Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsbericht: OECD prangert Deutschlands Schulsystem an

Arbeitsmarkt, Netzindustrie und Gesundheitswesen: Will die Bundesregierung das hohe Wirtschaftswachstum halten, muss sie auf vielen Gebieten mehr tun. Dies geht aus dem neuen Wirtschaftsbericht der OECD hervor. Besonders problematisch sehen die Experten das Thema Bildung.

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Lüneburger 09.04.2008, 17:12
10. Gesamtschule nach Vorbild der PISA Sieger

Zitat von Urquhart
Was die OECD wider besseres Wissen fordert, ist die Einführung anglo-amerikanischer Schulsysteme, obwohl die auch nach PISA dem deutschen System keinesfalls überlegen sind. Und die Gesamtschulen sind - ....
Sofern Sie sich beim Thema Gesamtschulen lediglich auf die "alte deutsche" Gesamtschule beziehen gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht. Aber die Forderung lautet hier nicht nur einfach Gesamtschule, sondern gleichzeitig auch Umstellung des pädagogischen Konzepts auf individuelle Föderung.
Hierzu ist folgender Artikel interessant:
http://www.focus.de/schule/schule/bi...id_267812.html

Aus dem Artikel:
"In Deutschland gebe es zwar viele gut ausgebildete Lehrer und engagierte Eltern, aber die falsche Herangehensweise. „Man tut sich irgendwie noch schwer, das Positive zu sehen“, diagnostiziert Domisch. Verstärkt werde das Problem durch die Selektion der Schüler im dreigliedrigen Schulsystem. „Solange Lehrer Schülern sagen können, dass sie eben nicht zu ihnen gehören und der Schulform nicht würdig sind, solange wird sich da nichts ändern.“

"In Deutschland wolle man durch Ausgrenzung möglichst homogene Lerngruppen schaffen. „Man versucht immer herauszufinden, wer nicht dazu gehört“, so Domisch. „Und man hat noch nicht verstanden, dass es diese Homogenität bei Kindern und Jugendlichen, die in der Schule zusammenleben, gar nicht gibt.“ Wenn man Schülern die Hoffnung nehme, etwas lernen zu können, sei gar nichts mehr möglich. „Das halte ich für sehr fatal“, warnt der Experte."

Vorbild für das deutsche Schulsystem kann eigentlich nur der PISA Sieger sein.

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Urquhart 09.04.2008, 17:13
11. Einfach

Zitat von elmard
Wir in Deutschland müssen künftig davon Abstand nehmen, Kinder bereits im Alter von zehn Jahren auf verschiedene Schulformen aufzuteilen und auch unsere Haupt- und Realschulen zu einer Schulform zusammenlegen. Was ich nicht kapiere: Aus welchem Grund halten unsere Politiker an diesen überkommenen Klassendenken fest?
Nun, Politiker scheuen generell echte Reformen, weil sie ihnen die Wahlchancen verderben können.

Allerdings ist völlig offen, ob das o. g. "Rezept" die gewünschte Wirkung hat. Man kann das Problem nämlich auch andersherum sehen:
Durch die inflationäre Erteilung der Matura findet sich für Hauptschüler kein Ausbildungsplatz mehr.
Ich persönlich glaube, dass sich viele Eltern hier etwas vor machen. Es kann sicherlich sein, dass bei einigen Schülern der berühmte Knoten erst sehr spät platzt. Hier bietet unser Bildungssystem aber mittlerweile jede Menge Möglichkeiten an, einen Abschluss nach zu holen.

Dass z. B. das Abitur eine "allgemeine Hochschulreife" attestieren würde, stimmt ja schon lange nicht mehr. Dann wird eben später selektiert, unnachgiebig und grausam: Numerus Clausus, Durchfallquoten von 80 % und höher, Einstellungstests usw..

Es ist halt immer ungerecht.

