Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsweise zur Eurokrise: Der Markt soll's richten
DPA

Könnte ein gemeinsamer Finanzminister künftige Eurokrisen verhindern? Die Wirtschaftsweisen wollen lieber auf die Kontrolle durch die umstrittenen Finanzmärkte vertrauen. Das findet Mitglied Peter Bofinger allerdings paradox.

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hubertrudnick1 28.07.2015, 18:37
90. Einfach toll

Der Markt regel es schon, eine tolle Erkenntnis, die die Welt schon oft viel Kaos gebracht hatte.

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luny 28.07.2015, 18:38
91. Märkte außer Kraft gesetzt

Zitat von muunoy
Unterlägen Banken marktwirtschaftlichen Bedingungen, d. h., gäbe es nicht diese unglückliche Verquickung zwischen sozialistischen Ländern wie Deutschland und seinen Banken, hätten wir die Banken nicht retten müssen. Auch wäre Griechenland nach dem ersten Zahlungsausfall für die privaten Gläubiger pleite gewesen und wir müssten nicht ständig Hilfsgelder überweisen. O. k., es wäre für die sozialistischen Länder der Euro-Zone dann ungleich schwieriger, sich überhaupt zu verschulden, weil man denen Geld nur noch gegen hohe Zinszahlungen leihen würden. Aber das sehe ich eher positiv. Nein, die sozialistische Umverteilungs-EU führt dazu, wohin Sozialismus immer führt: Alle sind gleich arm bis auf eine kleine "Elite".
Hallo Muunoy,

Ihrer Argumentation folge ich.

Den Satz: "Gewinne werden privatisiert, Verluste
sozialisiert", dürfte es überhaupt nicht geben, wenn
denn die sogenannten "Märkte" alles prima regeln
würden.

Dann müßten die Verluste eben auch privatisiert und
nicht dem gemeinen Steuerzahler aufgebürdet werden.

De facto herrscht ein Bankensozialismus. Die Banken
wurden für "systemrelevant" erklärt, es wurde "gerettet",
was das Zeug hielt. "Gerettet" wurden die Gewinne der
Reichen und deren Kapital.

Während die Reichen immer reichen werden, werden
die Armen immer ärmer, die Mittelschicht bricht immer
mehr ein.

Die soziale Marktwirtschaft hatte als Ziel, einen Aus-
gleich zwischen den gesellschaftlichen Schichten zu
schaffen.

Dieses Ziel wurde leichtfertig aufgegeben, um dem
Goldenen Kalb, dem EUR, zu dienen und zu huldigen.

LUNY

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pom_muc 28.07.2015, 18:42
92.

Zitat von localpatriot
Das griechische Volk ist in hauptsächlich wegen dem Euro in der heutigen Situation...
Es wird nicht besser wenn man sich ständig in die Tasche lügt...

"1981 kam der Sozialist Andreas Papandreou an die Macht. Er sprach sich zunächst gegen eine Mitgliedschaft in der EG aus. Papandreou erkannte aber schnell die Vorzüge der EG als lukrative Geldquelle. Vor allem mit den Überweisungen aus Brüssel finanzierte Papandreou in den 80er-Jahren seine sozialen Wohltaten - und mit immer neuen Krediten. Nach Angaben der EU-Kommission erhielt Griechenland zwischen 1981 und 2006 rund 52 Milliarden Euro aus dem EU-Strukturfonds, in der Finanzperiode bis 2013 weitere 20,6 Milliarden Euro.

Löhne und Sozialleistungen stiegen kräftig in der Regierungszeit Papandreous. Bei seinem Amtsantritt 1981 betrug Griechenlands Staatsverschuldung knapp 30 Prozent des BIP, 1990 hatte sie 80 Prozent erreicht. Auch die Nachfolgeregierungen sorgten bis heute für ein Wachstum der Schulden, unter anderem durch eine Aufblähung des öffentlichen Dienstes, eine Folge der Klientelpolitik der jeweils regierenden Parteien, die Vettern, Freunde und Wähler in Behörden und Ämtern unterbrachten."
http://www.lpb-bw.de/ursachen_krise_griechenland.html

Fakt ist dass GR vor 40 Jahren einen EU-Transfer- und kreditfinanzierten Wohlstand einführte. Vor dem Euro war man schon mit über 100% BIP verschuldet und stand kurz vor dem Staatsbankrott. Kredite gab es wenn überhaupt nur noch gegen hohe Realzinsen als Risikoprämie.

Der Euro der die Zinsen für GR auf 5% sinken ließ hat den Bankrott nur noch ein paar Jahre hinaus gezögert.

