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Young-Money-Blog: Ewig mieten oder kaufen?
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colinchapman 02.04.2019, 13:00
10. ich plädiere eindeutig für die Miete

Der normale Arbeitnehmer muss sich für die eigene Immobilie verschulden. Oft schaffen das Paare oder junge Familien nur zu zweit. Zum einen ist man dann mit dem Job de facto an den Ort der Immobilie mitsamt Umkreis gebunden, wer mietet, kann sich im Zweifelsfall bundesweit neu um einen Job bewerben, wenn ihm der alte nicht mehr paßt. Oder man verkauft das gekaufte Objekt wieder und kauft woanders neu, oder man vermietet das gekaufte Objekt und mietet am neuen Arbeitsplatz neu - meiner Meinung nach hat man dann aber mit diesem Lebensmodell die Nachteile beider Optionen miteinander kombiniert.
Und vierzig Prozent aller Ehen werden geschieden, Tendenz steigend. Üblicherweise kann keiner der beiden den anderen ausbezahlen und die Immobilie alleine übernehmen.
Das Mietmodell ist einfach flexibler. Mann kann sich beim Jobwechsel, bei einer Scheidung oder einer langwierigen Erkrankung leichter neu orientieren.

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palmbacher 02.04.2019, 13:01
11. Rendite am Kapitalmarkt

nun ja, die renditeabschätzung am freien Kapitalmarkt von jährlich 3.5% ist sicher zumindest derzeit ein Märchen... von 6% auszugehen ist dann ein Ammenmärchen... fragen Sie mal bei allen Lebensversicherern nach... da wurden solche Erwartungwerte bei abschluss vor 10-20 Jahren auch noch angegeben. Mitlerweile gehen zumindestens die drei Anbieter meiner Frau und mir von 0,5 - 1 - 1,5% aus in ihren Prognosen... das ist ziemlich realistisch und deckt sich mit meinen eigenen (konservativen) Anlagen. Sicher sind werte von 3,5 und höher zu erreichen, aber nicht risikoarm - zum Aufbau einer Altersabsicherung sind derartige Riskante Anlagestrategien sicher nicht jedermanns Sache

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vanilla2611 02.04.2019, 13:02
12.

300.000 erscheint mir doch relativ wenig für eine 100qm Wohnung, die in vergleichbarer Lage/Qualität 1375 Euro Miete kosten soll. Wenn ich das mal in Immoscout eintrage, finde ich da nicht eine Wohnung, in der ich jetzt oder gar bis zur Rente leben möchte...

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PeterPan95 02.04.2019, 13:03
13. Schönes Beispiel

Sehr schönes Rechenbeispiel, vielen Dank dafür.

Allerdings kommt ein Aspekt hier sehr kurz: Was passiert denn nach den 20 oder 30 Jahren, wenn die Käufer kreditfrei weiter in ihrer Immobilie leben können, die Mieter aber weiterhin Miete zahlen? Eine ernst gemeinte Frage. Wie realistisch ist es, dass der Mieter durch seine Vermögensbildung seine Miete finanzieren kann, um mit dem Käufer Schritt zu halten?

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dummzeuch 02.04.2019, 13:06
14. Und im Alter?

Der Vergleich endet mit dem Eintritt in die Rente. Das ist aber gerade der interessante Zeitpunkt, denn dann ändert sich die Einkommenssituation stark. Mieter müssen weiterhin Miete zahlen, Eigentümer haben ihre Immobilie bereits abbezahlt. Sie können sich dann immernoch überlegen, die Immobilie zu verkaufen (für welchen Preis dann auch immer) und zur Miete zu wohnen, Mieter haben diese Freiheit aber kaum.

