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Wohnen in Deutschland: Zufriedenheit von Mietern sinkt deutlich
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Wohnungs- und Hauseigentümer sind viel zufriedener als Mieter. Bei denen nehmen die Klagen sogar zu - und das hat nicht nur finanzielle Gründe.

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wobblee 08.07.2019, 17:09
50. Kauf des Eigenheims..

Was mich an vielen der Kommentare stört ist der Verweis doch einfach selber Immobilienbesitzer zu werden. Auch wenn ich mir aktuell ein Eigenheim durchaus leisten könnte, kann ich noch nicht sagen ob ich in 5 Jahren (berufsbedingt) noch in der selben Stadt lebe. Macht also der kauf einer Immobilie Sinn? Nein.
Die Leute die meinen "Ja dann kauf doch einfach eine Wohnung", gehören (natürlich gibt es Ausnahmen) meist zum "alten Eisen" und leben seit ettlichen Jahren, wenn nicht sogar ihr ganzes Leben, am selben Ort. Dies hat sich für die jüngeren Generationen verändert und die Politik muss regulierend in den Markt eingreifen (da der Markt sich offensichtlich nicht selber reguliert), da wir immernoch in einer sozialen Marktwirtschaft leben - obs einem gefällt oder nicht.
Eigenheime machen für einen nicht gerade geringen Teil in unserer schnellliebigen Gesellschaft schlicht keinen Sinn mehr, das ist doch das wahre Problem.

Achso..: Aufs Land ziehen? Nein danke, da gibts in weiten Teilen bis heute kein gut funktionierendes, zuverlässiges und schnelles Internet.. Infrastrukturwüste Deutschland, selbst die meisten Osteuropäischen Länder sind uns da um Meilen vorraus.

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einerkeiner 08.07.2019, 17:25
51.

Zitat von Christoph L
Hier posten ja haufenweise Vermieter ^^ Da kommen gleich Nazivergleiche mit Diffamierung und Beispiele von 6,5€ qm-Preis. Also ich zahle für eine 75qm Wohnung mit Teppich aus den 80ern (schöner alte grauer Raufaserteppich) mit einer Küche aus der gleichen Zeit sportliche 13,50€ pro qm im Umland von München. Neuer Boden? Bitte selbst zahlen. Drehknauf an der Heizung defekt? Bitte selbst zahlen ist ne Schönheitsreperatur. Heizung und Warmwasser werden im Oktober abgelesen und bis heute ist noch keine Abrechnung da. Jedes Jahr das gleiche. Beim Einzug wurde auch "ausversehen" mal 900€ zu viel verlangt weil man die Zähler gegen 0 gerechnet hat obwohl diese schon weit höher standen. Es mag sicherlich eine Menge toller Vermieter geben, aber es gibt nun mal auch eine gigantische Menge schwarzer Schafe. Und wer hier erklären will das die Mieten halt "normal" steigen, aber die Löhne nicht so stark gestiegen sind und deswegen die Mieten so teuer erscheinen - Hallo? Wieso müssen denn die Mieten so stark steigen? Normale Menschen dürfen also alles Tragen wie z.B. "Das Einwandern in die Sozialsysteme" - aber Vermieter natürlich nicht. Die sollen schön jedes Jahr 5-10% mehr bekommen? WTF? Wie gesagt - ich spreche nur von den schwarzen Schafen, und das sind eben nicht mehr die Ausnahmen. Ich repariere inzwischen alles selbst da ich vor weiteren Mieterhöhungen Angst habe. Und wenn ich die Rufe von Vermietern und großen Gesellschaften höre die Anforderungen fürs Bauen zu senken: Diese würden nichts bringen außer die Rendite zu erhöhen. Selbst wenn ich auf einmal 100K€ für den Hausbau geschenkt bekomme: Man findet doch eh keine Baufirmen mehr. Hauptsache Marge steigern. 2-3 Wohnungen auf Pump kaufen vor 10 Jahren, die Kredite mit der Miete abzahlen und den Rest des Lebens blau machen. Da das Geld nicht auf Bäumen wächst, muss halt der Rest der Bevölkerung umso mehr arbeiten.
Warum existieren die Probleme denn in München, aber nicht z.B. in Duisburg? Sind nur die Münchener Vermieter böse, aber die Duisburger nicht? Oder reagieren vielleicht beide nur passiv auf die Rahmenbedingungen, genauso wie Mieter? Schauen Sie sich mal an, was z.B. Bauland in München kostet. Vermietung von Neubauten lässt sich dort wegen der hohen Bodenpreise nicht für weniger als ca. 20€ pro m² wirtschaftlich realisieren (wenn das Land auf dem freien Markt gekauft wurde). Ist doch klar, dass das auch auf die Mieten von Bestandshäusern durchschlägt. Beschweren Sie sich bei denen, die für die Rahmenbedingungen verantwortlich sind...

