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Wirtschaftsleistung: Deutschland rechnet sich Exportboom schön
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Die Deutschen sehen den Exportboom vor allem als Ausweis ihrer überlegenen Wettbewerbsfähigkeit. Doch er ist vor allem ein Zeichen der hiesigen Investitionsschwäche: Wer mehr Waren aus- als einführt, der exportiert stets auch seine eigenen Ersparnisse.

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Progressor 06.11.2013, 14:27
1. Hallo?

Die konsolidierte Leistungsbilanz der Volkswirtschaften des europischen Gemeinschaftswährungsraums ist so gut wie ausgeglichen. Es besteht ein Exportüberschussvon vernachlässigbaren 0,6 %.

Und deswegen sind die Auswirkungen der Eurolandexportüberschussländer auf die Weltwirtschaft auch nicht unerfreulich.

Der Punkt ist, dass wir mit unseren Exportüberschüssen gewisse Euroländer so benachteiligen, dass dort die Banken drohen umzukippen und _das_ würde globale Auswirkungen haben.

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mailschlucker 06.11.2013, 14:39
2. Zur mathematischen Unmöglichkeit, dass nicht alle Überschüsse erzielen können ...

... ("In Deutschland glaubt man, dass alle Länder dem deutschen Modell folgen und Überschüsse erzielen sollten - was mathematisch unmöglich ist ") sei gesagt:

Das ist wohl mehr als plump dargestellt. Meines Erachtens kann nur gemeint sein, dass andere Länder durch eine Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit uns einen Teil unserer Überschüsse wegnehmen werden, wodurch sich das Problem der deutschen Exportüberschüsse teilweise von selbst bereinigen würde.
Das heißt aber nicht implizit, dass diese anderen Länder auch Überschüsse erzielen müssen; es kann dabei auch um eine Verringerung ihrer bestehenden Außenhandelsdefizite gehen.

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Europa! 06.11.2013, 14:40
3. Dumme Frage

Zitat von sysop
Die Deutschen sehen den Exportboom vor allem als Ausweis ihrer überlegenen Wettbewerbsfähigkeit. Doch er ist vor allem ein Zeichen der hiesigen Investitionsschwäche: Wer mehr Waren aus- als einführt, der exportiert stets auch seine eigenen Ersparnisse.
Bedeuten die dauernden "Exportüberschüsse" nicht eigentlich, dass wir ständig nach draußen liefern, ohne genügend dafür zu bekommen? Wem nutzen die "Devisenreserven" der Bundesbank, wenn die fremden Währungen immer weniger wert sind?

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muellerthomas 06.11.2013, 14:44
4.

Zitat von Progressor
Die konsolidierte Leistungsbilanz der Volkswirtschaften des europischen Gemeinschaftswährungsraums ist so gut wie ausgeglichen. Es besteht ein Exportüberschussvon vernachlässigbaren 0,6 %.
Nein, in Q2 2013 waren es 2,2%, in Q1 1,1%, in Q4 2012 2,6%....

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agua 06.11.2013, 14:52
5.

Zitat von sysop
Die Deutschen sehen den Exportboom vor allem als Ausweis ihrer überlegenen Wettbewerbsfähigkeit. Doch er ist vor allem ein Zeichen der hiesigen Investitionsschwäche: Wer mehr Waren aus- als einführt, der exportiert stets auch seine eigenen Ersparnisse.
In der port. Tageszeitung "I"ist heute zu lesen,dass Portugal sich ein Beispiel an Deutschland genommen hat .Das Land hat seinen Export gesteigert,hauptsächlich wird in Nicht Euländer exportiert.Dies sagt aber nichts über die Situation der Menschen in diesem Land aus.
Ich fand diese Aufstellung,die meiner Meinung nach sehr übersichtlich ist:Portugal Exports | Actual Value | Historical Data | Forecast

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mats123 06.11.2013, 14:53
6. Stimmt so nicht

Zitat von sysop
Die Deutschen sehen den Exportboom vor allem als Ausweis ihrer überlegenen Wettbewerbsfähigkeit. Doch er ist vor allem ein Zeichen der hiesigen Investitionsschwäche: Wer mehr Waren aus- als einführt, der exportiert stets auch seine eigenen Ersparnisse.
Herr Münchau formuliert ein Problem, das es so gar nicht gibt. Niemand rechnet sich in Deutschland den Exportboom schön. Wie sollte das auch gehen? Etwa die Zahlen fälschen oder naiv meinen, dass das ein Dauerzustand sein könne?

