Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsnobelpreis für Armutsforscher: Radikale Realisten
imago images/Hindustan Times ; EPA/J.L. CEREIJIDO/DPA ; HARVARD UNIVERSITY/JON CHASE

Der Wirtschaftsnobelpreis ging meist an Schöpfer komplexer Theorien. Nun werden Verfechter einer extremen Methode geehrt: Im Kampf gegen die Armut setzen sie auf Experimente in Entwicklungsländern. Funktioniert das?

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power.piefke 15.10.2019, 23:11
10. Nobel würde sich in Grab umdrehen...

... wenn er wüsste, dass sein Name für einen Ökonomiepreis herhalten muss. Einen Wirtschaftsnobelpreis gibt es nicht. Einen komischen Nobel-Gedächtnispreis der Nationalbank, den gibt es und den haben die bekommen.

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mockhd 15.10.2019, 23:13
11. Endlich

In der Tat haben die drei den richtigen Ansatz gefunden, der in der Verhaltensökonomie seit fast 30 (!) Jahren zum Standard geworden ist. Nachzulesen auch für Nichtfachleute z.B. bei David Kahnemann: "Schnelles Denken, Langsames Denken" , Dan Ariely: "Denken hilft zwar, nützt aber nichts" oder "Fühlen nützt nichts, hilft aber".

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World goes crazy 15.10.2019, 23:35
12. Das ist kein Nobelpreis

Bitte bitte...der "Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften" ist KEIN RICHTIGER Nobelpreis. Nur ein gleichtzeitig vergebener Preis der Schwedischen Reichsbank. Nobel hat absichtlich darauf bestanden nur Menschen auszuzeichnen, die in SINNVOLLEN Themengebieten die Menschheit voranbringen konnten. Deswegen gibt es keinen Wirtschafts-"Nobelpreis" und auch keinen für Mathe ;) Ich denke mal Alfred Nobel wird von Bankern, Wirschaftswissenschaftlern und Co. nicht viel gehalten haben / ihnen kaum einen gesellschaftlichen Nutzen zugeschrieben haben. Der Preis ist genauso wenig ein Nobelpreis wie Fleischkäse Käse, Trump der beste Präsident aller Zeiten und Kölsch echtes Bier -.-

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quams 15.10.2019, 00:37
13. In der Klemme

Hm, da bin ich jetzt etwas in der Klemme.
Aber ganz am Anfang das wichtigste:
Liebe SPIEGEL Redaktion:
ES GIBT KEINEN WIRTSCHAFTSNOBELPREIS!

Dieser Preis hat mit Nobel und der Idee des Nobelpreises etwa so viel zu tun wie olympisches Segeln und das Wettschießen von Oberammergau: Bei beidem stehen am Ende Leute auf Treppchen und bekommen Zeugs um den Hals gehängt. Alfred Nobel wollte die Wissenschaft fördern und hat ganz klar erkannt, dass die Wirtschaftswissenschaften viel sind, aber mit Sicherheit keine Wissenschaft (der hat sogar die Mathematik übersehen, steht aber auf einem anderen Blatt).

Zu einer Zeit in der einer der größten Lügner der Geschichte eine der größten Volkswirtschaften der Welt leitet, kann die korrekte Benennung des Preises vielleicht aus dem Schatten eines Nebensatzes im Text in den Titel des Artikels wandern. Aber immerhin haben Sie den Nebensatz.

Trotzdem bin ich froh, dass der Preis dieses Jahr tatsächlich an eine Reihe von Leuten geht, die angewandte Wissenschaft betreiben und sich nicht einfach irgendwelche Gebilde ausdenken, deren Umsetzung dann 99% der Weltbevölkerung in bittere Armut treiben während 1% extrem reich werden.

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Geopolitik 15.10.2019, 01:09
14. Bravo!

Eine Auszeichnung für den gesunden Menschenverstand in der Entwicklungszusammenarbeit. Ob dies nun Preiswürdig war kann man so oder so sehen. Hoffentlich gibt es jedoch etwas Publizität um gegen das blutend Herzentum von ‘einfach Geld geben und es klappt’ des Jeffrey Sachs und der politisch korrekten Entwicklungshelfer Sippe anzukommen.

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out_of_chicago 15.10.2019, 01:14
15. # 6 bojenberg ... Meine Güte...

„Wirtschaftsnobelpreis“ ist halt eine mehr umgangssprachliche Verkürzung, weiter unten in Artikel wird der Preis dann korrekt genannt. Sie hätten nur ein bisschen weiter lesen müssen. „Verarscht“ werden nur diejenigen, die lediglich die Überschrift lesen und dann gleich meckern müssen. Und hätten Sie z.B „Poor Economics“ gelesen, oder wenigstens den ganzen Bericht, dann wüssten Sie auch dass die drei Preisträger alles mögliche sind, Wirtschaftsliberale eher weniger.

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Horst Scharrn 15.10.2019, 02:08
16.

Armut ließe sich weltweit ganz einfach bekämpfen. Überall und in jedem Land der Welt.
Jedes Land führt eine Vermögenssteuer in Höhe von 5% ein und verteilt das Geld gleichmäßig auf die ärmsten Einwohner des Staates.

