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Wut auf die EZB: Deutschland droht die Dexit-Debatte
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Immer heftiger gehen Kritiker auf die Europäische Zentralbank los: Die Niedrigzinsen ruinieren angeblich Deutschlands Sparer. Dahinter steckt grundsätzliches Misstrauen gegen die gemeinsame Währung.

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emil7685 04.08.2019, 10:51
310.

Zitat von widower+2
davon zu sprechen, Sparer zu ruinieren. Wer spart, hat etwas. Das Ausbleiben von Zinsen zu beklagen und sich dann auch noch ruiniert zu fühlen, bekommen wohl nur deutsche Michel hin.
Sie sollten dem Deutschen Michel seine eigene Meinung zubilligen. Das ist ein freies Land und jeder kann denken was er will. Ich als "Michel" bin in den 80ern mit der starken DM, steuerfreien Zuschlägen, vermögenswirksamen Leistungen, Schatzbriefen mit 10% Zinsen und problemlos möglichen Urlauben in der Schweiz aufgewachsen und sozialisiert worden. Mit dem Euro ist das alles kaputtgegangen. Mein halbes Vermögen ist durch die Euro-Entwertung verpufft, ich zahle fast 70% Steuern und Abgaben von der Rechnung die ich meinem Kunden ausstelle bis in mein Portemonnaie, eine Packung Brühwürfel im Schweizer Supermarkt kostet mich umgerechnet 12 DM.
Ich nehme mir das Recht heraus, das "ruinös" zu finden.

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juba39 04.08.2019, 10:52
311. Das ist Realsatire!

"...das baldige Ende der Ära des Italieners und der Amtsantritt der bisherigen IWF-Chefin Christine Lagarde, die aus Frankreich kommt, wo sie es angeblich auch nicht so haben mit soliden Finanzen; ..."
Dazu muß man sich nicht einmal etwas ausdenken. Der Redebeitrag von Sonneburg (Die Partei in Straßburg reicht. Und wem das ZU satirisch ist, hier etwas gemäßigter:
"Prozess in Paris Gericht spricht IWF-Chefin Lagarde schuldig
IWF-Chefin Christine Lagarde ist in einem Strafprozess für schuldig befunden worden, erhält aber wegen ihrer "Persönlichkeit" keine Strafe."
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/christine-lagarde-gericht-spricht-iwf-chefin-der-fahrlaessigkeit-schuldig-a-1126512.html

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kika2012 04.08.2019, 10:54
312. rudi_ralala

Mir geht es sehr gut. Und Verlierer hat es schon immer gegeben. Die interessieren mich herzlichst wenig, weil meist selbstverschuldet. Und ich froh, dass alle in meinem Umfeld so denken.

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talüng 04.08.2019, 10:56
313. An die Verteidiger der EZB-Geldpolitik

Die Geldpolitik der EZB wird in der Regel mit drei Argumenten verteidigt: 1) Sie habe eine Rezession in der Währungsunion vermieden und zumindest für bescheidenes Wirtschaftswachstum gesorgt. 2) Die Vergangenheit sei von einem negativen Realzins (Nominalzins abzgl. Inflation) geprägt gewesen. Einen positiven Zins habe es nur sehr vorübergehend gegeben. 3) Es gebe kein “Menschenrecht” auf einen Zins. - Diesen Rechtfertigungen halte ich entgegen: 1) Mit der Aufblähung ihrer Bilanz auf weit über 4 Billionen Euro war ein Nachfrage-Anstieg und infolgedessen ein bescheidenes Wachstum nahezu “unvermeidlich”. Dieses über die Gelddruckpresse geschaffene Wachstum ist natürlich alles andere als nachhaltig, es muss entweder von der gegenwärtigen Generation über ein ganzes Arsenal an Enteignungsmaßnahmen, unter denen der Negativzins nur eine Variante ist, bezahlt werden oder von späteren Generationen. 2) Bei dem in der Tat meist negativen Realzins kommt es natürlich auf die Relation an. Das Interesse der EZB liegt eindeutig darauf, den Abstand zwischen Inflationsrate, die groteskerweise vom Staat ermittelt wird, und Realzins möglichst weit in den negativen Bereich zu drücken, um den Wert der Schulden zu senken. Ein auch nur vorübergehend positiver Realzins ist für die Zukunft völlig ausgeschlossen. 3) Wer dieses Argument bringt, hat die Funktion des Zinses in der Marktwitschaft nicht verstanden. Der Zins ist der Preis für die vorübergehende Überlassung des Produktionsfaktors Kapital. Und er ist Indikator für das Kreditausfallrisiko. Die Abschaffung des Zinses setzt die Sozialisierung des Verschuldungsabbaus voraus. Sie ist der marktwirtschaftliche Offenbarungseid. - Wenn die EZB als Emittent der Währung Euro mit Ideen zu Schwundgeld (Negativzins, Schwächung des Außenwertes etc.) selber aktiv gegen eine der Grundfunktionen der Währung, nämlich die Wertaufbewahrung und -erhaltung, vorgeht, dann geht natürlich das für die Währung überlebenswichtige Vertrauen in die Institution der Zentralbank und das Geld verloren.

