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Wütende IWF-Chefin: Lagarde rechnet mit den Griechen ab
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"Helft euch selbst und zahlt endlich Steuern!" Unverblümt sagt Christine Lagarde den Griechen die Meinung. In einem Interview gibt die IWF-Chefin jegliche diplomatische Zurückhaltung auf. Sie habe mehr Mitleid mit afrikanischen Kindern als mit Schülern in Griechenland.

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Brigante 26.05.2012, 14:05
190. Da

Zitat von faistmeister
Habe gleich mal mitgezeichnet. Was IT betrifft, kann man nur wieder feststellen: Die Mafia scheint ein erfolgreicher Lehrer zu sein.
ist mir das bisschen Mafia lieber als die Mobilmachungsgelüste ihrer
Gesinnungsgenossen, die sich in diesen DWN äußern.

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12_Apostel 26.05.2012, 14:05
191. ...warum nicht einfach...

Zitat von Oskar ist der Beste
das ist ein widerliches populistisches Geschrei von Legarde...sie sollte sich besser einmal mit den Ursachen der Krise beschaeftigen und die liegt in der Ideologie des Neoliberalismus, der in der Entfesselung der Finanzmaerkte seinen erbaermlichsten Ausdruck gefunden hat. Dass die Griechen nicht alle Steuern bezahlen, ist nicht schoen, aber nicht das eigentliche Problem...und wieso man mit hungernden Kindern in Afrika mehr Mitleid haben muss - ein Problem, wogegen der IWF und all die anderen Institutionen ja auch nichts tun - als mit hungernden Kindern in Griiechenland, ist mir auch unklar, als ob griechische Schueler verantwortlich seien fuer das ganze Desaster.
.......richtig mitlesen? oder habe ich etwas überlesen?
Das der grichische Schüler nicht für das Desaster verantwortlich ist, dashabe ich auch nicht in den Aussage gelesen.
Das sind aber Umstände die jeden Menschen treffen.
Durch unser Handeln findet die nachfolgende Generation Umstände vor die Sie auch nicht zu verantworten hat.

Ihrer Bemerkung zum Neoliberalismus.
Mir ist es einfach unverständlich warum sich die Menschen dann nicht
gegen die Lebensumstände oder gerne auch das System auflehnen.
Es wird angeprangert und es passiert nichts.
Gerne auch zuerst im nahen persönlichen Umfeld

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Steve Holmes 26.05.2012, 14:07
192.

Zitat von donquichotte2012
Die Greichen wählten jahrzehntelang diejenigen welche am meisten versprachen Die Griechen schicken seit Jahrzehnten Anghörige der Feuerwehr, des Militärs, des Staates Die Griechen zahlen seit Jahrzehnten keine Steuern bzw nur minimalst Die Griechen leben alle-auch die kleinsten-mit dem täglichen Fakelakizahlen Jetzt so zu tun wie wenn das ganze eine ist schlicht ahnungslos und blauäugig
Es ist ja auch viel leichter sein eigenes Versagen auf ominöse „Eliten“, Banker und Politiker zu schieben. Jetzt wird am liebsten auf die Troika geschimpft die als einzige bereit ist noch Geld zu geben aber die Unverschämtheit besitz darauf zu achten dass es nicht wieder verprasst wird.

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Hundefuerst 26.05.2012, 14:08
193. Klare Worte!

Derart deutliche Worte würde man sich öfters wünschen. Die griechische - und somit unser aller - Misere ist ja auch das Produkt einer politisch korrekten Diplomatie, die sich nicht aussprechen getraut was Sache ist und stattdessen jenen sektiererischen Spinnern das Feld überlässt, die aus ideologischer Raserei in den Griechen Opfer einer profitgierigen Finanzwirtschaft sieht. Als ob billige Kredite einen solide wirtschaftenden Staat ruinieren könnten.

Man sollte von einem Kriminalfall Griechenland reden. Und wer die Verhältnisse in Griechenland ein wenig kennt, kommt auch um die Feststellung einer gewissen Kollektivschuld nicht herum.

