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Young-Money-Blog: Ewig mieten oder kaufen?
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laffleur 02.04.2019, 16:32
130.

Ich finde die Kritik einiger Foristen überzogen. Der Artikel soll aufzeigen, dass das oft gepredigte "Immobilien sind das Beste" Kredo einfach nicht immer stimmt und es auch gute Alternativen gibt. Man kann gar keine Beispielrechnung für ganz Deutschland aufmachen, da die Verhältnisse ETW/Mietwohnung nicht vergleichbar sind. In meinem Wohnort zahlt man für eine im Beispiel verwendete ETW ungefähr 500.000, bei einem Mietpreis von 1300. Das sind mal eben lockere 200.000 mehr. Da verfolge ich natürlich lieber eine andere Anlagestrategie, denn die Immobilie würde nur mögliche Erben erfreuen. Das mag in anderen Regionen vollkommen anders sein.

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schadland 02.04.2019, 16:33
131. Grob fahrlässig

Man kann ja von solchen pauschalisierten Vergleichen ohne darin das eigentliche Leben zu berücksichtigen halten, was man will.
Wenn es allerdings wie hier als Selbstverständlichkeit hingestellt wird, dass der "risikofreudige" Kapitalanleger über die 30 Jahre 6 % Nettorendite erzielt, ist das mindestens grob fahrlässig dargestellt. Denn das Mehr an Risiko KANN sich in höheren Erträgen auszahlen, muss es aber beileibe nicht. Bei einer langen Vermögensaufbauphase von 30 Jahren muss man schon sehr viel Glück haben, dass einen nicht auch mal eines der Risiken trifft (siehe zB aktuell Wirecard) und sich die Erwartung nicht erfüllt. Bei einer so langen Phase bis zur Rente wäre es zudem töricht, sein Postfolio in der letzten Phase nicht langsam umzustellen hin zu größeren Anteilen an sichereren und dauerhaft dividendenträchtigeren Investitionenen.

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JackGerald 02.04.2019, 16:35
132. @ Nr. 115 schnubbeldu

Da haben Sie natürlich Recht! Wenn früher das Einkommen und heute die Rente stimmt, dann sind sämtliche Diskussionen über Immobilie ja oder nein obsolet. Bei jungen Menschen dürfte allerdings das Einkommen bzw. ausreichend vorhandenes Eigenkapital ein Problem sein.

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leander.1991 02.04.2019, 16:36
133. Nicht ganz...

Zitat von harald441
Kurz, dieser Bienenwabeneffekt sorgt dafür, daß zehn Familien in zehn eigenen Wohnhäusern NIEMALS billiger wohnen können als dieselben zehn Familien in einem Wohnblock.
effektiver nicht, günstiger aber sehr wohl, für diese Erkenntnis muss man noch nicht mal in die Zukunft schweifen. Und wenn Sie mich fragen, so ein eigenes Haus mit Garten ist viel Arbeit aber halt auch ein Stück Lebensqualität, an die denkt lustiger weise niemand mehr heutzutage, soll/muss sich ja alles "rechnen", das Optimum wäre also nur Häuser zu kaufen und zu vermieten oder gleich Aktien zu nehmen und selber kostenlos im Erdloch zu hausen.

"Alle anderen haben das Prinzip nur noch nicht verstanden" schallt es dann aus dem Erdloch.

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ajf00 02.04.2019, 16:41
134.

Zitat von ohjeee
Ihr Vorposter hat schon recht. Wenn ich monatlich 500 € zusätzlich anlegen kann zu 3,5% (siehe Artikel), dann hab ich nach 30 jahren dank Zinseszinseffekt 315k Euro angespart (180k Euro Sparrate + 135k Euro Zinsen (laut Sparrechner)), zzgl. Immobilienwert...
Aber 100.000 ueber 30 Jahre mit 3,5% Rendite sind eben auch schon ca. 280.000 und bei 6% eben fast 580.000. Ich wollte gar keine Aussage darueber machen was sich mehr lohnt, das kommt dann auf die konkreten Zahlen an, aber mathematisch auf einen hoeheren Gewinn beim Mieter kommt man eben wenn man davon ausgeht, dass Zinsen+Instandhaltung nicht soviel billiger sind als die Miete, und der Kapitalertrag auf das Eigenkapital am Aktienmarkt hoeher ist, als die Wertsteigerung der Immobilie. Meiner Einschaetzung nach ist wenn man wirklich stabil 30 Jahre in der selben Wohnung wohnt, und das Startkapital zum kaufen hat, ziemlich wahrscheinlich die Immobilie lohnder, aber kommt halt darauf an wie man rechnet, und 30 Jahre Stabilitaet ist natuerlich auch etwas was man erstmal erreichen muss.

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lab61 02.04.2019, 16:48
135.

Mir hat ein Immobilienfachmann mal folgenden Spruch aufgesagt:

"Als Käufer einer Etagenwohnung in einem Mehrfamilienhaus vereint man alle Nachteile eines Mieters und eines Vermieters auf eine einzige Person; nämlich sich selbst."