Für Deutschland sähe das z.b. so aus
Die unteren 50% haben gar kein Vermögen.
Das obere 1/3 besitzt 2/3 des Gesamtvermögens und die oberen 10% besitzen 1/3 des Gesamtvermögens.
Mit Vermögen ist hier Barvermögen gemeint, also keine Fabriken, Immobilien usw.

Das Barvermögen in Deutschland beträgt ungefähr 6 Billionen Euro. Sind pro Person ca. 75.000 bei angenommenen 80 Millionen einwohnern.

Jetzt machen wir eine Vermögenssteuer in Höhe von 5%, die die reichsten 10% trifft, die ein drittel des Vermögens haben. Also 6 Billionen durch 3 sind wir bei 2 Billionen Euro und davon dann 5% Vermögenssteuer, dann sind wir bei 100 Milliarden Euro im Jahr an Einnahmen nur durch die Vermögenssteuer.
Und das verteilen wir jetzt pro Jahr auf alle Leute die kein Vermögen haben, also auf die unteren 50%, auf 40 Millionen Leute. Allein schon bei dieser gewaltigen Zahl würde jeder 2500 Euro pro Jahr bekommen.
Natürlich sind 50% der Gesellschaft nicht von Armut bedroht und bedürftig, sagen wir mal es sind 20%, also 16 Millionen Leute.
Unter denen verteilen wir jetzt die Vermögenssteuer, das wären pro Kopf 6250 Euro im Jahr. Das ist fast ein halber Jahreslohn für Leute die zum Mindestlohn arbeiten. Und die Leute geben das Geld dann ja wieder aus, wovon wiederum die Wirtschaft profitieren würde. Vielleicht könnten die Leute sogar eine kleine Altersvorsorge damit aufbauen.

Und das würde in allen Ländern der Welt funktionieren, wenn man die reichsten der Reichen richtig besteuern würde und das Geld an die Armen verteilt.

Es gäbe übrigens einen noch lustigeren Ansatz. Man macht eine 10% Vermögenssteuer und verteilt das Geld dann auf die gesamte Bevölkerung.

Jeder Deutsche würde im Jahr dadurch 7500 Euro bekommen, d.h. für alle die weniger als 75.000 Euro auf dem Konto haben, also für die große Mehrheit der Einwohner würde sich das lohnen.

Mit dieser simplen Maßnahme könnte man weltweit die Armut in den Griff bekommen und gleichzeitig übrigens auchnoch die Staatsverschuldung aller Länder in den Griff bekommen, wenn man z.b. die Hälfte der Vermögenssteuer erstmal dazu benutzt Staatsschulden zurückzuzahlen und danach das Geld dann verteilt.

Es gibt nur ein Problem dabei, nämlich dass die Superreichen dabei etwas weniger schnell noch reicher würden. Für so ungefähr 80-90% der Gesellschaft würde sich sowas lohnen, aber da die Superreichen soviel Macht und Einfluss angehäuft haben wird das leider nix und die Masse der Bevölkerung bleibt arm.

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bommipit 15.10.2019, 05:52
17. Die

Entwicklungshilfe die heute gezahlt wird verfehlt in den Ländern fast ohne Wirkung.
Gerade in Afrika bedienen sich die falschen Leute daran und leben sehr gut damit.
Und Mal ehrlich,die entwickelten Länder sind nicht daran interessiert das es sich bessert. Wäre dann ja eine Konkurrenz.
Sicher muss man helfen,aber nicht mit der Gießkanne. Und mal nebenbei bemerkt,dumme und arme Menschen kann man führen, aufgeklärte Menschen nicht. Deshalb hat auch die Kirche heute in den aufgeklärten Ländern keine Macht mehr.

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joomee 15.10.2019, 08:20
18. Stimmt nicht ganz

Zitat von prologo
Die ganzen Klug Schreiber hier im Forum offensichtlich nicht. Armut ist das Problem der Zukunft. Und dafür brauchen wir Lösungen. Dieser Nobelpreis ist eine ganz kluge Entscheidung. Ich freue mich darüber sehr, obwohl ich nicht arm bin.
Stimmt nicht ganz.

Weltweit gesehen geht die Zahl der Armen seit Jahrzehnten stetig zurück. Genauso wie zum Beispiel die Kindersterblichkeit in der dritten Welt.

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joomee 15.10.2019, 08:38
19. Enteignung

Mit diesen Steuer würden Sie die Vermögenden innerhalb einem Jahrzehnt um rund die Hälfte enteignen.

Und wohl auch teilweise die Lethargie unter den Ärmsten fördern.

Und unter Ihren Ärmsten befinden sich jede Menge Studenten oder Auszubildende, bzw. generell junge Menschen, die naturgemäß wenig Vermögen haben.

Im Übrigen wird jeder Bedürftige in Deutschland bereits unterstützt und erhält Miete, Nebenkosten, Bargeld, Krankenversicherung, GEZ-Gebühren etc.

Bei einem alleinstehenden in einer größeren Stadt kommen da schnell 1.200 - 1.500 Euro Gegenwert zusammen. Und das bekommt man auch wenn man faul, dumm, dreist, kriminell ist - oder auch alles zusammen. Und das ist auch richtig so.

Mal abgesehen, dass zu den reichsten 10% zig Millionen ganz normale Menschen gehören, die ein paar hunderttausend Euro besitzen. z.B. Selbstständige, die privat vorsorgen müssen. Auch die würden Sie enteignen.

Denken Sie nochmal nach...

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