Forum: Wirtschaft
"Working Poor" in Griechenland: "Mein Lohn reicht gerade, um Essen zu kaufen"
Alexandros Avramidis

Reformen mit schweren Nebenwirkungen: In Griechenland ist eine Klasse der "Working Poor" entstanden - qualifizierte Frauen und Männer, die sich mit mies bezahlten Jobs durchschlagen. Das sind ihre Geschichten.

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mostly_harmless 03.11.2017, 11:51
40.

Zitat von Phildemos
Ich möchte nur daran erinnern, dass Hans-Werner Sinn immer vor einer solchen ungerechten und schmerzhaften inneren Abwertung gewarnt hat. Sinn, Varoufakis und wohl im innersten seines Herzens auch Schäuble hätten eine äußere Abwertung empfohlen (sprich Austritt aus dem Euro). Damit wären alle Preise und Gehälter gleichmäßig gesenkt worden, und lokal produzierte Güter wären wieder wettbewerbsfähiger geworden. Natürlich wären Importgüter in NeoDrachmen gerechnet wesentlich teurer geworden.
Sinn hat auch diesbezüglich - wie meist - Mumpitz verzapft. Ein Ausstieg aus dem Euro hätte GR zwangsläufig in die Staatspleite geschickt. Schliesslich wären die Schulden nicht in die "Neodrachme" umgewandelt worden, sondern in Euro geblieben.

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thinklink 03.11.2017, 11:54
41. Zerstörte Existenzen allenthalben

Die Schäuble-SchwazeNull-Verehrer sollten diesen Leuten einmal ganz persönlich erklären, wie man aus einer derartigen Armut Wachstum und Innovation generiert. Ist mir schleierhaft, wie man ernsthaft die Leute an den Rand des Verhungerns führen kann und das als Voraussetzung für die "Entschuldung" machen kann. Ich kann mich nur fremdschämen für die selbstgerechten Deutschen, die von "fauöen Griechen" gefaseltg haben. um die linke Regierung weg putschen zu können bzw. ihnen diese "Verarmungsmedizin" aufgezwungen haben. Immerhin: die Leute sind als Kunden für die deutsche Exportwirtschaft verloren. Vielleicht lernt diese verantwortungslose Mischpoke aus FDPCDUCSU endlich, dass ein ausgeplünderte Nationen keine Abnehmer mehr sein können für deutsche Exportweltmeister.

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Phildemos 03.11.2017, 11:54
42. Das sind die Folgen der inneren Abwertung

Ich möchte nur daran erinnern, dass Hans-Werner Sinn immer vor einer solchen ungerechten und schmerzhaften inneren Abwertung gewarnt hat. Sinn, Varoufakis und wohl im innersten seines Herzens auch Schäuble hätten eine äußere Abwertung empfohlen (sprich Austritt aus dem Euro). Damit wären alle Preise und Gehälter gleichmäßig gesenkt worden, und lokal produzierte Güter wären wieder wettbewerbsfähiger geworden. Natürlich wären Importgüter in NeoDrachmen gerechnet wesentlich teurer geworden.

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Trockenfisch 03.11.2017, 11:54
43. Na ja,

Zitat von Max Super-Powers
Ja, diese Menschen tun mir fraglos leid. Was ihnen widerfahren ist, ist eine der Schattenseiten des Kapitalismus. Aber: Die Reformen sind nicht schuld daran. Die wahren Schuldigen sind die griechischen Politiker, die jahrzehntelang Misswirtschaft betrieben. Die Schuldigen sind ferner diejenigen Griechen, die sich darin ergingen, Steuern zu vermeiden, wo sie es nur konnten. Was hier passiert, ist nur eine Folge eines jahrzehntelangen Lebens über die eigenen Verhältnisse. Dass darunter - wie immer - Mittel- und Unterschicht am meisten zu leiden haben, ist zwar natürlich eine Tragödie. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Reformen nun mal notwendig waren und sind, weil der bisherige Status Quo sich nun mal nicht beliebig fortführen ließe - hätte man es nämlich getan, wäre GR vollends in die Pleite gerutscht. Und dann gäbe es heute keine Working Poor Class, sondern ein vollkommen verarmtes Volk, das sich gar nichts leisten kann und einen Staat, der nicht mal mehr mit dem Grundlegendsten helfen kann. Venezuela ist nur ein branaktuelles Beispiel von vielen historischen. So hart oder vielleicht auch makaber es deshalb klingt: Im Vergleich mit allen anderen Optionen hat es Griechenland noch verhältnismäßig gut getroffen. Diese Phase wird vorübergehen. Vielleicht nicht nächstes Jahr aber irgendwann werden die Griechen wieder Morgenluft bekommen - und vielleicht dann die Fehler ihrer Vorväter erkennen und nicht nochmal begehen.
ist schon im Grunde richtig, aber die anderen EU Staaten sind auch mit Schuld, weil die wider besseres Wissen zugelassen haben das die Griechen mit gefälschten Zahlen in die Eurozone aufgenommen wurden und eigentlich nicht nur die Griechen.
Als die große Krise dann kam hat vor allem Deutschland daran mitgewirkt das die wenigen noch intakten Dinge zum Wohle Deutschlands vermietet und verscherbelt wurden. Als Beispiel sollen meinetwegen die Flughäfen dienen die Fraport übernommen hat und wahrscheinlich gutes Geld damit verdient und die Griechen mussten die an Fraport vermieten um die Kredite auch zu bekommen. Na ja so gewinnen deutsche und auch andere Firmen am Elend der Griechen. Dank unseres Ex-Finanzmimnisters, unter anderem.

