Forum: Wirtschaft
Wohnraum-Studie: Forscher warnen vor Verwahrlosung deutscher Städte
imago

Deutschland steht vor einem Paradox: Mieten sind in vielen Großstädten kaum noch bezahlbar, gleichzeitig stehen ganze Wohngebiete leer. Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt, wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird: Die Forscher warnen vor Zuständen wie in Detroit.

Seite 15 von 37
uezegei 05.09.2013, 12:22
140.

Zitat von UnitedEurope
Und wenn man die leerstehenden Häuser einfach abreist und wieder begrünt? Die Häuser werden ja nicht besser, dass sie da rumstehen, die Instandhaltung verschlingt Unsummen und es ist abzusehen, dass Städte wie Osnabrück in den nächsten 30 Jahren weiter schrumpfen wird. Durch die begrünung steigt wiederum die Lebensqualität und der Wert der übrigen Häuser et voila!
Und wer soll die Besitzer enteignen, bzw. denen ihre Häuser abkaufen?
So viel Geld wird im Stadtsäckel nicht vorhanden sein, als dass man privaten Wohnraum plötzlich kommunalisiert, um den abzureissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwarzes_lamm 05.09.2013, 12:23
141.

Zitat von resusciman
Das abgebildete Haus in Berlin befindet sich im Sanierungsgebiet nördliche Luisenstadt in Mitte, wo bereits in den letzten Jahren ringsherum ausschließlich Luxussaniert (z.B. Engeldamm) wurde. Aktuell werden nun alle .......
Mittlerweile wird jeder Neubau oder jede Sanierung durch strengere Bauauflagen zur "Luxusimmobilie" - Standardausführungen bei der Fensterverglasung, sowie Wärmedämmung und Heiztechnik bekommt man so gut wie nicht mehr genehmigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chrisjago 05.09.2013, 12:25
142.

Zitat von resusciman
Das abgebildete Haus in Berlin befindet sich im Sanierungsgebiet nördliche Luisenstadt in Mitte,
Sollten Sie das Bild meinen, das über dem Artikel ist: Das Haus ist in Chemnitz, Annaberger Straße.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter_1974 05.09.2013, 12:26
143.

Zitat von UnitedEurope
Und wenn man die leerstehenden Häuser einfach abreist und wieder begrünt? Die Häuser werden ja nicht besser, dass sie da rumstehen, die Instandhaltung verschlingt Unsummen und es ist abzusehen, dass Städte wie Osnabrück in den nächsten 30 Jahren weiter schrumpfen wird. Durch die begrünung steigt wiederum die Lebensqualität und der Wert der übrigen Häuser et voila!
Und wer kauft den Besitzern die leer stehenden Wohnungen ab? Sie?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
juttakristina 05.09.2013, 12:27
144. Mhd77,

und was hat das damit zu tun, dass die Länder das Geld, das zur Schaffung bezahlbaren Wohnbaus dienen sollte, anderweitig verpulvert haben? Ich glaube sogar Bayern gehörte nicht zu der Aufzählung der Bundesländer. Traurig, wenn wegen Spekulanten nicht vermietet wird, aber "im Grünen" - da stellt sich mir auch direkt die Frage nach der Infrastruktur. Wenn man außerhalb der City wohnt und kein Auto haben, dann stehen Sie teils ganz schön blöd da.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kurswechsler 05.09.2013, 12:27
145. Stimmt so nicht

Zitat von doytom
...ausgeglichen haben wenn Deutschland nur noch 60 Mio. Einwohner hat. Schrumpfen ist die beste Lösung für Deutschland, ob auf dem Wohnungsmarkt oder auf dem Arbeitsmarkt oder ökologisch betrachtet. Mir sind grosse Naturschutzgebiete mit Bären und Wölfen lieber als zubetonierte Gegenden.
Sie sind nicht auf dem Laufenden. Das mit den 60 Mio. Altdeutschen stimmt zwar. Gleichzeitig leben dann aber 20 bis 30 Mio. Migranten usw. bei uns, so dass die Bevölkerung, wenn auch nicht die ursprünglich deutsche sogar in diesem Land wieder wächst. Stand kürzlich auch in SPON.

