Forum: Wirtschaft
Wirtschaftskraft, Arbeitslosigkeit, Schulden: So ungleich ist Europa

In 28 EU-Staaten wird gemeinsam gewählt, wirtschaftlich liegen zwischen diesen Ländern oft Welten. Ob Wachstum, Staatsschulden oder Exportstärke - eine Grafik zeigt, wie es Europa wirklich geht.

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Cpt. Miller 25.05.2019, 20:36
80.

Seit Anfang der 90er bin ich regelmäßig in Rumänien unterwegs, und konnte die Entwicklung in unterschiedlichen Teilen das Landes miterleben. Was sich dort verändert hat, ist kaum in Worte zu fassen wenn man die großen Stände kurz nach Ende des Kommunismus gesehen hat (Stichwort: alles Schwarz, wie abgebrannt). Da liegen mehrere Welten dazwischen.
Trotzdem war der Rückstand so extrem, dass es noch Jahrzehnte dauert, bis sich das auch in den Statistiken spiegelt und auch entlegenere Gebiete Profitieren. Ist nur meine Meinung, aber ich finde hier hat die EU so gut wie alles richtig gemacht. In vielen Regionen wird dabei sogar auf die ursprüngliche Kultur noch Rücksicht genommen, sie gar mit Projekt direkt gefördert und erhalten.
Mit Hilfe der EU entwickeln sich die Rumänen zu einem europäischen Tigerstaat, da sie auch nicht mit hohen Staatsschulden zu kämpfen haben (Ceaușescu hatte sie fast auf null gesenkt).
Es ist aber auch so, dass das Land die Hilfe bitter nötig hat. Auf sich alleine gestellt funktioniert da leider sehr wenig. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Organisation und Planung sind dort (noch) eher untergeordnete Tugenden.

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spaceagency 25.05.2019, 20:43
81. Sumerer - richtig

es ist die längste relative friedliche Zeit in Westeuropa. Eine gute Sache. Die EU ist exakt so gut und so schlecht wie es die Mitgliedsstaaten wollen. Diese haben Mitsprache und definieren alles in Bruxelles. Bruxelles ist keine eigene Macht sondern Spiegel der EU. Ganz schlimm sond hohle Diskussionen um Target, Zahlmeisterlegende und Draghi, meist von totaler Unkenntnis triefend. Die EU ist das beste, dass gerade den Deutschen passieren konnte nach den unzähligen katastrophalen unfähigen Alleingänge. Wie Sie sagen....Frieden sollte auch etwas Wert sein und das kann gerne mehr sein als die lächerlichen 15 Milliarden Netto pro Jahr

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localpatriot 25.05.2019, 20:53
82. 'There are three kinds of lies: lies, damned lies, and statistics'?

Zitat von spaceagency
dieses Geplapper über eind Kern EU ist absurd. Genau das gab es ja in Europa immer und genau das sollte in einer Union vermieden werden. In dieser Kern EU wäre dann Deutschland mit seinen 1900 Milliarden Staatsschulden raus, denke ich, so wie Frankreich mit 100% Schuldenquote und negativer Leistungsbilanz. Warum sollten wohlhabende Skandinavier mit Deutschland in einer Union sein wollen? Ein grosser veralteter Klumpen am Bein, der statisch und stumpfsinnig auch noch Hegemonieansprüche hat? Der Platz Deutschlands ist in der Liga Frankreich und Italien innerhalb der EU. Unterlässt diese Hirngespinste einer Kern EU. Ohne Italien gibts keinen Euro und sooooo super gross seid ihr jetzt auch nicht mit knapp 5 mal dem Schweizer Bip bei 10 mal so viel Einwohner....
Wer das als erster gesagt hat ist offensichtlich nicht bewiesen.
Siehe https://www.phrases.org.uk/meanings/lies-damned-lies-and-statistics.html

Jedoch handelt es sich dabei um eine der fundamentalen Wahrheiten der Poltischen Debatte,

Ihr Punkt, dass jeder der Mitgliedsstaaten Stärken und Schwächen mit sich bringen ist wohl gemacht und wir müssen alle die Tatsache im Auge behalten dass die Staatsstrukturen Europas mehr oder weniger dem geschichtliche Glück oder Unglück zu verdanken sind, oft die Konsequenzen kluger oder absolut unmenschlicher Entscheidungen und Machtausübung.

Europa ist wie es ist und eine bessere und positive Zukunft kann es nur durch gegenseitige Toleranz und freiwillige Zusammenarbeit auf Staat und auf Menschenebene geben.

Und man muss immer bedenken: Man hat in 75 Jahren viel erreicht. Mehr als man zu jener Zeit erwarten konnte.

