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Wohnungsmarkt: Mietpreis-Exzesse in Hamburg
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Wohnen in Deutschlands Großstädten wird zum Luxus - das belegt jetzt eine Auswertung über den Hamburger Mietmarkt, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. In begehrten Stadtteilen schlagen Vermieter bis zu 60 Prozent auf die offizielle Durchschnittsmiete drauf.

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kleppten 08.03.2013, 11:45
1. Quotenregelung

man ahnt schon, was als nächstes von den Quotenkommissaren unserer Gleichheitsgesellschaft geplant wird.

Quoten bei der Vergabe von Wohnungen. Damit nicht immer der bestverdienende die Wohnung in Ottensen oder Eppendorf bekommt, wird der Staat den Vermietern vorschreiben, innerhalb eines Stadtteils Pfichtquoten für Frauen, Muslime, Roma und Sozialhilfeempfänger einzuhalten. So schaffen wir bundesweit einheitliche Lebensverhältnisse, und ein Fetisch wird endlich Realität.

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MikeNaeheHamburg 08.03.2013, 11:46
2. optional

Es ist in Hamburg seit Jahrzehnten schwierig, bezahlbaren Wohnraum in einer vernünftigen Lage zu finden. Das ist nichts neues. Sicher gab es auch mal Zeiten, in denen es nicht ganz so schwierig war wie heute, aber im Großen und Ganzen war die Situation immer ähnlich. Der Senat schwärmt zwar von der wachsenden Stadt. Aber ein paar Bürokomplexe zu errichten, ein Schild mit dem Wort „Mediencenter“ reicht halt nicht, wenn es für die Angestellten keine Wohnungen gibt. Aber das hätte man ahnen können, wenn man vielleicht mal „SimCity“ gespielt hätte ...

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MutzurLücke 08.03.2013, 11:48
3. Angebot und Nachfrage

Obergrenzen sind Augenwischerei. Nicht nur werden weiter die finanziell "solidesten" Kandidaten den Zuschlag bekommen, sie werden auch weiter mehr zahlen. Es muss ja nicht immer die Miethöhe sein, über die ein Mietinteressent sein Angebot interessanter machen kann als das der Anderen. Wichtig ist nur, dass jemand existiert, der so viel für eine Wohnung zahlen will.

Außerdem bleibt das Ergebnis gleich: Es wird immer Immobilien geben, in denen mehr Menschen gerne wohnen würden, als darin wohnen können. Und es wird immer wieder nötig sein, eine Auswahl zu treffen, wem nun das Privileg zuteil wird, in diesen Immobilien zu wohnen. Solange nicht aller Wohnraum verstaatlicht ist, sondern Menschen versuchen, mit Grundeigentum Geld zu verdienen, wird Geld auch den Ausschlag über die Auswahl geben. Da jetzt planwirtschaftliche Zwangselemente einzufügen, führt nur zu entsprechenden Wucherungen an anderer Stelle.

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Mümax 08.03.2013, 11:50
4. optional

Ach ja, die bösen Vermieter...wie sind eigentlich die Kaufpreise in diesen Gebieten? Auch 20-60% erhöht (mindestens)! Wer schützt die Vermieter vor solchen Preisen?
Übrigens haben die Vermieter mehr Rechte. Ab 20% Preisüberhöhung kann bereits Mietwucher vorliegen, der Mietvertrag ist nichtig und die überhöhte Miete muß nicht bezahlt werden. Zudem kann der Vermieter mit 50.000 Euro Bußgeld belegt werden. Das Risiko würde ich als Vermieter niemals eingehen. Zum anderen zwingt niemand die Mieter, ins überteuerte Stadtzentrum zu ziehen.In den Randlagen gibt es überall preiswerten Wohnraum. Wenn die Nachfrage zurückgeht, entspannen sich auch die Preise.

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iStone 08.03.2013, 11:50
5.

Zitat von sysop
Wohnen in Deutschlands Großstädten wird zum Luxus - das belegt jetzt eine Auswertung über den Hamburger Mietmarkt, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. In begehrten Stadtteilen schlagen Vermieter bis zu 60 Prozent auf die offizielle Durchschnittsmiete drauf.
Es steigen aber nicht nur die Mieten, sondern v.a. die Ansprüche der Mieter. Das meist sehr gut angebundene Umland von Hamburg verfügt über sehr günstige Mietobjekte und hat Schwierigkeiten, diese an den Mann/die Frau zu bringen. Aus persönlicher Erfahrung kenne ich mich sehr gut von Bergedorf über Geesthacht nach Lauenburg aus - teilweise viele Monate lange Leerstände, weil kein Mieter Interesse hat. 3-Zimmerwohnungen für 350 EUR direkt an Bushaltestellen mit Direktverbindung zum Rathaus Hamburg in 35 min. inkl. kostenlosem WLAN im Bus. Nachfragen zur Wohnung? Fehlanzeige! Und das sind sehr viele Wohnungen, die leer stehen.

