Forum: Wirtschaft
Young-Money-Blog: Ewig mieten oder kaufen?
imago/Future Image

Seite 7 von 32
ganzunten 02.04.2019, 14:08
60.

Zitat von axel_5
Man sollte nicht vergessen, dass die Rücklagen von 1,5% sehr, sehr üppig sind. Es gibt keinen Vermieter, der 4500€ im Jahr in eine Wohnung steckt, allenfalls, wenn er das über die Miete zurückbekommt. Und dann zahlt der Mieter das auch. Warum sollte das bei der vergleichsrechnung also der Käufer tun ? Über die 30 Jahre wären das 135.000€ alleine für die Rücklagen ohne Verzinsung.
...weil man es sich in einer Eigentümergemeinschaft (in der viele nach dem Kauf einer Immobilie stecken) nicht aussuchen kann. Da will der Nachbar einen neuen Zaun haben, obwohl der alte es auch noch täte. Nur muss man dann halt mitzahlen.
4500 € zur Instandhaltung einer Immobilie sind schneller weg als Sie hier einen Beitrag im Forum verfassen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yogi65 02.04.2019, 14:09
61. Anschauliche Analyse

Der Autor hat den analytischen Entscheidungsbaum für den rationalen Käufer/Mieter sehr schön herausgearbeitet. Die konkreten Zahlen sollten die Leser nicht überbewerten weil es nur um das Prinzip des Kalkulationsschemas geht. Die Parameter sind natürlich individuell unterschiedlich. Entscheidendes Kriterium ist die Miethöhe in Relation zum potentiellen Kaufpreis einer Immobilie. Der Rest ist mehrt oder weniger Finanzmathematik mit verschiedenen Parametern. Der Typ des rationalen Käufers/Mieters ist allerdings eher selten. Nach meiner Erfahrung wird der potentielle Immobilienkauf eher von der grundsätzlichen Möglichkeit der Finanzierung und anderen nicht-finanziellen Aspekten abhängig gemacht. Der Mieter der sich eine Immobilie locker leisten könnte aber aus Gründen der Maximierung der Nettovermögensposition zum Zeitpunkt x auf einen Kauf verzichtet ist im richtigen Leben eher selten. Die meisten Mieter sind das nicht aus Überzeugung sondern wegen der fehlenden Mittel. Schade eigentlich, denn häufig ist mieten tatsächlich "vernünftiger".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
supergrobi123 02.04.2019, 14:11
62. Mit Verlaub...

Zitat von weissblau
Die meisten wollen die vermutliche Sicherheit der eigenen Immobilie, das war bei mir nicht anders. Allerdings werden wir die Immobilie die wir 20 Jahre lang abgezahlt haben in FFM in den nächsten 2-6 Jahren beim gefühlten Peak der Immobilienkosten verkaufen und aufs Land ziehen, die Metropole verliert an Reiz. Den erzielten voraussichtlichen Gewinn von 200% kann mir keiner mit egal welchem anderen Invest vorrechnen. Es entscheidet Lage, Lage, Lage......und vom erzielten Gewinn kann ich die Miete aus der Verzinsung zahlen.......Kaufen und wenn abgezahlt verkaufen und den Gewinn STEUERFREI einstreichen geht nur noch solange bis der Staat hier den Deckel draufmacht. Und wer will sich im Alter schon mit 160qm und 500qm Garten rumschlagen, wenn mann in einer schönen 3ZKB mit Balkon zwischen den Reisen durch die Welt ein gemütliches Domizil finden kann? Ich sicher nicht......Das letzte Hemd hat schließlich keine Taschen.
Bei Ihren "200% Gewinn" haben Sie mit Sicherheit die Kaufnebenkosten, die Instandhaltung und die Zinszahlungen "vergessen", oder?
Das machen nämlich die meisten. Die erinnern sich an den Kaufpreis, sehen einen möglichen Verkaufspreis und rufen "Hui! Verdreifacht!" und vergessen einfach die Zigtausende die an Makler, Notare, den Fiskus, die Banken und an Handwerker geflossen sind.
Und selbst wenn nicht. 200% in 22 bis 26 Jahren, sagen Sie?
Das ergibt laut Zinsrechner eine jährliche Rendite zwischen 4,32 und 5,12%.
Aktionäre können darüber nur müde lächeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yabba-dabba-doo 02.04.2019, 14:11
63.

