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Wirtschaftskrise in Europa: Spanien fällt in die Deflation
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Es ist eine ökonomisch gefährliche Entwicklung: In Spanien fallen erstmals seit 2009 die Preise. Was für Verbraucher angenehm klingt, ist fatal für die Wirtschaft. Muss die Europäische Zentralbank eingreifen?

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schlabbedibapp 28.03.2014, 12:08
40. Immer noch keine Einsicht!

Zitat von sysop
Es ist eine ökonomisch gefährliche Entwicklung: In Spanien fallen erstmals seit 2009 die Preise. Was für Verbraucher angenehm klingt, ist fatal für die Wirtschaft. Muss die Europäische Zentralbank eingreifen? [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-kris
Mal sehen, wie die Maßnahmen der EZB sich auf Deutschland und die anderen EU-Staaten auswirkt. Unterschiedliche ökonomische Situationen wird man nicht durch Herumdoktern an der gemeinsamen Währung lösen. Vielmehr verlagert man bestenfalls die Probleme von einem auf den anderen Euro-Teilnehmerstaat. Aber die Einsicht ist bei den Euro-phorikern weiterhin nicht vorhanden.

Sicher wird die EZB-Politik darauf hinauslaufen, dass Deutschland finanziell am meisten zu bluten hat, denn es ist wirtschaftlich stark und kann die anderen auch auf Dauer mit Milliardenbeträgen unterstützen. Zur Not wird auf ausstehende Reparationszahlungen hingewiesen.

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Andreas-Schindler 28.03.2014, 12:13
41. Hier wird nur Angst geschürt

Zitat von sysop
[url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-kris
Ein steter Wechsel zwischen Inflation und Deflation ist der Richtige Mix. Die Jahrzehnte Andauernde Inflation hat nur zu Krisen geführt. Von daher würde es auch Deutschland wieder Gut tun wenn auch bei uns für 20 Jahre eine leichte Deflation gäbe. Die Gehälter sind in Deutschland die letzten 20 Jahre bei weitem nicht so gestiegen wie die Preise für Waren und Lebensmittel.

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attis 28.03.2014, 12:14
42. die Lösung

ist bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Europäer, niedrige Besteuerung von Arbeit, Besteuerung von Schulden, Wertpapieren, Transferstop in Oasen, Ausfuhr- und Einfuhrzölle für schädliche Börsengänge, Kinderarbeit, unterbezahlte Arbeit, Diktaturen, Besteuerung von Konzernen - vieles geht. Man muss es nur machen

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gboar 28.03.2014, 12:15
43. das ist keine Deflation, sondern eine reale Abwertung

Das ist keine Deflation, sondern eine Anpassung der relativen Preise. Wenn, wegen hoher Nachfrage die Mieten steigen und ein Ladenbesitzer deshalb die Preise anheben muss, das ist das keine Inflation. Genauso wenig ist es Deflation, wenn Kosten wegen geringer Nachfrage sinken und die Ladenbesitzer die Preise senken können. Das ist ein notwendiger Anpassungsprozess der realen Güterpreise und hat nichts, aber auch gar nichts mit einer Deflation zu tun, die ein monetärer Effekt ist. Wenn in Spanien oder Griechenland oder Portugal die Preise sinken ist das die dringend notwendige reale Abwertung, da eine Wechselkursveränderung ja durch das irrationale Festhalten am Euro unmöglich ist. Freuen wir uns darüber. Das ist für Journalistenschulen natürlich ein zu komplexer Zusammenhang, deshalb gilt hier Deflation=schlecht, gilt dann auch Inflation=gut?

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Artgarfunkel 28.03.2014, 12:18
44.