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Paul-Merlin 26.05.2012, 14:08
194. Richtig - die Mehrheit "guckt in die Röhre"

Zitat von haltetdendieb
"Die Griechen und alle anderen Europäer müssten sich eins klarmachen, erklärte Lagarde: Jahrzehntelang hätten sie es sich gut gehen lassen - nun sei Zahltag." Ich glaube, die Aussage ist etwas verkürzt. Die kann nur bezogen sein auf die Länder südlich der europäischen Sahelzone. Die Bundesbürger haben es sich mitnichten "gut gehen lassen", eher im Gegenteil. Hier geht es nur noch einer Hand voll Menschen gut, immer mehr Geld sammelt sich in den Händen von fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung. Der Rest guckt seit JAhrzehnten in die Röhre.
Den absurden Spruch unserer politischen Elite "Wie gut es uns Deutschen doch geht" kann auch ich nicht mehr hören, ebensowenig den Unsinn "wir" hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Wer ist "wir" - mit Sicherheit gehören rd. 75 % aller Bundesbürger nicht zu den Profiteuren des Systems. In der Arbeitswelt wurden die Anforderungen kontinuierlich gesteigert, während gleichzeitig das Lohnniveau unten gehalten wurde.Mit Hilfe des Euro hat eine drastische Umverteilung stattgefunden. Während die Nettolöhne mehr oder weniger auf dem Niveau von 2002 verharren - abgesehen von dem 1/4 aller Arbeitnehmer, die in den Niedriglohnsektor hinuntergedrückt wurden - ist bei den Preisen im Ergebnis bis heute nur das DM- durch das Euro-Zeichen ausgetauscht worden. Auf kaltem Wege wurden die Bürger um die Hälfte ihres Einkommens gebracht. Es ist eine Binsenweisheit, dass den Staatsschulden entsprechende Wertpapierguthaben der Finanzierer gegenüberstehen. Alle Regierungen seit der Ähra Kohl haben aber, anstatt die Reichen dieses Landes angemessen bei der Besteuerung mit heranzuziehen, eine Vielzahl von Steuerentlastungen für diesen Personenkreis beschlossen. So wurde beispielsweise der Spitzensatz der Einkommensteuer von 56 % auf 45 % zurückgefahren. Die Folge: Anstatt einen angemessenen Anteil zur Finanzierung des Staatswesens zu leisten, wurde denjenigen, die es am allerwenigsten nötig haben, noch mehr Geld in den Allerwertesten geschoben. Es ist schwer zu sagen, wer mehr zu verachten ist. Diejenigen, die den "Hals nicht voll genug bekommen" oder unsere politische Elite, die sich diesen Aktivitäten in höchstem Maße aufgeschlossen gezeigt hat und weiterhin zeigt.

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klaus meucht 26.05.2012, 14:08
195. Wir sind doch auch nicht anderst

Zitat von Mimahal
Die Griechen hätten doch schon von Jahren eine Volksbewegung gegen Korruption, für einen funktionierenden Staat, gegen Sozialbetrug, gegen geschlossene Berufsgruppen, für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft usw. in Gang setzen können.
Deshalb sollten wir in Deutschland lernen, nicht dieselben Fehler zu begehen


Zitat von
Haben Sie aber nicht, sie haben mitgemacht, weil es der leichtere Weg war. Es gilt leider auch hier die Aussage "jedes Volk hat die Regierung, die es verdient".
Es ist auch verdammt schwer, weil die Mächtigen die Medien beherrschen. Weil alle die sich gegen den Lobbyismus und die bestehenden Sturkturen wehren, in die extreme Ecke gedrängt werden. Auch bei uns wird gepredigt, dass Steuern des Teufels sind und Volksvermögen privatisiert werden soll.

Hilfen für die Schwächeren wird als Sozialismus gebranntmarkt, der Staatssozialismus gegenüber Banken und Konzerne sind nur sinnvolle Subventionen.

Sind wir in Deutschland so viel besser als in Griechenland? Bei uns ist es wahrscheinlich nicht so extrem, aber wir machen genau dieselben Fehler.

