Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsnobelpreis für Armutsforscher: Radikale Realisten
imago images/Hindustan Times ; EPA/J.L. CEREIJIDO/DPA ; HARVARD UNIVERSITY/JON CHASE

Der Wirtschaftsnobelpreis ging meist an Schöpfer komplexer Theorien. Nun werden Verfechter einer extremen Methode geehrt: Im Kampf gegen die Armut setzen sie auf Experimente in Entwicklungsländern. Funktioniert das?

Seite 1 von 3
marthaimschnee 14.10.2019, 20:36
1. na das ist ja ganz reizend

nun zeichnen wir also schon Leute aus, die nachweisen daß die theoretischen Modelle größtenteils nicht funktionieren, weil sie ganz einfach völlig auf unrealistischen Annahmen basieren. Und währenddessen praktizieren in der "ersten Welt" die Politiker weiterhin mit aller Härte völlig absurde Modelle, wie die Angebotstheorie (nach der alle nur so billig wie möglich möglichst viel produzieren und exportieren müßten und Absatz irrelevant ist bzw sich von selber einstellt) oder "Trickle Down" (nach der genügend Krümel nach unten fallen, wenn man die oben nur tüchtig mit Kuchen vollstopft) und richten damit den Planeten zugrunde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PMischnik 14.10.2019, 20:51
2. Soziologie?

Wird da gerade das Rad zum zweiten Mal erfunden? Oder passen die Ergebnisse aus Soziologie und Biologie nicht zum Menschenbild der Wirtschaftswissenschaft und wird jetzt passend gemacht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freigeistiger 14.10.2019, 21:04
3. Gute Herangehensweise

Es wird nicht auf der Grundlage von Ausgedachtem, sich Überlegtem, gehandelt, sondern von Wissen. Die Ergebnisse sind aus dem Wissen der Psychologie, bzw. Psychiatrie, erklärbar. Die Wirtschaftslehre hat von Philosophie auf Wissen umgeschaltet bei den drei Preisträgern. Sie haben für die neue Methodik den Preis vollkommen zu Recht bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierter Laie 14.10.2019, 21:15
4. verständlich...

dass diese Form der Experimente und vor allem die zugrundeliegenden Hypothesen kritisiert werden. Die anderen folgen nämlich einem anderen Extrem, indem sie Armut dogmatisch als alleinige Folge der Umstände betrachten. Das ist zwar schmeichelhaft aber nicht hilfreich. Anders ist ja nicht zu erklären, warum einige Menschen den Absprung selbst ohne Hilfe und unter widrigsten Umständen schaffen, andere hingegen selbst unter weitaus besseren arm bleiben oder in Armut abstürzen. Das Ergebnis sieht man bei uns auch. Solange man die Mitverantwortung der Betroffenen verleugnet, wird es für viele keine Lösung geben. Ganz ähnlich zum Experiment mit dem Dünger: Bei der alten Sozialhilfe wurde die Miete immer direkt vom Amt bezahlt. Mietrückstände und Räumungsklagen gab es nicht. Die kamen erst, als man die Miete an die Betroffenen ausgezahlt hat. Die alte Regel mag zwar als Bevormundung empfunden worden sein, aber vielleicht offenbar löst sie ein Problem, das einige Betroffene haben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prologo 14.10.2019, 21:55
5. Die Wirtschaftsweisen Herren haben begriffen, worum es geht.

Die ganzen Klug Schreiber hier im Forum offensichtlich nicht.
Armut ist das Problem der Zukunft. Und dafür brauchen wir Lösungen.
Dieser Nobelpreis ist eine ganz kluge Entscheidung.
Ich freue mich darüber sehr, obwohl ich nicht arm bin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bojenberg 14.10.2019, 21:56
6. Warum?

Es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis! Das ist ein reiner Bankenpreis der nach Nobels Tod eingeführt wurde! Himmelherrgott! Hört auf mit der Verarsche des Lesers und eurem Kotau vor dem Wirtschaftsliberalismus in dem Ihr diesen selbstherrlichen Preis feiert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lustigerseth 14.10.2019, 22:13
7. Klingt gut

In den Naturwissenschaften kam der Durchbruch auch erst mit der Ablösung von der Philosophie, die zu sehr auf scheinbar sichere und offensichtliche Prämissen aufbaute und damit keine Möglichkeit für die kleinen schrittweisen Verbesserungen und Überprüfungen im Experiment hatte, die die Naturwissenschaften auszeichnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pmhausen 15.10.2019, 23:10
8. Es gibt keinen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Der Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wird von der Schwedischen Reichsbank verliehen. Alfred Nobel hat Preise ausschließlich für die Gebiete gestiftet, die seiner Meinung nach zum Fortschritt der Menschheit beitragen. Ich stimme ihm da voll und ganz zu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freigeistiger 15.10.2019, 23:10
9. Neue Methodik

„Dieses Vorgehen liefert teils bemerkenswerte Ergebnisse: So erreichen Schulen in Afrika bessere Lernergebnisse, die Schüler nicht nach Alter in Klassen einteilen, sondern nach dem Wissensstand.“
Es belegt, dass das Umfeld den größten prägenden Einfluss hat. Das lässt sich auch auf Inklusion oder Interventionen wie Therapien anwenden. Belastendes Umfeld wie verhaltensauffällige Schüler bremsen die anderen Schüler, Bei Therapien ist es ähnlich. Therapien oder andere Interventionen sind überbewertet. Ein gutes förderliches Umfeld ist prägender. Übrigens ist es das, was Bildungsfamilien ausmacht. Nicht das Einkommen oder der akademische Grad, sondern Bildung, die Familienkultur. Weniger Glauben, politische Korrektheit und Ideologie. Mehr Wissen. Das ist das Fazit aus den Arbeiten der drei Wissenschaftler.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3