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Wohnen in Deutschland: Zufriedenheit von Mietern sinkt deutlich
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Wohnungs- und Hauseigentümer sind viel zufriedener als Mieter. Bei denen nehmen die Klagen sogar zu - und das hat nicht nur finanzielle Gründe.

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MissMorgan 08.07.2019, 15:28
30. Lachhaft,

dass sich die Mietpreisbremse jetzt schon in - für die Mieter spürbar - nicht erfolgten Investitionen wiederspiegeln würde.

Und ja, mir sind auch schlecht zahlende, lärmende Mieter bekannt. Über mir wohnt ein Eigentümer, der seit seinem Einzug vor über fünf Jahren ständig in und an seiner Wohnung herumwerkelt. Dieses Wochenende lackierte er und es stank barbarisch - in meiner Wohnung! Permanent muss die Hausgemeinschaft extra Müllgebühren zahlen, weil nicht richtig getrennt wird und auch Eigentümer (trotz mehrfacher Informationen) ihren Biomüll in Plastiktüten entsorgen.

Toi, toi, toi. Ich beschwere mich praktisch nie bei meinen Vermietern. Kaputte Geräte in der EBK tausche ich selber und nehme sie dann mit. Seitdem ich den alten eingebauten Kühlschrank nicht mehr habe, Sparte ich 240? an Stromkosten. Im Gegenzug werde ich auch nicht 'belästigt' und wenn, dann ging es bisher immer nur um Haus- und keine Wohnungsangelegenheiten. Dafür ist die Miete stabil geblieben, aber natürlich wurde auch nichts in die Wohnung investiert.

Und genau da ist dann aber auch ein Knackpunkt. Wenn man als Mieter gerne einen neuen Teppich haben möchte, dann aber verlangt dass der Vermieter alles einräumt, verräumt und wieder einräumt und noch dazu eine Mietminderung wegen Nichtnutzung des Raumes fordert, braucht sich natürlich nicht zu wundern, wenn es keinen neuen Teppich gibt. Die meisten Wohnungen werden eben ohne Mieter renoviert. Für ein kleines Bad kann man 15Tsd Euro ausgeben. Und dann noch alle Mieter für zwei Wochen in ein Hotel stecken? Hmmm

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Bueddel 08.07.2019, 15:32
31. Sich selbst erfüllende Erwartung

Für mich besteht allerdings das Risiko, dass sich hier der Effekt der sich selbst erfüllenden Erwartung zeigt. Da es derzeit nur negative Kommunikation in den Medien dazu gibt und „der kleine Bürger“ eh immer benachteiligt ist, kann das Gefühl sich nun auch verstärken ohne dass sich tatsächlich etwas an den Wohnumständen geändert hat.
Auch halte ich die Schere zwischen der „Zufriedenheit“ der Mieter zu den Vermietern für fast automatisch. Ist der Mieter allgemein unzufrieden, ist der Vermieter zufrieden, dass er nicht Mieter ist....
Daher ist das irgendwie alles nicht überraschend, jedoch wären die Schlussfolgerungen andere...

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Andreas1979 08.07.2019, 15:34
32. Die Mieten müssen sehr stark steigen.

Es kann doch nicht jeder in die Stadt ziehen. Also müssen die Mieten steigen, damit die Menschen sich auch auf dem Land nieder lassen. Auch nicht jedes Unternehmen kann in der Stadt sein Gewerbe betreiben. Nur so kann es einen Ausgleich zwischen Stadt und Landgefälle erreicht werden.

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mats73 08.07.2019, 15:39
33. Einfach nicht mehr vermieten!

Die Renovierung unserer Einliegerwohnung wird nach günstigstem Angebot 20k kosten. Nachdem wir als privater Vermieter die letzten 10 Jahre die Miete nicht erhöht haben, können wir jetzt eh nicht annähernd auf die ortsübliche Vergleichsmiete erhöhen ... dazu kommen Maklergebühren (schon allein, damit nicht zig Leute ungefragt unser Grundstück intensiv besichtigen, sobald die Vermietungsadresse bekannt ist). Wirtschaftlich betrachtet ist die Vermietung unserer Wohnung aktuell einfach nicht mehr sinnvoll, da bei Verkauf ein bestehendes MV in einem EFH mit ELW deutlich weniger Erlös bedeutet. Daher sind wir nun sehr froh über einen sehr großen zusätzlichen Dachboden, der für gelegentlich übernachtenden Verwandte/Bekannte zur Verfügung steht...die Wohnung darunter gibt Wärme ab, so dass nur minimalst geheizt werden muss....

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Andreas1979 08.07.2019, 15:40
34. An Beitrag 5

Ich habe eine Immobilie, sollte die Steuer wegfallen, möchte ich davon auch profitieren. Das bedeutet, den Teil der Grunderwerbssteuer, den ich gezahlt habe, wälze ich auf den neuen Käufer um. Wer profitiert? Der Veräußerer und nicht mehr der Staat.

