Forum: Wirtschaft
Wohlstand: Amerika zweifelt am Kapitalismus
AFP

Junge Wähler in den USA sehen den Turbokapitalismus ihres Landes zunehmend kritisch, linke Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez gelten als cool - und ausgerechnet ein Hedgefonds-Manager befeuert die Debatte.

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rudi_ralala 29.05.2019, 10:08
30.

Zitat von ingnazwobel
Die Einstellung ändert sich bei der Mehrheit spätestens dann, wenn sie selbst Teil des Systems sind. Solange man (noch) nichts hat ist man gerne bereit zu teilen.
Eigentlich unterscheidet sich der Mensch vom Raubtier durch sein denkendes, großes Gehirn. Das könnte vielleicht der Grund sein, dass selbst im kapitalistischen Kernland, Großkapitalisten anfangen sich Gedanken über den gesellschaftlichen Zusammenhalt machen.
Der Mensch ist ein soziales Wesen und kein Raubtier, das durch Gier gesteuert wird, auch wenn es mittlerweile zu viele dieser Spezies gibt.

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syracusa 29.05.2019, 10:09
31. Kernfrage: was ist Freiheit

Die Frage lautet im Kern: Was ist Freiheit? Das marktradikale Modell mit der vollen Verantwortung jedes Einzelnen für sich (und *nur* für sich) entartet logischerweise zu einem Recht des Stärkeren. Das Maximum an Freiheit in einer Gesellschaft kann nur durch staatliche Regulierung erreicht werden. Die Freiheit jedes einzelnen Bürgers endet nun mal an den Freiheiten und Rechten der anderen Bürger.

Auch wir in Deutschland leben in einem Staat, der die Freiheiten der Wenigen über die Freiheiten vieler stellt. Warum kann man sich als Reicher aus der sozialen Verantwortung bei der Krankenversicherung stehlen? Warum muss ein Niedriglöhner von seinem wenigen Lohn in die Rentenkasse einzahlen, und hat dann im Alter exakt gar nichts davon? Eine steuerfinanzierte Grundrechte für alle würde nicht nur dieses Gerechtigkeitsproblem lösen, sondern auch den Freiheitsraum für alle deutlich erweitern.

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Emderfriese 29.05.2019, 10:10
32. Macht

"...Jahrzehntelang haben sich Politikwissenschaftler mit der Frage gequält, wieso die USA immun gegen sozialistische Strömungen sind. Nun liegt die Antwort vor: Sie sind es nicht. …"

Sie waren es auch nie. Immer wieder gab es in den USA Versuche, sozialistische/sozialdemokratische Parteien zu etablieren oder auch "nur" sozialistische Gewerkschaften einzurichten. Immer wurden letzten Endes diese Versuche mit zum Teil brutalsten Methoden verhindert. Was den USA wirklich gefehlt hat, war eben eine soziale Revolution wie die französische, aber auch wie die deutsche 1918. Die ökonomischen Machtverhältnisse wurden nie wirklich angetastet, und selbst die Sklavenbefreiung diente nur dem Ausbau der Macht des industriellen Norden.

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mostly_harmless 29.05.2019, 10:10
33.

Zitat von saarpirat
[...] Dass der Kapitalismus nach dem zweiten Weltkrieg bis Ende der Achtziger so human war, liegt meiner Meinung nach mehr an der Angst der Kapitalisten vor den Roten im Osten, als in ihrer Bescheidenheit. [...]
Das sehe ich genauso. Und der einzige Weg, dahin zurück zu kommen ist, dass es wieder reiche Leute gibt, die sich Sticker wie "Sozialismus nimmt uns alles" ans Auto kleben. Weil sie ernsthaft eine Gefahr sehen, dass eines Tages genau das passiert.
Diese Angst führte schon zur Sozialgesetzgebung durch Bismarck und war die Ursache für die soziale Marktwirtschaft. Die Angst der oberen 1% ist der Wohlstand der unteren 90%.

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rudi_ralala 29.05.2019, 10:11
34.

Zitat von Mesi0013
....Durch die Globalisierung ist es fast unmöglich, dass ein einzelnes Land eine Kehrtwende hinbekommt.
Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, die Globalisierung ist seit 10 Jahren auf dem Rückmarsch.

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urbuerger 29.05.2019, 10:11
35. Der heutige Turbo Kapitalsmus zerstört den Zusammenhalt der ...

… Gesellschaft nachhaltig!

Kapitalismus mit einer konsequenten sozialen Ausrichtung und der Einbindung der Arbeiter und Angestellten bei der Gewinnausschüttung könnte viele Probleme lösen!
Ein System in dem die Wirtschaft, die Industrie und andere Profiteure des Kapitalismus daran gemessen werden, wie stark sie sich in das soziale Netz einbringen, könnten dadurch eine steuerliche Vergütung auf angemessene Steuern bekommen, quasi als Belohnung!

Es wird sicher diverse Möglichkeiten geben, den Kapitalismus mit der sozialen Verantwortung übereinander zu bekommen, man muss es nur wollen und die Politik muss aufhören, sich von den finanziellen Abhängigkeiten abzunabeln, z.B. absolute Transparenz beim Einfluss der Lobbyisten, denn wie man in den USA bestens sehen kann!
In den USA gewinnen nur jene Kandidaten Wahlen, die einen vollen Spendentopf haben, zumindest war das bis jetzt Gang und Gebe!!!

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rudi_ralala 29.05.2019, 10:14
36.

