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Wirtschaftskompetenz: Das große Missverständnis
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In Deutschland gilt als wirtschaftskompetent, wer der Wirtschaft möglichst viele Gefallen tut. Ein fataler Irrtum in Zeiten von Trump, Brexit und anderen Symptomen der Globalisierungskrise.

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tom2strong 26.01.2019, 09:55
110. Ja und nochmal ja

Ein im Prinzip reiches Land mit international wettbewerbsfähigen Produkten, Strukturen muss sich geeignete Regeln geben wie das Ergebnis dieses Erfolges 1. vernachhaltigt werden kann (sonst ist es generationsspezifisch ungerecht) und 2. so verteilt wird, dass a. die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt und b. möglichst alle davon in ausgewogener Weise profitieren und weiteren Anreiz haben sich mit den eigenen Fähigkeiten daran zu beteiligen. Unsere aktuellen Regeln nehmen stark 2.a in den Fokus und vernachlässigen 1. und 2.b etwas. Manche 2.b Begünstigte neigen dazu Defizite in 1. wahrzunehmen und z. B. Grün zu wählen. Manche 2.b Begünstigte sehen Defizite in 2.a und wählen Parteien die sich um dieses weiter Sorgen machen (kann mit 1. einhergehen). Manche 2.b Benachteiligte sehen sich ungerecht behandelt. In den vergangenen Jahrhunderten haben 2.b Benachteiligte sich zusammengetan, Gewerkschaften gegründet und viel für eine bessere Gerechtigkeit erreicht. Es ist wichtig nachfolgene Generationen ernst zu nehmen, es ist wichtig unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu verspielen und es ist wichtig die Menschen in ihren Sorgen und Nöten ernst zu nehmen, sie am Erfolg zu beteiligen, aber auch zur weiteren Mitarbeit zu bewegen. Letzteres gilt für die überaus Erfolgreichen genauso wie für die mit Schwierigkeiten sich zu integrieren und Fähigkeiten einzubringen. Wenn das gut ausgewogen ist, nenne ich es Wirtschaftskompetenz. Ich denke aber AKK hat den Überblick. Die Risiken zu 1. Nachhaltigkeit 2.a Wettbewerbsfähigkeit und 2.b Reich-Arm-Spaltung bzw AfD + Radikalisierung (Gelbwesten) sind ihr bekannt. Es gilt mit einem ausgewogenen Mix unsere Zukunft zu gestalten.

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qoderrat 26.01.2019, 10:15
111.

Zitat von
Dann ist Wirtschaftskompetenz, auch dem Rest der Leute im Land genug Geld zu lassen, damit es nicht kracht, die Konjunktur kippt oder andere wegen unserer Überschüsse kriseln.
Hallleluja, möchte man selbst als Agnostiker ausrufen, dass diese Erkenntnis endlich angekommen ist.

Oder wie der Handwerker sagt, nach fest kommt ab. Mit 10 bi 15% Afd befinden auch wir uns bereits im plastischen Verformungsbereich der Schraube, es macht wirklich keinen Sinn noch stärker anzuziehen, sonst gibt es Konsequenzen. Sehr schmerzhafte und sehr teure Konsequenzen.

Die Natur macht es uns täglich vor, ein System funktioniert nur dann gut, wenn es sich im Gleichgewicht befindet. Verschiebt man dieses durch künstliche Einflüsse, kippt es irgendwann ab, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt. Sehr häufig sieht das Ergebnis hinterher aber ziemlich hässlich aus.

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diefreiheitdermeinung 26.01.2019, 10:47
112. Alles prima

sofern sich DE vom Rest der Welt abkoppelt. Haber wir ja schon mal gehabt. Heisst Autarkie. Funktioniert aber nicht in einem Land das massgeblich vom Export und. von der globalen Konkurrenzfaehigkeit abhaengig ist. Wir nehmen sowas gern als gottgegeben hin. Es ist es nicht, und wir sind gerade dabei die deutsche Wirtschaft zu demontieren. Das Ergebnis wird sich in Zukunft raechend zeigen. Ach ja, fahren Sie lieber Verfasser mal nach China!

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Steini 26.01.2019, 11:01
113. Wie geht Demokratie?