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einerkeiner 08.07.2019, 17:27
52.

Zitat von wobblee
Was mich an vielen der Kommentare stört ist der Verweis doch einfach selber Immobilienbesitzer zu werden. Auch wenn ich mir aktuell ein Eigenheim durchaus leisten könnte, kann ich noch nicht sagen ob ich in 5 Jahren (berufsbedingt) noch in der selben Stadt lebe. Macht also der kauf einer Immobilie Sinn? Nein. Die Leute die meinen "Ja dann kauf doch einfach eine Wohnung", gehören (natürlich gibt es Ausnahmen) meist zum "alten Eisen" und leben seit ettlichen Jahren, wenn nicht sogar ihr ganzes Leben, am selben Ort. Dies hat sich für die jüngeren Generationen verändert und die Politik muss regulierend in den Markt eingreifen (da der Markt sich offensichtlich nicht selber reguliert), da wir immernoch in einer sozialen Marktwirtschaft leben - obs einem gefällt oder nicht. Eigenheime machen für einen nicht gerade geringen Teil in unserer schnellliebigen Gesellschaft schlicht keinen Sinn mehr, das ist doch das wahre Problem. Achso..: Aufs Land ziehen? Nein danke, da gibts in weiten Teilen bis heute kein gut funktionierendes, zuverlässiges und schnelles Internet.. Infrastrukturwüste Deutschland, selbst die meisten Osteuropäischen Länder sind uns da um Meilen vorraus.
In den USA funktioniert das mit den Eigenheimen trotzdem, auch bei häufigem Umzug. Man müsste nur die Grunderwerbsteuer abschaffen, und die Notar- und Maklerkosten reduzieren, damit einen nicht jeder Umzug zigtausend Euro kostet...

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klichti 08.07.2019, 17:45
53.

Zitat von euro-paradies
bei der Schaffung von Wohneigentum steuerlich stärker unterstützen. Aber was man vom Sozen Scholz so mitbekommt, arbeitet der dem strikt entgegen.
Die rechten Kanaillen können einfach nicht normal diskutieren. Immer alles auf die persönliche Ebene bringen, indem sie abfällige Bezeichnungen für ihre politischen (?) Gegner benutzen. Sachinformationsfrei, meinungsfrei, intelligenzfrei, der Beitrag. Kann man machen. Sollte man aber nicht, speziell, wenn man sich schon durch ein sinnfreies Handle ganz deutlich geoutet hat.

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liberaleroekonom 08.07.2019, 17:47
54. Wenn schon kein selbstgenutztes Wohneigentum, dann vermieten

Zitat von wobblee
Was mich an vielen der Kommentare stört ist der Verweis doch einfach selber Immobilienbesitzer zu werden. Auch wenn ich mir aktuell ein Eigenheim durchaus leisten könnte, kann ich noch nicht sagen ob ich in 5 Jahren (berufsbedingt) noch in der selben Stadt lebe. Macht also der kauf einer Immobilie Sinn? Nein. Die Leute die meinen "Ja dann kauf doch einfach eine Wohnung", gehören (natürlich gibt es Ausnahmen) meist zum "alten Eisen" und leben seit ettlichen Jahren, wenn nicht sogar ihr ganzes Leben, am selben Ort. Dies hat sich für die jüngeren Generationen verändert und die Politik muss regulierend in den Markt eingreifen (da der Markt sich offensichtlich nicht selber reguliert), da wir immernoch in einer sozialen Marktwirtschaft leben - obs einem gefällt oder nicht. Eigenheime machen für einen nicht gerade geringen Teil in unserer schnellliebigen Gesellschaft schlicht keinen Sinn mehr, das ist doch das wahre Problem. Achso..: Aufs Land ziehen? Nein danke, da gibts in weiten Teilen bis heute kein gut funktionierendes, zuverlässiges und schnelles Internet.. Infrastrukturwüste Deutschland, selbst die meisten Osteuropäischen Länder sind uns da um Meilen vorraus.
Eigentum zu erwerben macht nur dann keinen Sinn, wenn man keine Lust hat sich darum zu kümmern und kein Risiko tragen will.
Wenn Sie berufsbedingt nicht mehr selbst in Ihrer Wohnung bleiben können, dürfen Sie diese doch gerne vermieten. Die meisten Mieter meinen doch sowieso, dass sie ihrem Vermieter die komplette Finanzierung und eine fette Rendite als Miete überweisen. Also warum machen Sie das nicht genauso.

