein investor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
behemoth1 18.03.2016, 16:46
36. Zocken ist erlaubt

Das Gericht hat nun offen zugegeben, dass man zocken kann, bis alles am Boden liegt.
Spielregeln brauch man nicht mehr einhalten, auch wenn dieser Herr Wiedeking sicherlich nur im Auftrag anderer gezockt hate, so ist es trotzdem eine sehr unrühmliche Sache.
Aber was will man denn, wir befinden uns ja schließlich in einem System, wo es nicht immer mit rechten Dingen zugeht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unter_linken 18.03.2016, 16:46
37.

Zitat von ackergold
nachdem er die Firma nahe an den Bankrott gebracht hat.
Wiedeking wurde geholt, als Porsche vor dem Exodus stand. Er baute die Produktion um, holte Experten für Fließbandproduktion aus Japan, griff auf deren Geheiß sogar selbst zur Säge und kappte ein Regal (Umstellung von Lagerhaltung auf just in time Produktion)

Sie haben mal wieder keine Ahnung von Vorgängen in der Wirtschaft, aber maulen eben gerne gegen die Kapitalisten..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moistvonlipwik 18.03.2016, 16:59
38.

Zitat von ulrich g
Wiedeking erhält einen Freispruch erster Klasse und der Spiegel spricht in seiner Überschrift immer noch von "Zockern". Wenn der Ruf nach Recht und Gesetz nicht das erwünschte Ergebnis bringt wird er halt medial abgeurteilt. Erbärmliche Journalistik!
Da ich im Strafgesetzbuch ein Verbot des Zockens nicht gefunden habe, verstehe ich die Aufregung nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moistvonlipwik 18.03.2016, 17:03
39.

Zitat von rathat
Die letzten zwei Absätze sind die wichtigsten, denn sie fassen relativ kurz das eigentliche Problem zusammen. Trotzdem ist das Wort 'zocken' im Zusammenhang mit Aktiengeschäften keine zutreffende Bezeichnung und auch des Spiegels nicht würdig. Das ist noch nicht mal mehr der Versuch objektiv zu berichten und einzuordnen. Die Finanzkrise hat niemand kommen sehen (auch wenn es hinterher alle gewusst haben wollen) und die Tatsache des Freispruchs erster Klasse sollte doch auch dem Autor zu Denken geben, dass das Projekt der VW-Übernahme kein Himmelfahrtskommando war - wenn auch größenwahnsinnig.
Naja - hier geht es nur um die strafrechtliche Komponente. Da es keinen lückenlosen Strafrechtsschutz gibt, bedeutet der Freispruch nicht automatisch, dass es keine Pflichtverletzungen gegeben habe.
Dabei sollte vor allem berücksichtigt werden, dass nicht nur die Finanzkrise in den Weg kam: der gesamten Operation lag die Erwartung zugrunde, dass die EU-Kommission das VW-Gesetz kippen werde. Das ist bekannt nicht nicht geschehen, sodass die wichtigste Karte nicht stach. Ob es jenseits des Strafrechts in Ordnung ist, ein derart hohes Risiko einzugehen, ist daher nicht beantwortet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 7