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Wohlstandsdebatte: Diese Steuern machen Deutschland gerechter
Corbis

Arm gegen Reich, Arbeit gegen Kapital: In Deutschland ist eine neue Gerechtigkeitsdebatte entbrannt. Die Vermögen sollen anders verteilt werden, wünschen sich viele Bürger. Doch über welche Steuern lässt sich das am besten anstellen?

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doulos 09.05.2014, 12:43
130. Gerechter?

Zitat von sysop
Arm gegen Reich, Arbeit gegen Kapital: In Deutschland ist eine neue Gerechtigkeitsdebatte entbrannt. Die Vermögen sollen anders verteilt werden, wünschen sich viele Bürger. Doch über welche Steuern lässt sich das am besten anstellen?
Was mir immer wieder aufstößt ist diese automatische Gleichsetzung von Umverteilung und "Gerechtigkeit". Wer will es denn ermessen, wieviel dem einen oder dem anderen zusteht? Oder ist hier platte Gleichmacherei gemeint? Sicher ist es die Aufgabe des Staates, Auswüchse zu verhindern und so den sozialen Frieden zu sichern. So hohe Begriffe wie "Gerechtigkeit" haben hier aber m.E. keinen Platz

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pdp 09.05.2014, 12:44
131. Sparen

Der Staat soll sparen, keine Milliarden im Ausland verpulvern, die Steuern senken und alle sind glücklich. So einfach geht es. Aber Politiker wollen nicht sparen. Geschenke sind immer gut.

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die_firma 09.05.2014, 12:44
132.

Zitat von sPeterle
stimmt aber die einzige wirklich halbwegs gerechte Geschichte wäre die Kapitalertragsteuer. Erbe wurde bereits als Einkommen versteuert, Grundsteuer ebenfalls auf versteuertes Einkommen die Gemeinden nehmen irrsinnige Summen bei der Grunderwerbsteuer ein, mit welchem Recht. Die Immobilien werden mit versteuertem Einkommen bezahlt und die Versteuerung erfolgt nicht nur auf den Grund sondern auch auf das Gebäude. das waren in BaWü einmal 3,57% und sind im Moment schon 5%
Was ist denn an der Kapitalertragssteuer gerecht?

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Jens.Daniel 09.05.2014, 12:45
133.

Ach kommt, wieso das ganze Steuergerechne ... Abgekürzt und zum Kern der Sache: Gebt die Villenviertel und Premiumlagen zur Plünderung frei. Einmal im Monat sollte reichen, immer zum Ersten oder Fünfzehnten vielleicht. Und ein paar Raubmorde schaden auch nichts, dann geht nämlich das Anlagevermögen, das sich immer so schwer wegtragen lässt, später an den Staat und alle sind glücklich - Wäre das etwa nicht gerecht?

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Edelweiß 09.05.2014, 12:45
134.

Wenn das die Rezepte von Piketty sind, dann lohnt es sich nicht, den Wälzer zu lesen. Warum reden immer alle endlos über "Steuergerechtigkeit" und "Umverteilung", anstatt sich mal mit der Verteilung zu befassen? Die Hauptquelle der zunehmenden Ungleichheit ist doch die Verteilung des Gewinns auf die eingesetzte Arbeit und das eingesetzte Kapital; sie entsteht also im Wesentlichen "vor Steuern". An dieser Stelle ist die Sache aus dem Ruder gelaufen -- während die Arbeitseinkommen nahezu stagnieren, kommt der Produktivitätsfortschritt fast nur dem Kapital zu gute. Das kann man dann hinterher durch Besteuerung nicht wieder gerade biegen. Dazu kommt, zumindest in Deutschland, die Auffassung, dass die Geldpolitik nur für Preisstabilität zu sorgen hat, nicht aber für hohe Beschäftigung, was nochmals die Kapitalbesitzer gegenüber den auf Arbeit Angewiesenen begünstigt. Wenn man das so haben will, ist es eben so, inklusive zunehmender Ungleichheit.