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klichti 08.07.2019, 17:54
55.

Zitat von wausko
Eine dem Verfasser bekannte Vermieterin versucht zur Zeit in der Innenstadtlage von Düsseldorf, eine 90 qm Wohnung (Altbau) zu vermieten. Voraussetzung auf Mieterseite: Nichtraucher, kein Hund und Schufaauskunft (zwecks Liquiditätsprüfung zum Ausschluss von Mietnomaden). Bei den bisherigen Besichtigungen monierten zwei unterschiedliche potentielle Mieter, dass ja ein renovierter Altbau Schrott sei und man nur eine Neubauwohnung mieten würde (Frage: Warum wurde besichtigt?). Das in der Wohnung vorhandene Parkett wurde als Standard gesehen, ebenso die vorhandene (ca. 4 Jahre alte) Einbauküche. Moniert wurde das Bad (Komplettrenovierung vor 15 Jahren) Es sei nicht zeitgemäß, da eine Dusche anstatt eine Badewanne vorhanden und die Fliesen neutral weiß sind. Zeitgemäß sein eine frei stehende Badewanne. Die Vermieterin teilte dem Verfasser mit, dass Sie lediglich rund 2/3 der ortsüblichen Miete verlangt habe. Erkennbar ist, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft nur noch Neuwertigkeit zählt, wie bei Kleidung und Lebensmitteln "Marken". Ebenso ist erkennbar, dass auch in den Innenstädten Wohnraum vorhanden ist, jedoch die Billigreisen in Schwellenländer verwöhnten Bundesbürger aus Sicht des Verfassers den Bezug zum Alltag verloren haben. Einen hohen Anteil der Miete nehmen heute die Nebenkosten ein, wo insbesondere die Politik schuld ist .Kleine Vermieter, die in eigenem Interesse in ein Haus investieren und es auf dem aktuellen Stand halten, verlieren Dank populistischer Politik immer mehr an Boden, so dass große Vermieter immer mehr an Boden gewinnen, in deren Aussichtsräten später ja oft auch Politiker zu finden sind. Es ist vergleichbar wie mit dem Benzin: Politiker regen sich über die Mineralölkonzerne auf, jedoch kassiert der Fiskus rund 70 % pro verkauftem Liter.
Ich habe schon immer die Befürchtung gehabt, daß wir Mieter hier die eigentlichen bösen Buben sind. Die Mietpreise ziehen immer weiter an (ich habe schon seit drei Wochen meine Mieten nicht erhöht, es wird mal Zeit), wer nicht mehr als statistischen Durchschnittsverdienst hat, legt mittlerweile 40% seines Einkommens oder mehr für die Miete hin, aber das muß ja sein, immerhin ist der Vermieter so großzügig, einem eine Überdachung und Wände anzubieten. Ihr Extrembeispiel für unverschämte Mieter kann man durch gerichtsaktenkundige Gegenbeweise jederzeit als das entlarven, was es ist: eine Schutzbehauptung, nicht überprüfbar und aus dem Zusammenhang gerissen. Und natürlich werden die Mietnomaden instrumentalisiert. Man kriegt das Gefühl, zwei von drei Mietern unterwohnen nur schnell mal eine Premiumwohnung bis auf die Grundmauern, um dann weiterzuziehen und ihr Zerstörungswerk anderswo fortzusetzen. Ja, es gibt sie. Aber lange nicht so viele wie Vermieter, die am liebsten einfach nur die Miete kassieren würden, ohne die Mieter dann einziehen zu lassen.

