Forum: Wirtschaft
Zehn Jahre Lehman-Pleite: Von der Finanzkrise zu Trump
EPA/dpa; AFP

Zehn Jahre nachdem der Kollaps der Bank Lehman Brothers eine weltweite Wirtschaftskrise auslöste, ist die Panik von damals fast vergessen. Nur eine Konsequenz wird lange nachhallen: US-Präsident Trump.

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Gebr.Engels 15.09.2018, 13:26
1. Ausgerechnet Trump

Trump hat einige -sehr zaghafte- Versuche der Regulierung des Finanzsektors durch Obama inwischen ja wieder kassiert. Ich empfehle Interessierten hierzu immer folgende Lektüre: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/wirtschaft/freut-euch-nicht-zu-frueh-80309 , danach hat man vielleicht eine Ahnung wie es um uns steht. Hier wird auch einer der wenigen Banker vorgestellt der "gesessen" hat, nämlich Kweku Adoboli (UBS). Wie konnte er 2,3Mrd Dollar (Platz 3 der Weltrangliste der "Schurkenhändler") einfach so verzocken? -Ganz einfach: "Er schob Verluste in die Zukunft, Gewinne in die Vergangenheit, er schrieb sie ins System, und sie wurden Wirklichkeit". Es wird auch dargestellt wie es früher einmal war: Damals konnten die Händler ihre Verluste nach Glockenschluss nicht einfach irgendwohin buchen, "es wurde abgerechnet. Auf dem Parkett. Cash. Und fehlte einem dazu das Geld, verlor er noch am Abend seinen Sitz." Btw: Verluste in die Zukunft buchen? kommt mir irgendwie bekannt vor, wie war das nochmal mit den Griechenland-Krediten?

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der IV. Weg 15.09.2018, 13:30
2. Zitat: Dass der Milliardär Trump selbst ein Mitglied ..

.. dieser Machtstruktur ist und jetzt die Wall Street wieder entfesselt, ...

zeigt wie unglaublich dumm diese Wähler waren. Wählten sie doch ihre eigenen Schlachter.
Von der Seite gesehen hat die Demokratie auch ihre Nachteile.

Ich hoffe ja gerne dass die Wähler in D etwas schlauer sind,
allein mir fehlt der Glaube.
GsD

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insideman 15.09.2018, 13:40
3. Einiges durcheinander...

Pitzke ist kein Ökonom oder zumindest Wirtschaftsjournalist, und das merkt man leider in vielen seiner Artikeln. Die Krise der US Mittelschicht begann schon lange vor der Lehman-Pleite. Die Verlagerung von gut bezahlten Mittelklasse-Jobs ins Ausland und die damit einhergehende Globalisierung begannen schon in den späten 80er Jahren. Trump ist eher jemand der versucht diesen Trend umzukehren, in dem er offen die CEOs der Firmen angreift die Jobs und Produktionsstädten ins Ausland wie Mexiko oder Asien verlagert haben, oder dabei sind. Die Unternehmenssteuerreform diente lediglich dem Zweck, mehr Firmen dazu zu bewegen, wieder mehr Jobs in der Herstellung und Produktion in die USA zu verlegen. Natürlich wurden nach Lehman die Falschen bestraft, und es war ein Versäumnis das niemand der Verantwortlichen auch strafrechtlich verfolgt wurde. Aber so einfach kann man es sich dann doch nicht machen. Das republikanische Stammland ergo die Staaten zwischen der East und Westküste haben auch in der Immobilienkrise keine Exzesse bei Häuserpreisen erlebt. Das Zentrum dieser Krise war Florida und New York. Das 2012 Obama mit großer Mehrheit eine zweite Amtszeit bekam, spricht auch völlig gegen Pitzke's These. Die Ursachen die einen Präsidenten Trump möglich gemacht haben, sind deutlich differenzierter und liegen viel weiter zurück. Pitzke versucht sich an einer einfachen Antwort, scheitert aber grandios.

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bauklotzstauner 15.09.2018, 13:47
4.

