Forum: Wirtschaft
Wo die Deutschen leben wollen: Stadt, Land, Flucht
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Zum ersten Mal seit 20 Jahren ziehen mehr Deutsche aus den großen Metropolen weg als zu. Günstigere Miete, mehr Ruhe: Gründe für die Stadtflucht gibt es viele. Ex-Großstädter erzählen.

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supergrobi123 30.08.2016, 11:09
60. Läuft.

Mehr Menschen ziehen auf's Land. Es wird viel gebaut. Der Gesetzgeber geht aktiv gegen Wuchermieten vor. Der demographische Wandel schlägt irgendwann zu. Neue Technologien (Skype, Email, Vitual Reality) werden möglicherweise den Arbeitsmarkt dezentralisieren. Wer jetzt noch Stadtimmobilien kauft, sollte sich des Risikos bewusst sein.

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Nania 30.08.2016, 11:10
61.

Zitat von eldoloroso
Tach, ...auf ein Kaffee treffen geht übrigens auch in der Stadt nicht mehr. Einer hat dann schon zwei Termine, der Andere kann sich nicht entscheiden und die Dritte sagt 5 Minuten vor dem Treffen per SMS ab.
Das Problem haben Sie auf dem Land auch. Und wenn dann mal alle Zeit haben, hat das Café in der Kleinstadt/ im Dorf (nicht mehr) geöffnet.

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intschutschuna 30.08.2016, 11:10
62. Kommt drauf an

Zitat von fabi.c
Na da bin ich eine andere Meinung. Wenn das Urbane Leben den Menschen auf den Zeiger geht, dann sollen die Menschen anfangen und rechnen was das Leben auf dem Lande wirklich kostet. Die Fahrtkosten, Reparaturkosten und Neubeschaffung des Fahrzeuges muss in den Mieten einfließen in ein Großstadt kann ich auf Öffentlichen Nahverkehr ausweichen,dann ist da noch die Ärzte Flucht auf dem Lande. All das wird vergessen um ein bisschen Ruhe zuhaben.
Bin auf dem Dorf aufgewachsen. Ca. 600 Einwohner. Als Kind toll, als Teenager sch*+e. Habe in der Stadt studiert. Studentenleben toll! In der Stadt gewohnt und gearbeitet, auch super. Aber: das "spontane auf den Kaffee treffen" funktioniert fast nie. Nach der Arbeit hat man schlicht oft keinen Bock, sondern will einfach nur nach Hause. Man hat einen Partner, mit dem man was machen möchte, Kinder, die zu betreuen sind etc. pp. Mieten/Kaufpreise sind oft höher. Fahrtwege allerdings geringer. Nachbarn jedoch viel anonymer.
Heute wohne ich in einem 12500 Einwohner Städtchen. Fahrtkosten kann ich dank Pendlerpauschale zum großen Teil wieder reinholen. Restaurants (ja, Mehrzahl) sind vorhanden und fussläufig leicht erreichbar, selbiges gilt für Ärzte und Läden zum Einkaufen, sei es Lebensmittel oder Schuhe/Klamotten, Bahnhof ist fussläufig erreichbar, mit (man muss zwar einmal umsteigen, aber was soll's) dem Zug ist man in ca. 1 Stunde in der nächsten Großstadt. Wir gehen in die Oper, ins Konzert oder mal zum shoppen, aber ganz ehrlich, als ich da noch gewohnt habe, bin ich auch nicht öfter gegangen. Das spontane Kaffee trinken hingegen, geht hier viel besser, da man viel engeren Kontakt zu seinen Nachbarn hat und einfach mal über den Zaun steigt und zusammen sitzt und quatscht. Fertig.

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butzibart13 30.08.2016, 11:13
63. Stadtmaus, Landmaus

Das Ganze kann längerfristig nur funktionieren, wenn Dörfer, die weiter von einer größeren Stadt entfernt, sich zusammenschließen und selber eine Art Verstädterung anbieten, also Supermärkte, Banken, Ärzte, Schulen Restaurants, Verkehrsinfrastruktur, auch ein gewisses kulturelles und sportliches Angebot, natürlich schnelles Internet, zumindest so, dass sich die Älteren und auch ein Teil der Jüngeren dort gut aufgehoben fühlen. Eine Großraumdisco oder ein Museum für Ägyptologie ist in solchen Wohngebiet nicht zwingend erforderlich. Der schwierige Punkt, zumindest für Jüngere ist die Fahrt zum Arbeitsplatz

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Nussliebhaberin 30.08.2016, 11:13
64.

Ich bin wegen meines Freundes nach L gezogen. Die Stadt ist jung, modern, aber ich vermisse meine Ruhe. Und ich kann eben mal nicht mit dem Auto irgendwohin fahren. L hat ein chronisches Parkplatzproblem. Selbst Freunde aus dem Umland kommen nicht so gerne zu uns, weil sie sagen: "Wo sollen wir denn unser Auto abstellen?" Und mit öffenltichen Verkehrsmitteln wäre es für sie eine Weltreise. Ich komme aus einer Kleinstadt, 40.000 Einwohner, und manchmal sehne ich mich dahin zurück. Keine Parkplatzprobleme, keine wuseligen Straßen, mehr Ruhe...aufs Land würde ich jedoch auch nicht ziehen wollen. Jeder kennt jeden, das Rumgetratsche..ich denke mal, als Landei wäre ich nicht geschaffen. Jedoch ein Großstadtmensch bin ich auch nicht.