So groß ist also die Wohnungsnot nicht - eher die Bereitschaft, paar Minuten länger zu fahren. Und es fahren sogar Nachtbusse die ganze Nacht...

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tellerrand 08.03.2013, 11:51
6. In jeder westdeutschen Großstadt

Hier in Braunschweig (östliches Ringgebiet - Gründerzeitwohnungen) gab es kürzlich eine Wohnungsbesichtigung bei der Briefumschläge an die Interessenten verteilt wurden, in den jeder eine Summe reinschreiben konnte. Die Wohnung wurde dann an den meistbietenden verkauft. Das zeigt, wie die Not der Menschen ausgenutzt wird.

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rimaldo 08.03.2013, 11:53
7. Empirischer Unsinn

In Hamburg schalten die Vermieter ihre Anzeigen nicht bei Immoscout, sondern bei Immonet. Hier ist schon mal der erste Fehler. Jedes Jahr ziehen 20.000 Menschen mehr nach Hamburg, als welche wegziehen. Hamburg ist mit fast 50 % Einzelhaushalten Singlehauptstadt. Jahrelang wurde kaum gebaut, viele Stadtteile wurden unattrativ gemacht oder gehalten. Die Nebenkosten steigen viel mehr, als die Nettokaltmieten, aber immer wird die Schuld beim Vermieter gesucht. In den beliebten Stadtteilen zieht kaum jemand aus, wenn man einen alten Vertrag hat.

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hans-rai 08.03.2013, 11:57
8. Das eigentliche Problem sind die Nebenkosten, denn

die laufende Diskussion über "unbezahlbare" Mieten in Hamburg und die Berichterstattung darüber vernachlässigt meiner Meinung nach den Faktor "Nebenkosten". Es geht ja nicht nur um die angesagtesten Stadtteile in Hamburg, wo es zweifellos Auswüchse gibt. Bei "normalen" Mietverhältnissen stelle ich viel häufiger fest, dass bei meinen Mietern die Nebenkosten wie Heizung, Müllabfuhr, Wasser, Strom usw. viel größere Probleme bereiten als die eigentliche Miete. Ein Beispiel einer 65 qm Wohnung in einer guten Lage (normale Ausstattung) in Lohbrügge (Christinenstraße) hat eine Kaltmiete von 387,32 Euro = 5.95/qm, entspricht unterste Grenze Mietenspiegel.

Die Nebenkosten-Vorauszahlung belaufen sich für den Mieter inzwischen auf 180,- Euro. Von der Kaltmiete gehen etwa 105,- Euro nicht umlagefähige Kosten für mich als Vermieter ab. Bleiben 282,- Euro Mieteinnahme bei einer Investition von rund 120 000,- Euro. Die Kaltmiete ist seit über 5 Jahren unverändert

Die Nebenkosten werden ja nicht won uns als Vermieter verursacht. Ständig steigen irgendwelche Abgaben und Kosten wie jetzt z.B. die Wasserkosten durch die Niederschlagswasser-Regelung.
Eine Nachzahlung von z.B. 250,- bis 280,- Euro, verursacht durch höhere Heizkosten durch die kalte Witterung im vergangenen Frühjahr und Frühsommer und die Ölpreissteigerungen, bringt da die Mieter häufig schon in finanzielle Schwierigkeiten.
Vielleicht ein Hinweis, bei diesem Thema nicht immer nur die "eine" Seite zu sehen. Dass Politiker gerne den Buhmann "Vermieter" herausstellen, ist klar, weil es einfach ist, hier öffentlichkeitswirksam zu agieren.

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mmmc126641360150203 08.03.2013, 11:58
9. Einzelfälle aufgrund der Politik!

Wer Steuerabschreibungen kürzt, den Wohnbau verteufelt, keine Baugebiete mehr ausweist, den Neubaustandard verteuert und im Bestand "ölologisch wertvolle" Sanierungen erzwingt erntet Mietsteigerungen.

Im grünen Zeitgeist sind natürlich nur die anderen schuld.

Die bösen, bösen Vermieter, die bösen, bösen Makler, die bösen Wohnungsbaugesellschaften und die Kapitalanleger.

In 24 % der Städte sind die Mietpreise in den letzten 7 Jahren nominal (also in €) gesunken!. Nur in 31 der 100 größten Städte sind sie stärker als die Inflationsrate gestiegen. In 45 % sind sie seit 7 jahren gleich oder unterhalb der Inflationsrate gestiegen.

Man sollte die Kirche im Dorf lassen und die Situation von 20 Universitäts-Städten in Deutschland, wo die Einwohnerzahl entgegen der Prognosen weiter wächst nicht als bundesweites Marktversagen skanalisieren, sondern als regionales Politikversagen brandmarken. Es hindert niemand Herrn Scholz und Co, über Ihre Städtischen Baugesellschaften preiswerten Wohnraum zu schaffen, Baugebiete auszuweisen und über niedrigere Vorgaben auch preiswerteres Bauen zu ermöglichen.

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