Es wissen hier alle Unternehmen, dass es langfristig wieder zu einer ausgeglicheneren Leistungsbilanz kommen muss und wird. Aber was soll man machen, wenn deutsche Produkte derzeit so stark am Weltmarkt nachgefragt werden? Sollen wir Exportverbote verhängen? Sollen wir absichtlich schlechte Produkte bauen? Oder denkt Münchau an Exportsteuern, neue Zölle usw.? Am ehesten könnte man an den Mindestlohn und einen Abbau der EEG-Befreiungen denken, um Exporte zu verteuern; das passiert ja wohl auch demnächst.

Münchau übersieht leider auch, dass der erste Hebel, um Leistungsbilanzdefizite abzubauen, darin liegt, dass diese Länder nicht mehr so viel importieren, also nicht länger auf Pump leben, und dass sie selbst tüchtiger werden und Produkte exportfähig machen. Statt Mercedes fahren ist in Spanien und Griechenland nun eben mehr Fiat, Seat und Kia fahren angesagt. Davon stirbt keiner. Und wenn die Griechen jetzt weniger Rolex und mehr Swatch am Handgelenk tragen, wird dort auch keiner drunter leiden. Auch muss sich ja nicht jeder zehnte Grieche eine schicke Yacht im Ausland bestellen. Sowas treibt natürlich die Leistungsbilanz in die Miesen. Von den Rüstungsimporten mal ganz zu schweigen.

Dass in Südeuropa und andernorts jetzt mehr gespart werden muss, ist unvermeidlich, und dann können die von uns auch nicht mehr soviel importieren. Das Problem löst sich so von ganz allein, wenn wir wieder zu solider Fiskalpolitik und einer soliden Bankwirtschaft kommen. Spanien hat schon wieder Überschüsse, auch Griechenland.

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mats123 06.11.2013, 14:54
7. Entscheidend ist, was man mit ...

Zitat von Europa!
Bedeuten die dauernden "Exportüberschüsse" nicht eigentlich, dass wir ständig nach draußen liefern, ohne genügend dafür zu bekommen? Wem nutzen die "Devisenreserven" der Bundesbank, wenn die fremden Währungen immer weniger wert sind?
... den Exporterlösen macht. Wenn man sich dafür z.B. in New York eine Gewerbeimmobilie kauft oder bei Apple einsteigt, hat man doch durchaus einen Nutzen davon.

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Progressor 06.11.2013, 14:54
8. Nä,oder?

Zitat von muellerthomas
Nein, in Q2 2013 waren es 2,2%, in Q1 1,1%, in Q4 2012 2,6%....
Hab ich einen Knick in der Optik?

Eurostat - Tables, Graphs and Maps Interface (TGM) table

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hubie 06.11.2013, 14:59
9. Erklärung bitte

Wir geben Geld für Rohstoffe aus und bauen daraus ein Auto. Wir expotieren das Auto für mehr Geld, als wir für die Herstellung ausgegeben haben. Meinentwegen die USA bekommen das Auto, wir das Geld. Nun haben wir also mehr Geld als es vor der Herstellung des Autos der Fall war. Wo haben wir jetzt Ersparnisse exportiert? Kann ja sein, dass ich hier etwas übersehe, aber dieses BWL oder Marktwirtschafts-BlaBla, einfache Sachverhalte in kompizierten Phrasen zu verpacken um sein Studium zu rechtfertigen, verstehe ich nicht.

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