Forum: Wirtschaft
Wirtschaft und Armut in Ungarn: Orbáns moderne Sklaverei
DPA

Ministerpräsident Orbán hat Ungarn zum "Arbeitsstaat" umgebaut und kürzt Sozialleistungen. Im Interview erklärt die Soziologin Zsuzsa Ferge, wie die Regierung Arbeitslose gängelt - und die Wirtschaft des Landes ruiniert.

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Dr. Murks 09.08.2017, 22:16
60. Gängelung?

Zitat von pascht
Ich will gerne wissen ob Arbeitslose in Ungarn mehr gegängelt werden als Arbeitslose und Hart-4-ler bei uns in Deutschland. Alle osteuropäischen Staaten haben ihre "modernen sozialen Errungenschaften" vom Musterschüler Deutschland abgeguckt und in ihrer traditionellen "humanen" Denkweise "verbessert". Dann muss es nicht verwundern wenn die Menschen in diesen Staaten zunehmend ihr heil, paradoxerweise, im Nationalismus suchen, weil der ihnen als einzige bekannte "heilsbringende Ideologie" verblieben ist, nachdem der Kommunismus gescheitert ist und der Kapitalismus ihnen nichts gebracht hat als noch mehr Armut wie im Sozialismus, indem er die Kluft der Vermögen nur noch mehr vergrößert hat. Es leben da heute viele Menschen denen es schlechter geht als im Sozialismus, aber einige wenige welche sich immens bereichert haben. Zynischer weise erklärt man dann den Verlierern, daß sie selber schuld sind an ihrem Schicksal, da im Kapitalismus ja ein jeder jedwelche Möglichkeiten hätte reich zu werden, wie das Beispiel einiger wenigen ja wohl zeige. In ihrer Unwissenheit glauben diese Menschen das auch noch.
Außer der Verpflichtung sinnlose Bewerbungen zu schreiben (mit Ende Fünfzig im IT Sektor nimmt einem nicht einmal mehr eine Zeitarbeitsfirma) kam nichts von Amt.

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joerg.10961 09.08.2017, 22:16
61. BRD macht alles richtig

Wieder typisch. immer mit dem Finger auf die Nachbarn zeigen und kritisieren. Benennt die Probleme im eigenen Land und prangert sie an. Und spielt Euch nicht immer auf wie die Oberlehrer.

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TS_Alien 09.08.2017, 22:20
62.

Zitat von trader_07
Wenn Ihr Reallohn seit 1991 tatsächlich nicht gestiegen ist (in 26 Jahren!), dann haben Sie in dieser langen Zeit wohl jegliche berufliche Weiterbildung/höhere Qualifizierung verweigert und sich auch nicht zu einem Team- oder Abteilungsleiter entwickelt. Beides wäre nämlich schon mit einem spürbaren Lohnzuwachs verbunden gewesen. Provokante Frage: Wenn man 26 Jahren nichts an zusätzlichem Engagement auf die Kette bekommt und Tag für Tag, Jahr für Jahr seinen gewohnten Trott abwickelt, weshalb sollte solch eine Bequemlichkeit mit einem deutlichen Lohnzuwachs belohnt werden? Aber ganz ehrlich: Ich glaube, dass Sie entweder flunkern oder aber Schwierigkeiten mit der Umrechnung DM/Euro haben.
Im ÖD kann das stimmen. Gerade als Beamter hat man zu DM-Zeiten deutlich mehr in der Tasche gehabt als heute. 5000 DM netto vor 20 Jahren sind deutlich mehr Kaufkraft gewesen als 3500 Euro netto heute.

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TS_Alien 09.08.2017, 22:29
63.

Zitat von joerg.10961
Wieder typisch. immer mit dem Finger auf die Nachbarn zeigen und kritisieren. Benennt die Probleme im eigenen Land und prangert sie an. Und spielt Euch nicht immer auf wie die Oberlehrer.
In Deutschland muss niemand Schnecken sammeln und essen bzw. verkaufen, um zu überleben.

Im Artikel geht es um Ungarn. Was bringt es der Diskussion, wenn man Probleme in unserem Land erwähnt (ja, es gibt welche)? Das macht die Situation in Ungarn nicht besser.