Einst habe ich immer gedacht in der Demokratie würden "verantwortungsvoll" denkende Menschen, rücksichtsvoll, über die gemeinsame Zukunft abstimmen.
Ich war en Narr...
Schon im alten Rom, ging es darum sich Vorteile zu verschaffen und dafür Allianzen zu finden seine Belange zu verfolgen.
Erst über das Netzwerk der Allianzen, geht es eher zufällig wieder in die Richtung, das die Allgemeinheit bedient wird.
Sozialpolitik hat dann auch nicht das Ziel der"Gerechtigkeit", sondern soll für Ruhe, Sicherheit und Ordnung sorgen um Erlangtes genießen zu können.
Es mag diese "guten Menschen" geben, aber dieses sind die beliebten Narren, zum Wohle der Anderen.
Sorry, das ich Demokratie immer falsch verstand.

Nun stellt sich mir die Frage, ob Freiheit ohne Verantwortungsgefühl nicht gefährlich ist.

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n.wemhoener 26.01.2019, 11:09
114.

Zitat von k70-ingo
Öhm, Sie wissen, daß weder Oskar Lafontaine, noch die Nachdenkseiten sich eben nicht durch Wirtschaftskompetenz auszeichnen?
Also, wenn ein Politiker als "wirtschaftskompetent" gilt, dann ist es Oskar Lafontaine. Er war es z.B., der lange vor der Bankenkrise 2007 vor der Deregulierung der Finanzmärkte gewarnt hat, zu einem Zeitpunkt als in Deutschland der Kanzlerberater Ackermann den finanzpolitischen Takt vorgab.

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yvowald@freenet.de 26.01.2019, 11:15
115. Anstatt vorhandenen Reichtum zu verteilen...

Auch Friedrich ("Fritz") Merz gehört zu denjenigen, die die Reichen immer reicher machen möchten.
Wie gut, daß er nicht an die CDU-Spitze gelangt ist, einen unglaubwürdigeren Vorsitzenden hätte die Union wohl nicht wählen können. Merz ist das genaue Gegenteil eines Sozialpolitikers, reich, vermögend und besserwissend. Anstatt vorhandenen Reichtum zu verteilen, strebt er das genaue Gegenteil an.

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Theophanus 26.01.2019, 11:42
116. Es ist...

...natürlich viel besser, die Wirtschaft so gut wie möglich zu behindern. Überzogene Bürokratie, schwachsinnige Vorgaben, extrem hohe Steuern, all dies fördert den Wohlstand.

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Theophanus 26.01.2019, 11:56
117. Noch schlimmer...

Zitat von k70-ingo
Für mich sind alle Politiker wirtschaftsinkompetent, die noch nie in ihrem Leben eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit im Leben ausgeübt haben. Leider gibt es erschreckend viele Politiker, auf die das zutrifft.
...gibt viel zuviel führende Politiker, die nicht mal einen Berufsabschluss haben...

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Listkaefer 26.01.2019, 12:12
118. Dieser Artikel bringt es auf den Punkt.

Wirtschaftskomponent ist, wer Wirtschaft nachhaltig zum Wohle a l l e r organisiert, oder: Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht anders herum. Unsere gegenwärtige Volkswirtschaft führte zu einer sich weiter öffnenden Wohlstandsschere. Dass das ein Problem ist, werden die Merzens und Lindners nie verstehen. Macron lernt es gerade. In Deutschland hat es die SPD noch am ehesten verstanden. Immerhin kommt von ihr der Mindestlohn und - nicht vergessen, wenn auch schon lange her - die stärksten Impulse für die meisten Errungenschaften der nicht Wirtschaft leitenden, aber Wirtschaft ermöglichenden arbeitenden Bevölkerung, wie Urlaub, Betriebsverfassungsgesetz, Gewerkschaften, Tarifbindungen, Kündigungsschutz ...

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k70-ingo 26.01.2019, 12:19
119.

Zitat von max-mustermann
Das sie die Soziale Marktwirtschaft, denn nichts anderes hatte ich mit meinem Beitrag beschrieben/gefordert, als "marxistische Sozialromantik" diffamieren lässt schon mal tief blicken wo sie (wirtschafts)politisch zu verorten sind. Aber seis drum, überall wo Zeitarbeiter, Ich AGs, SubSuB Unternehmer, usw. eingesetzt werden herscht massives Lohndumping. Und gerade da sind viele große Wirtschaftsunternehmen ganz vorne mit dabei.
Unfug. Wenn es Bereiche in der Wirtschaft gibt, wo diese Arten prekärer Beschäftigung nicht oder nur minimalst vorhanden sind, dann sind es große Konzerne.
Das kann Ihnen als Lohnsklave eines Großunternehmens eindeutig bestätigen.

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