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lichtderaufrechten 26.05.2012, 14:08
196. Kurz , gut gegliedert , richtig

Zitat von Maruk0815
Jein. Wenn wir für unsere 2 Bio. € Staatsschulden plötzlich 3% ,4% , 5% Zinsen zahlen müssten, würde die Welt bei uns auch anders aussehen. Denn im Moment entspricht unsere offizielle Neuverschuldung in etwa den Zinsen die wir zahlen müssen. Dies wäre unter den oben genannten Bedingungen nicht mehr der Fall. Aus meiner Sicht machen wir uns zu wenig Gedanken über das, was wir als selbstverständlich hinnehmen. - Die Wirtschaft funktioniert aber über Kredite. Es wird also ein Großteil an Investitionen vorfinanziert, unter der Hoffnung, dass die Erlöse die Kosten mehr als Wett machen. - Wer oder was legt fest, wie diese Verhältnisse aussehen? Definiert wurde das von keinem, so dass sich jeder etwas anderes darunter vorstellt. Wie sähen denn realistische Verhältnisse aus? - Geld ist aber kein knappes Gut. Wo hat denn die EZB die 1 Bio. € her, die sie Ende letzten und Anfang diesen Jahres verliehen hat? Das Eigenkapital der EZB beträgt nur 13 Mrd. €. Wo kam der Rest der verliehenen Summe her? Wie schafft z.B. die deutsche Bank bei einem Eigenkapital von 50 Mrd. € eine Bilanzsumme von 2.000 Mrd. € zu erreichen? - Deutschland hat seit der Finanzkrise 2008 um die 500 Mrd. € an Schulden der Geldhäuser übernommen. Wenn diese ihre Schulden gegenüber dem deutschen Steuerzahler, also gegenüber uns, zurückgezahlt hätten, müsste die deutsche Staatsverschuldung doch wieder deutlich unter den Wert von 2 Bio. € zurückgegangen sein. Das ist sie aber nicht. Demnach haben die Finanzinstitute eben nicht ihre Schulden gegenüber uns zurückgezahlt. Es scheint also auch eine Rolle zu spielen wer die Schulden zahlen soll.
Aber hilft nicht , denn das Mantra Staatsschuldenkrise,
Staatsschuldenkrise , Staatsschuldenkrise......
bildet das Bewußtsein .
Im übrigen erzeugen Sie eine Art Kognetive Dissonanz
die beim unterbelichteten Zuhörer eine Klappe
zwischen Beiden Ohren öffnet !

Deswegen bildet das Kapital durchs Unbewusste
die Realität über eine Scheinrealität !

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funxxsta 26.05.2012, 14:09
197. Lieber SPON, falsch uebersetzt

Ich habe das original Interview im Guardian gelesen. Der Guardian stellte die Frage-uebersetzt: Gefragt ob Griechenland und andere Europaeer haben es sich haben gut gehen lassen und sei Zahltag - Ist das was Sie sagen moechten? Und Lagarde antwortete: Das ist korrekt. Lieber SPON, hieraus ergibt sich ein signifikant anderer Kontext. Bitte nicht nur Tickermeldungen publizieren. Dafuer ist dieses Thema zu komplex und zu wichtig! Generell, gutes aber sehr harsches Interview mit Lagarde. Es macht mich neugierig was hinter den "diplomatischen Vorhaengen" so ueber die Griechen kommuniziert wird.

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Ein Daniel 26.05.2012, 14:10
198. Entgangen

Zitat von hannes46
War Deutschland die letzten Jahrzehnte eine Diktatur? Wurden die verantwortlichen Parteien nicht gewählt? Ist Steuerhinterziehung nicht Volkssport in Deutschland? Merken sie was?
Ihnen ist wohl entgangen, dass nicht Deutschland zahlungsunfähig ist und nicht Deutschland um Hilfsgelder bittet. Und nicht Deutschland gerade Schulden erlassen wurden. Und wenn Sie die Zustände in Griechenland mit denen in Deutschland vergleichen, werden Sie erkennen, dass Ihre Replik fehl geht.

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gldek 26.05.2012, 14:10
199. Deutschland raus aus dem Euro

Den Schlamassel haben wir uns selber eingebrockt. Die "Südstaaten" sind nicht globalisierungsreif. Da können die Sozis noch so quäken.

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