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interessierter Laie 25.05.2019, 21:57
83. allein dieser Satz...

"können nicht ihre Währung abwerten, um Exporte zu verbilligen..." Die armen! Eine Abwertung der Währung würde vor allem bedeuten, dass sich Importe verteuern. Und die betroffenen Länder importieren sehr viel und sehr wesentliches. Sprich - eine Abwertung der Währung ist vor allem eine enorme Senkung des Lebensstandards vor allem für arme Teile der Bevölkerung. Das spüren momentan bspw. die Türken. Dort knallen keineswegs die Sektkorken - nach dem Motto: Hey jetzt können wir richtig endlich noch mehr Gas geben.

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Sumerer 25.05.2019, 22:16
84.

Zitat von spaceagency
es ist die längste relative friedliche Zeit in Westeuropa. Eine gute Sache. Die EU ist exakt so gut und so schlecht wie es die Mitgliedsstaaten wollen. Diese haben Mitsprache und definieren alles in Bruxelles. Bruxelles ist keine eigene Macht sondern Spiegel der EU. Ganz schlimm sond hohle Diskussionen um Target, Zahlmeisterlegende und Draghi, meist von totaler Unkenntnis triefend. Die EU ist das beste, dass gerade den Deutschen passieren konnte nach den unzähligen katastrophalen unfähigen Alleingänge. Wie Sie sagen....Frieden sollte auch etwas Wert sein und das kann gerne mehr sein als die lächerlichen 15 Milliarden Netto pro Jahr
Der von mir spontan genannte Betrag von 2.5 Billionen Euro, über 10 Jahre, wirkt zunächst einmal irrsinnig hoch. Nur bauen wir die EU ja auch nicht allein. Wer also noch etwas flüssig ist, der legt da sinnvoll noch ein Schüppchen drauf. Vielleicht bekommt man so 4 - 5 Billionen Euronen zusammen.

Die Alternative, behaupte ich, wäre weit teurer. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir Deutschen über 10 Jahre etwa 4 Billionen Euro stemmen sollten und könnten, um eine prosperierende Gemeinschaft mit unseren Partnern zu bauen.

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Ökofred 25.05.2019, 22:29
85. Sie haben Recht....

Zitat von interessierter Laie
"können nicht ihre Währung abwerten, um Exporte zu verbilligen..." Die armen! Eine Abwertung der Währung würde vor allem bedeuten, dass sich Importe verteuern. Und die betroffenen Länder importieren sehr viel und sehr wesentliches. Sprich - eine Abwertung der Währung ist vor allem eine enorme Senkung des Lebensstandards vor allem für arme Teile der Bevölkerung. Das spüren momentan bspw. die Türken. Dort knallen keineswegs die Sektkorken - nach dem Motto: Hey jetzt können wir richtig endlich noch mehr Gas geben.
Sie haben Recht und es ist sogar noch schlimmer, denn die Abwertung trifft neben der Bevölkerung ja die Wirtschaft selber, da viele Vorprodukte und Rohstoffe importiert werden müssen, die dann teurer werden. Abwertung bringt nichts, ausser bei reinen Agrarstaaaten (ohne Düngerimport) und die gibt es in der EUROzone nicht mehr.

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Schartin Mulz 25.05.2019, 22:41
86. Woran machen Sie das fest?

Zitat von Post-postfaktisch
Eine gigantische Klimakatastrophe mit irgendwann vielleicht Milliarden Toten, ein Artensterben mit unabsehbaren Folgen, MENSCHENRECHTE! Nachhaltige Lösungen für die Verstädterung, Transport, Energieversorgung, Nahrung, sozialer Zusammenhalt , Lösungen gegen globalen Steuerbetrug - kurzum ALLE wirklichen Probleme der globalen Entwicklung können wir nur mit einem einigen Europa - dem einzigen friedlichen Zusammenwachsen demokratischer Staaten - lösen. An Vielfalt, Traditionen und Unterschieden braucht das nichts zu ändern, ist in unserem föderalen Staat doch auch kein Problem. Das EUROPA der Regionen war und ist eine wunderbare Idee. Und natürlich unterstützen die Reichen die Armen Regionen, bis es wieder andersrum geht, so wie Bayern Jahrzehnte lang Geld bekommen hat und es heute doppelt . zurückgibt. Wenn wir Europa nicht einigen und zusammenhalten werden unsere Kinder die heutige Zeit als das Zeitalter des Niedergangs erinnern und die Lebensverhältnisse werden dramatisch schlechter werden.
Sie behaupten, nur mit einem Vereinten Europa könne man diese ganzen Probleme lösen.
Wir haben ein solches Konstrukt, bei dem sich soviele Staaten zu einem "Vereinten Staat" zusammengetan haben, ja schon auf der Welt. Haben Sie jetzt wirklich den Eindruck, dass diese "Vereinigten Staaten" Vorreiter im Kampf gegen Klimakatstrophe, Artenstreben, Hunger, Steuerbetrug etc sind?
Wo ist denn da der Zusammenhang?
Wir haben doch z.B. internationale Klimaschutzabkommen, für die es irrelevant ist, ob da die Regierungen von 28 europäischen Staaten oder die Regierung der EU unterschreibt.
Die EU als Zusammenarbeit der europäischen Staaten wird ja von den wenighsten grundsätzlcih abgelehnt. Aber wie weit Kompetenzen der einzelnen Staaten an die EU abgegeben werden, das ist ja der Knackpunkt. Noch mehr als jetzt? Oder doch wieder weniger? Oder ist es gut, wie es ist? Letztlich geht es eher um Nuancen, wshalb ich die moralisierende Dimension der Diskussion schon lange befremdlich finde.

