Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsgeschichte: Als Luther das gute Geschäft verdarb
Irmela Schautz

Einer musste den Job ja machen! In den bizarren Tätigkeiten vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte spiegelt sich der Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Autorin und die Illustratorin porträtieren ausgestorbene Berufe - wie etwa den Paternostermacher.

Peter Werner 15.07.2012, 09:28
1.

Zu folgenschweren Fehlentwicklungen kommt es immer dann, wenn "aussterbende" Berufe künstlich am Leben erhalten werden, als purer Selbstzweck.
Ein Musterbeispiel hierfür ist der Bergarbeiter: bereits seit den 70ern war klar, dass der Bergbau in Deutschland keine Zukunft besitzt. Dennoch wurde dieser mit zig Milliarden Subventionen weiter am Leben erhalten, das Saarland beispielsweise ging daran fast pleite.
Unvorstellbar, aber bis vor kurzem wurden sogar neue Bergarbeiter ausgebildet.
Letztendlich geholfen war hiermit keinem.
Wesentlich besser angelegt wären diese Milliarden in Umschulungen sowie der Ansiedlung aktueller Industrien gewesen.

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Krokodilsträne 15.07.2012, 10:31
2. grübel, grübel...

... aber ich komme nicht dahinter, was ein Nasendreher macht, ist mir eine etwas beunruhigende Vorstellung.

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Oberleerer 15.07.2012, 11:34
3.

Wirklich schlimm finde ich, dass sich die Gutsbesitzer herausnehmen konnten, jemanden zu töten, der Bernstein sammelt, obwohl es einfach aus der Natur kommt und nichtmal einen Schaden verursacht (wie z.B. Holzdiebstahl / Wilderei).
Genau diejenigen, die den Bernstein nicht ernten durften, waren aber sicherlich hoch willkommen in der Armee um diese Ländereien mit ihrem Leben zu verteidigen.

Auch wenn es altbacken klingt, zeigt es, wie wichtig es ist, dass Resourcen (Flächen, Rohstoffe, Wasser, Luft) demokratisch verwaltet gehören. (Marx sagte "Eigentum an Produktionsmitteln).

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kaiser-wilhelm 15.07.2012, 12:28
4. Subvention

@Peter Werenr(1.) - Zustimmung! Haben sie die aktuellen Summen noch parat? Mir ist aus der Erinnerung heraus der Wert 72.000 DM pro Arbeitsplatz / Jahr noch haften geblieben. Kann ich an sich nur aus DER SPIEGEL haben. Grübelte damals, warum man sie nicht alle (egal wie alt) in Rente nach Mallorca entlässt. Alternative, wie von ihnen erwähnt, wäre wahrlich dienlicher gewesen.

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Manitou-01@gmx.de 15.07.2012, 22:56
5. Einige Fragen

Zitat von Peter Werner
Zu folgenschweren Fehlentwicklungen kommt es immer dann, wenn "aussterbende" Berufe künstlich am Leben erhalten werden, als purer Selbstzweck. Ein Musterbeispiel hierfür ist der Bergarbeiter: bereits seit den 70ern war klar, dass der Bergbau in Deutschland keine Zukunft besitzt. Dennoch wurde dieser mit zig Milliarden Subventionen weiter am Leben erhalten, das Saarland beispielsweise ging daran fast pleite. Unvorstellbar, aber bis vor kurzem wurden sogar neue Bergarbeiter ausgebildet. Letztendlich geholfen war hiermit keinem. Wesentlich besser angelegt wären diese Milliarden in Umschulungen sowie der Ansiedlung aktueller Industrien gewesen.
Was hat Bergbau mit (Kunst-)Handwerken zu tuen, die in kleinem Rahmen (evtl. auch nur im Nebenberuf) erhalten werden?
Als Bestandteil der Kultur sollten alte Handwerke schon deshalb erhalten bleiben, um Museumsstücke zu restaurieren. Schön, wenn jemand sich der Mühe unterzieht.

Und zur Frage der Wirtschaftlichkeit des Bergbaus: Nur Steinkohle wird mit Subvention gefördert. Braunkohle im Tagebau und Salze werden eigenwirtschaftlich und gewinnbringend abgebaut, Kupfervorkommen sollen sogar neu erschlossen werden. Dafür braucht man Bergleute.
Aus strategischen Gründen sollte aber im Steinkohlenbergbau ein Rest zwecks Technologie- und Wissenerhalt bleiben (1-2 Bergwerke). Wenn der Kohlepreis auf dem Weltmarkt steigt bzw. Kohle knapp wird, müssen wir in der Lage sein die Produktion wieder hochzufahren. Außerdem benötigt die Maschinenbauindustrie zur Erprobung von Bergbautechnik (profitables Exportgut) Test-Bergwerke (natürlich auf eigene Rechnung). Deshalb sollte ein kleiner, aber gut qualifizierter Stamm von Bergleuten erhalten bleiben.

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