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Nania 30.08.2016, 11:13
65.

Zitat von Banause_1971
Ich stimme ihnen zu. Das Land hat klar seinen Reiz, aber ist der Ort zu klein, in den man zieht, fehlt es leicht an Infrastruktur. Da hat die Politik noch einiges nachzuholen, denn Steuern zahlen sie auf dem Land ebenso wie in der Stadt. Im Moment fließen die Gelder vom Land in die Städte. Ohne diese Umverteilung könnten sich Städte den Luxus des öffentlichen Nahverkehrs und der ganzen kulturellen Angebote gar nicht leisten. Ich selbst lebe schon immer ländlich. Einzig im Studium zog es mich in eine größere Stadt. Es war nicht meine Welt. Kulturell wurde viel geboten (Kino und Theater direkt vor der Haustür, viele Restaurants, Konzerte, etc.). Doch es war laut, dreckig, teuer, eng, kriminell. Nie wurde mein Auto öfter aufgebrochen und ausgeraubt als in meiner Studienzeit. Der ausschlaggebende Grund, nicht in der Stadt zu bleiben und mir nach dem Studium einen (schlechter bezahlten) Job auf dem Land zu suchen war jedoch das soziale Umfeld. Der stetig wachsende Anteil an Migranten ließ mich zurück aufs Land ziehen. Meine Kommilitonen (viele seit Geburt Stadtkinder) folgen gerade meinem Beispiel und verlassen die Städte aus den gleichen Gründen. Sie wollen die Ruhe, den Raum und die Gelassenheit auf dem Land und ziehen in die Randgebiete, verkaufen ihre teuren Wohnungen im Zentrum und genießen plötzlich das Grillen im eigenen Garten. Vergessen ist die zeitraubende Parkplatzsuche und der Gestank. Der einzige Lärm der mal aufkeimt ist das vergnügte Schreien von Kindern, die im Garten rumtollen oder im angrenzenden Wäldchen versuchen auf Bäume zu klettern.
Ich freue mich für Sie, dass Sie Ihr Leben auf dem Land genießen können - auch wenn ich Ihre Spitzen gegen Migranten für völlig verkehrt halte.
Aber irgendwann wird die Zeit kommen, in der Ihre Kinder an Orte fahren wollen, die etwas weiter weg sind und dann werden sie doch feststellen, dass auch "auf dem Land" nicht alles rosarot ist,

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bunterepublik 30.08.2016, 11:17
66. de gustibus non es disputandum

Land oder Stadt....beides hat Vor- und Nachteile.

Es muss aber rein gesamtgesellschaftlich festgehalten werden, dass die Bewohnung von Städten ökologisch deutlich sinnvoller ist, als die Bewohnung von Kleinsiedlungen auf dem Land. Auf dem Land wird verursacht: Pendlerverkehr, die Infrastruktur und Daseinsvorsorge (Straßen, Kanäle, Elektrizität etc.) muss großflächig für deutlich weniger Leute vorgehalten werden etc.

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farbraum 30.08.2016, 11:18
67.

Für mich ist der Abgas-Terror durch Verbrennerautos der einzige valide Grund aus der Stadt raus zu ziehen. Lieber wäre mir aber, man würde diesem Wahnsinn schnell Einhalt gebieten und das große Sterben durch Auto-Abgase in den Großstädten endlich stoppen. Möglichkeiten gäbe es genug, das Leben dort wieder sicher und lebenswert zu machen. Nur man gibt das Geld lieber für sinnlosen Schutz vor abstrakten Gefahren aus, statt sich um konkrete Lebensgefahren zu kümmern.

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was-zum-teufel... 30.08.2016, 11:21
68. LK Osnabrück:

Schönes altes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1771 mit 4.100 qm Grundstück in der Finanzkrise für 40.000 Euro gekauft. Renoviert. Perfekt. Passivhausstandard. Solarstrom. Holzofen. Ruhe. Ruhe. Ruhe. Nächster Ort drei oder 5 Kilometer entfernt. Osnabrück selbst 12 km. Ich habe 6 Jahre im Zentrum gewohnt. Nie wieder. Laut. Nervig. Aggressive Menschen. Hier auf dem Land lebt es sich gut. Das Haus und Grundstück könnte als Vorbild für die LandLust herhalten. Eine richtige Idylle ;-)!

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tom_tom_berlin 30.08.2016, 11:23
69. Land oder Stadt?

Wir sind 2010, mit der Geburt des zweiten Kindes, von Berlin nach Kleinmachnow (BRB)! Im September 2012 waren wir wieder mitten in Berlin! Die zweieinhalb Jahre auf dem Land waren die Hölle, vor allem die Vereinsamung, menschenleere Spielpätze, keine Abwechslung, man braucht eigentlich 2 Autos und auch die ständig am Fenster hockenden (Rentner)Nachbarn waren nicht zu ertragen! 2014 kam dann unser drittes Kind!

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