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Zehn Jahre Finanzkrise: Der nächste Kollaps kommt bestimmt
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Zehn Jahre nach dem Beginn des Jahrhundert-Crashs herrscht trügerische Ruhe - und der Finanzstaatssekretär kümmert sich lieber um die Hipster. Dabei hat sich an den tieferen Ursachen des Finanzdesasters so gut wie nichts geändert.

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competa1 25.08.2017, 14:39
20. Tulpenbörse?

Zitat von Europa!
Die Aktien steigen, weil die Unternehmensgewinne stabil sind oder steigen. Was soll daran falsch sein? Steigen die Unternehmensgewinne gar nicht? Oder ist es falsch, dass sie steigen? Bei allem Richtigen, was der Artikel enthalten mag (die Seitenhiebe .....
..googeln Sie mal Tulpimania 1637 Niederlande.
In den 60ern gabs eine nette Fensehreihe"Adrian der Tulpendieb".Der spielte in der niederländischen Tulpenkrise.

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ash26e 25.08.2017, 14:43
21. Da hat einer mal wieder die Tobinsteuer im Hinterkopf die böse Devisen

Dabei liegt die Bombe in der Summe der Derivaten Man schätzt das Weltbruttosozialprodukt auf 70 Billionen $ . Die Summe der Derivate aber auf das Zehnfache, auf 700 Billionen $.Statt diesen Derivatenwahnsinn zurückzufahren wird er noch mit Hilfe der Druckerpresse gestützt.Das billige Geld dient der Bilanzsanierung von Banken und Investmentfirmen , nicht dem billigen Kredit für kleine Unternehmer oder Privatleuten.

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airfresh 25.08.2017, 14:50
22. Aktienkurse sind Erwartungswerte

Ein Aktienkurs entsteht durch die Hoffnung auf zukünftige Dividenden. Deswegen kann ein Kurs durchaus mehr als 20% steigen, wenn die Gewinne für's aktuelle Jahr 20% steigen. Es kommt immer darauf an, was mit den Gewinnen in den Folgejahren passiert (Reinvestitionen vs. Ausschüttungen), wie die weiteren Wachstumsaussichten der Zielmärkte und wie nachhaltig die Strategie ist.
Damit bleibt aber all das Spekulation. Und auf Feldern, die eben nicht so transparent sind wie die regulierten Index-Aktien, wird die Spekulation wesentlich unsicherer. Die Empfehlung, Bitcoins zu kaufen bspw. ist vollständig unsichere Spekulation. Artikel über den Herdentrieb südkoreanischer Rentner beim Bitcoinkauf gibt es ja zur Genüge um zu bezweifeln, dass da irgendeine Substanz bzw. rationale Entscheidungsfindung zugrunde liegt. Man mag schimpfen über Währungen, die am Ölpreis hängen und damit ganze Volkswirtschaften in den Abgrund reißen können, aber eine "Währung", die ihren Kurs innerhalb von zwei Jahren verfünfzehnfacht...!? Und da gibt es hier immer noch Menschen im Forum, die den Einstieg empfehlen? Mit dem alleinigen Verweis auf Vertrauen...
Ein wirkliches Problem sehe ich in Verbindung mit den aktuellen politischen Führungen, die sehr viel nationalistischer, egoistischer und unvernünftiger zu sein scheinen als vor zehn Jahren. Gedankengänge zum Krisenmanagement vieler Alpha-Führer verdränge ich lieber...

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Newspeak 25.08.2017, 14:50
23. ...

"Um das zu verhindern, bräuchte es viel radikalere Reformen, der Umfang der Finanzgeschäfte müsste deutlich schrumpfen (nicht unbedingt die Banken) - und automatische Stoppmechanismen müssten einsetzen, sobald die Frühwarnsignale für exzessives Geldmachen zunehmen."
Wir brauchen keine Stoppmechanismen, wir brauchen Verbote wirtschaftlich unsinniger Transaktionen. Es darf ueberhaupt keinen Handel geben, der nicht durch eine Leistung gedeckt ist. Das mag langweilig sein, aber es ist die einzig realistische Loesung.

Ein erster Schritt, um die Finanzmaerkte an die Realitaeten zu gewoehnen, waere schon mal eine Finanztransaktionssteuer. Und nicht zu klein. Handeln muss richtig teuer werden. Es wird damit auch Energie verbraucht, es fallen der Gesellschaft Kosten und Risiken an, das soll man ruhig bezahlen.

Aber das wird nicht passieren. Vorher kommt der naechste Crash. Er wird eine USA treffen, die sich gerade erholt hat, aber immer noch auf einem Berg voll Schulden sitzt und keine zukunftsfaehige Regierung hat. Er wird ein Europa treffen, dass nicht erneut die Zinsschraube drehen kann, weil wir immer noch auf Null sind. Er wird ein China treffen, dass im Wachstum langsam stagniert, und ein Russland, dass nur einseitig auf Rohstoffe fixiert ist. Er wird einen Umfang haben, dass niemand mehr etwas retten kann. Banken werden endlich, im freien Spiel des Marktes (!), pleite gehen. ENDLICH. Und hoffentlich ALLE. Der Sog muss so stark sein, dass Banken auf 1000 Jahre Demut haben, Diener sind, und kleingehalten werden. Und man sich endlich wieder um echte Werte kuemmern kann. Die Katastrophe wird, wenn man vernuenftig ist, ausbleiben, denn alle Produktionsmittel sind ja noch da, jeder kann zur Arbeit gehen, echte Werte schaffen. Die Frage ist nur, ob man wieder versuchen wird, die Reichen zu retten. Wenn man das macht, DANN geht tatsaechlich alles vor die Hunde.

