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Wut auf die EZB: Deutschland droht die Dexit-Debatte
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Immer heftiger gehen Kritiker auf die Europäische Zentralbank los: Die Niedrigzinsen ruinieren angeblich Deutschlands Sparer. Dahinter steckt grundsätzliches Misstrauen gegen die gemeinsame Währung.

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mcadamde 04.08.2019, 08:17
180.

Nur mal so am Rande... ein Austritt oder gar ein Ausschluss aus der Euro-Währungsunion ist im Vertragswerk nicht vorgesehen. Unabhängig davon, ob überhaupt sinnvoll, dürfte ein „Dexit“ aus dem Euro eine sehr schwierige Prozedur werden und möglicherweise sogar einen Austritt aus der EU voraussetzen. Gilt übrigens auch für die ganzen andere Euro-Länder.

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De facto 04.08.2019, 08:18
181. Das Risiko

EZB ist unabhängig aber nicht unantastbar! Seit der Krise ist die Geldpolitik mehr mehr ein Politik der Euro-Rettung. Dies ist aber die Aufgabe der Politiker und nicht der Zentralbank.

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mathiasraschke 04.08.2019, 08:19
182. Der Artikel argumentiert "asymmetrisch".

Kein Wort zur Immobilienblase und der verschärften Ungleichverteilung von Vermögen. Das nenne ich unkritischen Journalismus.

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qoderrat 04.08.2019, 08:22
183. Seriösität?

Da fragt sich der erstaunte Leser, wie in einem Artikel, in dem es über Vorbehalte, Kritik, fragliche demokratischer Legitimation und Rechenschaftspflicht der EZB geht, wie es sein kann dass im Artikel die zentralen Kritikpunkte, die verdeckte Staatsfinianzierung und Schuldenhaftungsübernahme, komplett aussen vor gelassen wird.

Das kann man natürlich tun, sich auf die Kritikpunkte zu beschränken, bei denen man auch Argumente für den eigenen Standpunkt findet. Tut man dies aber, darf man sich nicht wundern wenn einem eine gewollte Verzerrung der Darstellung vorgeworfen wird.

Nein, es geht eben nicht nur um "ich will meine D-Mark zurück" und "ich will wieder Zinsen auf mein Sparbuch". Es geht um zentrale Versprechen die bei der Einführung des Euro gemacht wurden, und die jetzt nach Junckers Salamitaktik-Prinzp wir machen so lange weiter bis es einen Aufstand gibt Stück für Stück gebrochen werden.

Jetzt kann man prima diskutieren, ob und in welchem Rahmen das Sinn macht, und vor allem unter welchen Randbedingungen, z.B. nach Vereinheitlichung des Fiskalwesens.

Einfach so tun als ob es diese Problematiken nicht gäbe, das ist unredlich, und es kann mir niemand erzählen dass Hr. Bartz dieses Thema nicht ausreichend durchdrungen hätte, dass er um diese Problemstellung wüsste.

Das was wir jetzt beobachten ist eben der Juncker-Aufstand, weil man die Schraubé zu schnell zu fest angezogen hat. Und so ganz unberechtigt ist er nicht, denn wenn man solche Umwandlungen in Gang setzt, ich bin da auch keineswegs prinzipiell dagegen, muss man das vorher klar kommuniziert und demokratisch legitimiert werden. Wer glaubt man kann das einfach mal machen und sich dann wundert, wenn es Gegenwind gibt, wenn die Leute das irgendwann merken, der darf sich wirklich nicht über schwindendes Vertrauen wurndern. Denn in diesem Fall ist es tatsächlich berechtigt, wer in stetiger Wiederholung seine eigenen Versprechen und Verträge bricht, ist des Vertrauens auch nicht wert.