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silverhair 28.07.2015, 18:47
93. Die Märkte erschaffen keine Eisenbahnen .. sorry das ist unsinn

Zitat von pom_muc
Der Markt ist es der die ersten Eisenbahnen erschuf. Die ersten Strom- und Telekommunikationsnetze. Er bringt so etwas wie Internet und Smartphone hervor. Morgen das selbstfahrende Auto. Die Aufgabe der Politiker ist es den Bürgern zuzuhören wie diese die Innovationen die die Märkte entwickeln in ihrem Land verwenden wollen. Die verwaltenden Beamten setzen diesen Wunsch dann in entsprechende Regelungen um. Es ist also unnütz auf die Märkte zu schimpfen. Wenn der Bauer in F heute dreimal so viel verdient wie sein polnischer Kollege ist das kein Marktversagen sondern die Spätfolge von sozialistischer Ostblock-Politik die zu extremen Lohnunterschieden geführt hat.
Also - der "Markt" hat mit den Eisenbahnen nixt zu tun, genauso wenig wie der Wohlstand.

Die Dampfmaschine und der Elektromotor wurden nicht vom "Markt erfunden" sondern von Wissenschaftlern und Forschern!

Geld erfindet nichts .. es ist nur ein Mittel der Verteilung, nämlich die der Arbeitskraft um ein Produkt in einer bestimmten Zeit herzustellen, und aus dem "Lohn" dafür wieder genau diese Produkte auch zu kaufen!

Es ist im grunde eine gigantischer Rechner, der die lokalen bedingungen miteinander irgendwo verrechnet, nicht "berechenbar ist" und mit vielen Tücken aufwartet, und vor allem , mit einer Menge von Vorstellungen die aus dem Feudalen Ackerbau +Handwerkssystem stammen, (1800) - und die mit einem ganz neuen System, nämlich der konsequenten Anwendung von Naturwissenschaften keine Erfahrung hatte , und deshalb zu einer Menge von oft leider auch falschen Vorstellungen und Handlungen führte!

All dieses Versagen, egal wo , Planwirtschaft, Kapitalismus , jegliche "Geld ideologie" sind "Versagen im Selbstbild des Menschen", der dachte er könne mit denken alles und jedes überblicken , planen , steuern , machen .. Und das obwohl genau in all dieser Zeit die Naturwissenschaften sagten : So läuft das aber nicht ab .. das ist schon in seinen Gründzügen falsch!

Adam Smith hat schon eine Menge da falsches reingebracht! Seine Vorstellung , man hätte früher "getauscht" war grundlegend falsch, es hat niemals eine "tauschgesellschaft gegeben.. Die Anthropologen und Archäologen haben keine Einzige auf dem planeten gefunden ,ncht bis zu den ersten Menschen die noch in der Steppe oder Urwald lebten!

Und deshalb hat es auch nie einen Markt wie er sich das vorstelte gegeben.. Es gab nie ein "Angebot und Nachfrage" Ausgleich system (ausser bei Sklaven) weil niemals irgendo Nachfrgende zusammentrafen um irgendwie Durch "erhöhte Nachfrage , oder erhöhtes Angebot das auszuhandeln. In Ländlichen Gesellschaften bestimmt die Natur wann die Produkte da sind .. nicht der Mensch .. also mußte genommen werden was vorhanden war!
Es waren alle s "reziproke Gesellschaften" , die durchaus Handel betrieben , aber von "intelligenten" Handelnden, nicht von Religiösen Idiologen geleiteten!

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luny 28.07.2015, 18:48
94. Haftungsrisiko

Zitat von rudi_ralala
Richtig, die Frage ist nur, weshalb wir, ich nehme an die Steuerzahler dafür zahlen müssen? Die Banken und die Industrie sind fein raus, die haben ihr Geld bekommen.
Hallo Rudi_ralala,

Ihrem Beitrag folgend möchte ich noch einmal auf das
Haftungsrisiko für Deutschland zu sprechen kommen.

Es geht um zwei Hilfspakete über 240 Milliarden EUR,
ELA für ca. 90 Milliarden EUR und aufgelaufene Target-
salden Griechenlands in Höhe von 96 Milliarden EUR.

Nun wird das dritte "Hilfspaket" über 86 Milliarden EUR
geschnürt.

Deutschland ist überall mit 27,1% DABEI.

Nun hat Griechenland bereits erklärt, die Kredite gegen
niemals zurückzahlen zu können.

Kurzum, der Forderungsausfall ist bereits Wirklichkeit.

Nur der Staatsbankrott und der Austritt aus der EUR-
und der EU-Zone wird Griechenland vorenthalten.

Denn dann müßte der Forderungsausfall abgeschrieben
werden.

Also lieber noch ein paar Milliarden in der Ägäis versenken, damit der gemeine Wähler und Steuerzahler
nicht bemerkt, von welchen politischen "Koryphäen" wir
regiert werden, die nur ihre eigene Haut retten wollen,
"egal, was es den gemeinen Steuerzahler kostet".

LUNY

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mueller23 28.07.2015, 18:48
95. Die eigentlichen Aufgaben werden nicht gesehen

Es ist frustrierend, wie immer nur an der Oberfläche (Zinssatz hoch oder runter etc.) rumgekratzt wird.
Die wirklichen Probleme will niemand angehen.
Der Mensch ist auf der Erde so erfolgreich geworden, weil er kooperieren kann und solidarisch ist.
Die Entwicklung, in der der Mensch das Geld nicht mehr als Tauschmittel nutzt, sondern Sklave dessen geworden ist, sollte uns zu denken geben.

