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Wirtschaftsprogramm: So unsozial ist die AfD
DPA

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat vor allem bei Arbeitern und Arbeitslosen Erfolg. Dabei will die Partei die Arbeitslosenversicherung privatisieren und Steuern für Reiche senken.

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singpat 14.03.2016, 20:46
70.

Ich werde nie verstehen, warum Menschen in prekaeren Verhaeltnissen Parteien waehlen, die ihre Interessen am Schlechtesten vertreten. Scheint aber ein globales Problem zu sein: Trump/NeoCons in den USA und Putin in Russland sind ja auch gerade bei dieser Klientel besonders beliebt.

Scheinbar scharrt man sich, wenn man wenig hat, gerne um die mit der groessten Klappe.

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Andreas Rolfes 14.03.2016, 20:47
71. Bessere Ideen? Bitte!

Zitat von
Aber wenigstens gibt es noch ALG II. Geht es nach der AfD, darf das dann jeder selber machen und außerdem -tata - möchte die AfD natürlich auch den Mindestlohn abschaffen.
Vielleicht wissen Sie ja mehr aus der AfD als ich, aber daß sich die AfD gegen eine Grundsicherung ausspricht wäre ja mal was ganz neues. Haben Sie dazu irgendwo 'ne Quelle? Mindestlohn ist dabei nochmal gesondert zu betrachten. Ich halte ihn - wie sie sich sicher denken können - für den falschen Weg, aber gut. Für Sie ließe sich da sicher auch eine staatliche Lösung finden. ;)
Für die Gewerbesteuer finden wir notfalls schon einen tollen Ersatz: Politiker sind doch immer kreativ, wenn's darum geht - ich sag nur Schaumweinsteuer und Kriegsflotte... ^^ Aber mal im Ernst: natürlich ist "der Kapitalismus" nicht perfekt, aber was wäre die Alternative für Deutschland oder ein Vorbild als WIrtschafsmodell? China? Kuba? Nordkorea? Daher frei nach Churchill: "Der Kapitalismus ist die schlechteste aller Wirtschaftsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

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sabato.74 14.03.2016, 20:47
72. Eklige Elite

Hallo!? Einen solchen Artikel hätte man vielleicht mal vor den Wahlen bringen können!?

Die AfD ist ein konservatives Elitenprojekt vor dem Herrn. Dass Arbeitslose für diese Partei stimmen, ist der blanke Hohn. Ich glaube aber, die Leute werden das ziemlich schnell kapieren. Ich hoffe, wirklich dass sich die AfD jetzt ziemlich schnell selbst zerlegt, wo sie Inhalte präsentieren muss. Das ganze sollte bitte möglichst rasch und klanglos gehen, damit es für einzelne Bundesländer und ganz Deutschland nicht allzu peinlich wird.

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Calimero67 14.03.2016, 20:49
73.

Zitat von kopi4
Die AfD weiß ganz genau wer ihre Wähler sind. Und dann ein solches Parteiprogramm? Da paßt ja Brecht wie die Faust aufs Auge: die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.
Ich habe den Eindruck, dass viele, die diese Partei gewählt haben tatsächlich blind vor Wut sind.

Der Hass gegen Ausländer spielt so eine dominante Rolle, dass er sogar die ureigensten Interessen in den Hintergrund treten lässt.
Selbst wenn man beruflich und wirtschaftlich gescheitert ist oder auch sonst nichts auf die Reihe bringt, kann eine nationalistische Einstellung das Identitäts- und Selbstwertgefühl stärken. Erst recht, wenn man einen Verursacher (Flüchtling oder Regierung) für die vielen Probleme gefunden hat.

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citizen_k 14.03.2016, 20:52
74. Zusammengefasst: eine Art Agenda 2020

Zitat aus dem Artikel: "Zusammengefasst: Der Entwurf für das Parteiprogramm der AfD zeigt, was die Partei in der Wirtschaftspolitik machen möchte: Wichtige Säulen der Sozialversicherung privatisieren, die Staatsfinanzierung entsolidarisieren und die Steuern für Reiche senken. Das würde ausgerechnet den Menschen schaden, die die Partei besonders häufig wählen: Arbeiter und Arbeitslose in Ostdeutschland."
Man stelle sich vor, 2003 hätte es eine vergleichbare Flüchtlingskrise gegeben und folgendes Wahlprogramm einer im Entstehen begriffenen Partei wäre lanciert worden:
>1. Einführung einer Beliebigkeitsformel zur schleichenden Senkung der Renten auf/unter Grundsicherungsniveau und Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bei gleichzeitiger Einführung einer privaten Rentenversicherung mit windigen Versprechungen; 2. Festschreibung des Arbeitgeberanteils der Krankenversicherung; 3. Senkung des Spitzensteuersatzes von 53 auf 42 Prozent und die gewollte Möglichkeit der Konzerne, Gewinne und Verluste nach dem steuerlichen Günstigkeitprinzip international zu verschieben; 4. Änderungen der Leiharbeit zu Bedingungen, bei denen anfänglich die Sittenwidrigkeit von ZweiEuroFünzig-Löhnen nur über Gerichtsverfahren festgestellt werden konnten und Schaffung von Arbeitssektoren, die sich in der Hand von Quasikartellen der Zeitarbeitsbranche befinden.<
Den Arbeitnehmern wäre wohl die Agenda 2010 erspart geblieben. Übrigens ist das "Privat-vor-Staat-Credo" eine Gemeinsamkeit, die die AfD mit fast allen im Bundestag vertretenen Parteien teilt.
Vorsorglicher Hinweis: ich würde nie die AfD wählen, sehe aber keine moralisches Verbot, die Agenda-SPD ebensowenig zu wählen.