Zitat von Palmstroem
Alexandria Ocasio-Cortez ist eine absolute Außenseiterin - man könnte sie mit Sarah Wagenknecht vergleichen. Sicher eine Bereicherung der politischen Szene in den USA, aber selbst in der Demokratischen Partei hat sie kaum Freunde. Das System verändern wird sie nicht!
Ein Einzelner oder eine Einzelne kann kein System verändern.
Auch Luther, obwohl ein anderes Kaliber war nicht alleine auf weiter Flur um Kaiser und Papst zu trotzen.

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koprolith 29.05.2019, 10:17
37. Wenn Sie jetzt den Spiegel-Bericht auch gelesen hätten,

Zitat von ingnazwobel
Die Einstellung ändert sich bei der Mehrheit spätestens dann, wenn sie selbst Teil des Systems sind. Solange man (noch) nichts hat ist man gerne bereit zu teilen.
hätten Sie, wie auch der Forist Wynt, nicht die Stelle verpasst, in der erklärt wird, dass die us-amerikanische Vorstellung von Sozialismus eher mit dem gleichzusetzen ist, was man hierzulande mit dem sozialdemokratischen Modell verbindet. Schön aber, wie Sie dadurch präzise demonstrieren, was sich hinter den ewig nachgeplapperten Phrasen wie "Solange man (noch) nichts hat ist man gerne bereit zu teilen" oder "Innerhalb der Blase sind das nette Ideen" verbirgt: Bloßes Gepöbel ohne den Hauch eines ernstzunehmenden Gedankens. Dies sind die typischen Weisheiten aus der Mottenkiste harrrrt arrrrbeitender Springerblatt-Leser, denen man mühselig beigebracht hat, das Arbeitnehmerrechte und Gerechtigkeit uns alle ins Verrrderrrben stoßen.

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christx 29.05.2019, 10:19
38. Ehrlich?

liebe Redaktion -
was ist das denn für ein Unsinn? Absolute und leider vollkommen verkehrte Meinungsmache für die Deutschen. Ich lebe nun seit fast 25 Jahren in den USA - deutlich mehr als mein halbes Leben. Hier versucht eine kleinst Gruppierung vielleicht den Kapitalismus zu überwinden. Die Wirtschaft brummt, der Lebensstil ist genial. Jeder der einen Job haben möchte kann einen haben! Selbst als truck driver gibt es Einstiegsgehälter von 85.000$. AOC ist eine verachtete Ultra Links Politikerin die hier niemand in irgendeiner Weise ernst nimmt, auch wenn das deutsche Journalisten gerne so hätten. Die Demokraten zerlegen sich gerade wieder vollkommen selbst. Was bei den Kandidaten auch durchaus gut für unser Land ist. Aber bitte, bitte - bevor sie so einen Stuss schreiben - der sicherlich zu Klicks führt und das sehr links schlagende deutsche Herz erwärmt - gehen sie mal aus Washington DC raus und recherchieren sie in der Realität. Der Kapitalismus funktioniert ganz hervorragend. Wir brauchen keine Regierung die uns sagen will was für tun, machen, denken oder essen sollen! Die Deutschen haben mein Mitleid, sehr schade um ein ehemals wirklich schönes Land. Aber jeder bekommt das was er verdient am Ende. Ich genieße jetzt mal weiter meine Freiheit und Rechte, meinen wirklich gut bezahlten, spannenden Job - der mich alle paar Wochen auch nach Europa bringt. Und werde in wenigen Stunden mit meinem wunderschönen 5.7 Liter V8 Pick Up Truck durch unglaublich schöne, grüne und saubere Landschaften zur shooting range fahren, danach einen Burger und ein Bier genießen und mit ein paar der nettesten, freundlichsten, einfachsten und tollsten Menschen Zeit verbringen. Und wissen sie was? Hier herrscht Freiheit. Und das wird so bleiben. Viele Grüße aus Texas und bitte besser nachforschen bevor sie so einen Quatsch verbreiten.

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eggshen 29.05.2019, 10:19
39. Aha

Zitat von Mesi0013
Haben dann diese Jungwähler ähnliche Tendenzen wie unsere "Gretel"-Jungdemonstrierer? Freitags schulschwänzend gegen Kohlendioxid demonstrieren aber im restlichen, bequemen Leben ein totalitärer Konsument sein: man lässt sich von den Eltern mit dem Dritt-SUV zur Schule und wohl auch zur Demo fahren, produziert Müllberge ohne Ende auch gerne im öffentlichen Raum, 2x Urlaub im Jahr per Flugzeug und die Nutzung des Fahrrades wird durch eine (wahrscheinliche) Regenwolke am Horizont verunmöglicht. Nutzungsdauer von elektronischen Gerätschaften im eigenen Besitz im Schnitt weniger als ein Jahr. Wer hält diesen Heuchlern den mal den Spiegel vors Gesicht? Das Recht gegen irgendwas zu sein sollte man am besten auch durch einen entsprechenden Lebensstil hinterfüttern. Kapitalismus bedeutet immer auch Konsumismus, Ressourcenverschwendung, Ausbeutung, Umweltzerstörung und und und… Durch die Globalisierung ist es fast unmöglich, dass ein einzelnes Land eine Kehrtwende hinbekommt.
Und auf welchen Fundus können Sie da zurückgreifen, der diese Unterstellungen belegt? Vielleicht Ihr Kopfkino?
Ihr Rant erinnernt mich doch sehr an das Gekeife meiner Eltern und deren 'erwachsenes' Umfeld, die damals anläßlich der Studentenproteste lediglich auf arbeitsunwillige Langhaarige schimpften. Was wir übrigens in anderer Form aktuell auch in der Reaktion von Volksparteien auf Beiträge in sozialen Medien erleben - aber das nur am Rande.
Versuch einer inhaltlichen Auseinandersetzung? Keine Spur.

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