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Wiedereinführung von Grenzkontrollen: Europa ist auf dem Weg zurück zu Nationalstaate
REUTERS

Das demokratische Deutschland hat seine größten politischen Fehler gemacht, wenn die Einwanderung plötzlich anstieg. Nach dem Mauerfall, während der Balkankriege und jetzt mit der panischen Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Europa zerfällt.

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usa911 15.09.2015, 09:50
1. Was für ein Europa?

Nicht die Grenzkontrollen lassen Europa auseinander trifften, sondern das gebaren der meisten Länder was die Flüchtlinge betrifft. Es nehmen gerade mal eine Handvoll Länder die Flüchtlinge auf, die anderen versuchen sie nur schnellst möglich zu diesen Ländern weiter zureichen. Es fängt mit den Oststaaten auf, die zusammen 55% des EU-Etats bekommen aber nichts machen und es geht weiter über Frankreich, GB, die sich fein raushalten. Auch die Schweiz als nicht EU-Land könnte was machen, aber will ja keiner...

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robin-masters 15.09.2015, 09:52
2. Lösungsvorschläge

wie immer Fehler werden erkannt Lösungsvorschläge kommen aber nicht, weder von Kapitalismuskritikern und von Masseneinwanderungsbefürwortern (abgesehen von "wir schaffen das")

Wenn die EU-Aussengrenzen löchrig wie ein Käse sind und es auch keine gemeinsame Asylpolitik gibt muss man damit leben das die EU sich zurück entwickelt und auch die Euro-Krise beruht auf eine Wirtschaftspolitik und -kultur die grundverschieden ist.
Die Schritte zur Angleichung wollte keiner gehen, da dies auch ein Prozess von Jahrzehnten wäre und der Euro damit sicherlich 50 Jahre zu früh kam.
Schengen funktionierte auch nur so lange wie die EU von relativ sicheren Staaten umgeben war.

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michisooo 15.09.2015, 10:00
3. Alles wird kontrolliert ...

Alles wird kontrolliert:
- Kfz-Geschwindigkeit,
- Reinheit der Luft und des Abgases,
- Wirkungsgrad von Gasheizungen,
- Genauigkeit von Waagen im Supermarkt,
- Korrekte Bezahlung von Steuern,
- Gültigkeitsdauer von Pass und Personalausweis,
- Sehstärke von Kfz-Fahrern,
- Leistung im Unterricht per Schulnoten,
- Parken von Kfz,
- Fahrdauer von Bus- und Lkw-Fahrern,
- ...

Bei Grenzen ist das nicht erforderlich.

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axel1958 15.09.2015, 10:01
4. Herr Münchau...

wo ist das Problem...dann werde ich eben kontrolliert...hatte ich früher immer und es hat mich nicht gestört.Ausser dem Übergang zu DDR.Nach dem G7 Gipfel hat man doch gesehen was alles ins Netz gegangen ist.Die wären ohne Kontrollen durchgerutscht.Das Schengen-Abkommen war gut gemeint hat aber mehr Nachteile als Vorteile.

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Annabelle1811 15.09.2015, 10:03
5. Es sollte nicht nur Ausnahme bleiben...

Ich würde die Grenzen wieder dicht machen. Da bliebe uns mancher Kriminelle erspart und die Flüchtlingsabwicklung würde kontrolliert von Anfang an ablaufen. Wirtschaftsflüchtlinge würden gleich an der Grenze wieder zurückgeschickt. So aber erinnert mich der ganze Ablauf an eine Heuschreckenplage ...

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Öko Nom 15.09.2015, 10:06
6. Münchau verbiegt und verwirrt

Freizügigkeit: diese ist im Gegensatz zu den Behauptungen des Herrn Münchau keinesfalls beendet. Meines Wissens nach geniessen EU-Bürger weiterhin volle Freizügigkeit in EU-Europa.
Die Einführung von Grenzkontrollen ändert das nicht, im Gegenteil, es ist sicherlich zumutbar, dass EU-Bürger sich an den Landesgrenzen einfach und kurz ausweisen. Wer nichts zu verbergen hat, ist in wenigen Sekunden durch die Kontrollen hindurch.
Eine Hürde stellen diese Kontrollen allerdings für all diejenigen dar, die etwas zu verbergen haben, sei es organisierte Kriminalität (Drogen Diebstahl, Menschenhandel etc) oder illegale Einwanderer.

Es ist richtig und überfällig, dass nach den vielen Rechtsbrüchen und -dehnungen in der EU (s.a. EUR-Rettung, Staatenrettung, Nichtbeachtung Dublin etc pp) endlich wieder rechtsstaatliche Elemente zum Zuge kommen.

