Forum: Wirtschaft
Wo Familien wohnen wollen: Stadt, Land, Speckgürtel
argum / Falk Heller; Annika Nagel

Es ist eine Entscheidung, die prägt: Wo wollen wir wohnen? Drei Familien erzählen, was das Leben im Dorf, in der Metropole und in der Kleinstadt für sie ausmacht.

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suplesse 23.08.2018, 09:16
70. Ja gut,

Zitat von Frau König
ob die Familien wirklich alle freiwillig ausserhalb wohnen? Ich vermute eher nicht. Und dann bleibt nichts anderes übrig, als zu pendeln
das ist ja bekannt. Nur hier in dem Artikel wird es so dargestellt, als sei dieses Lebensmodell eine ganz tolle Sache. Ich habe nur zum Ausdruck gebracht, dass ich es unter diesen Umständen nicht für eine tolle Sache halte. Und habe angefügt, dass das Leben nur dann toll sein kann. Wenn der Arbeitsplatz sich dort in nächster Nähe befindet, wo man lebt. Die Pendelei ist der ökologische Wahnsinn schlechthin und ringt einem sehr viel Lebensqualität ab. Die Stunden im Stau mit den anderen Siedlern, die abends aus der Großstadt kommend ihren Schlafplatz auf dem Land aufsuchen ist wohl jeden Tag verlorene Lebenzeit.

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Rechtschreibprüfer_der 23.08.2018, 10:50
71.

Zitat von spiegelwatcher
Sorry, aber bei Orten wie Moosburg oder Jetzendorf vom "Land" zu sprechen, ist doch sehr übertrieben. Klar, es sind kleinere Orte als München oder gar Berlin, aber beide sind jeweils nur einen Steinwurf von der nächsten ÖPN-Haltestelle in die Großstadt entfernt. Insofern beleuchtet der Beitrag die Wahl zwischen Stadt und Land nur halbherzig. Ich lebe mit meiner Familie in Niederbayern, einem ......
Lebte und arbeitete selbst fünf Jahre in Niederbayern und war froh, wieder in Berlin zu sein. Alles richtig beschrieben: öde Landschaften dank Monokulturen, überalterte Bevölkerung, zum Vergnügen muss man in "die Stadt".

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kraut&ruebe 23.08.2018, 18:30
72. schlimm

Ich habe jetzt 70 Kommentare gelesen und die meisten scheinen von Lohnsklaven und Familienkrüppeln geschrieben zu sein, deren Leben durch äussere Einflüsse komplett fremdbestimmt ist. Einige wollen sogar bei der Standortwahl in jungen Jahren schon an's Alter denken, wenn es schon heute nicht passt, dann vielleicht in 50 Jahren. Liebe Leute, macht Euch das Leben doch, wie es Euch JETZT gut tut. Wie es später mal in der Stadt, auf dem Land, in Deutschland oder dem Ausland aussieht, weiss doch keiner so genau.

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ardbeg17 23.08.2018, 22:55
73. @bluebill #41

Wir wohnen in genau so einem Dorf. Drei Supermärkte, zwei Arztpraxen, Zahnarzt, Tierärzte, Physiotherapeut, Klamottenladen, Fernseh- und Computerladen, diverse Kneipen. Entscheidend sind zwei Dinge: Die nächste Großestadt ist fast eine Stunde entfernt, sodass wenige Pendler hier "nur schlafen". Und die Leute haben ein Zusammengehörigkeits-Gefühl, das sie auch die lokale Wirtschaft unterstützen lässt. Da wird auch mal vor Ort etwas gekauft, was man nach Beratung im städtischen Fachgeschäft und anschließender Bestellung im Internet vermeintlich billiger bekommen könnte. Angebot und Nachfrage eben - wenn ich die lokalen Einrichtungen nicht nutze, sind sie irgendwann weg.
Ach ja, Uhrmacher/Optiker und einen Haushaltswaren-Laden gibt es auch.