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emil7685 04.08.2019, 10:58
314.

Zitat von dn.creaserv
Nicht der Euro ist das Problem, sondern zu geringe Löhne.
Der Euro hat die deutschen Löhne von einen Tag auf den anderen halbiert und im Laufe von zehn Jahren sämtliche Preise und die Mieten verdoppelt.

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rudi_ralala 04.08.2019, 10:59
315.

Zitat von dlf56888
Das Märchen vom Euro das den Deutschen nützt ist ebenfalls nur ein Ausgestreites Märchen. Mir ist es egal ob ich im Ausland eine ander Währung eintauschen muss....
Ganz so ist es ja nun nicht.
Für mich als in Griechenland lebenden Deutschen, ist es schon von Vorteil, wenn ich meine Bankgeschäfte europaweit so ausführen kann wie damals auf dem begrenzten Gebiet der BRD.

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Giraffe107 04.08.2019, 10:59
316. Dexit

Den Dexit halte ich für eine gute Idee. Dann müßten uns die anderen Länder unsere 950 Mrd. EUR Targetsalden zurückzahlen, was diese natürlich nicht können - und damit wären wir beim Thema.

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tom_ppp 04.08.2019, 11:01
317. wenn ein linkes Medium

über sparen schreibt, kommt sowas bei raus.
Die EZB handelt genauso wie Linke es mögen, sie verteilen um. In diesem Fall vom Norden und den Süden.
Warum sich Deutschland das gefallen lässt? Nun ja, man hat leider Kommunisten und Sozialisten an der Macht.

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Allein-Unter-Welpen 04.08.2019, 11:01
318. Der Deutsche Michel hat sich mit der Schuldenbremse

selbst ins Knie geschossen. Dank der EZB koennte sich der deutsche Staat Geld zu Negativzinsen leihen und dieses in Infrastruktur (z.B. Photovoltaik) gewinnbringend reinstecken.
Aber Nein! Das Volk nochmals zu befragen - auf keinen Fall...

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Mikrator 04.08.2019, 11:02
319. unvollständige Kritik am Euromechanismus

Zitat T.Bartz " Die Kritiker der Zentralbank werden langfristig nicht umhinkommen, ihr generelles Verhältnis zum Euro zu hinterfragen. Das gilt umso mehr, wenn die nächste Rezession kommt und mit ihr weitere unpopuläre Maßnahmen der EZB. "
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Der Euro ist eben eine "unvollständige Währung" , der nur die Geschäftsbanken ( Giralgeld) und Staatsschulden unterstützt und sozusagen über kommunizierende Röhren in diesem Bereich berechenbare Wirkung enfaltet.. Aber zusätzlich In anderen Staaten mit Einzelwährungen kann der reale Waren- und Dienstleistungskreislauf angeregt oder gedämpft werden. Ausser man ist wie Dänemark , Schweden oder Polen überwiegend im Eurogebiet unterwegs, dann kann man es selbst auch nicht
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Das generelle Verhältnis zum Euro- wie der Autor es völlig richtig fordert und gleichzeitig verschleiert - wird durch diese Mangelkonstruktion , insbesondere in der Zukunft bestimmt werden. Nicht die absoluten Zinsen für risikoloses Termingeld ist essentiell ( Scheindebatte ) - die Stabilität der einzelnen Staatsfinanzen bei einem möglichen Handelsboycott oder Wirtschaftskrieg zwischen USA, China und der EU. sind relevant. Erst wenn der EU Raum gemeinsame Haushalte und supranationale Banken bildet (Vergemeinschaftung hoch zwei ) werden der EURO und seine Satellitenwährungen richtig stabil sein. Die Alternative "Dexit" oder Aufspllttung ist 2012 beim Griechenland Kollaps bewusst verpasst worden.

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