Ob es hilft, ich bleibe skeptisch, auch wegen solch unüberlegter Gutmenschen-Aktionen wie die der Bundesliga (hier sollen alle Spieler mit Refugees Welcome auflaufen), die nun die weltweite Anwerbekampagne der Kanzlerin wieder aufgreift und durch ihre hohe Reichweite viele Millionen Menschen dazu animieren dürfte, alles zurück zu lassen (im Stich zu lassen) um ein vermeintlich besseres Leben in Deutschland zu suchen. Mit Asyl und Zuflucht aus Kriegsgefahr und Verfolgung hat das alles nur noch wenig zu tun. Es werden überwiegend Wirtschaftsflüchtlinge sein, die sich durch die Anwerbe-Kampagne angesprochen fühlen. Wenn man auf der Suche nach willigen Billiglöhnern für die Industrie und Wirtschaft ist, die auch das allg. Lohnniveau massiv drücken werden, dann soll Frau Merkel das auch endlich offen sagen.

Die Bundesliga-Aktion ist ungefähr genauso dumm bzw. wenig rational, wie ein Versprechen, dass alle demnächst - die schon immer davon träumten - einen Stammplatz in einem der Bundesliga Teams zu bekommen.

Die Wirkung dieser Bundesliga-Aktion ist in seiner Unfassbarkeit nicht mehr zu überbieten. Unsere europäischen Nachbarn schütteln über Deutschland nur noch den Kopf, auch wenn das in der deutschen Medienlandschaft kaum berichtet wird.

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Pinin 15.09.2015, 10:38
7. Europa zerfällt

Hoffentlich hat Münchau hier Recht - nicht in Bezug auf das geografische Europa, sondern das unselige Brüssel- und Euro-Europa.

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cwernecke 15.09.2015, 10:43
8. Kopf schütteln

Kein Ende mit Schrecken, sondern ein Schrecken ohne Ende. Griechenland-Krise, Flüchtlingsströme, eine zerfallende Gemeinschaft. Das kommt davon, wenn man unablässig Recht bricht, ob Lissabon, Maastricht oder Dublin, wenn man immer wieder Fünfe gerade sein lässt. Dann noch Chaoten wie Junker und Schulz an der Spitze oder Geisterfahrer wie Tsipras, dazu der Betonkopf Merkel, das ganze garniert von einer geisteskranken, völlig aus dem Ruder laufenden "Willkommenskultur". Angesichts dessen kann man als normaler Bürger nur den Kopf schütteln.

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cpt.z 15.09.2015, 10:54
9. Jedes mal...

wenn Her Münchau hier eine Kolumne schreibt, frag ich mich was das soll? Jedes einzige Mal wird hier der Teufel an die Wand gemalt und am Ende passiert gar nichts.
Mal von Anfang an: Das Ausgangsargument ist ja, dass Deutschland immer irrationaler handeln würde, wenn Flüchtlinge kämen. Beispiel DDR: Was war denn die Alternative für Kohl? Ein Umtauschkurs von 1:2 oder 1:10? Der Osten hätte sich noch viel schneller entvölkert - weil man ja im Westen deutlich mehr hat verdienen können und die daheimgebliebenen hätten sich die neue schöne Wirtschaft überhaupt nicht leisten können. An den Grenzgebieten wären die Läden ständig leer gewesen (weil die Preise im Osten ja entsprechend niedriger wären usw.) Wir hätten heute einen deutlich zweigeteilten Staat. Die Einheit hat viel Geld gekostet - aber dafür hatte die Bundesdeutsche Wirtschaft eben auch 14 Millionen Konsumenten mehr.
Auch im Falle Kroatiens stimmt das so nicht. Kroatien hat sich für unabhängig erklärt, nachdem es bereits zu ersten Kampfhandlungen gekommen war und die JNA Paramilitärs mit schweren Waffen versorgt und "Pufferzonen" eingerichtet hatte. Damit war das Fass schon übergelaufen.
Nun beschwört er - nachdem ja im Zuge der Griechenlandkrise bereits das europäische Wirtschaftsmodell auseinandergebrochen ist, auch noch das Ende der Staatenunion, aufgrund der Grenzkontrollen zu Österreich. Dänemark hat vor etlichen Jahren bereits wieder Kontrollen eingeführt - aber da war die Union nicht in Gefahr. In ein paar Wochen sind die Kontrollen wieder weg - und die EU besteht weiter. Hauptsächlich als das, wofür sie gegründet wurde. Als Freihandelszone. Mehr wird sie allerdings wohl auch nie werden.

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