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Wut auf die EZB: Deutschland droht die Dexit-Debatte
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Immer heftiger gehen Kritiker auf die Europäische Zentralbank los: Die Niedrigzinsen ruinieren angeblich Deutschlands Sparer. Dahinter steckt grundsätzliches Misstrauen gegen die gemeinsame Währung.

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hefe21 08.08.2019, 08:50
680. Niedrige Bewertungsgründe

Zitat von emil7685
Dann schreiben Sie doch "ich ganz persönlich" und hören Sie mit diesem unsäglichen "wir" auf! Ich gehöre nämlich auch zu diesem "wir" und ich bin ein schuldenfreier Kleinunternehmer der seine Rechnungen zu einem großen Teil in Euro ausschreiben muß, für seine Materialien und Werkzeuge jedoch "echtes Geld", also Franken und Dollars, auf den Tisch legen muß. Der Euro, seine für die deutsche Wirtschaftsleistung geradezu groteske Unterbewertung und der immer schnellere Wertverfall, machen mich schlicht fertig. Ich bin quasi nur noch damit beschäftigt, mein Geld irgendwie in Sicherheit zu bringen. Wo der Vorteil von niedrigen Darlehenszinsen liegen soll, wenn Immobilien dreimal so teuer sind wie zu Zeiten normaler Zinsen, verstehe ich nicht. Und wo der Vorteil bei Auslandsreisen sein soll, wenn ich im Vergleich zu D-Mark-Zeiten für alles doppelt und dreimal so viel bezahlen muß, hat sich mir noch nie erschlossen.
Mit so konkreten Einwänden dürfen Sie dem Foristen nicht kommen, er ist eher für das Wolkige zuständig. (Ich vermute oft den Merkelpressesprecher hinter seinen Ausführungen). Ausserdem hat ihn als Vielreisendem die dauernde Umwechslerei genervt, da ist schon gut, dass wir dafür die DM aufgegeben haben.
Dass er "froh ist, dass die eigene Währung niedrig bewertet ist", das ist natürlich grotesk, aber vieleicht geht er mit dieser Einstellung ja auch ins Personalbüro seiner Firma und ist froh, dass man ihm dort eine niedrige Bewertung zuschreibt.

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hefe21 08.08.2019, 09:09
681. Aber sonst ein Meister von Copy und Paste

Zitat von marcaurel1957
Schon richtig, ich bin auch mit DOS, Windows 2, 95,98,2000, u.s.w. Groß geworden .....aber wenn man nicht im Büro sitzt hat ein IPAd schon seinen Reiz
Kann es sein, dass Sie hier den eigenen Beitrag, in dem Sie den Offenbarungseid leisteten, auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm nicht herauszubekommen, wie man, mit Nachdruck!, ein Kopierkontextmenü aufruft, entfernen liessen?
Dann bestätigen Sie exakt mein (Vor?)urteil über Sie!

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einerkeiner 08.08.2019, 09:22
682. Umverteilungswährung und Selbstbedienungswährung

In einer Welt, in der sich mit Geld noch eine Rendite erzielen lässt, hat ein Nullzins absolut nichts verloren. Diejenigen die Zugriff auf Nullzins-Kredite haben, und diese investieren (oder die bereits entsprechende Investitionswerte besitzen), sind die Gewinner, und diejenigen, die darauf entweder keinen Zugriff haben, oder die Risiken scheuen, sind die Verlierer. Als Bonus gibt es hübsche Finanzblasen, die sich überall aufblasen, wo die Sparer versuchen, vor den Nullzinsen zu fliehen, oder wo das geliehene Geld nach Anlagemöglichkeiten sucht. Das lustigste ist aber, dass die gleichen Leute, die diesen Blödsinn so vehement verteidigen, an anderer Stelle ganz vorne beim Geheule dabei sind, wenn es um die direkten Effekte dieser Politik geht, wie z.B. wachsende Vermögensungleichheit, oder steigende Kauf- und Mietpreise von Immobilien.

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rudi_ralala 08.08.2019, 09:30
683.

Zitat von spmc-12355639674612
...Erklären Sie mir aber doch einmal bitte, warum das Geldvermögen der Deutschen in den letzten 5 Jahren von 4,859 Billionen auf 6,016 Billionen Euro gestiegen ist, also jährlich um ca. 4,4% ...
Dann erklären Sie mir mal weshalb mein Geldvermögen in den letzten fünf Jahren abgenommen hat, obwohl ich nicht anders lebe als vorher:-(
Ich vermute es liegt daran, dass ich nicht zu den 10 % der Bevölkerung gehöre, die den Rahm ganz allein abgeschöpft haben.

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rudi_ralala 08.08.2019, 09:38
684.

Zitat von marcaurel1957
Die Haftungsfrage stellt sich aber nicht, weil die EZB selbst beliebige Mittel erschaffen könnte....
Selbstverständlich ohne Kollateralschäden.
Die Zentralbanken sollen sämtliche Schulden der Welt übernehmen und alle leben im Paradis. Halleluja

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spmc-12355639674612 08.08.2019, 09:42
685. Schuldenfreier Kleinunternehmer

Zitat von emil7685
Dann schreiben Sie doch "ich ganz persönlich" und hören Sie mit diesem unsäglichen "wir" auf! Ich gehöre nämlich auch zu diesem "wir" und ich bin ein schuldenfreier Kleinunternehmer der seine Rechnungen zu einem großen Teil in Euro ausschreiben muß, für seine Materialien und Werkzeuge jedoch "echtes Geld", also Franken und Dollars, auf den Tisch legen muß. Der Euro, seine für die deutsche Wirtschaftsleistung geradezu groteske Unterbewertung und der immer schnellere Wertverfall, machen mich schlicht fertig. Ich bin quasi nur noch damit beschäftigt, mein Geld irgendwie in Sicherheit zu bringen. Wo der Vorteil von niedrigen Darlehenszinsen liegen soll, wenn Immobilien dreimal so teuer sind wie zu Zeiten normaler Zinsen, verstehe ich nicht. Und wo der Vorteil bei Auslandsreisen sein soll, wenn ich im Vergleich zu D-Mark-Zeiten für alles doppelt und dreimal so viel bezahlen muß, hat sich mir noch nie erschlossen.
Dann hätten Sie ja nur rechtzeitig in Immobilien diversifizieren müssen, nämlich vor 3-5 Jahren. Da gab es noch günstige Objekte und jeder wusste, dass die Preise bei weiterem Niedrigzins kräftig steigen würden.

