Forum: Wirtschaft
Wirtschaftskrise: Für China stellt sich die Systemfrage
REUTERS

Lange galt das chinesische Modell als Alternative zur westlichen Marktdemokratie - eine fruchtbare Verbindung von wirtschaftlicher Dynamik und staatlicher Planung. Doch die Reaktionen auf das Börsenbeben lassen an der Weisheit der Technokraten zweifeln.

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meroswar 10.01.2016, 19:37
1. Planwirtschaft ungleich Kommunismus

Es passt hier vielleicht ganz gut hin, dieses recht weit verbreitete Irrtum mal klarzustellen: Ja, China hat eine Planwirtschaft, aber nein, China ist nicht kommunistisch.
Planwirtschaft und Kommunismus sind nämlich nicht deckungsgleich, auch wenn China noch immer häufig als "kommunistische Diktatur" bezeichnet wird. Dieser Kommentar ist nicht wertend, sondern soll lediglich klären.

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Newspeak 10.01.2016, 19:40
2. ...

Ökonomen sind eine spezielle Sorte Wissenschaftler. Jede Falsifikation ihrer Theorien führt nur zu deren weiterer Anwendung. So ist es auch zu erklären, daß man glaubt, das System verstanden zu haben und es zu beherrschen, obwohl eine Krise bereits der nächsten die Hand reicht, obwohl Markt- und Theorienversagen offensichtlich sind, sogar (und ironischerweise vor allem) den Leuten, die primär nichts mit Wirtschaft zu tun haben. Dasselbe gilt auch für die daraus abgeleitete Politik. Demokratien mögen nicht perfekt sein, aber es gibt kein einziges historisches Beispiel, wo eine Diktatur dauerhaft zufriedene Menschen produziert hätte und damit Bestand hatte. Kein einziges. Es gibt aber "langweilige" Länder wie die Schweiz, die skandinavischen Länder, oder Kleinststaaten, aber auch z.B. Kanada, die das Gegenteil zeigen, nämlich das stabile Demokratien möglich sind, z.T. über Jahrhunderte. Und wer wollte der Schweiz Sozialismus vorwerfen und das man dort nicht auch Reiche hätte? Liegt es nur daran, daß diese Länder ihre Probleme ausgelagert haben? Oder gibt es doch systemimmanente Vorteile von Demokratien?

Chinas KP wird es in 100 Jahren nicht mehr geben. Und vielleicht ist ja irgendwann auch mit dem Kapitalismus heutiger Prägung Schluß. Wenn die Menschheit sich weiterentwickeln will, muß sie ein System, das nur auf Gier beruht, überwinden.

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behemoth1 10.01.2016, 19:43
3. China

China ist ein Teil der Welt und somit kann und muss sein Wirtschaftssystem sich auch in der Weltwirtschaft eingliedern, man kann es nicht nach den Richtlinien einer Partei betreiben, es geht immer nur eine gewisse Zeit, aber dann zeigen sich die Probleme und die kann man nicht auf Dauer selbst verheimlichen und richten.
In China war schon seit längerer Zeit zu erkennen, dass ein Wandel eintreten musste, man wollte es nur immer hinausziehen und eines Tages muss es angepackt werden oder man kann nicht mehr wie gewohnt mithalten.
Die Billigproduktion, womit man den Weltmark überhäufte geht stets nur zu eigenen Lasten und die zeigen nun schon die Lücken in der Beherrschbarkeit auf und das nicht nur in der Missachtung aller Umweltbedingungen.
Jedes System muss sich anpassen oder es wird scheitern und bei China werden hoffentlich dir richtigen Entscheidungen getroffen.
Ein schnelles und unbegrenzter Wachstum hat viele Probleme im Schlepptau.

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Extremophile 10.01.2016, 19:45
4. Das mit dem

Wenn die Kommunistische Partei Chinas jede Opposition im Keim erstickt und ein Monopol auf Korruption erhebt, kann sie sich anschließend natürlich hinstellen und sagen, man habe einen Deal mit dem Volk. Wer soll ihr widersprechen?