Man muss nicht nur seine eigene Wohnung innerhalb der eigenen vier Wände instand halten. Nein. Man muss auch die Instandhaltung des gesamten Hauses anteilig mitfinanzieren.

In unserem Haus waren das allein in den letzten drei Jahren u.a.:
1.: Die Errichtung einer neuen zentralen Gasheizungsanlage

2.: Das Ausgraben und die Neuverlegung der Abwasserrohre in den Kellern und durch den gesamten Hof, weil diess schon an einigen Stellen geborsten waren und Abwasser in den Kellern stand und ins Erdreich sickerte.

3.: Absicherung der Fassade wegen herabstürzender Stuckornamente,

4.: Aktuell der Einbau einer neuen Gegensprechanlage.

Ferner ist das Treppenhaus seit rund 30 Jahren nicht renoviert worden und das Dach war auch in den letzten Jahren mehrere Male undicht und ist dann immer nur notdürftig geflickt worden.

Das sind alles Kosten, ich als Mieter mit meiner Kaltmiete abdecke. Die ich aber als Käufer neben dem Kaufpreis der Wohnung und dem sog "Wohngeld", was im Prinzip die beim Mieter als "Nebenkosten" bekannten Aufwendungen sind, ZUSÄTZLICH finanziert müsste.

Allein die Sanierung der Abwasserrohre lag kostenmässig - so vernahmen wir - wohl bei gut 50.000€.
Eine Gaszentralheizungsanlage mit Warmwasserbereitung für ein Mietshaus mit rund 2.500qm Wohnfläche dürfte auch nicht viel günstiger sein.

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leander.1991 02.04.2019, 16:48
136. Das Problem dieser idealen Modelle...

Zitat von iman.kant
Der andere Punkt: Solche Milchmädchenrechnungen hat man schon vor 10 Jahren gemacht. Glaubt den hier noch wirklich einer der vor zehn Jahren das Geld schön gespart hat ist glücklicher als derjenige der sich eine Immobilie zugelegt hat? Die Mieten sind horrend gestiegen, hätte man sich für die Immobilie entschieden wäre das kaum ein Problem.
ist halt das sie die emotionale Seite komplett ausblenden. wenn man die 100.000 Euro und den dreißigjährigen "Sparplan" zusammen nimmt hat man sein ganzes Leben gespart, nur wofür? Um dann im Rentenalter sagen zu können "jetzt lasse ich es mir gut gehen"? Das dürfte nur in Ausnahmefällen funktionieren. Wenn man schon so lange verzichtet hat um das Geld eisern zu sparen, dann macht es so einem in der auch nichts aus den Kitt aus den Fenstern zu fressen bevor es an den "Schatz" geht.

Und selbst wenn das emotional klappt, da musste man Jahrzehnte hoffen und bangen, das schöne Kapital möge alle Unwetter überstehen und mit über 60 will man dann tatsächlich anfangen zu leben? Warum und wozu eigentlich?

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lab61 02.04.2019, 16:51
137.

Zitat von vanilla2611
300.000 erscheint mir doch relativ wenig für eine 100qm Wohnung, die in vergleichbarer Lage/Qualität 1375 Euro Miete kosten soll. Wenn ich das mal in Immoscout eintrage, finde ich da nicht eine Wohnung, in der ich jetzt oder gar bis zur Rente leben möchte...
300.000 Euro können Sie allenfalls noch dann erzielen, wenn sie bei Umwandlung eines Mehrfamilienhauses in einzelne Eigentumswohnungen von Ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen können. Der Kaufpreis für vermietete Wohnungen liegt zumeist deutlich unter dem einer unvermieteten Wohnung

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katja78 02.04.2019, 16:54
138. beispielhaft

Das Ganze ist natürlich beispielhaft zu verstehen.

Schon das Setup (300.000 Whg wird für 1300 vermietet) dürfte in den meisten Gegenden nicht stimmen. Zumindest hier müsste man für eine Whg dieses Mietpreises deutlich mehr zahlen.

Bei Haus wird der Unterschied noch krasser, da ist die Miete fast immer deutlich niedriger als sie, gemessen am Kaufpreis, sein müsste.

Die in der Praxis wichtigste Aussage bleibt der Hinweis auf die Psychologie: Eigentümer sind vor allem deshalb reicher, weil sie zwangssparen. Die finanzielle Selbstdisziplin ist eben bei den meisten nicht stark genug ausgeprägt, um preiswert in der Mietwohnung wohnend Reichtümer auf dem Konto zu horten. Während der Eigentümer immer diese dicke rote Zahl vor Augen hat, die durch jede Sondertilgung schneller schmilzt.

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lab61 02.04.2019, 16:55
139.

Zitat von Alfa1989
In welcher Stadt bekommt man für 300.000€ eine 100qm Wohnung die jedoch horrende 1375€ Miete kostet?
Gucken Sie sich mal die Neuvermietungsangebote für Berliner Altbauwohnungen auf dem einschlägigen Portalen an.
Für Wohnung, wie die unsere (120qm in relativ zentraler, aber trotzdem laut Mietspiegel einfacher Wohnlage) kommen bereits auf derartige KALTMIETEN. Und wir wohnen nicht im Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Friedenau.

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