Forum: Wirtschaft
Wohnungsnot: Baukindergeld sorgt kaum für Neubauten
DPA

12.000 Euro Zuschuss pro Kind: Das Baukindergeld sollte Familien helfen, ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Gegen die Wohnungsnot richtet die Förderung dagegen kaum etwas aus.

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freigeistiger 21.01.2019, 00:00
70. Familie mit Kindern

Alleinerziehende sind Eltern. Alleinerziehende sind Familien. Gemeint sind Eltern mit Kindern, bzw. Familien mit Kindern..Alleinerziehende sind darin eingeschlossén.

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intercooler61 21.01.2019, 00:23
71. Diese Debatte läuft wie (leider) üblich ...

... und symptomatisch für die Situation im Land: Argumentation jeweils aus der Perspektive des eigenen Bauchnabels, Motto: Wenn es mir nutzt, biege ich mir eine Theorie zurecht, dass es dem Allgemeinwohl dient - wenn nicht, vice versa. In Abwesenheit persönlicher Interessen greift ersatzweise die Bestätigung des liebgewonnenen Weltbilds als nachrangiges Orientierungsmerkmal.

Kann man so machen, wird aber nicht schlauer davon. Hier nur zwei Anregungen:

1. Wohneigentumsfetischismus: Mieten ist (meist) effizienter als Kaufen, und erst recht als selber Bauen. Stichworte: Arbeitsteilung, Professionalität, Skaleneffekte, Diversifikation, Transaktionskosten & Flexibilität bei unvorhersehbaren Wendungen im Leben. Bewertungen von 12-18 Jahreskaltmieten waren noch vor 10-15 Jahren üblich. 30-40 NKM sind der Niedrigzinsphase geschuldet und sehr wahrscheinlich vorübergehender Natur. Wer sein gesamtes Vermögen, meist noch mit Kredit gehebelt, auf eine einzige Karte setzen will, sollte viel Disziplin & Geduld mitbringen - auch und gerade vor dem Kauf.

2. "Familienförderung": Gerade Menschen der Einkommensgruppe, für die ein Immobilienerwerb verantwortbar ist, werden schon bisher nicht schlecht bedient: kostenlose KV für Kinder, Elterngeld und Kinderfreibetrag, deftig subventionierte Kita usw. usf.. Ob und wieviel der Nachwuchs einmal zum BIP beitragen kann und wird, ist ja keineswegs ausgemacht. Da braucht man sich nicht als selbstloser Retter der Nation gerieren, nur weil man für sich selbst eine freiwillige(!) Entscheidung getroffen hat oder der Präser geplatzt ist (sage ich als glücklicher & etwas geschlauchter Vater eines kleinen Jungen).

Fazit: Mal drei Schritte vom eigenen Bauchnabel wegtreten und das große Ganze unvoreingenommen betrachten. Es gibt sicher Wichtigeres und Wirksameres als das BKG.

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pittiken 21.01.2019, 05:00
72.

Zitat von agreatwaytofly
Es ist unglaublich, was unsere Bundesregierung für einen Unsinn verzapft. Alle Maßnahmen befeuern lediglich die Nachfrageseite und führen zu noch höheren Immobilienpreisen. Gewinner sind übrigens wieder die Rentner. Diese werden mit großzügigen Renten-Erhöhungen, Mütter-Rente und Co. gepäppelt und machen am Ende mit den Verkauf Ihrer Immobilien zu Höchstpreisen das Geschäft ihres Lebens. Es ist unglaublich, wie gierig gerade Rentner auf dem Immobilienmarkt auftreten.
Wenn ich Rentner wäre und meine Hütte verkaufen würde, dann würde ich an den Höchstbietenden verkaufen. Das ist ein ganz normales Verhalten. Aber ich glaube, das viele Rentner gar nicht verkaufen, weil eine abbezahlte Hütte, nur die Nebenkosten und notwendige Instandhaltung, da reicht die Rente.

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pittiken 21.01.2019, 05:12
73.

Zitat von Europa!
Ein ehrenwerter Vorschlag, aber die klassischen Dörfer hätten nur dann eine Chance, wenn die Bio- und Kleinbauern besser gefördert würden. Die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten geht laufend zurück, und die Motorisierung und die Supermärkte haben die Infrastruktur der Dörfer längst zerstört. Die "Dörfer" sind nur noch "Schlafdörfer" - und die Pendelei in die Städte ist kein Gewinn. Allenfalls touristisch interessante Dörfer oder Künstlerkolonien in ehemaligen Dörfern können die Illusion des ländlichen Lebens noch aufrechterhalten - nichts dagegen.
Aber es kann nicht jeder in der Stadt wohnen, die Städte sind jetzt schon proppevoll. Um so mehr in der Stadt leben wollen, um so höher der Mietpreis. Auch der ÖPNV stößt zur Rushour an seine Grenzen. Mehr Neubau würde helfen, da die Fläche begrenzt ist, hilft nur die Höhe. Aber in Berlin verhindert die Linke Lompscher gerade den Neubau. Dazu kommt die provienzielle Denke, man müsse für Skater ausreichend Platz vorhalten, anstatt Wohnungen zu bauen.

