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Wütende IWF-Chefin: Lagarde rechnet mit den Griechen ab
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"Helft euch selbst und zahlt endlich Steuern!" Unverblümt sagt Christine Lagarde den Griechen die Meinung. In einem Interview gibt die IWF-Chefin jegliche diplomatische Zurückhaltung auf. Sie habe mehr Mitleid mit afrikanischen Kindern als mit Schülern in Griechenland.

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gewgaw 26.05.2012, 14:24
220. :{[

Heutzutage Grieche zu sein muß die Höchststrafe sein.

Eingebrockt haben sie es sich aber selber, trotz aller Schuldzuweisungen an andere Nationen und Organisationen. Ausbaden müssen es die U25, aber nicht nur in Griechenland. Mich wundert, dass selbst in dieser Lage kein Ruck durch diese Nation geht, denn so kann es doch offensichtlich nicht weiter gehen.

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max_copernicus 26.05.2012, 14:27
221.

Zitat von Hochwuerden
Wer immer sich über Lagarde echauffieren möchte, sollte sich selbst fragen, ob er/sie persönlich an Griechenland "leihen" würde, bzw. problemlos auf bereits an GR verliehenes eigenes Geld verzichten wollen Würde?
Die Frage ist aber eher theoretischer Natur, denn JEDER Deutsche, der einen Kontostand > 0 hat, hat dieses Geld bereits im Feuer.

Über Target 2 sind bereits 650 Mrd. in die Südstaaten gewandert, dieses Geld sehen wir nie wieder, das können Sie schonmal von den Ersparnissen (prozentual) abziehen.

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prophet46 26.05.2012, 14:27
222. Offenes Wort

Endlich sagt jemand von den Offiziellen einmal unverblühmt , was er von den "Zechprellern" in Griechenland hält. Sicher, die auferlegten Sparprogramme haben vereinzelt schlimme Folgen. Aber die meisten der Griechen leben noch relativ gut, vor allem diejenigen, die eine Staatstelle haben. Das Wohlstandniveau ist immer noch meinenweilt von dem Serbiens oder Bulgariens entfernt. Man hatte sich einfach an die schöne fremde Finanzierung gewöhnt. Also versuchen die Griechen uns jetzt zu erpressen. Wir sollten ihnen die rote Karte zeigen.

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cransheld 26.05.2012, 14:28
223. Nein die Replik geht nicht fehl

Zitat von Ein Daniel
Ihnen ist wohl entgangen, dass nicht Deutschland zahlungsunfähig ist und nicht Deutschland um Hilfsgelder bittet. Und nicht Deutschland gerade Schulden erlassen wurden. Und wenn Sie die Zustände in Griechenland mit denen in Deutschland vergleichen, werden Sie erkennen, dass Ihre Replik fehl geht.
Griechenland hat immer in Kenntnis aller anderen europäischen Staaten und der USA in Chaos gelebt. Nur das Meer und die Sonne hat davon abgelenkt. Hat eine der Westmächte den verheerenden Bürgerkrieg in Griechenland verhindert ? Hat eine der Westmächte die fünfzehn Jahre später folgende Diktatur verhindert (Kissinger sagte stets, ihm sei die Junta lieber als ein freies Griechenland), ist es nicht nachvollziehbar, dass die Griechen nach der Diktatur im südamerikanischen Ausmaß danach die Sozialisten wählten ?

All dies Drama hat niemanden interessiert. Die Griechen hatten im Prinzip nur fünfzehn Jahre Zeit, um eine Demokratie nach europäischem Muster zu begründen. Und dann fordert man von ihnen ab, Reformen in wenigen Monaten durchzuführen, welche Deutschland in tausenden von Talksows (Christiansen, Illner etc) zehn Jahre brauchte.

Das sind die Spielregeln. Und nun geht die aus französischen Kaderschmiede und Eliteuni ENA kommende Frau Lagarde auf griechische Kinder los, denen die Schulbücher und die Mittagsspeisung versagt wird.

