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Young-Money-Blog: So viel Geld sollten Sie für die Rente zurücklegen
Phillip Suddick / Getty Images

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bunterepublik 10.07.2019, 13:16
10. Schöne Idee

1. Was ist, wenn ich statt 85 plötzlich 95 werde?
2. Was ist, wenn das Rentenniveau weiter sinkt?
3. Was ist, wenn ich mit 75 sterbe?
4. Was ist, wenn ich mit 55 arbeitslos werde und noch 15 Jahre vor mir habe, bevor ich überhaupt Rente bekomme?
4. Was ist, wenn die Weltwirtschaft kollabiert und alle Ersparnisse 1:10 in eine neue Währung umgetauscht würden?
5. Was ist, wenn ich mich von meiner Frau trenne oder gar umgekehrt, und die Ersparnisse geteilt werden?
6. Was ist, wenn Kinder kommen, krank werden oder studieren wollen?
7. Wer kann eigentlich in die Zukunft sehen?

Die Zukunft zu planen ist immer toll. Und klar ist auch, dass wer heute spart, sich morgen was leisten kann, sofern der Plan aufgeht. Geschieht etwas planwidriges, wie Krankheit, Scheidung, gesellschaftliche Umbrüche etc. pp., dann hat man mglw. rein gar nichts von seinem Sparen gehabt, dann wäre blinder Konsum womöglich doch besser gewesen.
Man sollte nicht zuviel an morgen denken, da wird man nur ängstlich und verliert womöglich die Lust.

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henrikw 10.07.2019, 13:17
11. Schon fast fahrlässig

Erfreulich dass sich "Vorsorge muss sein" immer mehr rumspricht, aber ansonsten ein typischer auf Klickbait ausgerichteter Artikel mit eklatanten Schwachstellen.

"Netto" Rente (70% Arbeitslohn-Netto) ist nicht Netto.

Die "Netto" Rente muss voll versteuert werden und Krankenkasse geht auch noch ab. Also von der "Netto-Rente" mindestens nochmal 500€ abziehen.

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Markus Rieksmeier 10.07.2019, 13:30
12. Die monatliche Sparrate ist 199 Euro, nicht 156 Euro!

Wenn Musterfrau Lara in den kommenden 45 Jahren 227.000 Euro ansparen will, muss sie bei 3% Rendite monatlich 199 Euro sparen. Die Rentenprognose von 2.516 Euro ( / 45 Jahre = 56 Euro ) ergibt einen aktuellen Rentenwert für das Jahr 2064 von 56 Euro und entspricht einer prognostizierten Rentendynamik von 1,18%. Bei laut Tabelle 2% Rentensteigerung betrüge der Akt. Rentenwert 2064 80,57 Euro oder ( x 45 Jahre = ) 3.620 Euro. Zu der Sparrechnung oben wären also die Rate zu korrigieren. In der Tabellenlegende der Wert 2% auf 1,18% zu korrigieren. PS: 1,18% Rentendynamik stimmen durchaus, soweit man zumindest in die kommenden 30 Jahre blickt (Stichwort Nachhaltigkeitsfaktor, der das sich verschlechternde Verhältnis von sinkenden Beitragseinnahmen zu steigenden Rentenausgaben der Deutschen Rentenversicherung reguliert).

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olli0816 10.07.2019, 13:33
13. Punkt 2 und 3 würde ich nicht machen

Riester ist eine Blackbox, wo man weder steuerlich noch von den Auszahlungen weiß, was man bekommt. Völlig unberechenbar und keine großartige Verzinsung, die übrigbleibt. Die Betriebsrenten verringern zum einen die Beiträge zur gesetzl. RV und zum anderen habe ich da die vollen SV-Abzüge. Viele Verträge sind ohne große Zuschüße des Arbeitgebers defizitär. Beides würde ich komplett unterlassen, trotz der staatlichen Zuschüße.

Machen muss man etwas. Hier gefällt mir an der Rechnung nicht, dass vom Lebensstandard das Gehalt der 22jährigen herangezogen wird. Da verdient man zumeist am schlechtesten. OK, das kann sich noch umkehren, wenn man mit 55 das Unternehmen verlassen muss. Zumeist darf man erfolgreich erst die Spareinlagen auflösen, ein auch nicht zu unterschätzender Effekt.

Trotz alledem wären, wenn ich mit 22 anfangen würde, entweder ausschüttende Welt-ETFs (keine Swaps) meine erste Wahl (da muß ich keinerlei großartige Kenntnisse mitbringen, sondern mir nur von einem großen Emittenten einen ETF mit hoher Marktkapitalisierung heraussuchen) oder wenn ich mich mehr damit beschäftigen möchte, einzelne Aktien über die Jahre kaufen. Dazu noch ein Festgeldkonto mit vielleicht 25.000 EURO als liquide Reserve.

