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Wirtschaftsmacht Deutschland: Studie entzaubert Hartz-Mythos
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Das deutsche Jobwunder machte die Hartz-Reformen zum Vorbild für die Krisenländer Europas. Eine neue Studie räumt mit diesem Mythos auf: Nicht die Agenda 2010 hätte Deutschland zum ökonomischen Superstar gemacht, sondern die Unabhängigkeit der Betriebe und der Gewerkschaften vom Staat.

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grover01 02.02.2014, 13:45
60.

Zitat von ruedigerguenter
Ich stimme ihnen zu.. Bei Studien muss allerdings immer danach gefragt werden wer die Studie finanziert hat. Meiner Ansicht nach sind die Kräfte der freien Wirtschaft unverzichtbar. Allerdings muss es immer einen gesetzlichen Rahmen geben um die rücksichtslose Gier des Einzelnen und die Macht des Geldes zu zügeln.
Es sind Gesetze nötig, die die Freiheit und das Eigentum das Einzelnen schützen. Vor Diebstahl, aber auch vor staatlichem Zugriff. Je mehr Macht man dem Staat zugesteht (Umzuverteilen, zu regulieren, etc) desto mehr Macht werden die Reichsten der Reichen haben, denn letztendlich schreiben sie die Gesetze.

Der beste Schutz für den kleinen Mann vor den Großen ist daher ein Staat der sich nur auf die grundlegendsten Dinge beschränkt (also Schutz der Bürger und ihres Eigentums), und der per Verfassung keine weiteren Befugnisse hat.

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benny_na_lievo 02.02.2014, 13:45
61.

Die Studie ist eine Nebelkerze, denn sie betrachtet Deutschland wie den Nabel eines Wirtschaftsraumes. Man muss das Ganze sehen, nicht nur Deutschland. Letztlich weist sie nach, dass in Deutschland Verhältnisse herrschen, die systematisch ein Sinken der Reallöhne ermoglichte, auf Kosten von beispielsweise Frankreich, wo die Löhne mit der Produktivität stiegen (wo man es also richtig machte). Deutschland konnte dann günstig exportieren zulasten der anderen Staaten Europas, denen es nicht so schlecht ginge, hätte man in Deutschland auch auf die Nachfrage im eigenen Land, eben über gerechte Löhne geachtet. Die Nachfrage aus dem Ausland konnte nur kreditfinanziert sein, und da Deutschland durch den Außenhandelsüberschuss auch einen Geldüberschuss hat, saßen viele faule Kredite in Deutschland, allem voran bei den Versicherungen, die staatlich subventionierte Lebensversicherungen halten, und das Geld sicher und gewinnträchtig anlegen mussten. Hartz hat es vielleicht nicht verursacht, aber unterstützt. Die so selig machende Unabhängigkeit der Tarifpartner vom Staat ist also für die Euromisere mit verantwortoich und somit Teil des Problems in Europa.

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Utx 02.02.2014, 13:45
62.

Zitat von TomRohwer
... Wie in Griechenland...
Eben nicht. Die Studie, um die es hier geht, sagt, dass Hartz nichts dazu beigetragen hat, dass es Deutschland nicht so geht, wie Griechenland. Artikel nicht gelesen?

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EvaBaum 02.02.2014, 13:46
63. Anti Mindestlohn Kampangne

bereits beim Lesen der Überschriften auf der Startseite war mir klar, dass sich diese Studie gegen den Mindestlohn wendet. Nichts anderes als Lobbyarbeit für Neoloiberale Ideen....

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bürger_dieses_landes 02.02.2014, 13:46
64. Seit tausenden von Jahren in der Natur der Sache

Menschen (des Volkes) beinflussen Menschen (der Politik), es stellt sich lediglich die Frage, gewinnen die Altruisten, oder die Lobbyisten.

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troubador 02.02.2014, 13:47
65. Hartz IV- ein Rückfall in den Frühkapitalismus

Die Hartz-Gesetze sind ein Rückfall in den Frühkapitalismus des 19. Jahrhunderts, zur Ausbeutung von Arbeitskräften.
Der ganze Billiglohnsekor, durch die Hartz -Gesetze erst möglich, führt zur Versklavung der Arbeitnehmer und das hat sich rasant fortenwickelt. Besonders hirnsissig ist, dass Menschen, obwohl voll berufstätig, nicht von ihrer Arbeit leben können und ihren Lohn mit staatlichen Geldern aufstocken müssen!
Welcher Wahnsinnige hat sich bloß so etwas ausgedacht. Mit sozialer !!! Markwirtschaft hat das ja nun wirklich nicht mehr zu tun! ... und darauf sind Teile der SPD auch noch stolz? Unglaublich!