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penie 04.08.2019, 08:23
184. Die dramatischen Auswirkungen der Niedrigzinsen sind bekannt

Warum tut der Autor so, als wäre das nur in den Köpfen? 2% Inflation und 0% Zinsen auf sichere Anleihen vernichten Ersparnisse, selbst wenn sie nominell steiigen (weil die Leute weiterhin sparen, NICHT wegen der Erträge). Weitere Effekte wie die dramatischen Preissteigerungen bei Sachanlagen (Immobilien, claro, aber auch Kunstwerke, Oldtimer usf.)kommen dazu. Und die Unterstellung, dass jeder Sparer auch Immobilienbesitzer ist (und claro, natürlich hat er eine Immobilie in einer "Schwarmstadt"), ist frei erfunden.

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melchor 04.08.2019, 08:24
185. Witzig

Steingart wird angegriffen weil er, entgegen hiesiger Aussage, eine Möglichkeit erwähnt UND Quellen nennt. Dieser Kommentar schmeißt aber völlig ohne Quellen die Möglichkeit eines Dexit als Bundestagswahlkampfthema ins Auge. Ach Spiegel, Leute wie Steingart, der ja mal bei euch war, fehlen!

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chili&pepper 04.08.2019, 08:26
186. Klar wenn der Spiegel jetzt dafür werbung macht dann sicher..

So ein quatsch, Geld ist dazu da dass man es investiert. Derjenige wird belohnt der sein Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückführt und nicht unter dem Kopfkissen hortet, wo es wirklich niemanden etwas bringt und nur dem allgemeinen Wirtschaftskreislauf entzogen wird. Dabei gibt es unzählige andere Arten zu sparen, Aktien wären da so eine Sache oder ein Investment in eine Windkraftanlage die jedes Jahr Geld abwirft. Zudem sind die niedrigen Zinsen ja kein Selbstzweck sondern eine Notwendigkeit die Wirtschaft anzukurbeln, die Inflation auf einen vernünftigen Wert von 2% zu erhöhen und der nächsten Generation keinen Schuldenberg zu hinterlassen. Kurz um, niedrige Zinsen unterstützen Firmen und Menschen die etwas unternehmen und bestraft diejenigen die sich nur zurück-lehnen. Das hat somit rein gar nichts mit dem Dexit zu tun den wir leben schliesslich auch sehr gut von unseren europäischen Nachbarn die unsere Produkte kaufen. Ich möchte bei hohen Zinsen mal sehen, wie unsere Produkte sich in Volkswirtschaften wie China oder die USA überhaupt behaupten sollen.

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stebetojas 04.08.2019, 08:27
187. Natürlich ein mieser Deal (für den Durchschnittsbürger)

Profitiert haben vom Euro nur die Vermögenden. Für den Durchschnittsbürger ist alles teurer geworden, während die Einkommen immer unter der Inflation blieben - in 18 Jahren läppert sich das. Ich erinnere mich noch gut, wie man mit der D-Mark in Italien König war. Heute ist Italien eine hochpreisige Destination.

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dudek 04.08.2019, 08:29
188. Super Text - bis auf den letzten Absatz

Dexit ist kein Thema, wer glaubt im Ernst das "Deutschland den Deutschen" auch nur ein Arbeitsplatz retten würde.
Es sind die üblichen Nörgler und Schlechtschreiber in der Republik die so ihr Geld (Euro) verdienen um es dann in Immobilien, finanziert mit billigem Geld, anzulegen.

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ctrader62 04.08.2019, 08:29
189. hier wird der Ùberbringet der Nachricht verurteilt

Die EZB versucht Zeit zu gewinnen, die die Staatschefs ungenutzt verstreichen lassen,
Die Vermögenspreisinflation und die gefährliche Lage bei Versicherungen, Pensionsfonds und Banken sind doch keine Peanuts ! und trotz dieser angeblich durch engstirnige deutsche konsumfeindliche Sparer dramatisierten Kollateralschäden gibt es in Südeuropa eine verlorene Generation mit hoher Arbeitslosigkeit, Abwanderung und sehr geringer Geburtenrate.
Der jahrelange Stillstand ist nicht der EZB anzulaszen, auch wenn dieses Spiel für die uneinigen Staatschefs sehr bequem ist und nebenher die EU sprengt.

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