Eines wird bei diesen Modellrechnungen von den selbsternannten Finanzexperten gerne Bergessen. Eintritt ins Rentenalter. Wie groß wird die Lücke sein zwischen Lohn und Rente. Ich vermute die Lücke wird groß sein. Der Mieter muss mit weiter steigenden Mieterhöhungen rechnen. Der Eigentümer hat abgezählt. Es fallen zwar für ihn noch Reparatur und Wartungskosten an aber der Mieter soll nicht meinen sich um diese anfallenden Kosten drücken zu können. Der Vermieter wird die Kosten umlegen bzw wieder reinholen. Das ist sicher. Wenige Rentner werden ihre teure Mietwohnung noch halten können. Formel Zukunft; Wenig Rente aber hohe Miete. Dem Eigentümer kann die Miete egal sein, egal wie hoch sie in Zukunft sein wird. Er zählt ja keine Miete mehr. Von daher die zukünftige Rente bei der Berechnung mit einbeziehen. Und da sieht es für Meter düster aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanXX 02.04.2019, 14:12
64. Nachhilfe in Sachen Geldentwertung: Aktien sind SACHWERTE

Zitat von freeclimber
Wer mit der Entwicklung von Aktienanlagen der vergangenen hundert Jahre hantiert, sollte dann bitte auch die Entwicklung der Mieten oder Immobilienpreise über diesen Zeitraum betrachten. Langfristige Geldentwertungsraten liegen hierzulande deutlich über den für die Mietsteigerung angenommenen 1%. Selbst unter der Annahme steigender Instandhaltungskosten wäre der Käufer in jedem 30 Jahreszeitraum seit 1945 deutlich besser gefahren als der Mieter. Es spricht auch in Zukunft einiges dafür, dass die Entscheidung für die Miete geradewegs in die Altersarmut führt.
Ich glaube Sie haben den Aktienmarkt nicht ganz verstanden. Eine Anlage z.B. in Aktien ist eine Anlage in einen SACHWERT und damit genauso inflationssicher wie Ihr Haus. Wenn sie z.B. eine Aktie von Coca Cola haben und die Inflation steigt stark, dann steigt auch der Preis für eine Cola stark (genauso wie der Preis für Ihr Haus) und damit der Umsatz/Gewinn von Coca Cola, an dem Sie als Aktionär beteiligt sind, was die Inflation wieder ausgleicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Botox 02.04.2019, 14:12
65. Was die Spekulanten Betrifft: Alles schon gehört.

Als ich mich damals für ne Imobilie Entschieden habe, war gerade der E- Markt an der Börse am Toben. Heute haben die Telekom Aktien etwa 20% ihres damaligen Wert und zwischendurch musste die Banken mit Steuergelder gerettet werden, ohne wäre der Markt längst zusammen gebrochen.
Wer eine Imobilie kauft, denkt langfristig. Diese Denkweise ist den Spekulanten frembt, und glauben tatsächlich, das der Börsen Markt immer weiter liefert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oli189 02.04.2019, 14:13
66. Rendite

Der Autor geht von einem Kaufpreis von € 300.000 aus, einem Eigenkapital in Höhe von € 100.000 sowie Mieteinnahmen bei einer vergleichbaren Wohnung in Höhe von € 1.350. In diesem Fall würde ich einen Kredit über
€ 200.000 aufnehmen, die Wohnung kaufen und zu besagtem Mietpreis direkt weitervermieten. Mit den Mieteinnahmen kann ich den Kredit locker bedienen (selbst wenn ich die Kaufnebenkosten auch finanziere) und eine Rücklage für Instandsetzungen aufbauen, auch wenn ich die Mieteinnahmen versteuern muss. Ich bleibe in der bisherigen Mietwohnung, die Miete zahle ich vom Gehalt - und baue mir nebenher Vermögen in Form einer Immobilie auf. Ist doch ganz einfach...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kurt-C. Hose 02.04.2019, 14:15
67.

Zitat von kapiertsdennkeiner
Neben den bisherigen kritischen Kommentaren fällt mir noch auf, dass der Finanzexperte offenbar das Hausgeld vergessen hat. Die 1,5% für Reparaturen etc. werden vermutlich ?innerhalb? der Wohnung gebraucht. Rechnetman noch einmal monatlich 350? fürs angesprochene Hausgeld hinzu (was häufig nicht reichen wird), wird's knapp mit dem Kauf!
Das Hausgeld zahlen BEIDE, der Mieter über die Nebenkosten, deswegen ist es für den Vergleich irrelevant.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erichb. 02.04.2019, 14:16
68. Disziplin

Vor allem in einem müssen die Käufer diszipliniert sein: als Paar zusammen zu bleiben. Wenn mann sich eine gemeinsame Zukunft in Form einer Immobilie betonieren möchte, muss man mit einem hohen Risikofsktor ausgehen, der der aktuellen Scheidungsrate entspricht. Daran denken wenige und es gibt viele entsprechende Immobilien auf dem Markt.
Es ist eben nicht alles Geldrechnung ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
argonaut-10 02.04.2019, 14:17
69. nicht berücksichtigt

ist das Leben als solches. Was wir hier gezeigt bekommen, sind zwei Modelle, die an Langweiligkeit nicht zu überbieten sind. Alles richtet sich auf die Zeit nach der Rente aus, als wenn das Leben erst dann beginnen würde. Diese innerliche Einstellung verhindert das Leben an sich; vieles, was möglich ist, Verrücktheiten, großartige Ideen und Risiko werden einem armseeligen Konzept zur Absicherung des Lebensabends geopfert. Mein Vater ist dann mit einem gerade abgezahlten Eigenheim kurz vor der Pensionierung gestorben. Und was er alles dann noch machen wollte. Tja... das Leben wartet eben nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 32