Forum: Wirtschaft
Wirtschaftskrise: Türkische Unternehmer kritisieren Erdogan
AFP

Die türkische Wirtschaft befindet sich in einem desolaten Zustand, die Lira fällt immer weiter. Unternehmerverbände fordern einen neuen politischen Kurs von Präsident Erdogan - "der Rechtsstaat muss verbessert werden".

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koramora 15.05.2019, 16:20
10.

Erdogan geht in die Geschichte der modernen Türkei ein.99,99% der Leser und Autoren wissen nämlich nicht wie es zuvor aussah. Mehrparteiensystem ohne politische Mehrheiten.Koalitionen,Putsch,Terror,Parteienverbo te,Lynch,Linke,Rechte,Kommunisten,Nationalisten und eine kurdische Stimme,die nur ethnisch wählt.Mit dem Präsidialsystem gibt es nämlich seit einem Jahr nur noch 2 Seiten.Das Land ist zwar gespalten,aber genau durch 2.Und es gibt keine Demo grafischen Verwerfungen mehr.Im Osten (Kurden) haben sich genauso viele Wähler der Opposition angeschlossen,wie im Westen (Kemalisten).Das ideale Beispiel ist Istanbul.Eine Teilung von genau 50%.

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MJR 15.05.2019, 16:30
11. Man liegt, wie man sich bettet.

Je weniger Rechtsstaat, desto weniger Rechte. Rechte garantieren aber jedwedes Dasein von Wirtschaft.
Somit ist der Zustand der Wirtschaft auch ein Gradmesser für den Rechtsstaat?
Nun ja: Leider nein! Wir haben in Deutschland das Problem, dass Gesetze "Pro Kapital" beschlossen werden. So werden Einkünfte aus jener Arbeit, die eine Mehrheit im Volke nachgeht, massiv besteuert und mehrfach zudem, während ein für den Nutznießer absolut leistungsfrei erworbenes Einkommen aus Dividenden von Aktien nur etwa halb so stark besteuert wird! Ob dies nun, obschon brummender Wirtschaft, ein Aushängeschild für einen einwandfrei funktionierenden Rechtsstaat ist, wage ich zu bezweifeln!
Jedenfalls würde ich mich auch nicht trauen in einem Land zu investieren, bei dessen Besuch ich eventuell etwas massiv sträfliches tue, wie z.B. meine Meinung kund und am Ende inhaftiert um meine Freiheit bangen muss! Oder ich breche eines der in meinen Augen absurden Religionsgesetze und muss im Zweifel mit Folter rechnen, oder dem Tode.
Egal welches Land: Man liegt nunmal so, wie man sich bettet. Wer bereitwillig und im atemberaubenden Tempo Freiheiten preisgibt, um Sicherheit vor zuvor fleißig geschürten Ängsten abgewandt zu wissen, der wird die Angst nicht los, aber seine Freiheit. Gilt übrigens auch für alle Länder, nicht nur für die Türkei.
Was den Index angeht, wie frei der Journalismus agiert und wie frei "Mensch" seine Meinung äußern darf, stand Deutschland auch mal höher im Ranking! Nicht, dass wir türkische Zustände hätten - Das will ich nicht andeuten. Aber mit manch Anschuldigung sollten wir erstmal den Dreck vor der eigenen Haustür beseitigen, bevor wir auf andere zeigen und was uns insbesondere betrifft: Der lange Erdogans erreicht Deutschland mit Leichtigkeit: Es leben seine glühendsten Verehrer nämlich bei uns und genießen unsere Grundrechte, während sie die für die Mitmenschen in der anderen Heimat per Fernbedienung ausschalten... das ist kein rein Türkisches Problem mehr, sondern geht uns alle an! Mit Menschen, die andere in die Autokratie wählen, möchte ich nach möglichkeit nämlich nicht länger zusammenleben und so wäre es nur recht, wenn diese Autokratieverehrer in die Heimat zögen und zuvor ihren Deutschen Pass zurückgeben würden!
Gleiches für Verehrer der Kultur von Einschüchterung: Nichts anderes ist das "Geballere" und "Blockieren" von Autobahnen bei irgendwelchen Hochzeiten; Es zeigt: Wir herrschen hier... und alles in allem möchte ich das nicht. Denn hier sollte nur das Volk herrschen und keine Religion oder Ideologie... und schon gar nicht aus Ankara ferngelenkt.