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nemensis_01 09.05.2014, 12:46
135. Die Thesen

sind lustig. Eine Art Realsatire. Seit wann hat das Präkariat eine Lobby? Das wäre ja noch schöner. Nein, die Umverteilung von unten nach oben wird brav so weitergehen. Bis, ja bis es eines Tages kracht. Das mag noch ein paar Jahrzehnte oder ein Jahrhundert dauern, aber dann wird der Mob maschieren. Und dann sollten sich die Vermögenden darüber klar sein, das Weglaufen zu spät ist. Sicher wäre eine friedliche Lösung erstrebenswerter, aber Reichtum ist keine Garantie für Verstand. Und da bei der Oberschicht Gier das Hirn gefressen hat, warten sie, bis der Pöbel kommt und sie an ihren goldenen Türstöcken aufhängt.

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Michael Jürgens 09.05.2014, 12:47
136. Stoppt die Staatskrake

Gerecht wäre, die Steuern für alle zu senken. So wie in der Schweiz. Da gibt es maximal 25% Einkommenssteuer. Und das Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem ist besser als bei uns. Ebenso die Löhne sind höher. Nur der Staat ist WESENTLICH kleiner. Und das ist der Trick. So lange sich der Staatsapparat immer weiter aufbläht, braucht er immer mehr Geld dafür. Und dann kann es keine gerechte Verteilung geben. Übrigens verdient ein Beamter in der Klasse B6 monatlich EUR 10.000 NETTO! Was für Produktivität wird dadurch eigentlich geschaffen? Wir haben eine 3 Klassen Gesellschaft: Arme, Mittelschicht, Superreiche & Beamte.

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Dreimal schwarzer Kater 09.05.2014, 12:47
137.

Zitat von kdshp
Ganz einfach! Alle steuervergünstigungen bezogen auf lohn/einkommen abschaffen und dann dfür alle einen steuersatz von 25% einführen. Dann würden auch die aus der oberen mittel,- und oberschicht mal real steuern zahlen. Übrings hatte die CDU da mal wen der das so machen wollte dieser wurde aber von der CDU selber ganz schnell abgeschossen.
Ja sicher. Denn die Wahrheit dieses Konzepts ist die, dass dann auch die Geringverdiener in nennenswertem Umfang Einkommensteuer zahlen müssten.

Nur mal als Info:
die 5% am Bestverdienendsten tragen 40% des Einkommensteueraufkommens
die 50% die über dem Median verdienen tragen 95% des Einkommensteueraufkommens
die die darunter verdienen gerade mal 5%

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docbru 09.05.2014, 12:47
138.

Zitat von sysop
Arm gegen Reich, Arbeit gegen Kapital: In Deutschland ist eine neue Gerechtigkeitsdebatte entbrannt. Die Vermögen sollen anders verteilt werden, wünschen sich viele Bürger. Doch über welche Steuern lässt sich das am besten anstellen?
Die Mittelschicht wird eindeutig überproportional belastet. Wer z.b. 50000 Euro verdient bewegt sich stark auf den Spitzensteuersatz zu, zahlt dazu volle Krankenkasse- und Rentenbeiträge, so dass am Ende kaum noch die Hälfte im Netto übrigbleibt. Wer dagegen von einem riesigen Kapitalvermögen lebt, kommt mit 25% Abgeltungssteuer weg. Das ist nicht gerecht!

Die Grundideen im Artikel sind richtig, aber: Wer Steuern für große Einkommen / Vermögen erhöht, muss gleichzeitig Steuern für mittlere und geringe Einkommen deutlich senken... warum fehlt dieser zweite Teil immer in der Gleichung?

Gerecht wird es nicht dadurch dass jeder weniger hat, sondern dass jemand nachher auch mehr hat als vorher.

Die kalte Progression kann man ganz einfach abschaffen, in dem man die Steuertabelle jedes Jahr anpasst, so wie das mit Beitragsbemessungsgrenzen etc. auch passiert. Daran hat aber kein Politiker ein ernsthaftes Interesse (obwohl alle Parteien das Gegenteil bekunden), schließlich sind so jährliche automatische Mehreinnamen garantiert.

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Hallmackenreuther 09.05.2014, 12:48
139. Zu diesen gefühlten...

...Ungerechtigkeiten hat Maggie Thatcher schon vor fast 30 Jahren alles gesagt: "You would rather have the poor poorer, provided the rich were less rich".

Man sollte sich also vor allem darum kümmern, dass möglichst viele sich ein Vermögen aufbauen können - also gerade nicht durch höhere Steuern auf Arbeitseinkommen, Grunderwerb und Grundbesitz.

Im Übrigen scheint das ja doch eher eine Debatte zu sein, die sich in deutschen Redaktionsstuben abspielt.

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