Forum: Wirtschaft
Wirtschaft gut, Stimmung schlecht: Wie Pessimisten Deutschland in die Krise treiben
DPA

Es ist das Thema des Jahres 2016 - und könnte es auch kommendes Jahr werden: Wirtschaftliche Lage und politische Stimmung driften immer weiter auseinander - mit gravierenden Folgen, nicht nur in Deutschland.

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Benjowi 19.12.2016, 06:46
330. Abgehobene Regierungsrealität!

Wenn man die Wohlstandsteigerung von 20 Jahren immer nur den "oberen" 5 Prozent zuschanzt und den kleinen Rest von 95 % mit immer neuen Abgaben bei stagnierendem Einkommen überzieht, darf man sich über die miese Stimmung im überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht wundern. Aber diese Realität kommt ja bei unserer tollen Regierung nicht einmal mehr an, denn die Damen und Herren sehen immer nur Durchschnittswerte, die aber nix mehr aussagen.

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Benjowi 19.12.2016, 06:53
331.

Zitat von emil.wild
wer sich heute noch als Selbständiger auf den Kampf gegen die Großen und das Finanzamt einlässt, muss bekloppt sein. Es sei denn ein Angestellter der Großen hält seine Hand schützend über ihn und natürlich hält der seine Hand auch auf oder es sind Familienbande.
Ist leider mehr als richtig-während Briefkastenfirmen und Cum-Ex-Geschäfte als Petitessen abgetan werden, jagen die Finanzämter Arbeitnehmer und kleine Selbständige gnadenlos mit Bergen von Papier und bis zum letzten Cent ohne Rücksicht auf Verluste. Kann ich aus eigener Erfahrung nur ausdrücklich bestätigen.

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thequickeningishappening 19.12.2016, 07:16
332. Ich kenne Unternehmen, die haben 90%

Ihres Personals in Teilzeit, Alle genau unter der Sozialversicherungspflicht!Die sind in der Statistik als "beschäftigt" geführt! Die Unternehmen können preislich Andere unterbieten und die Allgemeinheit zahlt die Zeche in dem alle Beitragszahler dieses System subventionieren! Und diese "Krake" zieht sich durch viele Branchen. Volkswirtschaftlich gehe ich koservativ von 100 Mrd/Jahr aus, die dem Staat und den Sozialkassen jährlich entgehen! Einer zahlt die Zeche (das sind dann zB die Rentner mit 45 Jahren Vollzeit Beiträgen die sowas quer subventioniern) und mit 65 auf's Amt muessen!)

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women_1900 19.12.2016, 07:31
333. köstlich die Pessimisten sind schuld

nicht die stagnierenden,/sinkenden Löhne & Gehälter, nicht die steigenden Beiträge, Abgaben und kommunalen Steuern. Auch nicht die überfüllten Innenstädte. Schon gar nicht die steígenden Gefährdungen, immer sagte ja Schulz, daß Terror jetzt zum normalen Lebensrisiko gehört.
Die Weihnachtsbudenbetreiber, die alljährlich das gleiche, beliebige Sortiment präsentieren, können tatürlich gar nichts dafür, wenn eine Übersättigung eingetreten ist.
Der Einzelhandel, der plötzlich eine Zusatzeinnahme entdeckte, in dem er für Werbetüten auch noch Geld verlangt, ist natürlich auch nicht verantwortlich. Die Kaufhäuser, deren Sortiment austauschbar ist, deren Aushilfspersonal mürrisch und überfordert ist, tragen keinerlei Verantwortung.
Nein, die Schuldigen sind gefunden: die Pessimisten. Und schon braucht niemand mehr etwas verbessern, nur noch die Schuldigen finden und anprangern. Wie herrlich einfach das Leben doch sein kann.
Dann oute ich mich mal als Pessimistin. Das wurde ich allerdings erst in den letzten Wochen. Willig zu konsumieren ging ich in die Innenstadt und kam ich mit leeren Taschen wieder nach Hause. Der Einheitsbrei an Textilien, Waren langweilte mich. Ok, ich bin halt zu anspruchsvoll, wie mir schon beschieden wurde.

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horst.koehler.2 19.12.2016, 07:40
334. Was an

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander: Die ärmere Hälfte der deutschen Haushalte besitzt gerade mal 2,5% (!!!) des privaten Vermögens, die reichsten 10% hingegen besitzen 65% (!!!) davon. Die Zahlen waren vor einer Weile hier auf SPON veröffentlicht worden. Aber da sieht der Autor mal geflissentlich drüber hinweg und attestiert, dass es Pessimisten seien, die alles schlecht reden würden. So so. Es ist furzegal, wie gut es der deutschen Wirtschaft geht. Wenn beim Volk davon nichts ankommt, dann ist die Situation nicht gut! Immer mehr Menschen haben nur Niedriglohnjobs, wie zum Geier, lieber Autor, soll das denn gut und in Ordnung sein?