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raoul2 15.05.2019, 16:50
12. Auch wenn es vorwiegend die Armen trifft -

dem Sultan und seinen Handlangern gönnt man den Niedergang natürlich von Herzen. Daß nach der ersten Hälfte der mehr oder weniger anonymen Wählerschaft nun ebenfalls die Unternehmer-Verbände (wenn auch zunächst noch sehr verhalten) ihre Stimme erheben, hat viel zu lange gedauert - und ein bißchen lauter und drängender (um das Wort "drohen" zu vermeiden) dürfte der "Protest" schon ausfallen.

Aber es ist ein weiterer kleiner Schritt auf dem richtigen Weg, den der Sultan trotz aller Unkenrufe mancher Leser nun wird gehen müssen. Denn eine weitere Verschärfung des Unrechtsregimes wird mehr und mehr Gruppen gegen ihn aufbringen. Und dann wird er letztlich nicht nur Istanbul verlieren.

Gut so. Und es bleibt zu hoffen, daß sich endlich auch die Touristen, die wegen des "guten Preis-/Leistungs-Verhältnisses" immer noch im Unrechtsstaat Türkei urlauben, sich dem hoffentlich weiterhin wachsenden Boykott anschließen mögen. Die türkischen Machthaber kriegt man nur über's Geld. Das internationale Ansehen ist denen merklich schnurz.

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miklo.velca 15.05.2019, 17:16
13. "Koste es was es wolle"

Von wegen "Koste es was es wolle". Solange es um die eigene Geldbörse geht, dann lieber erstmal doch kein Erdogan mit Weltmachtfantasien. Aber wie man Erdogan kennt, kommt er wieder schleimend angekrochen, wo immer es mehr Euros und Dollar gibt.

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frenchhornplayer85 15.05.2019, 17:51
14. Koramora

Koalitionen sind negativ aus ihrer Sicht? Und dass es so etwas wie Pressefreiheit gab, was essentiell wichtig ist, ist Ihnen anscheinend egal. Wer braucht das schon! Ist es besser dass win land nur aus zwei seiten besteht anstatt aus vielen Schattierungen? Was ist daran besser?

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koramora 15.05.2019, 18:30
15. @Frenchhornplayer85

Selbstverständlich ist Vielfalt besser.Aber politische Vielfalt führt oftmals zum Chaos.In Deutschland ist politische Vielfalt möglich,da die Bevölkerung weitestgehend homogen ist(noch).Das ist dem 2.WK verschuldet.Doch die Türkei ist ein sehr heterogener Staat.Große Minderheiten,welche ideologisch kaum zu einander finden.Deshalb gab es etliche Parteiverbotsverfahren.Unter anderem gegen die AKP.Die Armee putschte 4x.Staatsführer wurden gehängt und unendlich viel Leid musste das Volk erleiden,weil sich die unterschiedlichen Gruppen nicht einigen konnten.
Der Vergleich mit dem USA System ist sehr passend.Dort gibt es auch nur 2 Parteien.Keine Vielfalt in der Politik dafür aber in der Bevölkerung.So sind die Menschen gezwungen den Leistungsträgern die Stimmen zu geben anstatt ideologisch oder ethnisch/religiös zu wählen.
Man stelle sich vor die USA hatten ein Mehrparteiensystem.Die schwarzen wurden Schwarz wählen.Chinatown wäre kommunistisch,Florida würde Spanisch sprechen und Utah wäre wohl im Mittelalter.

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