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Wieder mehr Umsatz: Ökoläden trotzen dem Aldi-Bio
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Naturkostläden wie Alnatura oder Denn's verkaufen wieder mehr, obwohl auch Supermärkte und Discounter immer mehr Bio-Artikel anbieten. Alle Händler müssen reagieren, denn Kunden haben neue Wünsche.

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ludovicosettembrini 07.02.2019, 10:26
1. Biolandwirtschaft verbraucht fast doppelt soviel Fläche wie...

...konventionelle Landwirtschaft. Grund: der Verzicht auf Kunstdünger. Derzeit hat der Biolandbau nur einen Anteil von knapp ein Prozent an der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion (Meemken/Qaim (2018), Organic Agriculture, Food Security, and the Environment, Annual Review of Resource Economics.). Bei vollständiger Umstellung auf Biolandbau, müsste also die landwirtschaftlich genutzte Fläche weltweit nahezu verdoppelt werden. Einer der Hauptgründe für das Artensterben ist derzeit nach Einschätzung des Weltklimarates der Verlust von Lebensraum für Tiere (Habitatverlust). Eine Ausweitung der "Biolandwirtschaft" hätte demzufolge sehr hohe ökologische Kosten. Auch das sollten Konsumenten berücksichtigen.

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Darwins Nightmare 07.02.2019, 10:30
2. Das mit den Verpackungen ist überfällig

Ich kaufe meine Ware wann immer es geht auf dem Markt. Warum zum Beispiel sollen in Plastik eingeschweisste Äpfel bio sein? Meiner Meinung nach müssen Lebensmittelläden angesichts der Hygienevorschriften auch wieder dazu übergehen, Verkäufer an Obst- und Gemüsestände zu stellen. Dann muss man als Kunde auch nicht jede Orange nach ihrer Frische prüfen. Den Mehraufwand könnte man durch die Automatisierung der Bezahlung decken, wobei natürlich immer noch Personal an den "Zahlstellen" gebraucht wird. Im Grunde wäre es ein Nullsummenspiel für Anbieter mit einem grossen Gewinn für Umwelt und Kunde.

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territrades 07.02.2019, 10:33
3. Nervenschonend

Biomärkte sind vor allem nervenschonend. Kein dudelndes Radio und Werbedurchsagen, keine grellen Farben, Werbebildschirme etc. Das tut einem richtig gut.

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KLäuft 07.02.2019, 10:54
4. Falsche Rechnung #1

Biologische Landwirtschaft braucht zwar mehr Anbaufläche, deshalb darauf zu schließen, dass sich die landwirtschaftliche Nutzfläche verdoppeln müsste, stiegen alle auf Biolebensmittel um ist Unsinn. Ein Großteil der Käufer biologisch produzierter Lebensmittel achtet auch darauf, wenig Lebensmittel wegzuschmeißen und kauft auch krumme Gurken, wodurch es viel weniger aussortierte Ware gibt. Das mit eingerechnet bräuchte man wahrscheinlich nur minimal mehr Fläche zum Abbau als in der konventionellen Landwirtschaft.

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GrüneLeuchte 07.02.2019, 11:07
5. Aldi und Bio - das glauben die doch selber nicht.

Die Bio-Artikel der Discounter, allen voran jene von Aldi, haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Wenn man sich zum Beispiel ansieht woher viele der Bio-Obst,-und Gemüsesorten stammen, dann prangt i.d.R. „Niederlande“ auf dem Etiket.
Daneben das der Boden in den Niederlanden nachweislich keine Nährstoffe mehr enthält, man also Wasser in grüner Verpackung konsumiert, steht und stand niederländische Massenware noch nie für das Label „Bio“.
Der Konsument von heute, nimmt lieber das Original denn die billige Kopie. Da helfen auch noch so gute Imagekampagnen nichts.

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Celegorm 07.02.2019, 11:09
6.

Zitat von ludovicosettembrini
Einer der Hauptgründe für das Artensterben ist derzeit nach Einschätzung des Weltklimarates der Verlust von Lebensraum für Tiere (Habitatverlust). Eine Ausweitung der "Biolandwirtschaft" hätte demzufolge sehr hohe ökologische Kosten. Auch das sollten Konsumenten berücksichtigen.
Theoretisch zwar nicht falsch, aber halt auch eher eine Milchmädchenrechnung. Dass "Bio" letztlich nur im Gesamtpaket funktioniert, dürfte auch dessen Verfechtern klar sein, und dazu gehören insbesondere die Ziele eines generell niedrigen Verbrauchs bzw. Reduktion von Lebensmittelverschwendung sowie ein deutlich niedrigerer Fleischkonsum.

Ohne derartige Massnahmen, die den höheren Flächenverbrauch kompensieren, geht es letztlich nicht. Weshalb es natürlich auch ein Irrweg ist, zu glauben, man müsse nur mal eben "Bio" kaufen und könne dann weitermachen wie bisher. Oder gar umso stärker zulangen.