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claus7447 25.05.2019, 22:41
87.

Zitat von Schartin Mulz
das ist immer so ein dummer Spruch. Der aussagt, dass der andere ewtas noh nicht gesehen hat. Aber da bieten Sie leider nichts. Haben Sie übersehen, dass wir bereits eine EU mit 28 Staaten haben? Was reden Sie das von Montanunion? Die EU ist Fakt und alle Ideen, man könne da jetzt noch eine bessere EU mit weniger Mitgliedsstaten machen, ist doch nichts als eine Spaltung. Und wer sind wir denn, dass wir beschließen könnten, wer dabei mitmachen darf? SInd wir denn etwas besseres? Hätten nicht Italien oder Polen genauso das Recht, zu sagen, so wir machen jetzt mal unser Ding mit ein paar anderen Staaten und ihr seid nicht dabei? Was soll das für ein Europa sein, in dem sich manche Staaten für etwas besseres halten?
Nur, ich befürchte beim aktuellen Status eher ein zerbrechen wie eine Weiterentwicklung.

Sagen wir es anders: ein vereinigte Europa der WILLIGEN. D.h. derer die bereit sind auf nationale rechte zu verzichten und diese einem Europa unterzuordnen.

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Schartin Mulz 25.05.2019, 22:47
88. Sie wollen also

Zitat von claus7447
Nur, ich befürchte beim aktuellen Status eher ein zerbrechen wie eine Weiterentwicklung. Sagen wir es anders: ein vereinigte Europa der WILLIGEN. D.h. derer die bereit sind auf nationale rechte zu verzichten und diese einem Europa unterzuordnen.
Länder ausschließen, die Mitglied sind, nur weil diese nicht Ihre Vorstellungen teilen?
Bisschen anmaßend, oder?

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Sumerer 25.05.2019, 23:22
89.

Zitat von Schartin Mulz
Sie behaupten, nur mit einem Vereinten Europa könne man diese ganzen Probleme lösen. Wir haben ein solches Konstrukt, bei dem sich soviele Staaten zu einem "Vereinten Staat" zusammengetan haben, ja schon auf der Welt. Haben Sie jetzt wirklich den Eindruck, dass diese "Vereinigten Staaten" Vorreiter im Kampf gegen Klimakatstrophe, Artenstreben, Hunger, Steuerbetrug etc sind? Wo ist denn da der Zusammenhang? Wir haben doch z.B. internationale Klimaschutzabkommen, für die es irrelevant ist, ob da die Regierungen von 28 europäischen Staaten oder die Regierung der EU unterschreibt. Die EU als Zusammenarbeit der europäischen Staaten wird ja von den wenighsten grundsätzlcih abgelehnt. Aber wie weit Kompetenzen der einzelnen Staaten an die EU abgegeben werden, das ist ja der Knackpunkt. Noch mehr als jetzt? Oder doch wieder weniger? Oder ist es gut, wie es ist? Letztlich geht es eher um Nuancen, wshalb ich die moralisierende Dimension der Diskussion schon lange befremdlich finde.
Ich denke, aus der Diskussion heraus wird offensichtlich, dass ethische Fragestellungen durch Staatengemeinschaften nur völlig unzureichend wahrgenommen werden.

Die USA liefern da im Wesentlichen nichts. Und bei den Europäern ist noch unklar, was geliefert werden wird. Letztere sehe ich hinsichtlich dieser Fragestellung im Vorteil. Sie haben halt andere, weitergehende kulturelle Erfahrungen, die sie in unseren Entwicklungsprozess mit einbringen können. Den Amerikanern wird dies nicht möglich sein - selbst wenn sie es überhaupt wollten.

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