Forum: Wirtschaft
Wirtschaftsweise zur Eurokrise: Der Markt soll's richten
DPA

Könnte ein gemeinsamer Finanzminister künftige Eurokrisen verhindern? Die Wirtschaftsweisen wollen lieber auf die Kontrolle durch die umstrittenen Finanzmärkte vertrauen. Das findet Mitglied Peter Bofinger allerdings paradox.

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Hinrich7 28.07.2015, 14:41
10. oh ja gerne

wir unterwerfen uns dem freien Markt, schließlich sind wir Sonne, Wind und der Erde ja auch unterworfen, sozusagen schutzlos ausgeliefert. Der freie Markt wirds richten, wenn es daneben geht zahlt die Versicherung der Wirtschaftsweisen gerne für die Schäden.

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percystuart 28.07.2015, 14:47
11. Auf Herrn Bofinger würde ich allerdings nicht mehr hören

Zitat von accademico
Die Einführung des Euros war ein Fehler. Dieser Fehler sollte mittelfristig durch eine geordnete Auflösung der Eurozone behoben werden. Ein Austrittsrecht wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Prinzip der Unumkehrbarkeit der Währungsunion basiert auf einer Ideologie des europäischen Größenwahns. Weniger ist mehr: weniger Euro-Zentrismus = mehr Freiheit, = mehr Demokratie etc. Der Gedanke müsste zu ende geführt werden. Rückabwicklung der EU zur EG (oder EWG = nicht Einer wird gewinnen, sondern alle werden gewinnen), Rückabwicklung des Euro zum ECU, d.h. zurück in die Zukunft.
Uneingeschränkte Zustimmung!

Apropos Bofinger. Die Regierung wäre m.E. gut beraten, künftig mehr auf Herrn Weidmann oder Herrn Prof. Sinn, der mit seinen Gutachten immer richtig liegt bzw. lag, und weniger auf Herrn Bofinger zu hören.
mfg

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brigi1951 28.07.2015, 14:49
12. Wo hat denn dieser

Dieses ewige Geschrei um den "Markt" der alle Probleme löst, man kann ihn nicht mehr hören. Der "Markt" schafft gerade mal wieder offensichtliche Disparitäten, die die französischen Milchbauern an die Grenzen treibt. Nicht der Markt, die EU müsste einen europäischen Mindestlohn festlegen. Aber das ist unpopulär, weil dann ja die Profite einiger weniger aus der Massentierhaltung sinken würden. Der "Markt" richtet nichts - die Menschen, die Politik müssen die notwendigen Veränderungen im Sinne der Bürger - nicht der Märkte schaffen.

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advocatus_diaboli_2000 28.07.2015, 14:52
13. Völlig richtig

Wenn man seit den 90ern eine "neo-liberale" Politik verfolgt hat, hätte man konsequenterweise 2008 wie 2010 auch den Markt die Dinge regeln lassen müssen - survival of the fittest. Dann wäre die Krise längst vorbei und wir würden nicht in einer asozialen Planwirtschaft leben, in der Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert sowie sämtliche Vereinbarungen, die man mal auf EU-Ebene getroffen hat, gebrochen würden.

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HighFrequency 28.07.2015, 14:53
14.

"Es erscheint dabei geradezu paradox, dass Akteure, die vom Staat mit hohen Mitteln gerettet wurden, nun über denselben Staat als Schiedsrichter für eine angemessene makroökonomische Politik eingesetzt werden sollen."
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Da hat er aber mal recht, der Bofinger.
Und er zeigt eben auch, dass die sogenannten "Wirtschaftsweisen" nur Quacksalber auf dem Gebiet der Ökonomie sind.

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pom_muc 28.07.2015, 14:53
15.

Zitat von yxciuz
Warum haben Anleger Griechenland Geld geliehen? Obwohl die Zinsen stiegen? Steigende Zinsen sind normalerweise ein Anzeichen für höheres Risikio - also sollte man irgendwann davor zurückschrecken. Aber einige gewiefte Anleger dachten sich: Wenn GR nicht zahlen kann, wird das schon irgendjemand übernehmen. Obwohl dieses Übernehmen fremder Staatsschulden laut Maastrichter Vertrag ILLEGAL ist, und von der CDU in einem pre-Euro Wahlkampf explizit ausgeschlossen wurde, wurden die Staatsschulden unglaublicherweise TROTZDEM übernommen. Hätte man es "den Märkten" überlassen, hätten sich alle diese Investoren entsprechend der Marktregeln ein blaues Auge geholt, und würden ein solches Spiel nicht nochmals wagen. Nun waren diese Investoren aber nicht irgendjemand, sondern große D und F-Banken. Diese haben dann ihre Regierungen dazu gedrängt die Schulden zu übernehmen, damit sie ihr Geld wiederbekommen. Es ist einfach nur eine Umverteilung von Nord-Steuergeldern zu Nord-Banken. Der Umweg über Griechenland versucht diese ILLEGALE Umverteilung zu legitimieren.
Ihre Aussagen stimmen so nicht.