Der Grundsatz bei Finanzanlagen: Lasse den Staat möglichst außen vor. Die Steuern kannst Du nicht vermeiden, aber alles mit Zuschüße sind Boomerangs, die dich irgendwann negativ einholen. Ich habe es so gemacht und bin inzwischen nicht mal mehr von der gesetzlichen Rente abhängig. Hat aber auch sehr lange gedauert und geschenkt wurde es mir auch nicht. Soweit muss man gar nicht gehen. Es reicht schon, wenn man anhand seiner Möglichkeiten über Jahrzehnte eines der beiden von mir beschriebenen Vorschläge monatlich anspart. Die Lücke wird dadurch zumindest sehr viel kleiner. Manche Kosten wie entsprechendes Auto oder Businesskleidung fällt in der Rente ja weg, man braucht daher auch nicht mehr 100%.

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Der Terraner 10.07.2019, 13:34
14. Zum Glück gut beraten worden

Ich hatte zum Glück zum Berufsanfang einen guten Berater und habe daher frühzeitig angefangen mich mit Aktien und Aktienfonds zu beschäftigen. Dadurch hatte ich später genügend Eigenkapital fürs eigene Haus und später trotz Tilgung einen weiteren Vermögensaufbau. Jetzt kurz vor dem Ruhestand sehe ich die Sache extrem entspannt. Das Haus ist abbezahlt und ich kann es mir sogar leisten 30 Jahre lang monatlich 3000 Euro abzuheben und dann habe ich immer noch das Haus. Staatliche Rente und Betriebsrente kommen noch dazu, so dass ich als Ruheständler sogar mehr zur Verfügung habe als vorher.

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andreas_leh 10.07.2019, 13:43
15.

Betriebsrente schön und gut..aber nun kommt das Kleingedruckte: AN- und AG Krankenkassenbeitrag geht davon ab (bekannt durch den SPD Betrug an alle Betriebsrentenempfänger).
Und dann wird die Gesamtsumme aller Renten auch noch noch mit 100% besteuert.

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sanhe 10.07.2019, 13:44
16. Steuerlich begünstigen nicht unattraktiv machen

Kommentar #5 spricht einen interessanten Punkt an: Man kann die Bürger zumindest was private Altersvorsorge über die Börse anbetrifft nur hierzu animieren, indem man die Besteuerung entsprechend reduziert bzw. anpasst, so z.B. durch die Wiedereinführung der bis 2009 geltenden Spekulationsfrist bei Kursgewinnen und danach geltender Steuerfreiheit. Die Politik macht stattdessen genau das Gegenteil (siehe der Finanzminister bzgl. Finanztransaktionssteuer für alle).

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tatsache2011 10.07.2019, 13:49
17. Kosten für Kinder oder private Vorsorge

Zitat von ooda_maddinoo
Kann ich nur zustimmen. Das sie als Student (egal ob dualstudium) 500 € monatlich beiseite legen können, verdanken sie wohl dem Hotel Mama. Wenn sie mal eine eigene Wohnung haben sollten und das noch im guter Lage, dann sehen wir mal weiter bezüglich monatlich Rücklagen.
..., oder wenn Sie mal Kinder haben, dann ist Ende für monatliche Rücklagen.
Die Rücklage fließt ins Kind, 130.000 Euro bis zum 18 LJ je Kind.
Diese Rücklage kassiert die Rentenversicherung ein, denn eine andere Rücklage hat sie nicht im Umlagesystem.

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lars-s. 10.07.2019, 13:50
18. Kommentar 3

Kommentator Nr. 3 sagt eigentlich alles was zu diesem elenden Thema zu sagen ist. Danke. Es macht nur für Leute mit einem Nettoeinkommen oberhalb 2000€ netto Sinn für die Rente zu sparen, dem Rest wird’s per Arschtritt gedankt. Ich setze nach wie vor auf eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente, Stichwort Bürgerrente. Alles andere ist unsolidarischer Humbug. Bin übrigens Gutverdiener und Mitglied der SPD.

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zudummzumzum 10.07.2019, 13:55
19. Geht es auch in vernünftig?

Nein, es ist nicht erforderlich, sich gleich beim Berufseintritt Gedanken über die Altersrente machen zu müssen. Dazu ist später mehr als genug Zeit. Wichtig ist in den ersten 5 Jahren, überhaupt mit dem Geld umgehen zu lernen: Zu unterscheiden, was nötiger Konsum, was Luxus und was Investition ist - und damit verbunden die Ehrlichkeit zu sich selbst. Faustformel: Am Monatsende sollten noch 10% des Nettos da sein. Von der Hälfte kann man sich etwas gönnen, der Rest wird für größere Anschaffungen beiseite gelegt. Fürs Alter sparen kann man ganz prima noch mit Anfang 50: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, sinken die monatlichen Kosten um rund 1/5 des Haushaltsbudgets. Also kann man in 10 Jahren bis zur Rente rund zwei Jahres-Nettogehälter zur Seite schaffen. Das reicht für eine attraktive Zusatzrente, weil man ja auch die besagten 100% vom Netto niemals tatsächlich zur Verfügung hatte. Und als Rentner noch sparen, ist so mit das Überflüssigste, was man machen kann!

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