Ungarn ist einer der verlorenen Staaten in Europa. Ähnlich wie Rumänien. Und Polen darf man in dieser Aufzählung auch nicht vergessen. Nach dem Ende des Ostblocks hat es in diesen Ländern viele gute Ansätze gegeben, die jetzt innerhalb weniger Jahre verspielt werden. Wohl auf Dauer. Da muss man sich als Europäer einmischen.

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Kassandro5000 09.08.2017, 22:36
64.

Nichts dagegen zu sagen, dass der Staat gegen Verwahrlosung vorgeht und Hilfe an Gegenleistungen knüpft. Ist im laissez-faire Deutschland, in dem jeder seins macht und den Kopf erst aus dem Sand zieht, wenn es zu spät ist, natürlich nicht sehr populär.

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Felix Mantel 09.08.2017, 22:38
65. Sozialromantik

Wenn der SPIEGEL die Begrenzung der Sozialleistungen in einem EU-Mitgliedsland pauschal als Sklaverei verunglimpft, ist er auf dem besten Weg, sich dem Argumentationsniveau der DDR-Presse anzunähern.

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epiktet2000 09.08.2017, 22:41
66. Vorbildlich

Eine konsequente Weiterentwicklung der Agenda 2010, die sicherlich einem Müntefering (Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen) gefallen könnte.

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Zapallar 09.08.2017, 22:49
67.

Zitat von dennis_berber
Vielleicht sollten wir erst anfangen, Deutschland zu einem gerechteren Staat zu machen, bevor wir über den bösen Orban schimpfen. Sonst wirkt das alles sehr scheinheilig.
Gerecht? Schauen Sie sich in der Welt um! In kaum einem anderen Staat finanziert der Staat einem eine Wohnung, Essen, Taschengeld und Kippen! Nennen Sie mit bitte drei Länder, die sozialer mit Ihren Ärmsten umgehen als Deutschland.

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joomee 09.08.2017, 22:55
68. Reflexartig...

Zitat von dennis_berber
Also die gleichen Entwicklung, die in Deutschland durch die SPD mit Hartz IV begonnen und durch die CDU fortgesetzt wurde, wird nun in Ungarn kritisiert. In Deutschland wird man von den Medienvertretern dafür gefeiert und durch die Bürger wiedergewählt? Die Reallöhne sind heute nur knapp über dem Niveau von 1991 wobei die untersten 20 Prozent sogar starke Verluste in den letzten 14 Jahren haben hinnehmen müssen. Die Spaltung zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander und die reichsten 10 Prozent besitzen 58 Prozent des gesamten Vermögens in Deutschland. https://www.finwir.de/wirtschaft/arm-vs-reich-die-teilung-deutschlands/ Vielleicht sollten wir erst anfangen, Deutschland zu einem gerechteren Staat zu machen, bevor wir über den bösen Orban schimpfen. Sonst wirkt das alles sehr scheinheilig.
Irgendwann wird es lächerlich, wenn über andere Länder berichtet wird und ständig jemand wie Sie reflexartig daher kommt und sagt "lasst das bleiben, bei uns ist es doch auch nicht besser".

Soll man denn aufhören über Missstände bei anderen zu berichten nur weil Sie der - berechtigten oder unberechtigten - Meinung sind, hier läuft auch nicht alles optimal?

Mit der gleichen Logik könnten Sie ja auch den Wetterbericht kritisieren, wenn dieser über Starkes Unwetter in Ungarn berichtet - und bei uns zu Hause das Wetter auch gerade schlecht ist!

Eigentlich müsste man dann die Berichterstattung aus anderen Ländern komplett einstellen...

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jaspertk 09.08.2017, 22:57
69.

Zitat von Jimmy.B
Jeden Tag dieselben Tiraden gegen die üblichen Verdächtigen, Orban, Erdogan, Trump und Co, gepaart mit den tendensiözen Übertreibungen wie "Arbeitsstaat", "moderne Sklaverei", Die Verwendung eines solcher Übertreibungen gibt dem Artikel einen "gefärbten" Eindruck. Eine objektive Berichterstattung unter Weglassung dieses Propagandavokabulars würde vielleicht auch die Menschen erreichen die ihn in dieser Form gar nicht zur Kentnis nehmen.
Nun, ich nehme an, dass sie das alles für fake news halten. Ich würde da ganz schnell mir überlegen, was mich eigentlich hier noch hällt. Es gibt ja noch Paradiese auch bei Herrn O.

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