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white-beach 08.07.2019, 15:48
35. Ich verstehe die Mieter nicht

Die Krux ist doch, dass viele Vermieter tatsächlich für teures Geld die Wohnung gekauft haben und als Altersvorsorge vermieten. Beim derzeitigen Zinsniveau und weiter steigenden Preisen kann jeder beim Casinospiel mitmachen und sich selbst eine Wohnung kaufen. Dem Vermieter aber zu hohe Preise vorzuwerfen ist auch nicht okay. Alle sind doch Opfer der Niedrigzinspolitik und den dadurch steigenden Preisen. Klar, Modernisierungen müssen schon wirklich eine Verbesserung sein - und das kann man suchgerichtlich prüfen lassen. Dann gibt es auch keine Verdoppelung der Miete. Aber bitte weniger Meckern und notfalls eben selbst kaufen

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liberaleroekonom 08.07.2019, 15:51
36. Man kann auch als Mieter Pech haben, passiert Vermietern auch

Zitat von rambazambah
Ich hätte gerne einen Vermieter wie Sie, denn Sie haben erkannt, dass Vermieten auch Verantwortung heißt. Wir führen wegen jeder Sache Grabenkämpfe mit unserem Vermieter. Aktuelles, sehr unnötige Geschichte: In der Mietsache enthalten sind Einbauküche mit Elektrogeräten (steht auch so im Vertrag). Geschirrspüler defekt. Auf unsere Bitte nach Reparatur kam: "Ich fühle mich nicht verantwortlich für eure Spülmaschine!" Wir versuchen ihm seit einem Monat freundlich (wirklich) klar zu machen, dass seine Gefühle falsch sind und er laut Vertrag und laut Mietrecht für Reparatur/gleichwertigen Ersatz sorgen muss. Bockenstur lehnt er ab. Inzwischen haben wir das Ding auf eigene Rechnung reparieren lassen (wer will schon monatelang mit Hand spülen) und wollten ihm die Rechnung weitergeben. Ich habe ihm eine Kopie des Vertrags mit farbiger Markierung der entsprechenden Stelle sowie ein Auszug aus mietrecht.org - ebenfalls mit farbig markierten Stellen zusammen mit der Rechnung in den Briefkasten getan. Kam alles zurück mit einem handschriftlich gekrakelten Vermerk, dass er sich - wie gesagt - nicht verantwortlich fühle. Wenn er was in der Wohnung macht, dann tauscht er nur gegen Gebrauchtes, das er billig irgendwo bekommen hat. Die Isolierung hat er innen statt außen angebracht, einen Trittschutz unter dem Laminat gibt es nicht, die Fenster und Türen sind nicht dicht und wenn man etwas sagt, fühlt er sich persönlich angegriffen, weil man seine handwerklichen Fähigkeiten in Frage stellt. Übrigens: Als wir den Techniker bestellten, haben wir ihn über jeden Schritt informiert und ihn eingeladen bei der Begutachtung dabei zu sein. Er selbst war nicht da, und seine Frau, die ebenfalls als Vermieterin aufgeführt ist, schlug uns die Tür vor der Nase zu mit den Worten: "Das geht mich nichts an, ich habe darauf keine Lust, lasst mich mit sowas in Ruhe!" Also was soll man da als Mieter tun? Einen Anwalt engagiereren, der mehr kostet als die Reparatur, Mitglied des Mieterbunds werden, die 3 Monate Frist haben, bevor sie juristisch tätig werden? Da Sie anscheinend alles richtig machen, können Sie uns die Optionen nennen - oder sonst jemand, der sich mit Mietrecht auskennt? Es ist nämlich so, dass wenn man bei Privatpersonen mietet, die von Mietrecht keine Ahnung haben und nur Forderungen stellen, alle Reparaturen, Wartungen, Erneuerungen, Instandsetzungen etc. ignorieren, man wirklich verloren hat. Das ist jedenfalls definitiv die letzte Immobilie, die wir mieten. Als nächstes kommt das Eigenheim - koste es was es wolle!
So wie man sich als Vermieter seine Mieter aussucht, sollte man sich als Mieter auch seine Vermieter durchaus etwas genauer betrachten. Die billigste Wohnung ist in der Gesamtbetrachtung nicht unbedingt die preiswerteste. Geiz ist halt nicht immer geil.
Und wenn Ihre Wohnung mit Einbauküche auch noch relativ teuer war, dann haben Sie leider offensichtlich doppelt Pech gehabt.
Als Mieter würde ich mich zumindest unbedingt vorher schlau machen, warum beispielsweise die Vormieter ausgezogen sind. Am besten sollte man sogar mit diesen Kontakt aufnehmen, um genau derartige Situationen, wie die von Ihnen geschilderte, zu vermeiden.