Zitat von pepe_sargnagel
Inflation wird ja vor allem durch Lohnerhöhungen getrieben. Anders ausgedrückt: Wenn sich die Masse der Bürger mehr leisten kann, dann steigt auch der Preis. Wenn die Masse immer weniger zur Verfügung hat, dann kann der Preis nicht steigen, denn keiner kann das Produkt kaufen. Bei (anhaltend) hoher Arbeitslosigkeit ist aber Deflation auch nicht mit starken Lohnanstiegen alleine zu bekämpfen. Ein echtes Dilemma. Jedoch muss man überlegen, ob es nicht für 1-3 Jahre zu starken Lohnerhöhungen in den unteren Segmenten kommen müsste. Soll heißen, man könnte die Löhne um Absolutbeträge erhöhen. Dadurch bleibt der Lohnabstand gleich, aber bei 3% Lohnerhöhung bekommt eben einer, der 1000 Euro verdient 90 Euro hinzu, während der andere mit 100 Euro faktisch keine Kaufkraft hinzugewinnt (sein Lohn steigt um 3 Euro). Wenn aber nun auch ein Auto im Preis um 3% steigt, dann fällt der im unteren Lohnsegment als Käufer recht bald aus, weil ein Auto wohl eher 1000 als 100 Euro kostet. Man muss das schon mal auch überlegen das für 1-3 Jahre zu überdenken - und evtl. zu handeln. Bessere "Inflationsherbeiführung" (falls gewünscht) fällt mir nicht ein. Die relativen Lohnerhöhungen, die beim einen ein neues Auto bedeuten (im Falle von Lohnmillionären) und beim anderen (1500Euro Verdiener) um die 45 Euro bedeuten (in etwa eine Tankfüllung) würgen die Wirtschaft nicht minder ab als die hohe Arbeitslosigkeit.
Damit widersprechen Sie allerdings allen neoliberalen Thesen der letzten Jahrzehnte, denn nur ein angebotsgetriebene Wirtschaft ist eine gute Wirtschaft. Die unteren Lohngruppen dürfen einfach nicht mehr verdienen, weil sonst die Nachfrage nach deren Arbeitskraft verschwindet (siehe Diskussion um den Mindestlohn, der Deutschland ja bekanntlich bald nicht nur an den Rand des Abgrunds, sondern weit darüber hinaus bringen wird). Nur Niedriglöhne lassen eine Wirtschaft prosperieren. Das kann man beispielsweise in den USA sehen, wo ganze Zeltstädte dank
fleissiger und billiger Arbeitskräfte über Nacht aus dem Boden gestampft werden. Und warum sollten die denn ein Auto kaufen können?
Diese einseitige Fixierung auf die Automobilindustrie ist äusserst schädlich, denn auch Fahrradhersteller wollen leben, nicht wahr?

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spon-facebook-10000460179 28.03.2014, 12:21
45. Das ist wirklich schlecht

Stellen sie sich mal vor: Sie sind ein Hersteller. Sie haben z. B. 1 l. Milch gekauft um Kaese zu machen, was 1 Euro kostete. Als sie schon damit vertig sind und 150 g. Kaese haben, kostet das schon nicht 15 Euro/kilo, aber 9. Darus kann man schlissen, das sie aufs Milch viel mehr ausgegeben haben, als das,was sie auf dem Markt dafuer bekommen koennen

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pimposse 28.03.2014, 12:24
46. Na endlich, hoffentlich geht es bald auf -5% und mehr

Die PIGS-Staaten haben auch und gerade im Vergleich zum deutschen Preisniveau Ihre Wettbewerbsfähigkeit schon lange verloren - auch im Tourismus. Früher wurde bspw. die Peseta einfach abgewertet gegenüber der DM und schon wurde ohne jegliche Preisänderung im Land die Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt. Heute geht das nur noch über Preissenkungen und eben nicht nur die Preise für Waren und Dienstleistungen sondern auch für die Arbeitskraft: Also Löhne runter, Preise runter und in 15-20 Jahren könnten die PIGS Staaten vielleicht da sein, wo die meisten Schwellenlländer schon jetzt sind: Von China lernen heißt in diesem Fall siegen lernen!

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thomas_gr 28.03.2014, 12:24
47. optional

Ist doch auch mal schön, wenn die Verbraucherpreise sinken. Stärkt die Binnennachfrage. Es muss nicht immer alles auf Export und Industrie getrimmt sein. Eine Entwicklung, die Europa auch mal braucht. Back to the roots.

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Adolfrausch 28.03.2014, 12:26
48. Wenn man das falsche tut ..

muss man sich nicht wundern, wenn der Effekt enttäuschend ist.
Es hilft leider nichts, wenn die Notenbanken ihr virtuelles - sprich frisch gedrucktes - Geld denen zur Verfügung stellt, die damit keine Waren und Dienstleistungen kaufen, sondern stattdessen die Preis für z.T. wertlose Anteilsscheine an den Kapitalmärkten in die Höhe treiben.
Solange man Vermögen der Elite auf Kosten der Arbeiter (=Verbraucher) rettet, wird sich die Konjunktur nicht erholen - nur der geglaubte Reichtum der oberen 10T wird grösser.

Besser wäre es, die Einkommen zu Lasten der Vermögen zu erhöhen - aber das würde ja Entscheidunsgträger belasten.
Aber es gilt weiterhin: Egoismus vor Vernunft !

Schade!!

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t.haurin 28.03.2014, 12:34
49. Warum fatal?

Ist eine Deflation so fatal, weil dann weniger Umsatz gemacht werden oder ist eher so, dass dann die Schulden immer mehr werden statt wie bei einer Infaltion immer weniger?
Da das ganze Wirtschaftsystem auf Schulden aufgebaut ist, scheint mir der 2. Sachverhalt wohl eher verantwortlich zu sein, dass eine Deflation so "Fatal" ist.

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