Forum: Wirtschaft
Wirtschaft und Demokratie: Neue Zauberformel, bitte!
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Als die Mauer fiel, schienen freie Märkte und Demokratie das Heilmittel der Geschichte zu sein. Jetzt haben wir Marktkrisen und einen Boom autoritärer Politiker. Wir brauchen eine bessere Lösung.

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andreas.s 05.08.2016, 11:06
1. Danke.

für diesen Kommentar. Wir stehen an der Schwelle, wollen wir Demokratien oder freien Kapitalismus, beides zusammen passt offenbar nicht. Bequemer für die Masse, für die Kurzsichtigen und Faulen ist der Verzicht auf demokratische Grundwerte, so lange nur der Fernseher gross genug und die Couch bequem ist und es einen Schwächeren gibt den "es" dann halt trifft.

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spon-facebook-1261351808 05.08.2016, 11:07
2. Deutscher Michel

Ja, leider glaubt der kleine Mann in Deutschland, dass mit einer konservativen Politik a lá AfD seine wirtschaftlichen Probleme gelöst sein. Das Gegenteil würde der Fall sein. Die konservativen Regime sind Neoliberalismus pur!

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paulvernica 05.08.2016, 11:08
3. Keine Zauberformel - eine Bremse

Ich glaube wir brauchen eine Bremse. Genau wie die Flüchtlingsströme gebremst werden müssen, muss auch die kapitalistische Globalisierung gebremst werden.

Also raus aus der EU und einigeln in die Nationalstaatlichkeit. Das wäre zwar wirtschaftlich schlimm, aber die Demokratie würde wieder die Kontrolle über das Leben ihrer Menschen bekommen.

Wir müssen bescheidener werden.

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viktor koss 05.08.2016, 11:12
4. Zu kurze Analyse,

Seit 90er erleben wir zunehmend einen kräftigen Abbau der demokratischen Grundprinzipien in alten guten Demokratien, seit 2000 und insbesondere seit Anschlägen vom 11.9.2001 und nach dem Ausbruch der Finanzkrise, eine willentliche und wissentlich Einschränkung der Grundrechte und Grundfreiheiten.

Es entsteht eine konforme Form der absoluten Dominanz der Finanzwirtschaft - der Finanzindustrie die ein anderes politisches und Rechtssystem fordert, das sich wesentlich von dem in Köpfen der Bürger verankertes System bis 2000er unterscheidet.

Im Gegenteil zur Einschränkungen und Veränderungen bei alten Demokratien, haben die Schwellenländer trotz aller berechtigter Kritik mehr an Freiheiten bekommen und die auch umgesetzt. Einen hohen Rang der Notwendigkeit der politischen Entscheidungen, sehr oft in einem krassen Gegensatz zu geltendem Recht ist eine Folgewirkung der doktrinären Veränderungen seit 90er - 2000er und hat weniger mit den Regeln der freien Wirtschaft und viel mehr mit immer wachsendem Protektionismus etwas zu tun.

Die Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung entstand aus der Politik und Veränderungen die das herrschende politische Klasse in letzten 25 Jahren durchgesetzt hatte.

Clintons Doktrin fürs 21 Jahrhundert ist im wesentlichen ein Teil des Problems, besonders dann wenn sie unkritisch umgesetzt und nach allen bekannten Folgewirkungen unantastbar fortgesetzt wird. Die Diktatur kam aus der Mitte der Machtzentren der alten guten Demokratien.

Die Realitäten sind etwas komplexer und Folgewirkungen mindestens so, um sie einfach immer erneut verschweigen zu lassen. wie dass sie nicht existent wären oder wirken würden.

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hypnos 05.08.2016, 11:21
5. Neoliberalismus ist gut

Die bisherige Entwicklung ist die notwendige im Sinne der herrschenden unangefochtenen neoliberalen Ideologie. Der Neoliberalismus ist die einzige freiheitliche verfassungsgemäße Staatsform.

Wer diese in Frage stellt, ist ein Terrorist. Die Politik und die Medien werden auch die letzten Kritiker der staatstragenden Ideologie bekämpfen und ausmerzen. Dafür stehen alle im Bundestag vertretenen Parteien und die EU-Apparate.

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Leser161 05.08.2016, 11:22
6. Quack

Populisten boomen nur weil ihre Widersacher vor sich hin pennen. Es gibt eben keine Zauberformel. Demokratie und Marktwirtschaft sind nämlich keine harmonischen Zwillinge - bzw. nennen Sie mir eine demokratisch geführtes Unternehmen.

Marktwirtschaft muss durch die Demokratie im Zaum gehalten werden. Sonst wäre es nämlich eine Plutokratie.

Das verstehen unsere Politiker aber nicht. Sie singen jedem Lobbyisten alles freudig nach. Erklären Probleme per Dekret für inexistent und sind allgemein der Meinung das Demokratie bedeutet das alle einer Meinung sein müssen. Nämlich der der Kanzlerin.

Auf diesem Nährboden gedeihen Populisten.

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moneysac123 05.08.2016, 11:26
7.

Das PROBLEM ist, dass wir derzeit keine Demokratie haben. Wohlhabende Einflussgruppen sind gleicher als gleich, weil sie Einfluss auf Gesetze nehmen. Das schwache Bürgertum zahlt die Zeche. Gleichzeitig ist die Wirtschaft zu Maßlosigkeit verkommen, Profit ist alles. Die LÖSUNG: Lobbyismus und Vetternwirtschaft eliminieren (zB durch Verbote), Einfluss der Wählerschaft verstärken, persönliche Haftung in der Wirtschaft ausweiten. Wir brauchen in der Wirtschaft einen Paradigmenwechsel, so wie jetzt bringt das nur Einzelnen was.

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Bondurant 05.08.2016, 11:27
8. Die Hilflosigkeit

die den ganzen Beitrag durchzieht, ergibt sich schon hieraus:

Als Ende der Achtzigerjahre die Mauer fiel, schien entschieden, was für die Menschheit am besten ist. Da befand der Politologe Francis Fukuyama, dass sich Marktwirtschaft und Demokratie bald überall durchsetzen: das "Ende der Geschichte". Siegeszug.

Selektive Wahrnehmung: schon 1996 erschien Huntingtons "Kampf der Kulturen", von Weltökonomen wie Fricke belächelt. Nun haben wir den Salat, es sei denn, Fricke & Co würden weiterhin leugnen, dass China und die muslimische Welt doch etwas anders tickten als, sagen wir: Skandinavien oder die Niederlande. Also empfehle ich dem Autor, sich erstmal zu einer gründlichen Analyse zurückzuziehen, bevor er hier luftige Vorschläge zur Rettung der globalen Ökonomie macht, die nichts Konkretes enthalten.

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EinMensch 05.08.2016, 11:32
9. Der Vergleich ist zu simpel

Russland und die Saudis haben nur aufgrund ihrer Ressourcen ein so hohes Wachstum. Außerdem haben sie, genauso wie die Türkei und China, einiges aufzuholen gegenüber dem Westen. Die westlichen Demokratien sind am Ende des Wachstums angekommen. Auch China bewegt sich schnell auf diesen Punkt zu, da auch hier das Wachstum pro Jahr langsam zurück geht. Die Globalisierung wird auf lange Sicht dazu führen, dass sich die Wirtschaftskraft der Länder pro Einwohner angleichen wird.

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