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so-long 08.07.2019, 15:52
37. Opportunitätsrechnung

Zitat von rambazambah
Ich hätte gerne einen Vermieter wie Sie, denn Sie haben erkannt, dass Vermieten auch Verantwortung heißt. Wir führen wegen jeder Sache Grabenkämpfe mit unserem Vermieter. Aktuelles, sehr unnötige Geschichte: In der Mietsache enthalten sind Einbauküche mit Elektrogeräten (steht auch so im Vertrag). Geschirrspüler defekt. Auf unsere Bitte nach Reparatur kam: "Ich fühle mich nicht verantwortlich für eure Spülmaschine!" Wir versuchen ihm seit einem Monat freundlich (wirklich) klar zu machen, dass seine Gefühle falsch sind und er laut Vertrag und laut Mietrecht für Reparatur/gleichwertigen Ersatz sorgen muss. Bockenstur lehnt er ab. Inzwischen haben wir das Ding auf eigene Rechnung reparieren lassen (wer will schon monatelang mit Hand spülen) und wollten ihm die Rechnung weitergeben. Ich habe ihm eine Kopie des Vertrags mit farbiger Markierung der entsprechenden Stelle sowie ein Auszug aus mietrecht.org - ebenfalls mit farbig markierten Stellen zusammen mit der Rechnung in den Briefkasten getan. Kam alles zurück mit einem handschriftlich gekrakelten Vermerk, dass er sich - wie gesagt - nicht verantwortlich fühle. Wenn er was in der Wohnung macht, dann tauscht er nur gegen Gebrauchtes, das er billig irgendwo bekommen hat. Die Isolierung hat er innen statt außen angebracht, einen Trittschutz unter dem Laminat gibt es nicht, die Fenster und Türen sind nicht dicht und wenn man etwas sagt, fühlt er sich persönlich angegriffen, weil man seine handwerklichen Fähigkeiten in Frage stellt. Übrigens: Als wir den Techniker bestellten, haben wir ihn über jeden Schritt informiert und ihn eingeladen bei der Begutachtung dabei zu sein. Er selbst war nicht da, und seine Frau, die ebenfalls als Vermieterin aufgeführt ist, schlug uns die Tür vor der Nase zu mit den Worten: "Das geht mich nichts an, ich habe darauf keine Lust, lasst mich mit sowas in Ruhe!" Also was soll man da als Mieter tun? Einen Anwalt engagiereren, der mehr kostet als die Reparatur, Mitglied des Mieterbunds werden, die 3 Monate Frist haben, bevor sie juristisch tätig werden? Da Sie anscheinend alles richtig machen, können Sie uns die Optionen nennen - oder sonst jemand, der sich mit Mietrecht auskennt? Es ist nämlich so, dass wenn man bei Privatpersonen mietet, die von Mietrecht keine Ahnung haben und nur Forderungen stellen, alle Reparaturen, Wartungen, Erneuerungen, Instandsetzungen etc. ignorieren, man wirklich verloren hat. Das ist jedenfalls definitiv die letzte Immobilie, die wir mieten. Als nächstes kommt das Eigenheim - koste es was es wolle!
Dieses Gezackere mit dem Vermieter würde mich auch nerven; wenn jedoch der Mietzins moderat ist, kann man eher über das eine oder andere hinwegsehen.
Aber auch das Eigenheim, bes. ETW sind nicht immer die Türe zum Himmel, sondern zur Hölle.

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krautrockfreak 08.07.2019, 15:57
38. Es gibt genügend Wohnraum, nur an den falschen Stellen. Wenn halb

Deutschland in den Städten wohnen will, gleichzeitig immer mehr Immigranten etc. auf den Wohnungsmarkt drängen, hunderttausende Wohnungen von Investmentgesellschaften im Leerstand stehen gelassen werden, während auf den Dörfern massig Häuser und Wohnungen leer stehen, was soll man dann machen?
Bauen, bauen, bauen? Genau der falsche Weg! Man muss dafür sorgen, dass die Menschen in den Dörfern wohnen können!

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peter.di 08.07.2019, 15:57
39. Gewinner der EZB Geldpolitik zufriedener als die Verlierer? Echt jetzt

Die "ultralockere Geldpoliltik" der EZB ist eine gigantische Umverteilung, u.a. da Immobilienpreise und in Folge Mieten durch die Decke gegangen sind. Gewinner sind Immobilienbesitzer, vor allem die, die schon vor 2012 mehr als eine Immobilien hatten (und Zocker und der Staat). Verlierer sind die Mieter (und Sparer und Rentensysteme). Von daher ist es wohl kaum eine Überraschung, dass die Immobilienbesitzer zufrieden und und die Mieter nicht.

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