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Galba 09.04.2008, 17:16
12. OECD-Bericht

Möglicherweise ist die Kritik der OECD am Bildungssystem ins-
gesamt berechtigt,doch ein Kernpunkt scheint mir nicht ge-
nügend berücksichtigt:Sprachliche Kompetenz der Schulanfänger.
Beim Gang durch Straßen und Geschäfte höre ich,wie Mütter sich
mit ihren Kleinkindern in der Muttersprache unterhalten.
Natürlich, ja, aber wie soll die Schule dieses Manko, das im
täglichen Lebensablauf gewachsen ist,wettmachen? Sie soll Techniken zum Lernen und Wissen allen vermitteln,die sie
besuchen.Der Kernpunkt ist m.E. die vorschulische Sprachbild-
ung, damit Schulkinder auf gleichem Level ihre Intelligenz
einsetzen können und ohne Verständnisprobleme sprachlicher Art
dem Unterricht folgen können.Ein obligatorischer Eingangstest
stellt fest, wer sprachliche Defizite hat und daher zu fördern
ist. Dann dürfte sich auch das Bildungspotential deutlich er-
höhen!

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madamef 09.04.2008, 17:23
13. Unterqualifiziert?

Zitat von yk_inc
Bereits mindestens ein Jahrzehnt früher hätte man das System reformieren sollen. Heute sind 80% der Schulen dringend renovierungsbedürftig, viele Lehrer sind alt, noch mehr davon verschlafen den Zeitgeist oder die neuen Informationswege. Die hälfte von ihnen unterqualifiziert.Kaum Lehrer mit Migrationshintergrund. Schubladensystem, chaotische Schulregulungen, etc. etc. wenn nicht bald was geschieht, dann häufen sich nur noch mehr Probleme, und nicht einmal die Konservativen werden das Ganze schönreden können.
Könnten Sie das präzisieren? Schwarze Schafe gibt es überall - aber die Ausbildung zum Lehrer ist anspruchsvoll. Nach dem Studium gibt es das Referendariat ( 2 Jahre, wenig Geld ), dasvon vielen gefürchtet ist. Diese Ausbildung in der Praxis orientiert sich ( zumindest am Gymnasium)an Anforderungen, die an Manager gestellt werden. U.a. erhöht man den Stress bei steigenden Anforderungen.
Jeder kann Lehrer werden, der fehlerfrei Deutsch spricht. das kann auch eine Person mit Migrationshintergrund sein. Ansonsten gebe ich Ihnen recht, statt Geld ins Bildungssystem zu pumpen, chaotisiert die Politik ( G8, Kopfnoten usw.), um Kompetenz vorzutäuschen. DDas kostet viele Millionen Arbeitsstunden.

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kdshp 09.04.2008, 17:23
14. Aw: ...

Zitat von Urquhart
Was die OECD wider besseres Wissen fordert, ist die Einführung anglo-amerikanischer Schulsysteme, obwohl die auch nach PISA dem deutschen System keinesfalls überlegen sind. Und die Gesamtschulen sind - .....
Hallo,

warum ist deren system schlechter ? Wenn ich mich nicht täusche hängen die uns ab wenn man sieht was hinten bei raus kommt. NUR das schuldsystem als einzelnes zu betrachten ist ein fehler finde ich. Denn wenn wir in anderen bereichen uns anpassen müssen (globalisierung) dann kann ein einzelnes system zwar besser sein wie unser jetziges schulsystem ABER im ganzen dann eher schlechter.

Auch sehe ich nicht das die gesamtschulen ein super-gau sind denn es wird hier ja aus politischen gründen nicht wirklich EINE linie gefahren wenn nicht sogar dagegen gearbeitet. Dazu kommt ja auch das wenn man ein system umstellt der erfolg was dauert wenn nicht gar am anfang durch die umstellung "reibungsverluste" enstehen.

Ist das nicht "auch" aufgabe der lehrer hier erzieherische aufgaben zu erledigen will sagen wir haben doch schon erzieher. NUR wurde hier ja gespart wo es nur geht : zu große klassen/zu wenig lehrer dadurch immer mehr "alte" lehrer usw.