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darthmax 14.03.2016, 21:02
75. Nachlese

Die AfD hat die Wahl gewonnen und wird jetzt abgestraft.
as Volk hat falsch gewählt und was sonst noch so zu hören war.
Geht´s noch, ich dachte wir leben in einer Demokratie, die Willensbildung erfolgt in den Parteien, die darum auch mit Steuergeldern gefördert werden.
Scheint aber mit der Willensbildung in den Parteien vorbei zu sein sondern mehr von Bestimmung durch den Parteivorsitz.

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cave68 14.03.2016, 21:03
76.

Zitat von Calimero67
Ich habe den Eindruck, dass viele, die diese Partei gewählt haben tatsächlich blind vor Wut sind. Der Hass gegen Ausländer spielt so eine dominante Rolle, dass er sogar die ureigensten Interessen in den Hintergrund treten lässt. Selbst wenn man beruflich und wirtschaftlich gescheitert ist oder auch sonst nichts auf die Reihe bringt, kann eine nationalistische Einstellung das Identitäts- und Selbstwertgefühl stärken. Erst recht, wenn man einen Verursacher (Flüchtling oder Regierung) für die vielen Probleme gefunden hat.
ich glaube noch nicht mal dass es primär nur um Ausländerhass geht...da sind viele generell Frustrierte dabei,die gegen alles mögliche wettern...und die,wie sie es sagen,am Besten mal vor der eigenen Türe kehren sollten,ob sie nicht selbst für ihre Unzufriedenheit verantwortlich sind.

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knuty 14.03.2016, 21:04
77.

Zitat von my50cents63
Unsozial ist eine Gesamtsteuerquote von ca. 70% für einen durchschnittlichen Lohnempfänger. Unsozial sind eine stetige massive Inflationierung des Geldes (Stichwort QE), Staatsschulden und Subventionierungen von unrentablen Betrieben. Unsozial sind steuerfinanzierte Schulen und Universitäten wo der Arbeiter und die Angestellte den Söhnen und Töchtern reicher Beamter (also Steuerkonsumenten) ein Endlosstudium ermöglichen dürfen. Was soll jedoch an Steuersenkungen speziell für untere und mittlere Einkommen aber auch für die Wirtschaft falsch sein? Jeder Euro der nicht an den Staat geht ist ein guter Euro und kann sinnvoll investiert oder angespart werden. Was für ein blödsinn der Staat mit dem Geld macht, hat er in den letzten 50 Jahren oft genug bewiesen. Anstatt Fussgänger-und Fahrradbeauftragen, Bankenrettungspakete, exorbitant hohen Diäten für viel zu viel Politiker und viel zu viel Beamten soll das Geld bei den rechtmässigen Eigentümern bleiben, bei denen die es erwirtschaftet haben. Das ist Sozial! Und zu Privatversicherungen: 1. Der sogenannte AG Anteil ist ein Lohnbestandteil, er tauch halt nie auf einem Gehaltszettel auf, trotzdem muss er von den AN erwirtschaftet werden. Gebt das Geld den AN und lasst sie selbst entscheiden. 2. Ein einfaches Beispiel einer möglichen freiwilligen Versicherung: z.B. Gewerkschaften bieten eine Absicherung an. Jeder zahlt z.B. 53€ (3€ Verwaltung, 50€ in Versicherung) pro Monat. Dafür können jeweils 5% der Versicherten bis max. 5Jahre 800€/Monat bzw. bis zu 4J 1000€/Monat an Leistung erthalten. Besser & billiger als das ALG. Und Bedingunslos! Die ganzen staatlichen "Sicherungssysteme" sind extrem teuer mit einem katastophalen Preis/Leistungsverhältnis. Bsp. KV. Ich habe hier in der Schweiz eine private Basisversicherung, für die bezahle ich 245Fr/Monat. In DE habe ich zuletzt ca. 600€+Pflegeversicherung für in etwa die gleiche Leistung bezahlt.
Für die 70% Steuern auf ein durchschnittliches Gehalt hätte ich gerne einen bealstbaren Beleg von Ihnen.

Ist klar, Schul- und Studiengebühren können Kinder und Eltern aus unteren Einkommensschichten natürlich viel eher aufbringen als reiche Beamte.

Das Programm der AfD sieht allerdings gar keine Steuersenkungen für unteres Einkommen vor.

Und Sie übersehen völlig, dass die sozialen Abgaben gar nicht an den Staat gehen, sondern in die unterschiedlichen Sozialkassen. Der Staat hat da keinen dirkten Zugriff und keine Mittel entnehmen und die dann für andere Zwecke einsetzen.


Eine private Krankenversicherung können Sie auch in Deutschland abschließen. Wenn allerdings mehr als nur eine Basisabsicherung haben wollen, zahlen Sie höhere Beiträge. Und wenn Sie über 50 sind auch. Und wenn Sie verheiratet sind auch. Und wenn Sie Vorerkrankungen haben auch, wenn Sie dann überhaupt noch privat versichert werden.

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112211 14.03.2016, 21:04
78.

Zitat von Indigo76
Eine Woche zu spät
Fast ganz meine Meinung: 2 Tage zu spät.

Allerdings kam der Absturz der Piraten erst nach der Wahl, warten wir ab.

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fred.feuerstein 14.03.2016, 21:08
79.

Zitat von knuty
Alle Oppositionsparteien sind gegen TTIP und Teile der regierenden Parteien auch.
.. etwas scheint mit der 'Demokratie' nicht zu stimmen ;)

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