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Wohnraum-Studie: Forscher warnen vor Verwahrlosung deutscher Städte
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Deutschland steht vor einem Paradox: Mieten sind in vielen Großstädten kaum noch bezahlbar, gleichzeitig stehen ganze Wohngebiete leer. Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt, wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird: Die Forscher warnen vor Zuständen wie in Detroit.

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Orientale 05.09.2013, 11:32
40. Der Spiegel hat vom Osten keine Ahnung

Dass in westlichen Großstädten Wohnungsnot herrscht, vor allem in Hamburg und München ist - leider - keine Neuigkeit. Die hier beschriebenen Zustände herrschen dort, so lange ich denken kann. Wie sieht es nun im Osten aus? Wohnungsnot kannte auch die DDR. Oft war nur durch komplizierte Tauschsysteme an Wohnungen heranzukommen. Doch niemand musste auf der Straße leben oder sich von Hauseigentümern erniedrigen und ausplündern lassen. Mehr als 20 Jahre nach der Wende gibt es etwa in Halle an der Saale in der Tat vergleichsweise hohe Leerstandsquoten. Doch man muss genau hinsehen, was wo leer steht. Denn hier zerfällt eine Stadt in zwei Teile: Im Süden und Westen, also den eher jüngeren Stadtgebieten (überwiegend Bauten aus DDR-Zeiten) sind Wohnungen nicht generell, aber oft billig zu haben und es gibt gewisse Leerstände. Ganz anders sieht es in den gefragten Gründerzeitstadtteilen Kröllwitz, Paulusviertel und Mühlwegviertel aus. Gemessen an hiesigen Einkommensverhältnissen ist Wohnen dort sehr teuer. Es gibt Wartelisten, horrende Kautionen und das bei mäßiger Wohnraumqualität. Was hier noch leersteht und verfällt, ist unbewohnbar. Noch mehr Sorgen als die Mieten machen aber die Nebenkosten und dabei nicht allein weniger die Stromkosten, als vielmehr die Heizkosten. Zu den Mietpreistreibern gehören ausgerechnet die kommunalen Wohnungsgesellschaften, da die Stadt ihren maroden Haushalt über deren Einnahmen saniert. Der absolute Irrsinn ist dabei, dass es aufgrund der Altschuldenregelung attraktiv ist, vorhandene Bausubstanz in Größenordnungen abzureißen - mit Fördergeldern, versteht sich. So gesehen erlebt der Osten Deutschlands das beschriebene Auseinanderdriften des Wohnungsmarktes auf engstem Raum.

Während hier Abriss und soziale Entmischung die Mieten antreiben, ist es im Westen der Republik die sträfliche Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus. Beides ist Folge verfehlter Politik.

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hiwhatsup 05.09.2013, 11:32
41. Wer ist die wahre Partei der Industriebrachen?

Zitat von GSYBE
Ist doch seit Jahren bekannt. Man muss sich wirklich fragen, wie die Partei, die seit 8 Jahren in der Regierungsverantwortung ist, momentan auf +/- 40% kommt.
Wer ist in Bayern seit 40 Jahren an der Macht - geht es dort aufwärts oder abwärts?

Wie sieht es mit der Industrie in Oberhausen, Duisburg, Gelsenkirchen & Co. aus? Wie viele Industriebrachen gibt es dort?
Und wer ist in NRW an der Macht?

Sie machen es sich zu einfach!

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schwarzes_lamm 05.09.2013, 11:32
42.

Zitat von sysop
Deutschland steht vor einem Paradox: Mieten sind in vielen Großstädten kaum noch bezahlbar, gleichzeitig stehen ganze Wohngebiete leer. Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt, wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird: Die Forscher warnen vor Zuständen wie in Detroit.
Eine Studie!, Eine Studie!, Eine Studie!
Vielleicht sollte man in Deutschland beginnen, etwas weniger Studien zu erstellen und den Instituten und Stiftungen, die diese Studien erstellen, den Geldhahn abdrehen, um sich dem Lebensalltag zuzuwenden.
Dass zB hier im Rhein Main Gebiet genug Wohnrungen leer stehen und auf Mieter warten, hätte ich dem Redakteur auch mitteilen können, ohne dass "Wissenschaftler" Studien darüber erstellen.

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spon-facebook-10000452262 05.09.2013, 11:33
43. Durch Wahlen

Zitat von GSYBE
Man muss sich wirklich fragen, wie die Partei, die seit 8 Jahren in der Regierungsverantwortung ist, momentan auf +/- 40% kommt.
Was die ex-100-%-Partei, die nun als Linke verkleidet daher kommt, wohnungsmäßig geleistet hat, kann man in der Ostzone besichtigen: Verrottete Altbauten ohne Ofenheizung, oder Plattenbau (in den die Einheimischen nicht mehr einziehen wollen und der dann wieder abgerissen wird, Halle-Neustadt). Diese DDR-Verhältnisse kann sich wohl keiner zurückwünschen.