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leander.1991 02.04.2019, 13:07
15. Ich liebe...

diese linearen Modellrechnungen, alles ganz easy offensichtlich. Wobei allerdings immer vergessen wird das diese ganzen Gewinne am Kapitalmarkt auch nicht vom Baum fallen. Wenn wir uns also alle reichsparen wollen führt das zur fortschreitenden Umschichtung der Einnahmen von der Arbeitnehmer- zur Kapitalseite mal davon abgesehen das dieser ganze "eingeschränkte" Konsum auch direkt Arbeitsplätze kostet. Was ja so gesehen nicht mal schlimm wäre weil wir das ja natürlich alle machen und natürlich auch alle die gleichen Startbedingungen haben. *Ironie off*

Ein Eigenheim ist kein Renditeobjekt! Aber O.K. wenn man 30 Jahre abzuzahlen bereit ist muss es natürlich ein Renditeobjekt sein, ein solches Unterfangen würde sonst ja auch gar keinen Sinn ergeben.

Ich würde mal eher sagen wer länger als 10 max. 15 Jahre ein Objekt abbezahlen müsste sucht sich lieber eine andere Hütte. Denn 100.000 reinbuttern + 30 Jahre abtragen und dann verkaufen bedeutet ja das man letztlich sein ganzes Leben die Bude bezahlt hat ohne jemals den Benefit zu genießen, mietfreies Wohnen nämlich, das ist nicht der Sinn der Übung aber das ist hier ja nur der Young-Money-Blog.

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bran_winterfell 02.04.2019, 13:13
16. schick...

Selbst im schlechtesten Fall wird in den Beispielen ein Vermögen von 250.000? aufgebaut. Ich muss kurz mal nachsehen, auf welchen Konten sich bei mir die 100.000? Grundkapital befinden, von denen hier die Rede ist. Aber ganz im Ernst, solche Hochrechnungen über 30 Jahre sind im Wesentlichen Unsinn oder Kaffeesatzleserei, so kann eine Immobilie auch ohne Probleme den Großteil ihres Wertes über die Zeit verlieren, ohne dass man einen Einfluss darauf hat...

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Alfa1989 02.04.2019, 13:16
17. Vergleich hinkt gewaltig

In welcher Stadt bekommt man für 300.000€ eine 100qm Wohnung die jedoch horrende 1375€ Miete kostet? Da ist es klar, dass man kauft, der Vergleich ist jedoch höchst unseriös. Entweder verdreht hier jemand bewusst die Tatsachen oder hat einfach schlecht recherchiert. Die Nachteile einer Immobilie wurden zudem nicht benannt. Investitionen außerhalb der Reihe und auch die Frage was selbige am Ende tatsächlich Wert ist. Die Lage und das Klientel eines Stadtteiles kann sich auch mal verändern und schon ist alles kaum noch etwas Wert.
Auch bleibt die Frage wer mal eben 100.000€ rumliegen hat. Ein Drittel Eigenkapital haben die wenigsten.

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johnny_b 02.04.2019, 13:18
18. Annahmen sind illusorisch

Hier wird eine Wertsteigerung von 1% p.a. und Inflation von 1,2% p.a. angenommen, beides liegt deutlich unter den Durchschnittswerten der letzten Jahrzehnte, vereinfacht wäre es ohnehin besser beides als gleich anzusehen. Bei höherer Inflation und Immobilienwertentwicklung sieht das schnell ganz anders aus, denn der Käufer hat einen Kredithebel (von x3 in diesem Fall). Bei 2% Inflation (avisiertes Langfristziel der EZB) hat er entsprechend 6% Eigenkapitalrendite (zumidest am Anfang).

Auch die Annahme von 1,5% der Immowertes als Instandhaltung ist recht hoch, vor allem wenn die "gleiche" Immobilie angeblich für 3% ihres Wertes p.a. vermietet wird. Welcher Vermieter würde das denn bitte machen? Einen Teil der Instandhaltungsarbeiten kann der Käufer zudem entweder selbst machen oder als Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen.

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kapiertsdennkeiner 02.04.2019, 13:19
19. Hausgeld vergessen?

Neben den bisherigen kritischen Kommentaren fällt mir noch auf, dass der Finanzexperte offenbar das Hausgeld vergessen hat. Die 1,5% für Reparaturen etc. werden vermutlich ?innerhalb? der Wohnung gebraucht. Rechnetman noch einmal monatlich 350? fürs angesprochene Hausgeld hinzu (was häufig nicht reichen wird), wird's knapp mit dem Kauf!

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