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doppelsuperw 26.05.2012, 14:32
224. Na endlich

zeigt der IWF sein wahres Gesicht. Der IWF hatte schon immer das Geschäftsmodell, notleidenden Ländern sein Geld anzubieten und dann sog. "Reformen" wie Steuersenkungen für Vermögende und Abbau von Kündungsschutzrecht und Sozialsystemen zu fordern. Sicher haben die Griechen viele Fehler gemacht, Frau Lagarde erwähnt aber folgendes nicht:
- Zockerbanken, die den Griechen und anderen Südländern das Geld hinterhergeworfen haben
- die nicht funktionierende EURO-Zone, in der die Handelsbilanzen mangels Wettbewerbsfähigkeit nicht ausgeglichen werden können, an der Spitze Griechenland
- dass die von ihr offensichtlich gehätschelten Altparteien in Griechenland für die Zustände dort verantwortlich sind, Hauptsache, sie stimmen der Schuldenknute zu.
Im Übrigen war ihr piepegal, ob die Griechen ihre Steuer zahlen, vor allem ging es um die Beitreibung der Schulden von Zockerbanken.
Der Ausbruch zeigt aber, dass jetzt das Endspiel beginnt. Es wird allerdings nicht bei dem Austritt Griechenlands bleiben, sondern dann Portugal, Spanien, Irland treffen, alles auf Kosten des (verbliebenen) europäischen Steuerzahlers.

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Liberalitärer 26.05.2012, 14:33
225. Neuigkeitswert

Zitat von localpatriot
Mme Lagarde spricht ja von Europa und da gehoeren Italien und Spanien bestimmt dazu. Sie koennte es nicht klarer ausdruecken: Kommt nicht zum IWF, loest eure Probleme selbst. Diplomatisch - bestimmt nicht. Klar verstaendlich - bestimmt ja. Aber man muss ihre Aussagen direkt hoeren und nicht Kurzauszuege mit Sensationscharakter.
Ich habe das im Guardian gelesen und muss sagen, dass das Timing schlecht war, was offensichtlich mit der Krisensitzung in Athen wegen des Wegbrechens der Steuereinnahmen in Zusammenhang steht. Nun, das auch nur bedingt mit schlechter Steuermoral zu tun - das auch, sondern in einer Rezession mit Steuererhähungen zu arbeiten und das als Sparmaßnahmen zu verkaufen, das ist schon heftig. Laufende Militärprojekte Ds und Fs wurden nicht einmal auf Eis gelegt, stattdessen erhöht man geschickterweise die Mehrwertsteuer und wundert sich über wegbrechende Einnahmen. Das Timing ist aber vor allen Dingen katastrophal dumm, weil mit Es der nächste Kandidat auf der Matte steht und dann wird es ernst. In einer solchen Situation weint man keine Krokodilstränen der Vergangenheit, sondern arbeitet an den anstehenden Problemen. Dass Gr Probleme und weitgehend fertig hat, das ist so neu nicht.

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bohemix 26.05.2012, 14:33
226. Signalwirkung

Zitat von tatraholger
Ich kann eben ein Land nicht zum Sparen zwingen, das PLEITE ist!! Denn Pleiter als Pleite geht nicht!!!
Sie sollen ja auch nicht sparen, sondern die Ausgaben kürzen und die Einnahmen erhöhen. Das wäre ein Signal in Richtung Europa, daß man bereit ist, etwas zur eigenen Rettung zu tun. Dann wäre auch die Bereitschaft bei den Geberländern höher, den Griechen zu helfen.
Weitermachen wie bisher funktioniert eben nicht. Selbst dann nicht, wenn GR den Euro abschafft und zur Drachme zurückkehrt.

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muttisbester 26.05.2012, 14:36
227. optional

ein sehr lesenswertes interview im Guardian!
die Frau wird mir immer sympatischer. und da der guardian bekanntlich links-liberal ist, ist es schon bemerkenswert, dass auch die guardian-autorin von frau Lagarde sichtlich beeindruckt war.
Respekt: das interview war eine großartige leistung. da war der spiegel wohl zu langsam...

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#venturi 26.05.2012, 14:37
228.