Der anscheinend gespaltene Mietmarkt kommt dadurch zustande, dass für bestimmte Bevölkerungskreise der Preis keine Rolle spielt: Nämlich für die ganz Reichen (das führt zu Geldghettos wie Bogenhausen, Düsternbrook oder Kronberg) und für die, die auf Gesellschaftskosten untergebracht werden, da die "Kosten der Unterkunft" für Asos keine Rolle spielen (das führt zu Slums wie Gallus, Steilshoop oder Hemshof).

Die Gekniffenen sind die, die für einen "normalen" Lohn aus ehrlicher Arbeit eine vernünftige Wohnung suchen: Die stehen Schlange in noch nicht verwahrlosten oder noch nicht gentrifizierten Vierteln - chancenlos. Dass die das aber offenbar noch gut finden, manifestiert sich - durch Wahlen.

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sischwiesisch 05.09.2013, 11:33
44. Bild...

Zitat von chrimirk
Dessen Alternative ist unter der Brücke in Zeitungspapier eingewickelt seinen Exitus abwarten. Das ist das Ergebnis der christlichen Politik. Vermutliche streng nach Mutti einfach "alternativlos". Weiter so Deutschland. Es wird noch gelingen D. auf das Niveau von Bulgarien und so, zu bringen.
...ist aus Berlin. Verantwortung : Wowereit (SPD). Wie lange schon ? Zitat:" Arm, aber sexy !" Problem-Peer soll´s richten ? Dann wird wirklich alles gut !
Was macht dann ihresgleichen, wenn´s nichts mehr zu jammern gibt ?

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testthewest 05.09.2013, 11:33
45.

Zitat von GSYBE
Ist doch seit Jahren bekannt. Man muss sich wirklich fragen, wie die Partei, die seit 8 Jahren in der Regierungsverantwortung ist, momentan auf +/- 40% kommt.
Wie "die Partei"? Der "demographische Wandel" ein Euphemismus für Totentanz eines egomanischen Volkes, geht nun schon seit über 40 Jahren. Und der Beginn der Kinderarmut wurde von Links angeschoben. Und nun ist es egal welche Partei in den 40 Jahre dran war.

Nun wird man dass sehen, was man schon seit Jahrzehnten vorrausberechnen konnte, aber trotzdem zugelassen hat.

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Abbo Theke 05.09.2013, 11:34
46. Deutsche Detroits

sind kaum mehr zu verhindern. Schaut man sich in mitteldeutschen, ehemaligen Indusriestädten wie z.B. Köthen,Zeitz o.ä. an, sieht man den Verfall an allen Ecken und Enden. Marode VEB-Betriebe wurden nach der Wende massenhaft abgewickelt und neue Arbeitsplätze kaum geschaffen. Die Jugend ist der Arbeit hinterhergezogen. Zurückgeblieben sind fast nur alte Menschen, denen die Finanzkraft und der Elan fehlt, dem Verfall Einhalt zu gebieten.
Ich denke nicht, dass es für die Kommunen eine Lösung sein kann, sich mit diesen Zuständen anzufreunden, wie Herr Voigtländer vorschlägt. Hier geht eine ehemals architektonisch wunderschöne Kulturlandschaft endgültig verloren. Es kann doch nicht richtig sein, hier in Deutschland einige Metropolen immer weiter "aufzupumpen" mit allen daraus resultierenden Problemen, wie dem o.g. Wohnungsnotstand und andere Regionen einfach aufzugeben. Und der Gipfel der Ironie ist es, ausgerechnet in diesem Hinterland das Projekt Schnöggersburg zu bauen: eine Geisterstadt für Manöverspiele.

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sternfalke77 05.09.2013, 11:35
47. Der Hauptgund ...

Zitat von phenomen
sollte einfach mal überlegen, warum die Leute nur noch in den Großstädten wohnen wollen. das ist nämlich so ziemlich der einzige Ort an dem es Arbeit gibt. des weiteren könnte mit dem Ausbau der Infrastruktur dagegen gewirkt werden. niemand hat Lust in einem Ort zu wohnen, an dem alle Stunde nur ein Bus fährt.
...ist sicherlich in der " Vergreisung " unserer Gesellschaft zu suchen.
Alles möglichst im 10 min. " Fußwegradius " zu haben wird mit fortschreitendem Alter beinahe Lebenswichtig.

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kurswechsler 05.09.2013, 11:35
49. "Der deutsche Wohnungsmarkt driftet auseinander ..."

"Der deutsche Wohnungsmarkt driftet auseinander ..." Vollkommen richtig. Die Gesellschaft driftet ja auch auseinander arm / reich, sogar in drei Teile berücksichtig man die vielen nicht integrierten Migranten nebst Nachwuchs. Neben verfallen Stadtteilen gibt es ja auch rein tückische, libanesische und demnächst syrische und teschenische Stadtteile in Deutschland. Die nächsten Jahre werden also spannend. Seine Hausaufgaben hat an der Stelle noch kein Politiker gemacht.

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