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dieAntwortlautet...42 25.08.2018, 15:14
74. Airbnb

Mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln Wohnung Untervermietung mit airbnb verbieten !! In HH werden alteingesessene aus ihren Wohnungen verdrängt und daraus 100% airbnb Wohnung gemacht.

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landei23 25.08.2018, 19:38
75. München...hm....

Ich lebe nun seit über 20 Kahren in München und schon 15 Kahre in meiner aktuellen Wohnung. Würde ich die heute mieten wollen, würde sie ca das Doppelte kosten. Leider machen sich die Mietpreise auch in der lokalen Kultur, der Atmosphäre sehr bemerkbar, zum überwiegenden Teil auf sehr unangenehme Art - das ist der einzige Nachteil, mit dem ich (Mietsteigerung nur auf Basis der Inflation) zu kämpfen habe. Der Mix, der immer typisch für meinen Stadtteil war, den gibt es nicht mehr. Dafür reichlich Zwillingskinderwagen für 3000€. Dennoch - kurzer Weg zu meinem Arbeitsplatz, viele gutsituierte Kunden, die Isar, die Nähe zu den Bergen, ein ganz ordentliches Konzertsngebot. Ich ziehe hier nicht weg. Auch wenn ich langsam keine neuen „schicken“ Cafés, trendige Biosupermärkte und auf Ihren MacBooks herumtippenden Hipster mehr sehen kann.

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Der_Scheich 25.08.2018, 21:45
76.

Zitat von Sibylle1969
Interessant ist, dass das Dorf Jetzendorf kaum weiter weg von München entfernt ist als Moosburg. Aber Moosburg ist noch Speckgürtel, während Jetzendorf Land ist.
Da musste ich auch lachen. Um es klarer zu benennen: Laut Google Maps München Innenstadt - Jetzendorf (Land) = 51,9 km. München Innenstadt - Moosburg an der Isar (Speckgürtel) = 58,1 km. Fahrtzeiten bei freier Strecke mit dem Auto nahezu identisch. Wenn Speckgürtel derart weit interpretiert wird, dürfte der Großteil aller Einwohner in Deutschland in einer Großstadt (definiert ab 100K Einwohner) oder deren "Speckgürtel" leben. Eigentlich dachte ich, dass ich im Speckgürtel von Hamburg lebe. Bis zum Ortseingangsschild von Hamburg sind es etwas über drei km. Dann noch mal rund 16 km bis zur Innenstadt. Lege ich ähnliche Dimensionen an wie im Artikel dann müsste ich Itzehoe (60,4 km) noch zum Speckgürtel zählen. Dieses Attribut würde ich schon Elmshorn (36,4 km) nicht mehr zugestehen. In der Stadt ordnen viele ihren Wohnort gern dem benachbarten "cooleren" Viertel zu auch wenn das offiziell schon vier Blöcke vor der eigenen Straße endet. Genau so erscheint es mir dass möglichst viele Leute Wert darauf liegen noch "im Speckgürtel" zu leben. Und natürlich braucht auch niemand mehr als "eine Stunde bis in die Stadt". Geht in den meisten Fällen mit dem Auto zur Rush Hour nicht und mit dem ÖPNV erst recht nicht wenn man nicht nur die reine Fahrtzeit sondern Anreise zum Bahnhof und Weg zur Arbeit vom Zielbahnhof einrechnet. Was man sich selber schönredet tut halt weniger weh - aber es muss wohl doch schmerzen.