Mao hat gesagt, ein Revolutionär soll sich im Volk bewegen wie ein Fisch im Wasser. Wenn sich die kommunistischen Diktatoren heute unters Volk begeben würden, Sie würden keine 12 Stunden überleben.

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spon-1203191786232 10.01.2016, 19:46
5. Die korrupte, diktatorische

kommunistische Spitze war in meinen Augen nie sehr weise.

Der Wirtschaftboom wurde durch miese Arbeitsbedingungen, extremen Niedriglohn und rücksichtslose Umweltausbeutung erkauft.

Das rein export-getriebene Wirtschaftmodell läuft sich tot und die chinesischen Politiker haben kein Rezept. Die Binnenkonjunktur springt nicht an, weil die Einkommen immer noch zu niedrig sind und sie werden in der unfreien Gesellschaft auch nicht steigen.

Jetzt wird langsam der Preis bezahlt für die Umweltschäden, den Immobilienwahnsiin und die subventionierten Staatsbetriebe.

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gerd.lt 10.01.2016, 19:49
6. Empfehlungen

Ich erinnere mich an einen vor einigen Jahren in der Zeit veröffentlichten Artikel, in dem Vertreter deutscher Firmen recht angetan waren vom chinesischen Weg, weil dort Entscheidungen einfach, unkompliziert und schnell zu Taten würden. Was ja auch offensichtlich über Jahrzehnte gut gelaufen ist, denn ohne diesen Erfolg würden ja die westlichen Wirtschaftsnationen nicht zittern, wenn der chinesische Motor mal ins stottern gerät. Die Alternative ist das westliche Modell, in dem, und das ist der Unterschied, der Staat mit Unsummen von Steuergeldern eingreifen muss (die immer noch schwelende Finanzkrise), wenn die Finanzwirtschaft kollabiert, um das System zu retten. In einem System greift der Staat vorher ein, im anderen später - vielleicht sind ja beide Systeme nicht so, dass eines dem anderen empfohlen werden sollte.

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Pfaffenwinkel 10.01.2016, 19:49
7. Grenzenloses Wachstum

funktioniert für immer und ewig weder in einer Demokratie noch in einer kommunistischen Planwirtschaft.

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h.hass 10.01.2016, 19:52
8.

Exzessives Wirtschaftswachstum auf Pump und um den Preis massivster Umweltverschmutzung. Dass das auf die Dauer nicht gutgehen konnte, war klar.

Während in einer Demokratie oppositionelle Parteien und eine kritische Presse auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen und Korrekturen des politischen Kurses fordern können, ist dies in einer Diktatur nicht möglich. Da kann keine Regierung abgewählt werden. Da treffen Autokraten einsame Entscheidungen. Da wandern Kritiker ins Arbeitslager. Da bilden sich keine Parteien, die wichtige Zukunftsthemen besetzen, wie dies in den 80ern mit den Grünen und dem Umweltschutz geschehen ist.

Sowas klappt vielleiht ein paar Jahrzehnte. Dann kriegen die Realitäten das dysfunktionale System klein. Die Städte versinken im Smog. Die Börsen gehen auf Talfahrt. Den Markt und die Umwelt kann man nicht dauerhaft betrügen.

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aLuckyGuy 10.01.2016, 20:02
9. Diktatur auf chinesisch

"fruchtbare Verbindung von wirtschaftlicher Dynamik und staatlicher Planung"? Das ich nicht lache. Das was China veranstaltet ist gelinde gesagt das Schlimmste was man sich vorstellen kann. Kapitalistische Profitgier gepaart mit stalinistischer Diktatur. Klar das westliche Unternehmen das in ihren Heimatländern auch gerne hätten. Keine Probleme beim Stromtrassenbau, der Staat enteignet die Grundstückseigentümer und fertig. Umweltschutz? Kein Problem, man macht die besorgten Bürger einfach mundtot. Und wer dann noch aufmuckt wird einfach eingesperrt. Gewerkschaften? Wer braucht denn sowas.

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