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Young-Money-Blog: Mit 45 aufhören zu arbeiten? So könnte der Ausstieg klappen
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Vournet 03.07.2018, 19:51
110.

Mit 45 in Vorruhestand zu gehen war und ist natürlich möglich bei gutem Einkommen, aber nicht für jeden. Viele wollen aber nicht einmal 50 Jahre überbrücken, sondern nur 20 oder 25 bis zur gesetzlichen Rente und können irgendwann mit einer Erbschaft rechnen, die ihnen die restlichen Jahre sichert. Dann könnten sowohl Marie als auch Paul mehr ausgeben.

Leider ist der Artikel trotzdem nicht besonders gut. Erstens wird nicht erklärt, ob die Ausgaben von knapp über 2000 oder 1500 Euro ein Leben lang gleich bleiben müssen, oder ob diese an die Inflation angepasst werden können. Selbst ein relativ hohes Nettoeinkommen von 2000 Euro wird in 30 Jahren nichts mehr wert sein. Daran könnte der wunderbare Plan also schon scheitern. Zweitens ist nicht ganz klar, ob die Steuern auf Kapitalerträge in diesem Beispiel berücksichtigt sind. Wenn Aktien verkauft werden, um den Lebensunterhalt zu sichern, wird der enthaltene Kursgewinn versteuert. Spätestens nach ein, zwei Jahrzehnten ohne neue Einzahlung werden auf das entnommene Geld also fast Steuern wie bei einem Bruttoeinkommen anfallen. Ist das berücksichtigt? Drittens ist es zwar eine nette Rechenspielerei, aber selbst angepasst an die Inflation gibt niemand sein Leben lang gleich viel Geld aus. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man als Student mit sehr wenig auskommen kann und die Ausgaben im Laufe des Erwachsenenlebens immer weiter ansteigen. Anstatt ein konstantes Einkommen über das gesamte Leben festzulegen, wäre es also viel sinnvoller, in jungen Jahren viel zu sparen, um dann in der Rentenphase mehr Geld zur Verfügung zu haben. 25-jährige brauchen keine 2000 Euro netto, aber mit 45 und einem bisherigen Einkommen von 100.000 fühlt man sich damit vielleicht schon etwas eingeschränkt. Sinnvoller wäre meiner Meinung nach eine Berechnung anhand der möglichen Sparrate: Zum Beispiel, was kann man ab 45 ausgeben, wenn man vorher jeden Monat 500 oder 1000 Euro sparen kann?

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det42 03.07.2018, 19:52
111. wie wäre es ?

einfach in Teilzeit zu arbeiten und andere Hälfte der Zeit für sich nutzen. Wenn noch etwas Kohle über bleibt, ein günstiges abgewracktes Haus auf dem Land kaufen und das renovieren, ergo Miete für das Alter gespart. Haus dämmen, ergo Heizkosten gespart. Ein paar Solarmodule auf das Dach packen, ergo Stromkosten für das Alter gedeckelt.
Wenn man ein Viertel Freizeit für die ganz eigene Zukunft (auch handwerklich) investiert und dabei noch Spaß hat, ist das doch auch kein verkehrtes Konzept. Klar ist Teilzeit und genug Geld nicht die Regel.. dafür ist dann schon ein besserer Job bzw. ein Studium erforderlich, aber dann kann das funktionieren. Im Alter (und auch vorher schon!) hat man dann kaum noch laufende Kosten und dann reicht auch eine kleine Rente.

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allufewi 03.07.2018, 20:03
112. What?

Zitat von pyrolator
wie überheblich kann man denn nur sein?! Mal auf die Idee gekommen dass viele leute diese ganze ausbeutungsmaschinerie, genannt finanzwesen, verabscheuen und nicht aus dummheit oder wegen des handyvertrags sondern aus Idealismus und mangelndem opportunismus nicht dabei mitmachen? Nachteile in Kauf nehmen aus der Überzeugung, das Richtige zu tun?
Habe ich das nicht richtig kapiert, oder ist das der wirrste Beitrag des Threads?

Sinnvoll anlegen= Finanzwesen= Ausbeutungsmaschinerie?
Alles instant verkonsumieren= Idealismus= Das richtige tun?

