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Young-Money-Blog: Diese Aktienfonds machen kein schlechtes Gewissen
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Muttersprachler 19.03.2018, 17:27
1. Es wird Zeit

Schon seit 2 Jahren beobachte ich das Angebot ökologisch und sozial vertretbarer ETFs. Leider gibt es, wie vom Autor beschrieben, noch viel zu wenige Angebote. Woran liegt es? Zu wenig Interesse von den Sparern?
Auf der einen Seite spare ich für eine gute Zukunft und gleichzeitig investiere ich in eine schlechte Zukunft (Waffen, Atomstrom, Plastik etc.). Würde es gute ETFs geben, würde ich auch Abstriche bei der Rendite in Kauf nehmen.

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pommbaer84 19.03.2018, 17:57
2. Bezeichnungen irreführend.

Das Kürzel p.a. steht meines Wissens für "per anno".
Was also heißt die Angabe "Rendite auf 5 Jahre (p.a.)"?
Bei 10% sind das also grob zwei Prozent pro Jahr? Abzüglich der Gebühren darunter bliebe bei den meisten ja kaum was übrig..

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supergrobi123 19.03.2018, 18:11
3. Wirklich unmoralisch?

AGs sammeln einmalig beim Börsengang Geld von Anlegern ein. In der Folge kauft man Aktien (von vereinzelten Kapitalerhöhungen abgesehen) über die Börse beinahe ausschließlich von anderen Anlegern.
Kaufe ich heute eine Aktie eines Waffenproduzenten, erhält der Waffenproduzent also keinen Cent meines Geldes, sondern nur der Vorbesitzer der Aktie. Der Waffenproduzent profitiert wenn überhaupt nur sehr indirekt und theoretisch von meinem Kauf.
Die Vorstellung "mit meinem Geld" würden nun Waffen produziert, ist also so nicht haltbar.
Doch auch die grundsätzliche Vorstellung, man würde vom Waffenhandel profitieren, ist als solche unangenehm, allerdings auch eine Frage des Blickwinkels. Viele Anleger kaufen etwa zur Absicherung gegen "Krisen" Gold. Ihnen wird merkwürdigerweise nie unethisches Verhalten vorgeworfen, wenn sie dann von ebensolchen Krisen profitieren. Hätte man die Möglichkeit, entweder die Konten von Unicef oder die Konten eines Waffenhändlers zu hacken, würde sich wohl keiner für Unicef entscheiden. Geklaut ist Waffengeld also das Richtige, legal per Dividende bezogen aber unmoralisch? Hm.
Überhaupt stellt sich natürlich die Frage, ob sich irgendetwas auf der Welt in irgendeiner Form ändert, nur weil ich Waffenaktien kaufe oder auf sie verzichte. Vermutlich nicht. Ist also der Verzicht aus "moralischen Gründen", der keinerlei Verbesserung der Lage mit sich bringt, nicht eine sinnlose Feelgood-Pseudo-Aktion?
Wer wirklich etwas verändern will, sollte eigentlich sogar gezielt die Aktien unmoralischer Unternehmen kaufen. Damit erhält man nämlich Zugang zur Hauptversammlung, kann dort protestieren und direkt gegen die Geschäftspraktiken abstimmen! Ob man durch Meiden solcher Aktien etwas bewirkt, darf hingegen bezweifelt werden.

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spon-facebook-10000225171 19.03.2018, 18:37
4. Auch alles gelogen

Selbst wenn ich ein Depot habe, dass ausschliesslich moralisch korrekte Firmen beinhaltet, kann ich nicht sicher sein, dass der Dachverband oder Mutterkonzern keine schmutzigen Geschäfte macht. Zudem ist es widerlich, dass der Spiegel hier mitmacht bei der Propaganda zum Aktienkauf.
Wohl auch unter der Knute der Mont Pelerin Society?!
Es gibt keine moralisch korrekte Anlage, Alle Börseangestellte und Fondmanager sind aufgrund von ihrer Gier darauf aus, die Anleger für ihren eigenen Vorteil zu belügen und betrügen. Wer sich an Prokon erinnern kann weiß, was passiert wenn ein ach so moralisch korrektes Unternehmen pleite geht. Der Anleger ist sein Geld los, hat es aber in jedem Fall der Wirtschaft überlassen.
Schlimm, dass sogar der Spiegel hierbei mitmacht.
Ich hoffe die Leser durchschauen die Gier, an unser Geld zu gelangen, die sich in diesem Artikel versteckt.

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jacob87616 19.03.2018, 18:58
5. Schlecht recherchierter Artikel

Einerseits ein gutes und wichtiges Thema, andererseits beinhaltet der Artikel meiner Meinung nach zwei eklatante Fehler!
1.) Nur weil man in den letzten Jahrzehnten mit Aktien eine gute Anlagestrategie hatte, heißt das nicht automatisch, dass es auch in Zukunft nur nach oben geht. Die Aussage ist eine reine Annahme und sollte als eine eben solche kenntlich gemacht werden.

2.) Wirklich kritisch und sehr sehr schlecht recherchiert finde ich, dass überhaupt nicht darauf eingegangen wird, was die Fondgesellschaften mit den jährlichen Einnahmen durch die Fondskosten anstellen: iShares gehört zu BlackRock. Die sind immer noch großer Anteilseigner an Firmen wie z.B. Rheinmetall, wodurch die ganze Investition in einen ethisch vertretbaren Fonds adabsurdum geführt wird.

