Forum: Wirtschaft
Wohnen in Deutschland: Zufriedenheit von Mietern sinkt deutlich
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Wohnungs- und Hauseigentümer sind viel zufriedener als Mieter. Bei denen nehmen die Klagen sogar zu - und das hat nicht nur finanzielle Gründe.

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woswoistndu 08.07.2019, 14:09
10. Immer ein Frage des Standpunktes

@bobrecht: die Investitionen in das Haus, in welchem ich seit nunmehr 10 Jahren eine Wohnung miete, sind in 2004 getätigt und nach mehrmaligem Besitzerwechsel sehr sicher wieder drin. Wir hatten vor einer Woche das erste Mal in diesem Jahr eine Hausreinigung. Und die nächste Mieterhöhung. Natürlich bis zum letzten Cent bis dahin, was im Rahmen des Mietspiegels möglich ist. Wo bitte steht, dass jetzt Rendite über die Betriebskosten möglich sein soll? Ich zahle die Mieterhöhung, weil ich mich in meiner Wohnung wohl fühle. Aber meine Klappe halten muss ich trotzdem, sonst bin ich schneller raus als ich Besen oder Staubsauger sagen kann...

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interdisziplinärer 08.07.2019, 14:12
11. berufliches Nomadentum kommt Mieterhöhung zu Gute

wie im Artikel schon erwähnt, ist es heute für Vermieter viel einfacher, die Mieten und da mietzinsniveau insgesamt zu erhöhen, da immer mehr Mieter heutzutage immer öfter nur wenige Jahre in ihrer Wohnung wohnen und dann berufsbedingt umziehen. So kann er alle paar Jahre ein wenig modernisieren und die Miete erhöhen.
Sch... Spiel, da die Institutionellen Vermieter im Grunde die selben sind, die das Berufskarussell immer schneller drehen.
Auch wenn da keine bewusst steuernde höhere Instanz des Kapitals dahinter steht, bleibt einfach übrig, dass das Kapital die Ertragsabschöpfung fast ausoptimiert hat.

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kenterziege 08.07.2019, 14:15
12. Technischer Zustand und Hausverwaltung ....

....stehen in der Kritik ganz oben und haben sicher einen Zusammenhang. Das hat seinen Grund in der schwierigen Beschaffung von Handwerkern. Wenn jeder mindestens Bachelor werden möchte, gibt es bei der gegenwärtigen Baukonjunktur eben einen gravierenden Engpass, der sich gerade im Reparatur-Bereich niederschlägt. Eigentlich sind da noch die „besseren“ Handwerker gefragt. In der teilweise komplexen Haustechnik mit nicht mehr lieferbaren Ersatzteilen, ist es ganz schlimm. Kommt dann noch der Mietpreisdeckel drauf, ist künftig noch mehr Frust angesagt.

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ditor 08.07.2019, 14:24
13. Billiogreisen

Zitat von wausko
, jedoch die Billigreisen in Schwellenländer verwöhnten Bundesbürger aus Sicht des Verfassers den Bezug zum Alltag verloren haben.
Bei manchen hat sich ein Anspruchsdenken durchgesetzt, weil man ihnen stetig vorerzählt auf was man alles ein angebliches Grundrecht hat. Egal wie teuer die Maßnahme, es darf gern gratis sein.

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einerkeiner 08.07.2019, 14:30
14.

Zitat von interdisziplinärer
wie im Artikel schon erwähnt, ist es heute für Vermieter viel einfacher, die Mieten und da mietzinsniveau insgesamt zu erhöhen, da immer mehr Mieter heutzutage immer öfter nur wenige Jahre in ihrer Wohnung wohnen und dann berufsbedingt umziehen. So kann er alle paar Jahre ein wenig modernisieren und die Miete erhöhen. Sch... Spiel, da die Institutionellen Vermieter im Grunde die selben sind, die das Berufskarussell immer schneller drehen. Auch wenn da keine bewusst steuernde höhere Instanz des Kapitals dahinter steht, bleibt einfach übrig, dass das Kapital die Ertragsabschöpfung fast ausoptimiert hat.
In einem gesunden Markt ohne Wohnungsmangel könnte der Vermieter gar nichts erhöhen, denn dann würde sich der Mieter eine andere, günstigere Wohnung suchen. Schauen Sie sich mal die weniger beliebten Gegenden in Deutschland an, wo es großen Leerstand gibt, dort sind die Mieten auf einem Niveau, das gerade so die Instandhaltung des Gebäudes finanzieren kann. Wer sich über die hohen Mietpreise wundert, sollte sich also eher fragen, warum denn so viele Menschen an ein paar wenigen Orten wohnen wollen. Natürlich kommt jetzt das Argument mit den Arbeitsplätzen, aber die Verteilung der Arbeitsplätze ist letztendlich auch ein Ergebnis politischer Entscheidungen (genauso wie die Größenordnung der Einwanderung, die hier auch eine Rolle spielt). Also schauen Sie lieber nach Berlin (und Frankfurt=EZB), als auf die Vermieter, die selbst nur winzige Teilnehmer in einem komplexen System sind.

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iffelsine 08.07.2019, 14:30
15. Mir als Vermieter ist die Zufriedenheit jetzt egal !

Der Mietdeckel in Berlin zeigt, der LINKEN, GRÜNEN und der SPD ist das ebenso egal. Sie wollen billige Mieten und wir wollen dann eben "billige" Kosten. Wenn sich früher bei mir Mieter gemeldet haben, wenn irgendetwas nicht gut funktionierte, habe ich den Handwerker geschickt und auch höherwertig ersetzt. Heute ist Schluss damit und ich lehne alles ab. Das erste Verfahren habe ich sogar gewonnen - früher hätte ich jeden Streit vermieden.