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CharlieBrown 03.07.2018, 20:09
113. Darum geht’s doch

@rrippler Sie widersprechen sich doch selbst! Erst groß den gesellschaftlichen Wandel beschwören weswegen eine solche Finanzplanung keinen Sinn machen soll, aber dann auf „soliden Broterwerb mit Langzeitperspektive“ setzen. Genau dieser wird doch das Problem sein, weswegen es klug ist sich mittels finanzieller Freiheit sich quasi seine eigene “Arbeitslosenversicherung” aufzubauen.

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Sibylle1969 03.07.2018, 20:09
114. @64 frietz

Jeder muss für sich den richtigen Weg finden und seine Prioritäten setzen. Wer immer sein ganzes Geld auf den Kopf haut, obwohl er sparen könnte, der wird im Alter dafür mit deutlicher Einschränkung des Lebensstandard bestraft. Wer spart, wird irgendwann dafür belohnt. Ich habe meinen Lebensstandard ja auch im Laufe der Zeit gesteigert. Nur halt deutlich langsamer als mein Einkommen. Ich gebe Geld nur für Dinge aus, die mir wirklich wichtig sind. Ich fahre zB mindestens 3mal pro Jahr in den Urlaub, halt nur nicht ins Luxushotel, sondern wir nehmen eine Ferienwohnung oder ein einfaches Hotel. In Sachen Auto, Unterhaltungselektronik, Möbel usw. bin ich teils schlechter ausgestattet als mancher Geringverdiener oder ALG-II-Empfänger. Dafür habe ich mir aber in gut 20 Jahren auch schon ein Vermögen von rund 830.000 Euro zusammengespart. In ein paar Jahren werde ich die Million knacken. Dann werde ich entweder meinen Job kündigen oder aber, falls ich noch Lust habe und der Arbeitgeber mitspielt, meine Arbeitszeit deutlich reduzieren. Schon heute landen pro Monat mehrere 100 Euro Dividenden und Fondsausschüttungen auf meinem Konto, außerdem bleiben von den Mieteinnahmen meiner Eigentumswohnung nach Abzug aller Kosten 250 Euro im Monat übrig. Derzeit lege ich diese Ausschüttungen immer wieder an, damit ich möglichst stark vom Zinseszinseffekt profitiere, aber in ein paar Jahren werde ich aus diesen Ausschüttungen leben.

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spdf 03.07.2018, 20:18
115. re

Zitat von lathea
.....sie sich zuallererst eine kleine Eigentumswohnung kaufen. Und wenn diese abgezahlt ist (dauert bei guter Finanzierung mit Sondertilgungen heute ca.10-15 Jahre), etwas Geld ansparen und eine 2te Eigentumswohnung kaufen, dem Haus- & Grundbeditzerverein beitreten und sich mit dem Vermieterrecht vertraut machen. Die Finanzierung der 2ten Eigentumswohnung dauert ca. 5-10 Jahre (wenn man gut rechnen kann und richtig finanziert). Anschließend sollen sie sich eine 3te Eigentumswohnung kaufen, die sie bei guter Finanzierung in 4-5 Jahren schuldenfrei haben werden. Denn in dieser Zeit wohnen sie bereits mietfrei und kassieren von 2 Wohnungen eine Miete. Anschließend können sie sich nach einem Mehrfamilienhaus umsehen und im Zweifel die Eigentumswohnungen verkaufen. Manchmal lohnt sich ein Mehrfamilienhaus allerdings erst, wenn man schon 4 Eigentumswohnungen besitzt. Wenn sie dann immer noch in Aktien investieren wollen, dann können sie sich dann im vorgezogenen Rentenalter gründlich in das Börsengeschäft einarbeiten. Die Zeit dafür werden sie dann haben, mietfrei wohnen und von der Miete leben. Man muss bei Immobilien allerdings gut einkaufen und gut finanzieren können und sich dabei stur auf seinen eigenen gesunden Menschenverstand und keinesfalls auf irgendwelche "Berater" verlassen.
Von Immobilien sollte man eher die Finger lassen. Die Miete ist nicht alles. Eine Wohnung kostet auch Unterhalt, Grundsteuern und die Straße vorm Gebäude muss auch nach 30 Jahren saniert werden. Mal abgesehen davon, dass die Bauqualität in Städten wie München nicht immer so ist wie sie sein sollte. Wenn sie das Geld stattdessen in Aktien stecken, können sie die Miete über die Dividende finanzieren.

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