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chrisgoebel 02.02.2014, 13:48
66. Und wieder

eine "wissenschaftlich fundierte"Sau ,die durch das Dorf getrieben wird.Es kann doch nicht sein,das Lohndumping Salonfähig wird und Aktionäre sich weiter die Taschen füllen.

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grover01 02.02.2014, 13:51
67.

Zitat von Lord Nerof
Sieg des Kapitalismus... geht wieder einmal mehr über den Menschen. Welches Elend müssen Wir alle noch ertragen, bis diese Gesellschaftsform endlich abdankt. o nomen dulce libertatis.
Zugunsten von Sozialismus etwa? Ich fürchte wir sind schon auf dem Weg dorthin, wenn man sich mal die Struktur und das Demokratieverständnis der EU anschaut. Aber besser wird es uns dadurch sicher nicht gehen.

Mal abgesehen von einigen Parteisoldaten und Sadisten, die Spaß daran haben ihre Mitmenschen zu schikanieren, zu denunzieren und zu kontrollieren.

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Spiegelkritikus 02.02.2014, 13:53
68. Neoliberales Paphlet

Zitat von sysop
Das deutsche Jobwunder machte die Hartz-Reformen zum Vorbild für die Krisenländer Europas. Eine neue Studie räumt mit diesem Mythos auf: Nicht die Agenda 2010 hätte Deutschland zum ökonomischen Superstar gemacht, sondern die Unabhängigkeit der Betriebe und der Gewerkschaften vom Staat.
Was hier als "Unabhängigkeit der Betriebe und Gewerkschaften vom Staat" gepriesen wird, ist nichts anderes als die Unterordnung des deutschen Staates unter Wirtschafts- und Profitinteressen, die mit Schröders neolineraler Wende eine neue Dimension erreichte. Der Produktions- und Exportboom beschert den Wirtschafts- und Finanzeliten horrende Gewinne, während viele Millionen Arbeitnehmer unter prekären Bedingungen arbeiten und leben. Aber das interessiert die Autoren dieser Studie nicht.

Ein weiterer wichtiger Grund für den hohen Export liegt darin, dass unsere südlichen Nachbarn in der Eurozone auf Pump einkaufen können, was von der EZB abgesegnet und organisiert ist. Die gigantischen Target2-Schulden der Südländer belegen das eindrucksvoll. Würde ein südliches Land aus der Eurozone ausscheren, müssten diese Forderungen endgültig abgeschrieben werden, jedoch nicht zu Lasten der prfoitierenden Exportfirmen, sondern unserer Bürger und Steuerzahler. Auch hier zeigt sich die "segensreiche" Unabhängigkeit der Industrie vom Staat.

Neben den jahrelangen konsequenten Lohndumping, ermöglicht auch durch zahnlose, sekundierende Gewerkschaften, haben die Arbeitsmarktreformen selbstverstänlich eine grosse Bedeutung für den heutigen Zustand von Wirtschaft und Gesellschaft. Der Abbau von AN-Rechten, die Flexibilisierung der Arbeit sowie Hartz4 als Disziplinierungs- und Abschreckungsinstrument für die Werktätigen hat die heutige Schieflage in dieser Gesellschaft erst ermöglicht. Die Produktivitätsgewinne fliessen überwigend in die Taschen von Unternehmern, Managern und Aktionären. Kein Wunder, dass die Zahl der Millionäre unter dieser Klientel regelrecht explodiert ist. Das Pendant ist die Expplosion der prekären Arbeitsverhältnisse, unter denen immer mehr Bürger leiden.

Wer anderen Staaten dieses Modell anpreist, ist entweder Profiteur oder Zyniker!

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paris75001 02.02.2014, 13:54
69. Keine Ahnung haben viele

Leute, Ihr tut so, als wüsstet Ihr, wie toll der Mindestlohn in Frankreich ist. Träumt weiter. Ihr werdet noch merken, wie gerade die Ungebildeten dank Mindestlohn auf der Strasse hängen werden. Aber so läuft linke Politik.

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