FAZIT ist doch das wir für viele dinge das geld augeben wo es nicht nötig wäre oder zumindest jetzt nicht und an der bildung sparen wo es nur geht. Ein bespiel : In meiner stadt (50.000 einwohner) hat man für 300.000 euro nach ein paar römer scherben gesucht (das loch war 30mal40 m) und fast gleichzeitig hat man zuschüsse für jugendförderung in vereinen gestrichen (pa. 350.000 euro).

Was wäre eigentlich wenn wir nicht diesen geburtenknick hätten ? (immer mehr rentner/immer weniger kinder)
Mal so überschlagen müsten wir dann doppelt so viel für schulbildung ausgeben. Wir geben ja jetzt schon viel zu wenig für die wenigen aus die real da sind. Und für viele haben wir danach dann keine ausbildung im beruf und dann auch für viele junge ausgebildetet menschen gar keine arbeit. Jetzt wieder die vorstellung wir hätten mehr kinder bekommen !

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Urquhart 09.04.2008, 17:29
15. Strukturen und Verhältnisse

Zitat von Lüneburger
Wenn man Schülern die Hoffnung nehme, etwas lernen zu können, sei gar nichts mehr möglich. „Das halte ich für sehr fatal“, warnt der Experte."
Auch ich halte das für fatal. Das ist aber nicht nur eine Binse des "Experten", es ist auch sachlich falsch. Ich halte das für eine Kampfargumentation, weil man bestimmte Bildungsstrukturen umgesetzt haben möchte.

Das Argument fällt in dem Moment in sich zusammen, indem jeder zu jeder Zeit einen beliebigen Bildungsabschluss machen/ bzw. nachholen kann. Ganz soweit sind wir noch nicht, aber in den meisten Ländern gibt es bereits vielversprechende Ansätze.

Zitat von Lüneburger
Vorbild für das deutsche Schulsystem kann eigentlich nur der PISA Sieger sein.
Vielleicht sollten wir uns dabei zunächst einmal auf den Migrantenanteil beim PISA-Sieger konzentrieren.;-) (Bitte nicht zu ernst nehmen.)

Im übrigen kann das relativ kleine Finland es sich leisten, 90 % der Bewerber für das Lehramt abzulehnen. Bei uns hat der Lehrerberuf ein derartig geringes Ansehen, dass wir uns so etwas gar nicht leisten könnten, weil gar nicht genug Bewerber da wären. In den nächsten Jahren werden wir einen jährlichen Bedarf an Lehrern von ca. 30.000 Neu-Lehrern haben. Ich glaube nicht, dass wir jährlich 300.000 Absolventen haben. Im Moment wird jedenfalls alles eingestellt, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

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Urquhart 09.04.2008, 17:34
16. Schlecht reden

Zitat von kdshp
Hallo, warum ist deren system schlechter ?
Ganz einfach. GB liegt lt PISA knapp hinter D, obwohl die nur ihre besten Schüler teilnehmen lassen und die USA liegen sehr weit hinter D. Dennoch versucht, man unser Schulsystem schlecht zu reden.

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marrrrtin 09.04.2008, 17:57
17. Skandinavisches Schulsystem

Zitat von glad07
... gar keine Frage! Wir sollen uns schließlich weiter entwickeln und nicht auf demselben Stand bleiben. Jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ah so gelobte Bildung in den Skandinavischen Ländern (zumindest an der Uni), vor allem in Finnland!!! noch lange brauchen wird bis sie unseren Stand erreicht.
Ich stimme Ihnen (auch aus eigenen (Lehr-)Erfahrungen im skandinavischen Uni-System) prinzipiell zu - das Niveau an skandinavischen (egal ob finnisch, schwedisch, dänisch oder norwegisch) Unis ist etwas niedriger als an durchschnittlichen deutschen.

Aber dennoch haben Sie offensichtlich den Witz des finnischen/skandinavischen Schulsystems nicht ganz verstanden. In Skandinavien ist das Ziel nämlich, dass um die 60% eines Jahrganges einen Uniabschluss schaffen, in Deutschland sind dies z.Z. lediglich 20%. Da die durchschnittlichen Skandinavier trotz besserer Schulbildung nicht schlauer sind als die durchschnittlichen Deutschen, muss das Niveau entsprechend angepasst werden.