Verkürzt ist natürlich auch die Aussage zur Biodiversität. Habitatverlust ist zwar die treibende Kraft, aber dieser wird oft weniger davon bestimmt, wie viel Fläche genutzt wird, als der Art und Weise, wie diese genutzt wird. Die starken Rückgänge in der Artenvielfalt sind darum auch fast ausschliesslich der grossflächigen Monokultur mit starkem Pestizideinsatz geschuldet. Dafür reicht ein Vergleich zurück zu traditionelleren Landwirtschaftsformen, welche oft die Biodiversität nur begrenzt beeinträchtigen oder in manchen Fällen sogar fördern (z.B. Almwirschaft).

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GrüneLeuchte 07.02.2019, 11:13
7. @lucosempependrino

Ihr Vortrag führt in die Irre. Die Hälfte der gesamten Fläche Deutschlands wird als Ackerland genutzt. Das ist mehr als genug Fläsche Deutschland als auch andere Länder mit Bio- Lebensmitteln zu versorgen. Und anders als in der konventionellen Landschaft wird im Bio-Landbau Arten und Landschaftsschutz groß geschrieben. Allein der Nitrateintrag, welcher gerade unser aller Wasser vergiftet, wäre damit vom Tisch. Ein Kilo Schweinfleisch muss nämlich keine 2,50 Euro kosten.

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aliof 07.02.2019, 11:18
8. Ich warne vor solch Verallgemeinerungen

Zitat von GrüneLeuchte
Die Bio-Artikel der Discounter, allen voran jene von Aldi, haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. ...
.. wobei Glaubwürdigkeit auch mir das Hauptkriterium ist.

.. denn leider sind gerade die kleinen sogenannte Bio-Läden keiner wirklichen Kontrolle unterzogen. - Was man da bekommt, ist sehr unterschiedlich, da vom jeweiligen Betreiber abhängig.

.. jedoch Aldi und Lidl die Qualität ihrer Angebote immerhin Konzern-intern reproduzierbar hinkriegen.

Und denk ich an die großen sogenannten Bio-Ketten, kann man da schon auch Brauchbares finden, wie in jedem Supermarkt. Und man kann auch Sachen finden, die ich in einem Bioladen nicht erwarten würde. .. Also ganz normal inzwischen auch die.

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Svante07 07.02.2019, 11:21
9. Unsinn

Zitat von ludovicosettembrini
...konventionelle Landwirtschaft. Grund: der Verzicht auf Kunstdünger. Derzeit hat der Biolandbau nur einen Anteil von knapp ein Prozent an der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion (Meemken/Qaim (2018), Organic Agriculture, Food Security, and the Environment, Annual Review of Resource Economics.). Bei vollständiger Umstellung auf Biolandbau, müsste also die landwirtschaftlich genutzte Fläche weltweit nahezu verdoppelt werden. Einer der Hauptgründe für das Artensterben ist derzeit nach Einschätzung des Weltklimarates der Verlust von Lebensraum für Tiere (Habitatverlust). Eine Ausweitung der "Biolandwirtschaft" hätte demzufolge sehr hohe ökologische Kosten. Auch das sollten Konsumenten berücksichtigen.
Selten so einen Unsinn gelesen!
Allein für die Herstellung von Kunstdünger gehen 2% des Weltenergieverbrauchs drauf! Über diese Bereitstellung aktiven Stickstoffs werden in manchen Erdregionen viel zu hohe Stickstoffmengen in die Ökosyseme eingebracht. Die Folge ist ein drastischer Rückgang der Biodiversität, da die meisten Pflanzen (im Gegensatz zu den gezüchteten Kulturpflanzen) seit Millionen von Jahren an Stickstoffmangel angepasst sind. In den Ökosystemen fördert allein der hohe Stickstoffeintrag über die Luft das Wachstum weniger Generalisten. Mit der Verdrängung und dem Verlust vieler Pflanzenarten gehen dann Insekten und andere Tiere verloren.

Was den Flächenbedarf anbelangt, so sollte auch die Tierproduktion angesprochen werden, denn diese ist es, die für die Unmengen an Futtermitteln enorme Flächen in Anspruch nimmt, Tendenz zunehmend!
Ebenso wirkt der Bedarf an Agrarenergie in Form von Mais, Palmöl, Zuckerrrohr, etc.

Der ökologische Landbau erreicht durch geschickte Fruchtfolgen eine höhere Bodenfruchtbarkeit und die Ernteerträge liegen bei 70-90% im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Das ist in der Top Agrar nachzulesen!
https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/ertraege-im-biolandbau-hoeher-als-gedacht-9550323.html

Zudem trägt die ökologische Landwirtschaft im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft nicht zu dem enormen Eintrag von Pestiziden in die Ökosysteme und Nahrungsmittel bei. Der enorme Rückgang der Insektenpopulationen ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Produktionsformen der konventionellen Landwirtschaft zurückzuführen.

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