Gucken Sie hier: 80,5 Millionen Deutsche: Stärkstes Bevölkerungsplus seit 20 Jahren - SPIEGEL ONLINE

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Roter_Milan 05.09.2013, 12:27
146. Suhl

Schauen wir da mal genauer hin:

Leerstand vieler Plattenbauwohnungen, meistens 3-4 oder mehr Zimmer. Dagegen ist das Angebot an Singlewohnungen sehr knapp, weil man diese als erste in den 90er Jahren abgerissen hat. Ganze Blocks mit 1-2 Zimmer-Wohnungen fielen dem Abrissbagger zum Opfer. Stehen geblieben sind hingegen die Einraumwohnungen in den Hochhäusern der Innenstadt, die aber mehr Karnickelställen ähneln denn Wohnungen. Keiner zieht ohne Not in solche Unterkünfte.

Folge ist ein ziemlich hoher Mietpreis für die kleinen Wohnungen. Jetzt soll mir aber niemand sagen, dass die gesellschaftliche Entwicklung (weniger Familien -> mehr Singlehaushalte) den Stadtplanern in jenen Jahren nicht bekannt war. Und doch tat man mit den o.g. Abrissen genau das Gegenteil von dem, was eigentlich naheliegend war.

Dummheit oder Absicht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nochmehrunsinn 05.09.2013, 12:27
147. Genauso ist es!

Zitat von schwarzes_lamm
Mittlerweile wird jeder Neubau oder jede Sanierung durch strengere Bauauflagen zur "Luxusimmobilie" - Standardausführungen bei der Fensterverglasung, sowie Wärmedämmung und Heiztechnik bekommt man so gut wie nicht mehr genehmigt.
Selbst riesige Neubaugebiete mit Sozialwohnungen am Stadtrand würden das Problem nicht lösen.
Da will auch nimmand hin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chickenkiller 05.09.2013, 12:28
148. Gegenkultur

Die "Verwahrlosung" hat (zumindest in Großstädten) auch einen gegenkulturellen Aspekt. Es entwickeln sich Gebiete, die weitgehend vom kleinbürgerlichen Idealstandard und deren Kontrollinstanzen abgehängt werden. Das hat was von Freiheit und auch die entstehenden Subkulturen bieten interessante Perspektiven, wenn man sich mit ihnen arrangiert. Der Staat hat irgendwann keinen effektiven Zugriff mehr (außer Strom und Wasser abstellen). Subsysteme können weitgehend autark funktionieren und eigene Strukturen bilden.
Ich finde das eigentlich nicht verwahrlost, sondern aufregend. Shadowrun beginnt genau jetzt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darthmax 05.09.2013, 12:28
149. Erkenntnis

Die Menschen ziehen in der Regel dahin, wo sie Arbeit finden, so schrumpft die Zahl der Menschen, die auf dem Land wohnen, weltweit.
In Deutschland gab es zur Wirtschaftswunderzeit einen kurzen Augenblick, wo die Industrie zu den Arbeitnehmern auf das Land zog, heute ist dieser Trend schon längst vorbei. Es gibt dort kaum noch qualifizierte Arbeitnehmer.
Die Ausnahme mag Berlin sein, wo die hinziehen die alternativ leben möchten.
Der Bezug zu Detroit ist schwierig, da in Amerika ( USA) alles anders ist und Investitionen in Erhaltung gering sind und der Arbeitnehmer auch in andere Staaten wechselt, sollte dies erforderlich sein.
So haben BMW und Mercedes Ihre neuen Fabriken in den Südstaaten gebaut, mit Subventionen, und keine alten Fabriken umgerüstet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 15 von 37