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Tornado 03.11.2017, 11:56
44. Danke

Diese jungen Menschen können sich dafür bei den Generationen von Griechen bedanken die auf Pump gelebt haben und für die Steuern bezahlen ein Fremdwort war. Was jetzt passiert ist aber Griechenlands beste Chance auf eine bessere Zukunft.

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jamfm 03.11.2017, 11:56
45. Was soll man sagen...

Wer hat die in den Euro gelassen? Kohl/Waigl und Schröder/ Fischer - wer hat es verschlimmert? Merkel...

Und die griechische Oberschicht hat abgesahnt.

Leider ahnungslose oder opportunistische Politiker unterwegs.

Das schlimmste? Bei den Italienern läuft es momentan genauso und niemand von unseren Politikern will es sehen.

Für die normalen Menschen ist das immer noch besser als ins Rumänien, Bulgarien und dem Balkan. Dort verdienen Lehrer 250 Euro im Monat...

Ich hoffe, wir kommen davon.

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AmyYma 03.11.2017, 11:57
46. Die Griechen sind jetzt wettbewerbsfähig!

Gut, die können nicht davon wirklich leben. Aber sie haben "aufgeholt" im Wettbewerb mit Billiglohnländern wie China, Indien usw. Eine Angleichung der Löhne nach unten geht auch.
Jetzt muss Deutschland schleunigst Reformen einleiten, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Sonst nehmen uns die griechen die Arbeitsplätze weg, weil die billiger sind.
Löhne runter! Dividenten rauf!
Negative Lohnentwicklung = Wachstum!
Nur Wachstum sichert Wohlstand! So wie in Griechenla... Oder nicht!?!?!?

Sarkasmuss off: Es hätte bei der Bundestagswahl mehr links gewählt werden müssen.

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böseronkel 03.11.2017, 11:57
47. In Griechenland gibt es auch zahlreiche Reiche!

Leider wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass es in Griechenland zahlreiche Superreiche gibt die einfach Null % Steuern und Abgaben entrichten. Die durch neoliberale Ideologien verblendeten Griechenlandretter glauben doch allen Ernstes die griechische Wirtschaft durch weit verbreitete Armutsarbeit zerstörte Nachfrage wieder in Schwung bringen zu können.

Vielleicht wird irgendwann die Erkenntnis reifen, dass besonders die Superreichen ihr Scherflein zur wirtschaftlichen Gesundung zu leisten haben. Griechischer Wein und andere Agrarprodukte lassen sich sicher exportieren. Die Förderung des Agrarsektors sollte allerdings nicht nur in die Taschen nutzloser Superreicher landen, die den erfolgversprechenden Agrarsektor zum Dank vergammeln lassen.

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mibemohr 03.11.2017, 11:58
48. Griechenland

Es wäre vielleicht besser für die Griechen gewesen, diese damals nicht in den Euro Raum aufzunehmen.
Diese Aufnahme hat dazu verführt erst Recht Schulden zu machnen und fröhlich (wie oben von Max Super Powers geschildert) über die eigenen Verhältnisse zu leben. Und den ganzen maßgeblichen Europapolitikern sei (auch unseren damaligen amtierenden Finanzminister Theo Waigel) nochmals vielen Dank für Ihre kurzsichtige Entscheidungen sich von der damaligen griechischen Regierung wissentlich ein X für ein U verkaufen zu lassen.

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Björn L 03.11.2017, 11:58
49. Ähnliches ist auch in D zu erwarten

Für mich ist die einstige "Willkommenskultur" ein Plan der künftigen Ausbeutung aller im Niedriglohnsektor bis hin zum unteren Mittelstand

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