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mb Octo 01.09.2018, 01:53
77. Wieso eigentlich in der Stadt arbeiten und auf dem Land wohnen

Gerade Ärzte finden doch super Arbeit auf dem Land. Das Land sucht gerade in der Allgemeinmedizin dringenst Ärzte. Bei uns in einer Stadt mit 20.000 Einwohnern sind alle Ärzte über 50 und gehen bald in Rente. Dort sollte es leicht sein ein Job zu finden. Als ITler gibt es bei uns auch viele Jobs im nahen Umfeld. Von der Roboterprogr. bis zu diversen Business Applications gibts hier genug Arbeit. Außerdem braucht man als ITler meist soderso nur Internet und kann mit der richtigem Arbeitgeber arbeiten wo man will. Meine Ausbildung habe ich bei einer Softwareentwicklungsschmiede hier in der Kleinstadt gemacht. Diese Pendelei macht meiner Meinung nach nur krank und ist auch krankhaft. Früher hat man dort gearbeitet wo man gewohnt hat. Heute verschwendet man seine wertvolle Zeit mit fahren. Das ist absurd und muss sich wieder ändern.

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paysdoufs 19.09.2018, 12:32
78. Gestolpert

Bin ich über folgenden Satz: „Schon bevor Erik im Herbst geboren wurde, schrieben sie rund 30 Tagesstätten an, erst im Umkreis von einem, später von zwei Kilometern.“ - Es gibt also in diesem Viertel in Berlin in einem Umkreis von Pi (3.14 * 2 / 1) Quadratkilometern tatsächlich 30 (!) Kitas? Vielleicht wäre es dann mal an der Zeit dass sich die Lokalpolitik dieses Wildwuchses annimmt und dafür sorgt dass es weniger, größere, aber dafür leistungsfähigere Kitas gibt. Da die Kitaplätze in Berlin ja angeblich gratis sind, wäre das auch ein verantwortungsbewussterer Umgang mit Steuergeldern...

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mol1969 21.09.2018, 11:29
79. Wirklich kein Auto in der Stadt?

Ich lese immer wieder, in der Großstadt wird kein Auto mehr benötigt, weil alles fußläufig oder per ÖPNV erreichbar ist.
Wirklich? Ich könnte mir prinzipiell gut vorstellen, in einer Großstadt zu leben, wenn es nicht gerade direkt an einer Hauptverkehrsstraße ist. Und natürlich wird man innerhalb der Großstadt das meiste mit ÖPNV oder zu Fuß erledigen können.
Aber wie komme ich am Wochenende ins Grüne zu meiner Wanderung? Wie erledige ich den Großeinkauf, inkl. 2 Kisten Bier, 4 Kisten Wasser und 15 KG Hundefutter? Oder den Weihnachtsbaum? Oder das neue Gerät aus dem Elektronikfachmarkt
Wirklich alles zu Fuß? Oder lasse ich mir künftig alles liefern, muss dann eine begrenzte Auswahl in Kauf nehmen und überhöhte Preise zahlen? Oder nur noch Bestellungen aus dem Internet, obwohl ja der große Vorteil einer Stadt gerade die große Auswahl vor Ort ist?
Was ist mit Urlaub? Künftig ausschließlich Flugurlaube, obwohl ich viel lieber in den kleinen Ort an der Ostsee fahren würde oder eine Woche nach Südtirol zum Wandern? Oder miete ich mir dann alle paar Tage ein Auto und für den Urlaub gleich 14 Tage am Stück?

Kurzum: Auch in einer Großstadt bräuchte zumindest ich ein Auto. Ja, man braucht dann als Paar oder Familie keine zwei Autos mehr. Aber alleine ein Stellplatz wird schon schwierig bis unmöglich, oder zumindest teuer sein. Ich wüßte nicht, wie ich wirklich komplett ohne Auto auskommen sollte, sofern ich nicht nur Hobbies wie Lesen oder Briefmarkensammeln hätte und als Single-Haushalt mit einer einzigen Baumwoll-Einkaufstasche pro Einkauf auskäme, in der dann täglich 1 Flasche Bier, 1 Flasche Wasser, 100 Gramm Wurstaufschnitt und ein paar Semmeln heimgetragen werden. Vielleicht noch ne Tüte Chips für den Fernsehabend. Mein Wunschleben wäre das nicht.

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