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joking_hazard 19.12.2016, 07:44
335. Der Kapitalismus macht unsere Gesellschaft kaputt

Der Kapitalismus besteht aus Wettbewerb und Konkurrenz, Profitmaximierung um jeden Preis, Ellbogenmentalität im Karriere- und Entlohnungskampf, unmoralische Geldgier des Managements durch fragwürdige Bonusforderungen, Ausbeutung sozialer und öffentlicher Infrastrukturen und der Umwelt und nicht zuletzt einer verdeckten Enteignung der Gesellschaft durch Privatisierungswahn angestossen durch wirtschaftliche Renditegier aufgrund niedriger Zinsen. Ein Volk, eine Gesellschaft fusst auf gegenseitigen Respekt und Achtung, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, solidarischen Zusammenschluss, gerechte Verteilung des erwirtschafteten Wohlstands, Unterstützung und Einbeziehung der sozial Bedürftigen, und nachhaltigen und schonenden Umgang mit unserer Umwelt. Die sogenannten 'Pessimisten', oft auch gerne 'Populisten' genannt, haben dies erkannt. Es geht auch ohne den oben beschriebenen Kapitalismus. Eine Wirtschaft kann auch solidarisch und sozial gestaltet werden und trotzdem leistungsfähig sein. Vielleicht sogar leistungsfähiger, da die Motivation der Leistungsträger durch Sinnhaftigkeit erhöht wird. Durch steigende Digitalisierung und Automatisierung werden in naher Zukunft Millionen Arbeitsplätze wegfallen, das ist eine Tatsache. Und mir schaudert, welche gesellschaftlichen Entwicklungen das nach sich ziehen könnte: Die Lage gleicht dann der vor dem Zweiten Weltkrieg.

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fatherted98 19.12.2016, 07:45
336. Eventuell...

....könnte das daran liegen, dass die Erfolge der Deutschen Wirtschaft nicht beim Bürger ankommen. Da die Konzerne (ganz legal) die Milliardengewinne auf Ausland bunkern und dort versteuern (wenn überhaupt) braucht man sich über die schlecht Stimmung in der Bevölkerung wohl kaum zu wundern. Aber bei SPON verkehrt man wohl in anderen Kreisen mit dem Tenor: Uns gehts gut...kein Grund zum jammern...soll das Volk doch Kuchen essen!

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observerlbg 19.12.2016, 07:48
337. Pessimist oder Realist?

Zitat von stefan.p1
aber der Artikel ist mal wieder ein gutes Beispiel wie man versucht , durch Weglassen von gewissen Fakten , die die Foristen hier schon alle aufgezählt haben, die Berichterstattung in die gewünschte Richtung zu lenken. Der Bürger ist im Zeitalter des WWW längst nicht mehr so einfach für Dumm zu verkaufen.
Ha, ha, der war gut. Nirgends wird mehr gelogen, betrogen und gefaket wie im WWW. Aber das WWW ist halt auch eine Plattform, um sein Unmut kund zu tun. Jeder, der halbwegs unfallfrei FB, Twitter, WhatsApp und unendlich viele Foren bedienen kann, müllt das Internet mit seinem Hass und seine selektive Wahrnehmung zu. DAS ist dann der Inhalt des WWW, dem zuviele Einfälltige auf den Leim gehen. Professionelle Manipulateure nutzen das dann auch noch als erfolgreiches Geschäftsmodell, vor allem für ein politisches. Aber richtig ist schon, dass sich die vielen Abgehängten zusehens aktiv am politischen und ökonomischen Geschehen beteiligen. Deren Realismus, nicht Pessimismus, stört zusehens das Geschäft der Opiumverteiler (das sind die Potentaten der Weltrelegionen, einschließlich der derzeit erfolgreichsten Relegion: dem Kapitalismus). Und ich beobachte und genieße (enjoy the real life).

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europäer 19.12.2016, 07:53
338. Wahrnehmungsverzerrungen ...

Ich nehme wahr, dass mein Einkommen steigt, allerdings das Nettoeinkommen weit weniger als das Bruttoeinkommen. Ich nehme wahr, dass man über 2 €/mon. Kindergeld mehr streitet als über Milliarden für die, die zu uns kommen, oder eben Griechenland. Ich nehme wahr, dass die, die zu uns kommen, Kosten verursachen und die Bundesregierung dafür den Gesundheitsfonds plündert und alle deutschen Regierungen zusammen Infrastruktur vergammeln lassen. Ich nehme wahr, dass wer Fake-News verbreitet verfolgt werden soll - jedenfalls wenn er das außerhalb klassischer Medien tut, dass aber der Sex-Mob von Köln nicht verfolgt werden kann / darf. Ich nehme wahr, dass ich für Finanzamt und viele andere Behörden Beleg um Beleg sammeln muss, der Mörder von Freiburg aber als ewig 17jähriger durch Europa reisen und Frauen überfallen darf. Ihm muss man vertrauen. Er lebt ja auch erst seit kurzem hier. Mir muss man seinen Unterhalt abpressen. Ich nehme einen Staat wahr, der Knöllchen verteilt, während direkt neben dem falsch geparkten Auto gedealt wird. Ich nehme Energiewende, "Flüchtlinge" (soweit sie aus griechischen Gefängnissen, Nordafrika oder sonstwo "flüchten" um hier Straftaten zu begehen und sie sich mit Sozialleistungen vergelten lassen), Euro als Ewigkeitskosten wahr, auch wenn es mir wirtschaftlich (noch) gut geht und auch wenn ich anerkenne, dass dem echten Bürgerkriegsflüchtling und dem wirklich politisch Verfolgten geholfen werden muss. Diese und nur diese sind Grundrechtsträger und für diese und nur diese muss ich (leider) aufkommen. Für den Kriminellen will ich nicht aufkommen und ich will auch nicht mehr Kosten deshalb tragen müssen, weil die Franzosen glaubhaft drohen können, LePen zu wählen, so dass ihnen die "Flüchtlinge" nicht zugemutet werden können. Ich nehme wahr, dass es gute und schlechte Opfer der Merkelschen Willkommenskultur gibt. Der Imam, vor dessen Moschee ein Sprengsatz explodiert, der zum Glück niemanden verletzt, wird besucht, die Opfer von Essen (Sikh-Tempel) oder Würzburg (Axtattentat eines "minderjährigen" Flüchtlings, auf dessen Wort wir uns verlassen müssen) sind einen Politikerbesuch nicht wert. Soll ich zufrieden sein, weil es mir wirtschaftlich (noch) gut geht?

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