Anders ausgedrückt, man muss ein anderes Niveau (und vor allem einen anderen Stil!) fahren, wenn man 60% der jungen Leute einen Abschluss geben will. Was jedoch keineswegs heisst, dass das gesamte Ausbildungssystem im Schnitt nicht dennoch bessere Resultate erzielt.

Nochmals anders ausgedrückt: Ein durchschnittlicher deutscher Uni-Absolvent sollte besser qualifiziert sein als ein durchschnittlicher skandinavischer. Nur ist die Gesamtheit der Bevölkerung dort weit besser qualifiziert als bei uns - und v.a. homogener.

Die Frage ist natürlich, was uns als wichtiger erscheint: Wenige hochqualifizierte und hochspezialisierte Leute und ein Heer an Geringerqualifizierten, die entweder Billigjobs annehmen müssen oder arbeitslos sind, oder die skandinavische Variante mit vielleicht etwas geringeren Fähigkeiten in der Spitze (top 5%), aber im Schnitt besserer Qualifikation.

Abschliessend noch eine Anmerkung: Bei der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands wird schon seit Längerem auf die Auswirkungen des schlechten Bildungsniveaus hingewiesen. Das kostet schon heute Wachstum, was selbst jene, die eher ethische Gedanken in den Vordergrund stellen, betrifft - denn auch diese beklagen sich über magere Löhne und stagniernde Renten, was alles direkt (neben Verteilungsaspekten) an der wirtschaftlichen Entwicklung hängt.

Und neben der Systemfrage (zwei-/dreigliedriges Schulsystem, etc.) ist in Deutschland vor allem auch das Zu-Tode-Sparen von Kindergärten, Schulen und Unis schuld an den schlechten Ergebnissen. Das Lehrpersonal ist überwiegend desillusioniert (v.a. wegen mangelnden Mitteln und gesellschaftlicher Schelte). Nur ein paar Zahlen: Deutschland gibt einen halb so grossen Anteil am BIP für Bildung aus als Finnland oder Schweden, und immer noch 50% weniger als die USA. Das sollte eigentlich alles über die Prioritäten der deutschen Gesellschaft aussagen. Egal, ob man jetzt wirtschaftsdienlich Naturwissenschaften und Technik oder humanistisch denkend Philosophie, Sprachen, Künste und Geschichte priorisiert.

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emmet 09.04.2008, 17:57
18. Der Fisch stinkt vom Kopf her!

Zitat von Urquhart
Was die OECD wider besseres Wissen fordert, ist die Einführung anglo-amerikanischer Schulsysteme, obwohl die auch nach PISA dem deutschen System keinesfalls überlegen sind.
Wenn das finnische Schulsystem im Pisa-Vergleich siegt, warum nicht von Siegern lernen?

Zitat von Urquhart
Richtig finde ich hingegen die Forderung, Elternversagen durch Erzieher zu kompensieren, aber bitte nicht mit Steuergeldern. Auch eine verpflichtende Vorschule muss her, um eine generelle Schulreife sicher zu stellen. Auch hierzu sollten die Eltern einen finanziellen Beitrag leisten.
[SARKASMUS]
Genau, sollen diese "Elternversager", die beide Berufstätig sind doch bitte ihr Geld für einen privaten Zusatzunterricht ihres Nachwuchs investieren. Wieso reicht denn denen ein Gehalt nicht? Und die Alleinerziehenden sind doch selbst schuld. Müssen wir jetzt noch für Beziehungsunwillige und deren Nachwuchs zahlen?

Ausserdem: Von irgendwas muß ja auch der Nachhilfelehrer leben. Sch... auf "Chancengleichheit". Warum sollen wir denn auch Kinder von Versagern durchfüttern. Wäre ja noch schöner. Privat finanzierte Elitegymnasien und Internate müssen her. Schaffen wir die Staatlichen doch einfach ab!
[/SARKASMUS]

Zitat von Urquhart
Das finanzielle Engagement der Eltern muss einfach her, weil die Zusatzleistungen durch das Institut der Schulpflicht nicht erfasst werden.
"ZUSATZLEISTUNGEN" wie überforderte Lehrkräfte, zu wenig Personal und damit verbunden Unterrichtsausfall.