Zitat von mneisen
Danke, Christine Lagarde, für diese Worte, von denen ich zwei Dinge hoffen möchte: Erstens, dass die Griechen sie hören und sich endlich an die eigene Nase fassen, statt immer nur auf ihr vermeintliches Recht auf externe Finanzierung zu pochen, und zweitens, dass unsere Politiker hier in Deutschland, aber auch in Frankreich und den anderen europäischen Staaten, dies hören und sich endlich dazu durchringen, den Griechen die Wahrheit zu sagen: Jahrelang pro Kopf der Bevölkerung monatlich ca. 350 Euro Schulden machen und sich dann wundern, wenn die Schuldenlast die Leistungsfähigkeit übersteigt - das passt nicht zusammen. Bravo, Christine!
Das Geldsystem ist eine "Reise nach Jerusalem" und ein Enteignungsmodell. Und das schwächste Glied trifft es zuerst - in diesem Fall die Griechen. Aber die Krise wird sich bald ins Zentrum Europas fressen und am Ende auch Amerika erfassen. Das liegt an der Logik des verzinsten "Schuld"-Geldsystems. Korruption ist nicht ein Nebenprodukt und auch kein spezielles Problem der Griechen sondern es die "Basis" unserer Gesellschaft.

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Spekulant 26.05.2012, 14:38
229. Verantwortung

Zitat von Oskar ist der Beste
das ist ein widerliches populistisches Geschrei von Legarde...sie sollte sich besser einmal mit den Ursachen der Krise beschaeftigen und die liegt in der Ideologie des Neoliberalismus, der in der Entfesselung der Finanzmaerkte seinen erbaermlichsten Ausdruck gefunden hat. Dass die Griechen nicht alle Steuern bezahlen, ist nicht schoen, aber nicht das eigentliche Problem...und wieso man mit hungernden Kindern in Afrika mehr Mitleid haben muss - ein Problem, wogegen der IWF und all die anderen Institutionen ja auch nichts tun - als mit hungernden Kindern in Griechenland, ist mir auch unklar, als ob griechische Schueler verantwortlich seien fuer das ganze Desaster.
Verantwortlich ist einzig eine unverantwortliche Politik, die die erforderlichen Strukturreformen nicht auf den Weg bringen will nd keine Verwaltuung hinkriegt. Gerade in Griechenland sind exakt diese Besitzstandswahrer stark, wie man an dem Erfolg der Linksextremisten und der unverantwortlichen Handlungsweise der Gewerkschaften sieht.

Das man als Wohlhabender in so einen Moloch seine Steuern nicht sinnlos verschwinden lassen will ist ja klar. Das Geld würde stehenden Fusses verbrannt und hinterher will der Staat noch mehr weil angeblich viel immer noch zu wenig ist - siehe D

Die Lösung für GR ist eine nachhaltig verlässliche Politik für Unternehmen und Kapitalinvestitionen.

Auf der Steuerseite z.B. Flattax 10% ohne große Gestaltungsmöglichkeiten, Vielleicht gekoppelt mit Investitionen. Alaska, USA machts vor dort gibt es für Mininginvestments ein Taxbracket für die ersten 20 Mio USD Gewinn.

Es müsste weiterhin ein single tier System eingeführt werden, d.h. schon einmal Versteuertes nicht nochmal bei Ausschüttung besteuern.

Es müsste ein verlässliches Bankgeheimnis installiert werden und ein Investitionsschutz durch den Staat erfolgen.

Last but not least das ganze müsste Verfassungsrang haben und nur mit 75% Mehrheit geändert werden können.

Der Arbeitsmarkt muss verlässlich flexibel gestaltet werden und Rente mit 200 gibts halt nicht. Auch das Streikrecht müsste in eine Tarifpartnerschaft, vielleicht nach deutschem Vorbild münden, das nicht irgendwelche Spinner das Instrument zu streiken für alle möglichen ideologischen Phantasien missbrauchen.

Wenn das verlässlich installiert wäre - verlässlich ist das wichtige Wort, dann würden die Wohlhabenden Griechen sofort ihre Vermögen in der Heimat investieren. Es würden Arbeitsplätze und Wohlstand für die Bevölkerung entstehen. Die wohlhabenden Griechen sind nämlich alle recht patriotisch. Da aber alle Nase lang linksextremistische Blütenträume eine solche Politik der Vernunft torpedieren würden, und kein Verlass auf die Integrität der Politik und Verwaltung besteht, bleibt das Geld halt im Ausland. Mit Recht.

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