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ArnoNym 08.07.2019, 18:10
56. Mut zum Risiko / unersättlicher Staat

Zitat von wobblee
Was mich an vielen der Kommentare stört ist der Verweis doch einfach selber Immobilienbesitzer zu werden. Auch wenn ich mir aktuell ein Eigenheim durchaus leisten könnte, kann ich noch nicht sagen ob ich in 5 Jahren (berufsbedingt) noch in der selben Stadt lebe. Macht also der kauf einer Immobilie Sinn? Nein.
Man muß halt ins Risiko gehen; das war auch in der Vergangenheit so: Die Masse hoppt nicht von Stadt zu Stadt der Arbeit hinterher. Leider hat man's nicht komplett selbst in der Hand, denn Firmen agieren zunehmend unberechenbarer. Aber retroaktiv gesehen hätte ich selbt mir besser gleich am Anfang eine Immobile gekauft. Letztendlich hat die Firma, in der ich arbeite, etliche Namens- und Eigentümerwechsel hinter sich, aber letztendlich sitze ich immer noch am "gleichen Schreibtisch". Damals dachte ich auch: Wer weiß, wie lange ich hier noch arbeiten kann? Rückblickend gesehen was dies ein Fehler, denn Wohnungen oder Häuser kann man auch vermieten oder verkaufen.

Zitat von
Eigenheime machen für einen nicht gerade geringen Teil in unserer schnellliebigen Gesellschaft schlicht keinen Sinn mehr, das ist doch das wahre Problem.
Der einzige, der einem Knüppel zwischen die Beine wirft, ist Vater Staat: Nicht nur hält er selbst massiv die Hand auf (Grunderwerbssteuer), sondern sorgt durch teilweise völlig idiotische Regularien dafür, daß die Kosten ins Unermeßliche steigen (kein Bestellprinzip beim Makler, teilweise völlig überdrehte BAuanforderungen etc.). Wenn das nicht wäre, könnte man wie in den USA seine Hütte verkaufen und am neuen Arbeitsort eine neue kaufen. Das ist das Problem!

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von_hintendrop 08.07.2019, 18:31
57.

"Jeder kann sogar ohne 'abstrus hohe Mieten und Frechheiten' leben, wenn er so klug war, sich für seinen Lebensmittelpunkt eine Immobilie zu kaufen. Aber dann muss der Ärmste evt. auf´s Rauchen verzichten, muss sein Kneipenleben einstellen und evtl. auf das Auto verzichten" (Zitat: Heimratt). Das ist natürlich eine brilliante Erklärung auf die Frage, weshalb die Zufriedenheit der Mieter in den letzten Jahren gesunken ist. Und es ist ein wirklich hilfreicher Beitrag auch auf die Frage, weshalb in Deutschland die Wohneigenheimquote so niedrig ist, wie sonst nirgendwo in der EU. Es sind alles einfach nur Raucher, Säufer, Faulenze und Nichtsnutze, die ständig ihren Job verlieren und umziehen müssen. Chapeau, darauf muss man erstmal kommen.

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k70-ingo 08.07.2019, 19:34
58.

Zitat von klichti
Die rechten Kanaillen können einfach nicht normal diskutieren. Immer alles auf die persönliche Ebene bringen, indem sie abfällige Bezeichnungen für ihre politischen (?) Gegner benutzen. Sachinformationsfrei, meinungsfrei, intelligenzfrei, der Beitrag. Kann man machen. Sollte man aber nicht, speziell, wenn man sich schon durch ein sinnfreies Handle ganz deutlich geoutet hat.
Abgesehen von Ihrer Verbalinjurie "Kanaille" ist der Gebrauch des Ausdrucks "Sozen" nicht allein auf die Rechten beschränkt, sondern wird in anderen Kreisen, auch liberalen, grünen und linken.

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kunibertus 08.07.2019, 19:57
59. Im ZDF ist gerade ein Beitrag

gesendet worden, in dem sich ein Mieter in München bitterlich beklagt hat, dass er monatlich 1600 EUR Kaltmiete bezahlen muss. Er hätte sich mal vorher überlegen sollen, wie hoch der Kredit für eine Eigentumswohnung bei einer Kreditbelastung incl. Tilgung in dieser Höhe gewesen wäre. Man kann sich als Eigentümer allerdings nicht mit jeder Kleinigkeit an seinen Vermieter wenden, sondern muss sich selbst kümmern. Und hat mal jemand die Vermieter gefragt, was passiert, wenn der Mieter die Wohnung ausräumt, alles Verwertbare verkauft und sich dann absetzt. Da nutzt im Zweifel auch kein Gerichtsverfahren. Der Mieter verweist auf Mittellosigkeit und der Vermieter kann dann alles neu anschaffen. Das ist kein hergeholtes Beispiel, sondern mir leider selbst passiert. Mein damalige Mieter ist wegen Eigentumsdelikten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden und ich habe das Nachsehen gehabt.

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