Bitte im Vorfeld besser recherchieren bevor solche Themen hier auf Spiegel Online veröffentlicht werden.

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supergrobi123 19.03.2018, 19:11
6. @Pommbaer

Zitat von pommbaer84
Das Kürzel p.a. steht meines Wissens für "per anno". Was also heißt die Angabe "Rendite auf 5 Jahre (p.a.)"? Bei 10% sind das also grob zwei Prozent pro Jahr? Abzüglich der Gebühren darunter bliebe bei den meisten ja kaum was übrig..
Es geht um die durchschnittliche jährliche Rendite über die letzten 5 Jahre.

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supergrobi123 19.03.2018, 19:21
7. Naja.

Zitat von jacob87616
Einerseits ein gutes und wichtiges Thema, andererseits beinhaltet der Artikel meiner Meinung nach zwei eklatante Fehler! 1.) Nur weil man in den letzten Jahrzehnten mit Aktien eine gute Anlagestrategie hatte, heißt das nicht automatisch, dass es auch in Zukunft nur nach oben geht. Die Aussage ist eine reine Annahme und sollte als eine eben solche kenntlich gemacht werden. 2.) Wirklich kritisch und sehr sehr schlecht recherchiert finde ich, dass überhaupt nicht darauf eingegangen wird, was die Fondgesellschaften mit den jährlichen Einnahmen durch die Fondskosten anstellen: iShares gehört zu BlackRock. Die sind immer noch großer Anteilseigner an Firmen wie z.B. Rheinmetall, wodurch die ganze Investition in einen ethisch vertretbaren Fonds adabsurdum geführt wird. Bitte im Vorfeld besser recherchieren bevor solche Themen hier auf Spiegel Online veröffentlicht werden.
Zu 1):
Was Sie hier bemängeln, gilt für jede Geldanlage, ja im Grunde für so ziemlich jede Tatsache in unserem Leben.
Morgen geht die Sonne auf?
Bitte machen Sie kenntlich, dass dies lediglich eine Beobachtung aus der Vergangenheit ist! Was morgen passiert, ist eine reine Annahme!

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Muttersprachler 19.03.2018, 20:22
8. Fehlende Moral

@ Nr. 3: Angenommen, das Kapital würde nur noch in moralisch, ethisch oder ökologisch saubere Projekte fließen, könnte sich einiges zum Guten wenden.
Solange aber Rheinmetall und Co. Geld zum Investieren bekommen und die Aktionäre nur eine hohe Dividende interessiert (siehe Doku auf ARD im Februar), wird es weitergehen wie bisher.

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supergrobi123 19.03.2018, 21:44
9. Und woher?

Zitat von Muttersprachler
@ Nr. 3: Angenommen, das Kapital würde nur noch in moralisch, ethisch oder ökologisch saubere Projekte fließen, könnte sich einiges zum Guten wenden. Solange aber Rheinmetall und Co. Geld zum Investieren bekommen und die Aktionäre nur eine hohe Dividende interessiert (siehe Doku auf ARD im Februar), wird es weitergehen wie bisher.
Woher bekomt Rheinmetall denn Geld zum Investieren?
Laut Wikipedia wurde Rheinmetall im Jahr 1889 als Aktiengesellschaft gegründet. Ich vermute mal, der Laden machte wenig später seinen Börsengang (darüber finde ich leider auf die Schnelle nichts).
Ich habe im Jahr 1889 keine Aktien gezeichnet. Ich habe also keinen Cent zum Stammkapital dieser AG beigetragen.
Wenn ich heute, rund 130 Jahre später, eine Aktie kaufe, stammt sie im Normalfall von einem anderen Anleger, der zeitgleich verkaufen möchte. Von Klaus aus Aachen vielleicht. Oder Miguel aus Mexiko. Oder irgendeinem Fonds. Die bekommen mein Geld, nicht Rheinmetall.
Dahin fließt mein Kapital.
Nun erklären Sie mir bitte, was auf der Welt anders laufen würde, wenn Miguel mein Geld nicht bekommt!
Was verändert sich, wenn nicht ich, sondern weiterhin Miguel die Dividende kassiert.
Die Antwort lautet: abgesehen von Miguel und mir bekommt das nicht mal jemand mit. Nur für uns beide ändert sich was. Nicht für Rheinmetall und auch nicht für Syrien.
Oder glauben Sie, der Vorstand von Rheinmetall sagt sowas wie: "Oh! Ein paar Leute in Deutschland kaufen jetzt ETFs wo wir nicht mehr dabei sind! Potztausend! Ab heute hören wir auf, Waffen zu verkaufen!"
Oder wie?
"Grüne ETFs" u.ä. Produkte sind für die Gerechtigkeit auf der Welt zu 99% nutzlos. Sie nutzen nur dem Image und dem Pseudo-Gewissen des Anlegers, sonst niemandem.
Wenn Sie Geld übrig haben, kaufen Sie davon lieber gezielt fair gehandelte Produkte (aus Krisenregionen), stärken Sie den Tourismus in Ländern, die es nötig haben, vermeiden Sie Gentechnik und Massentierhaltung, beziehen Sie Ökostrom, beteiligen Sie sich an sinnvollen Crowdfundingprojekten. Und spenden Sie!
Fonds Gebühren in den Rachen zu werfen, weil "ethisch korrekt" auf dem Label steht, ist nutzlos.

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