Der Euro ist übrigens genauso "echtes Geld" wie Franken oder Dollar, sonst würden Sie ja nicht so herumjammern. Den "schnellen Werteverfall" sehe ich genauso wenig wie die "groteske Unterbewertung". Die Preise Ihrer Produkte werden, wie ich annehme, von Angebot und Nachfrage geregelt. Wenn Sie Alleinstellungsmerkmale haben, die Ihre Kunden zwingen, bei Ihnen zu kaufen oder wenn Sie viel mehr Bestellungen erhalten, als Sie bewältigen können, können Sie die Preise erhöhen. Das regelt nämlich der Markt, wie wir alle wissen. Die D-Mark-Zeiten sind übrigens inzwischen schon so lange vorbei, dass es nicht mehr legitim ist, mit Preisen aus D-Mark-Zeiten zu argumentieren.

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marcaurel1957 08.08.2019, 09:44
686.

Zitat von emil7685
Dann schreiben Sie doch "ich ganz persönlich" und hören Sie mit diesem unsäglichen "wir" auf! Ich gehöre nämlich auch zu diesem "wir" und ich bin ein schuldenfreier Kleinunternehmer der seine Rechnungen zu einem großen Teil in Euro ausschreiben muß, für seine Materialien und Werkzeuge jedoch "echtes Geld", also Franken und Dollars, auf den Tisch legen muß. Der Euro, seine für die deutsche Wirtschaftsleistung geradezu groteske Unterbewertung und der immer schnellere Wertverfall, machen mich schlicht fertig. Ich bin quasi nur noch damit beschäftigt, mein Geld irgendwie in Sicherheit zu bringen. Wo der Vorteil von niedrigen Darlehenszinsen liegen soll, wenn Immobilien dreimal so teuer sind wie zu Zeiten normaler Zinsen, verstehe ich nicht. Und wo der Vorteil bei Auslandsreisen sein soll, wenn ich im Vergleich zu D-Mark-Zeiten für alles doppelt und dreimal so viel bezahlen muß, hat sich mir noch nie erschlossen.
Mir ist der Euro lieber, als ihr „echtes Geld“...

Der Euro ist durchaus fair bewertet, was das ist, entscheiden die Märkte....

Einen Werteverfall erkennen vermutlich nur Sie...hatten Sie etwa ein diesbezügliches prägendes Erlebnis in der Kindheit?

Außer in einigen Ballungszentren, sind Immobilien nur unwesentlich teuerer geworden....ein Verdreifachung des Preises, wird es, wenn überhaupt nur auf der Zeil, dem Ku’damm und am Stachus geben

Ich bin viel im europäischen Ausland unterwegs, von Ausnahmen abgesehen, zahle ich dort in Relation nicht mehr als früher

Lassen Sie mich raten, Sie vermissen die gute, alte Zeit, wo alles viel besser war und Ordnung herrschte?

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marcaurel1957 08.08.2019, 09:48
687.

Zitat von Henderson
- wir durften nicht über den Eurobeitritt abstimmen sondern wurden "zwangsbeglückt" - sämtliche Stabilitätsversprechen die uns im Zuge der Euroeinführung gemacht wurden ("no bailout"...) wurden gebrochen
In D gibt es nunmal, von definierten Ausnahmen abgesehen, keine Volksabstimmungen....und das ist auch gut so!

Der Euro ist wesentlich stabiler als es die DM je war....ich erinnere mich zwar nicht an irgendwelche Versprechen aber wenn es sie gab, so wurden Sie mehr als eingehalten.

Eine „ No bail out“ Klausel gab es nie....auch in in Artikel 125 AEUV.

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mostly_harmless 08.08.2019, 10:09
688.

Zitat von icebergs111
Den Deutschen wurde mal versprochen, dass der EUro genauso stabil sein würde wie die DM. Den Deutschen wurde mal versprochen nicht für fremde Schulden haften zu müssen. [...]
Der Euro ist WESENTLICH stabiler wie die DM. Wir hatten in den 70ern und 80ern Inflationsraten von über 5% p.a. Und wir haften nicht für fremde Schulden.

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mostly_harmless 08.08.2019, 10:13
689.

Zitat von Henderson
[Fakt ist und bleibt ] - wir durften nicht über den Eurobeitritt abstimmen sondern wurden "zwangsbeglückt" - sämtliche Stabilitätsversprechen die uns im Zuge der Euroeinführung gemacht wurden ("no bailout"...) wurden gebrochen
Völliger Unsinn, diese Behauptungen. Es gab damals Wahlen, und es gab Parteien, die gegen die Einführung des Euro waren. Die Stimmzahlen dieser Parteien finden Sie im Netz. Und es gibt keinen Verstoß gegen "no bailout", auch wenn gewisse Kreise das seit Jahren behaupten

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/eugh-urteil-c-37012-eurorettung-esm-no-bailout-klausel/

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