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Kurt-C. Hose 25.08.2017, 14:56
24. Ach je

Herr Fricke, dass Hipster nicht Deutschlands dringendstes Problem sind, ist wohl richtig, aber was soll ein deutsches Finanzministerium denn bitte genau tun?

"der Umfang der Finanzgeschäfte müsste deutlich schrumpfen (nicht unbedingt die Banken) - und automatische Stoppmechanismen müssten einsetzen, sobald die Frühwarnsignale für exzessives Geldmachen zunehmen"

ist ja ein frommer Wunsch, aber genauso gut könnte man den Landwirtschaftsminister auffordern, endlich lieber für besseres Wetter zu sorgen, damit die Ernte nicht so bescheiden ausfällt. Als wenn das Bundesfinanzministerium etwas am Umfang der weltweiten Finanzgeschäfte ändern könnte.
Das ist wirklich blanker Populismus.

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zbv10 25.08.2017, 14:58
25. Sehr geehrter Herr Fricke,

kommt ein Reisender ins Hotel, will die Zimmer aber erst mal sehen, legt als Sicherheit 100 Euro bei der Rezeption ab, bis er sich entschieden hat. Der Hotelier schnappt sich schnell die 100 Euro und bezahlt damit seine Schulden beim Metzger, der schnell zu seiner Lieblingsbar läuft und dort seinen Deckel über 100 Euro bezahlt. Der Barkeeper geht damit zu seiner Lola, der er 100 Euro für erbrachte Dienste schuldet. Und Lola rennt schnell zum Hotel, um dort ihre Zimmermiete zu begleichen. Da liegt das Geld wieder auf dem Tresen. Dem Gast gefällt das Hotel nicht und er steckt seinen Hunderter wieder ein und geht seiner Wege. Wenn Sie das, wie die allermeisten, für Voodoo-Kapitalismus halten, verstehe ich Ihren Kommentar. Wer es aber versteht, der versteht auch die Welt der angeblich irrationalen Geldströme.

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Plumbum 25.08.2017, 14:58
26. Der nächste Kollaps ?

Die Welt befindet sich doch seit 2008 durchgehend im Krisenmodus.
Die Chancen für eine Rückkehr in einen Normalmodus stehen leider denkbar schlecht, da man von Politikern und ihren Astrologen (auch Ökonomen genannt) keine intelligente nachhaltige Lösung erwarten kann.
Man muss kein Pessimist sein, um einen wirklich großen Crash, der das ganze irrsinnige Kartenhaus der Finanzwelt und ihre kriminellen neoliberalen Gläubigen hinweg fegen wird, als wahrscheinlich und wünschenswert anzusehen.

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thequickeningishappening 25.08.2017, 14:58
27. Der Markt ist so blind

dass Er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht! Das System ist so ausgereizt dass ein kleiner Windstoß, sei es ein Immobilienblasenkoller in Australien, ein Viertel Prozent over the top von der FED, eine Oelkrise wie 73 oder ein Hacker im Net; GFC 2.0 wird kommen, nur der Zeitpunkt ist die große Variable!

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tata-susi 25.08.2017, 15:01
28.

Zitat von muellerthomas
Mit Jellen meinen Sie vermutlich Yellen und es waren ja gerade Bernanke, Yellen und Draghi, die eine zweite Weltwirtschaftskrise verhindert haben.
Sorry, natürlich meinte ich die gute Janet Yellen. Diese Damen und Herren haben die Grundlage für eine zweite Weltwirtschaftskrise gelegt und die Lunte brennt.
Wohl jeder kennt die Ursache der Krise aus 2008: Nullzins und Flutung der Welt mit Notenbankgeld.
Was haben wir daraus gelernt: NICHTS
Nur heute haben wir nicht nur eine "kleine" US Immobilenblase sondern eine globale Blase in allen asset Klassen

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Kurt-C. Hose 25.08.2017, 15:02
29.

Zitat von Newspeak
"Um das zu verhindern, bräuchte es viel radikalere Reformen, der Umfang der Finanzgeschäfte müsste deutlich schrumpfen (nicht unbedingt die Banken) - und automatische Stoppmechanismen müssten einsetzen, sobald die Frühwarnsignale für exzessives Geldmachen zunehmen." Wir brauchen keine Stoppmechanismen, wir.....
Geradezu niedlich. Was bitte sind denn "reale Werte" ? Vielleicht sollten Sie auf einen Resthof im tiefsten Mecklenburg ziehen und Subsistenzwirtschaft betreiben. Dann ann Ihnen das alles egal sein.

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