Der Markt kennt keine soziale oder kulturelle Komponente. Es geht um materiellen Gewinn, kurzfristig, die Investoren wollen Vierteljahresberichte sehen. Firma läuft gerade nicht: plattmachen.
Arbeitnehmer mit Knowhow werden entlassen.

Das ist ein globales Problem, keine nationale Regierung kann sich dem widersetzen, weil alle bei bem aberverücktem Spiel mitmachen müssen.

Der Wettbewerb hat längst zu weltumspannenden Oligarchien geführt, gegen wen will man noch konkurrieren? Gegen die Entwicklungsländer oder gegen den Mond?

Die "Wirtschaftsweisen" haben längst ausgedient, nicht nur, weil sie schon immer unfähig waren, Entwicklungen vorauszusehen, sondern auch weil sie sich zu hörigen Dienern der Finanzindustrie gemacht haben.

Aufwachen!
Die Erde gehört den Menschen, nicht dem virtuellem Kapital!

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luny 28.07.2015, 19:00
96. Die ASEAN-Länder

Zitat von muunoy
Da haben Sie schön kurz einen der wesentlichen Konstruktionsfehler des Euros beschrieben. Der Euro kann eben nicht funktionieren. Aber auch das sollte man positiv sehen. Die ASEAN hatte auch mal eine gemeinsame Währung in der Planung, davon aber aufgrund der Beobachtungen in Europa Abstand genommen. Immerhin werden also andere aus unserem Schaden klug.
Hallo Muunoy,

die ASEAN-Länder machen so etwas wie eine Wirt-
schaftsgemeinschaft à la EWG.

Es geht um eine Freihandelszone.

Die wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb ASEAN sind
ähnlich groß oder noch größer als in der EUR-Zone.

Dort eine Einheitswährung einzuführen, würde große
Verwerfungen hervorrufen, ist doch der RMB (China)
im Gegensatz zum SGD (Singapore) gar nicht frei
konvertierbar, um einmal ein "Problem" zu nennen.

LUNY

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David K. 28.07.2015, 19:02
97. Gestern war Schäuble mit diesen Ansichten der hässliche Deutsche

Ach sind sie nicht pussierlich unsere linken Leitmedien?!? Gestern noch geiferten sie vom "hässlichen Deutschen" als Schäuble den Grexit-Gedanken wagte. Nun geben ihm die angesehensten Wissenschaftler recht und es wird unter ferner liefen berichtet.
Ein weiteres Mal wird gezeigt, wie auf sinnvolle Vorschläge wie einen Grexit mit plumpe linker Propaganda geantwortet wird. Verfängt diese nicht, wird halt wieder zum Tagesgeschäft übergegangen...

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Fehlerfortpflanzung 28.07.2015, 19:03
98. ueberwiegend rational

Zitat von interessierter Laie
Die Marktteilnehmer haben überwiegend rational, die Staaten schlicht dumm gehandelt. Und die Dummheit kam lange vor der Krise.
und wegen dieser Rationalitaet haben wir eine globale Finanz undWirtschaftskrise und der dumme Staat musste einspringen.

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luny 28.07.2015, 19:07
99. Gespenst EUR-Austritt

Zitat von muellerthomas
So einfach ist es nicht. Auch innerhalb der Nationalstaaten sind die Bedigungen in den verschiedenen Regionen zum Teil sehr unterschiedlich und es funktioniert dennoch. Das würde hier aber nun zu weit führen. Letztlich haben wir den Euro nun und es muss daher abgewogen werden, ob eine Abschaffung nicht mehr Schaden anrichtet als eine Korrektur der verfehlten Politik der letzten Jahre.
Hallo Muellerthomas,

bislang wird immer behauptet, ein Austritt aus der EUR-
Zone Griechenlands wäre VIEL teurer als ein Verbleib
in der EUR-Zone.

Oder erweitert ausgedrückt:

Die EUR-Zone muß "um jeden Preis" erhalten werden,
alles andere käme teurer.

Fakt ist zumindest, daß ein Austritt Griechenlands aus
der EUR-Zone im Jahre 2010 sehr viel günstiger gewesen
wäre als jetzt.

Bereits damals hieß es, es sei günstiger Griechenland in
der EUR-Zone zu halten, da Griechenland "auf einem
guten Weg" sei und demnächst aus eigener Kraft die
Schulden bedienen und ein Wirtschaftswachstum er-
zeugen könne.

Das Gegenteil ist richtig.

Deshalb meine These und Forderung:

Je länger dieses EUR-Experiment dauert, desto teurer
wird es für den gemeinen Steuerzahler und deshalb
gibt es nur noch eine Option, nämlich RAUS.

LUNY

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