Zusatzleistungen wie ein gestrafftes Abitur und von Geisteswissenschaften weitgehend befreite Lehrpläne.

Wenn Schule auch ein klein wenig Charakterbildend sein soll, so müssen wir auch was dafür tun. Grenzenlose Flexibilität und Mobilität auf dem Arbeitsmarkt trifft die Schwächsten zuerst. Die Kinder von "Alleinerziehenden" oder "Doppelverdiener", deren Einzelgehalt nicht mehr für einen normalen Lebensunterhalt ausreicht.

Veraltete Lernkonzepte, ein undurchlässiges Schulsystem und eine von Standesdünkel und Besitzwahrung geprägte, überalterte Lehrerschaft.

Der Fisch stinkt vom Kopf her!

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reyam 09.04.2008, 17:58
19. Unser Schulsystem ist gut!

Unser Schulsystem ist gut. Jeder, der davon Ahnung hat, der die Realität und Qualität unserer Schulen wirklich kennt, weiß, dass wir ein sehr hochwertiges Schulsystem haben. Ich kann nicht verstehen, wieso daran immer rumgemäkelt wird. Wollen wir denn wirklich Zustände wie in Frankreich oder in den USA? Glaubt die OECD und alle, die sofort mit Zustimmung zur Stelle sind, denn allen Ernstes, Gesamtschulen seien eine Lösung des Problems? Ist denen, die schnell beipflichten, denn überhaupt das Leistungsniveau unserer Schüler bekannt? Unsere Schüler sind gut! Unsere Lehrer sind gut! Wieso werden die Maßstäbe der OECD nicht hinterfragt? Was haben wir denn gewonnen, wenn wir unsere guten Qualifikationsstufen: Hauptschule, Realschule, Berufliche Schulen, Gymnasium aufweichen und dann braucht man auch ein Abitur, um Verkäuferin zu werden?! Die Hauptschulen brauchen doch nicht ihre Abschaffung, sondern eine Rückbesinnung auf ihre Qualität. Wir haben in unserem System das Gute bereits angelegt. Man muss nun keineswegs Millionen für verkorkste Reformen raushauen, sondern sollte die Schulen lieber unterstützen. Konkret heißt das: kleine Klassen, mehr Geld, außerunterrichtliche schulische Arbeitsbelastung in vertretbarem Maße und gesellschaftliche Würdigung des Lehrerberufes.
Und dann diese ewige Forderung: Bezahlung nach Leistung!!! Gähn! Auch hier: Wie soll denn das gehen? Um das leisten zu können, bräuchten wir eine Zentralerfassungsstelle, die die Qualität von Schülererkenntnissen misst, diese dann in Punkte umrechnet und die Punkte mit einer Gehaltstafel abgleicht!? Es ist gut, dass jeder Lehrer gleich viel erhält in unserem System und man keine Wertigkeiten erstellt. Wie schwer das ist, wird jedem klar, der einmal versucht, herauszubekommen, was denn der wirtschaftliche Gegenwert z.B. eines Interpretationsaufsatzes oder einer Mathe-Arbeit oder eines 1000 Meter-Laufs ist.Aus der Unmöglichkeit, dies zu bestimmen, ergibt sich konsequenterweise die Unmöglichkeit, Leistung durch Bezahlung zu würdigen. Die Schulen haben die Aufgabe, die Schüler als mündige Staatsbürger zu entlassen. Die Erkenntnisse, die ein Schüler im Lauf seiner Schullaufbahn gewinnt, unterliegen eben nicht einem wirtschaftlichen Maximalprinzip, sondern sind tief privater Natur und benötigen vor allem Zeit, schließlich handelt es sich um komplexe menschliche Fragen. Wir brauchen doch nicht Menschen, die brav Kreuzchen in die richtigen Kästchen machen, wenn die OECD-Prüfer kommen, sondern Menschen, die sich trauen, zu denken!

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