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pittiken 21.01.2019, 05:31
74.

Zitat von spmc-12355639674612
Sie verwechseln - wie viele andere vor Ihnen - Ursache und Wirkung: Die SPD trägt keine Schuld an der geringen Eigentumsquote in Berlin, sondern sie wird gewählt, weil die Verhältnisse für die meisten Einwohner nicht optimal sind. Dass Mieten und Vermieten "auch" in Deutschland Auslaufmodelle seien, ist natürlich barer Unsinn. Wie kommen Sie darauf? Schauen Sie sich die Schweiz an! Dort ist die Eigentumsquote ebenfalls seltsam niedrig, obwohl die Einwohner statistisch zu den wohlhabendsten des Planeten gehören. Aber schauen Sie: Ich gehöre zu den oberen 10% der deutschen Einkommensverteilung, was ja noch lange nicht bedeutet, dass man in Geld schwimmt, und besitze einige vermietete Eigentumswohnungen, auch in Berlin. Ich kenne die Situation von Menschen, die in Berlin zur Miete wohnen, durchaus. Die meisten hätten das Eigenkapital nicht, um sich dort etwas Eigenes zu kaufen, selbst wenn das Einkommen - vielleicht - zum Bedienen des Darlehens reichen würde. Es würde sich bei der momentanen Renditesituation nicht einmal unbedingt lohnen, denn die Mieten sind in den letzten Jahren bei weitem nicht so stark gestiegen, wie die Kaufpreise. Dadurch dauert es sehr lang, bis sich eine Immobilie amortisiert. Speziell in Berlin müssten erst einmal die Einkommen kräftig steigen.
Das Problem in Berlin ist und war, daß für die Altbauwohnung in den hippen Bezirken eine Miete gezahlt wurde, da wärst doch bekloppt gewesen Eigentum zu erwerben. Was wurden die Eigentümer belächelt. Jetzt sind die Mietpreise am steigen in den Innenstadtbezirken, und jetzt wird gemotzt. Kommt noch dazu, dass der Senat die Mietwohnungen vor Jahren verkauft hat. Jetzt fehlt halt das Regulativ einer Sozialwohnung. Berlin hat zu viele Zweiwohner und Ferienwohnung.

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kika2012 21.01.2019, 06:14
75. Ich freue mich

über das Baukindergeld. Ich möchte nicht bauen, sondern kaufen und mit 100 EUR mehr im Monat tun sich gleich ein wenig mehr Angebote auf. So kann ich auch als Alleinerziehende kaufen.

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kangootom 21.01.2019, 06:56
76. Relation

Die Frage ist doch eher: Wer kann sich einen Neubau unter der 90.000 Euro Brutto Grenze leisten? Wahrscheinlich kommt das auf die Anzahl der gestellten Anträge raus. Aber mit Realität hatte es die Bundesregierung noch nie.

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Iltis95beta 21.01.2019, 07:36
77.

Zitat von MarkusW77
ein Kollege hat es gerade beantragt. Aufgrund guter vermögensverhältnisse er hätte er es nicht benötigt. Er verschiebt jetzt sogar extra verkaufstermin und Kauftermin des neuen Hauses so, das das neue einen Tag nach dem Verkauf des alten erfolgt.
Wie bereits gesagt: das BKG gibt es nur für den Erwerb der ERSTEN eigenen Immobilie. Wenn Ihr Kollege das Haus an einem Tag verkauft (Ver-Kaufsvertrag für Haus 1 beim Notar unterschreibt) und am nächsten Tag den Kaufvertrag für Haus 2, dann gehören ihm 2 Immobilien gleichzeitig und die Förderbedingungen sind nicht erfüllt. Grund: er bleibt solange Eigentümer von Haus 1, bis der Neueigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Dieser Prozess dauert mind. 6, eher 10 Wochen, als da sind: Eintragung Auflassungsvormerkung ins Grundbuch, abschlägiger Bescheid Vorkaufsrecht Gemeinde, Zahlung Grunderwerbssteuer des Käufers, Zahlung des Kaufpreises durch Käufer, erst danach Eintragung ins Grundbuch. Förderbedingungen der KfW: "Es gilt die Situation an dem Tag, an dem für das neue Zuhause der Kaufvertrag unterschrieben wurde.".

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Iltis95beta 21.01.2019, 07:39
78. Glückwunsch

Zitat von kika2012
über das Baukindergeld. Ich möchte nicht bauen, sondern kaufen und mit 100 EUR mehr im Monat tun sich gleich ein wenig mehr Angebote auf. So kann ich auch als Alleinerziehende kaufen.
So geht es auch uns, zwar nicht aleinerziehend, aber mit 2 Kindern. Schön, dass Sie den Mut haben, die verbesserten Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten, wahrzunehmen.

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holy64 21.01.2019, 07:41
79. Das war mir von Anfang

an klar, obwohl ich nicht der politischen Elite angehöre. Einfach gesunder Menschenverstand einsetzen - doch das scheint bei den Politikern nicht möglich zu sein. Ich frage mich immer, was die eingeworfen haben siehe Baukindergeld, freiwillige Selbstverpflichtung Lebensmittelampel, Dieselaffaire etc.

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