Die griechische Regierung hat sich bei öffentlichen und privaten Banken Geld geliehen um griechischen Rentner und Beamten überzogene Einkommen zu bezahlen.

Und damit sie weit mehr Staatsdiener bezahlen konnte als im europäischen Durchschnitt notwendig sind und vor allem viel mehr als die griechischen Steuerzahler bezahlen wollten!

Es waren also Griechen die von den Euro-Krediten die zu sehr niedrigen Zinsen vergeben wurden profitierten.

Jede Bank egal ob öffentlich oder privat wäre heute froh wenn sie nach 2002 keine Kredite mehr vergeben hätte.
Denn den niedrigen Zinsen standen ca. 50% Schuldenschnitt in 2012 gegenüber.

Warum haben öffentliche und private Banken aber überhaupt Kredite vergeben?

Weil die Münchaus und Augsteins und der Rest der rot-grünen Ideologen schon seit 2001 von der Schulden- und Transferunion faseln. Von "Solidarität" was so viel bedeutet wie "Wir finden in D schon ein paar Deppen denen wir mehr Steuern aufdrücken können damit das Dolce Vita im Club Med weitergehen kann".

Ein Bundeskanzler Schröder der beim Eintritt Griechenlands den Warnern ein "Das können wir uns leisten." an den Kopf warf hat jedem Marktteilnehmer klar gemacht dass rot-grün für griechische Schulden einstehen würde.
Eine gesetzliche Regelung dass Staatsanleihen kein Eigenkapital bedürfen weil sie per Definition "risikolos" sind kam nicht von den Märkten sondern von verbeamteten Ideologen die den Abstimmern im Parlament die Vorgaben schreiben.

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el-oso 28.07.2015, 14:57
16. Ich traue den Märkten nicht. Eurofinanzminister solange der nicht Schäuble heißt

und sich nicht von diesem knebel läßt. Ich will unter keinen Umständen eine Hegemonialmacht Deutschland. Das erinnert mich an schlimme Zeiten. Ich hoffte sie seien vorbei. Aber immer wieder kommen Leute wie Schäuble hoch und zerstören die Vision eines demokratischen Europas auf lange Zeit.

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ihawk 28.07.2015, 15:00
17. Finanzmärkte

Solange die Finanzmärkte von einer ungezügelten und kriminellen Finanzmafia beherrscht werden gibt es m.E. nur einen Weg aus dem Desaster. Eine strenge Finanzaufsicht mit engen Toleranzgrenzen - so wie sie es bis 1987 gab. Die s.g. Deregulierungen der Finanzmärkte sowie die Deregulierungen von Banken und Versicherungen war ein folgenschwerer Fehler. Das muss politische Erkenntnislage werden und dementsprechend zurückgerudert werden.
Wer das Wort "kriminell" im Zusammenhang von Finanzmärkten und deren Playern nicht mag, sollte sich mal dem Gerichtsakten-Studium hingeben (wäre eigentlich die Aufgabe der Presse). Bis auf die "Heilige Kuh des Finanzwesens", die US Bank Goldman Sachs, und gleichzeitig die Strategiezentrale der Finanzmafia, sind alle anderen Finanzkonzerne bereits zu hohen Strafen verurteilt worden ... was sie aber nicht davon abhält in gleicher Weise weiter zu machen.

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ChrisQa 28.07.2015, 15:01
18. Zusammenfassung

Die Wirtschaftsweisen, ausser Bofinger, schlagen vor, den Bock zum Gärtner zu machen. Desweiteren sind sinnvolle, zukunftssichernde Massnahmen zu Unterlassen, damit dem freien Spiel der Spekulanten keine Regeln auferlegt werden können. Super. Und als nächstes schaffen wir in Europa die Demokratie ab und nennen uns Union Monetärokratischer Staaten.
Doch im Ernst nun: Nein, nicht der Markt sollte die Politik kontrollieren, sondern die Politik die Märkte. Märkte brauchen klare Regeln und Grenzen, ansonsten werden sie zum Risiko für eine funktionierende Gesellschaft. Das ist die Lehre von Tulpen- bis Bankenkrise, nichts anderes.

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muellerthomas 28.07.2015, 15:05
19.

Zitat von ihawk
Bis auf die "Heilige Kuh des Finanzwesens", die US Bank Goldman Sachs, und gleichzeitig die Strategiezentrale der Finanzmafia, sind alle anderen Finanzkonzerne bereits zu hohen Strafen verurteilt worden ... was sie aber nicht davon abhält in gleicher Weise weiter zu machen.
http://www.focus.de/finanzen/news/banken-umstrittene-hypothekendeals-goldman-sachs-muss-milliarden-zahlen_id_4080359.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-07/goldman-sachs-sec-geldstrafe

nur um mal zwei Beispiele zu nennen

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