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schnubbeldu 08.07.2019, 14:40
16. Mit steigenden Mieten ...

... steigen auch die Ansprüche und Erwartungen der Mieter!

Sorry, selber bin ich zum Glück vor 6 Jahren dem Mietwahnsinn entkommen und bekomme nun als ETW-Bewohner direkt mit, wie sich die Hausgemeinschaft durch das Verhältnis "Eigentümer" und "Mieter" verändert, wenn insbesondere innerhalb den Mietwohnungen die Bewohner wechseln. Speziell die überliegende Wohnung ist das beste Beispiel, die erste Mieterin mit Sohn musste nach 15 Monaten wieder raus, weil im Grunde der Mietpreis für ein Alleinmieter kaum zu stemmen war. Wobei ehrlich nach mehr als 5 Jahren der jetzige Mietpreis sich nicht zu dem damaligen geändert hat und aber im Schnitt Vergleichsmieten schon wesentlich teurer sind. Die zweiten Bewohner waren "verwöhnte" Görren, die zum Glück nach knapp 18 Monaten von selbst wieder ausgezogen sind (Fliesen sind nicht glatt verlegt, unser Telefon würde permanent klingeln, die elekt. Rollläden sind zu laut, die Parkplatzsituation ist nicht gefällig, der Fluglärm ist ja eine Schande, etc.) Nach dem Auszug ergab in einem klärendem Gespräch mit Hausverwaltung, dass man der Mietpartei in keinster Weise es gerecht macht konnte. Die jetzigen Mieter ziehen nun bald aus, weil wegen Trennung, und nun sind wir gespannt was jetzt nun wieder für Bewohner einziehen werden.

Ehrlich? Als Vermieter der überliegenden Wohnung kann ich nach ca. 5,5 Jahren den Besitzer verstehen, dass er bei der letzten Eigentümerversammlung angekündigt hat, sobald die 10-Jahresfrist rum ist, er die Wohnung veräußern möchte. Er hat die Rumnörgelei satt und hat sozusagen unter der Hand den anwesenden Eigentümer diese Mietwohnung zum Kauf angeboten. Frei nach dem Motto "wenn Sie jemand kennen, der gerne als Eigentümer einziehen will, soll sich bei ihm melden, preislich wird man aus seiner Sicht schnell einig". So seine Worte. Noch Fragen? Mieter brauchen private Personen als Vermieter keiner.

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helmut.alt 08.07.2019, 14:44
17. Bei der Vermieterei werden zu gerne Einzelfälle

hochgespielt und verallgemeinert. Die Bösen sind meist die gierigen Vermieter. Manche Mieter meinen sie haben ein lebenslanges Anrecht auf billiges Wohnen in einer modernen Wohnung und vergessen, dass die Marktlage der Regulator ist. Angebot und Nachfrage regeln nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt, das Preisgefüge.

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schnubbeldu 08.07.2019, 14:46
18. ahja, und was hat die Hausverwaltung ....

Zitat von kenterziege
....stehen in der Kritik ganz oben und haben sicher einen Zusammenhang. Das hat seinen Grund in der schwierigen Beschaffung von Handwerkern. Wenn jeder mindestens Bachelor werden möchte, gibt es bei der gegenwärtigen Baukonjunktur eben einen gravierenden Engpass, der sich gerade im Reparatur-Bereich niederschlägt. Eigentlich sind da noch die „besseren“ Handwerker gefragt. In der teilweise komplexen Haustechnik mit nicht mehr lieferbaren Ersatzteilen, ist es ganz schlimm. Kommt dann noch der Mietpreisdeckel drauf, ist künftig noch mehr Frust angesagt.
... mit Ihrer Kritik im Bezug auf Handwerker und Haustechnik zu tun?

Nichts! Rein gar nichts!

Viele sehen in der Hausverwaltung "falsche" Dienstleitungen. Die Hausverwaltung, wie schon der Name sagt, "verwaltet" nur die Gemeinschaft. Sie ist weder Schlichter unter Streithähnen noch muss sie sich um Dinge kümmern, die das "Zusammenleben" fördert. Sie "verwaltet" nur das Geld ist aus meiner Sicht eher ein "Buchhalter". Mehr nicht! Für das Organisieren des Zusammenlebens ist die Gemeinschaft SELBER verantwortlich. Sprich man kann auch mal zum Nachbar an die Tür gehen und sagen was Sache ist. Natürlich nicht beleidigend, sondern klärend und zielstrebig. Wir haben bei uns auch ein wenig "Chaos" hinter uns, aber dann muss man als Bewohner und auch als Eigentümer selber die Hose an haben und das Gespräch suchen. Da hat eine "Hausverwaltung" nichts mit am Hut! Viele sehen in den Worten "Hausverwaltung" und/oder "Hausmeister" die Ebenen, die sie im Grunde eigentlich selber angehen müssen und nicht andere "vorschicken".

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pitti49 08.07.2019, 14:47
19. Es freut mich sehr,

dass an den meisten Meinungen hier im Forum erkennbar ist, dass die populistische Politik (nahezu aller Parteien) wohl keine wohlmeinende Wirkung erzielt. Die Leute denken weiter als die Politik. Beim endlosen Hangeln um Wählerstimmen (und damit Posten und Pöstchen) ist nun eben die gesamte Wohnungswirtschaft das Opfer. Das wird sich rächen in Gestalt von immer weniger Investitionen. Es macht keinen Spaß und vor allem kaum noch Sinn, aus rechtlicher und wirtschaftlicher Perspektive in Deutschland in Mietwohnungen zu investieren. Der Staat selbst hält sich weitestgehend aus Investitionen raus und heizt die Stimmung sinnlos an.

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