Zitat von der IV. Weg
.. dieser Machtstruktur ist und jetzt die Wall Street wieder entfesselt, ... zeigt wie unglaublich dumm diese Wähler waren. Wählten sie doch ihre eigenen Schlachter.
Zur ganzen Wahrheit gehört aber eben auch, daß die einzige Alternative zu Trump 2016 die von der Wallstreet gekaufte Hillary Clinton war, deren Ehemann als Präsident einst wichtige Weichen in Richung Finanzkrise stellte (Aufkündigung des Glass-Steagal-Acts), die noch nicht mal rhetorisch gegen das "Große Geld" anging. Ja, im Gegenteil den "linken" Gegenkandidaten Sanders mit übelsten und illegalen Methoden aus dem Rennen warf - was ausdrücklich von der Demokratischen Partei so mitgetragen wurde. Woher da der "Linksruck" kommen soll, den Spon hier am Ende des Artikels behauptet, ist mir bestenfalls schleierhaft. Nur aus dem wortreichen Bekämpfen Trumps?

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kirase 15.09.2018, 13:50
5.

Zitat: "Der Linksruck der US-Demokraten und der jüngste Erfolg sozialistischer Kandidaten zeigt aber: Die andere Seite schläft nicht - vor allem, da sie ihren Wahlschock überwunden hat."
Sie schläft nicht. Die Art der Reaktion ist aber unüberlegt und wird dazu beitragen Trumps Wiederwahl zu ermöglichen. Die sozialistischen Kandidaten sind zu offensichtlich Verführer welche sich für Dinge einsetzen die offensichtlich sehr schlecht für das Land wären. Firmen privatisieren, Profit verbieten, alle vorstellbaren sozialen Leistungen komplett "kostenfrei" machen, ein Grundrecht auf Arbeitsplätze schaffen, ein Grundrecht auf Wohnraum schaffen, Grenzen abschaffen, Grenzkontrollen abschaffen, Wahlrecht für jeden, inklusive illegaler Immigranten usw. Sie versuchen demokratischen Sozialismus als soziale Demokratie zu verkaufen und argumentieren dazu mit Lügen wie das Dänemark ein gutes Beispiel dafür sei das Sozialismus funktionieren würde. Den Bürgern geht es aktuell viel zu gut als das sie auf solche Lügen reinfallen würden. Interessant wird der Umgang mit der nächsten Finanzkrise welche anscheinend in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Diese könnte dann den genannten sozialistischen Kandidaten in die Hände spielen.

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rooonbeau 15.09.2018, 14:00
6. Wenn man sich nur ein bisschen mit

dem Finanzsystem beschäftigt und dem casino-gebaren der ganzen Finanzbranche, dem wird schnell klar das rein gar nix besser geworden ist und systembedingt der nächste chrash kommen muss. Ich finde es unglaublich wie abhängig wir alle von diesem Finanzsystem sind, auf allen Bereichen und gleichzeitig haben nur ganz wenige, wenn überhaupt Ahnung von diesem. Politiker, selbst die meisten Banker haben kein Ahnung davon geschweige denn dass n umfassendes Verständnis. Es müsste in der Schule gelehrt werden. Allein das die amerikanische FED ein Privatunternehmen ist, ist vielen nicht klar.

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Tolotos 15.09.2018, 14:01
7. Die Finanzkrise war eine Folge der hemmungslosen Deregulierung!

So gesehen ist die Ursache für die Wahl von Trump im Wesentlichen der Umstand, dass die Politik sich im Wesentlichen darauf beschränkt hatte, die Wünsche der Wirtschaft umzusetzen. Frei nach dem Motto: "Die Wirtschaft wird's schon richten", dass ja auch in Deutschland im Wesentlichen die Eigner und Funktionäre der Wirtschaft fördert.

Leider scheint Trump nichts besseres zu tun zu haben, als den Grundstein für die nächste Krise zu legen. Er kann sich sicher darauf verlassen, dass er als reicher Verursacher genau so wenig zur Verantwortung wie die der vorherigen Krisen.

Aber für seine Wähler gilt das sicher genauso wenig wie für die, die ihn nicht gewählt haben!

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dupontm 15.09.2018, 14:11
8.

Ray Dalio hat dazu gerade eine interessante Analyse publiziert, er schlägt einen ähnlichen Bogen. ("A template for Understanding Big Debt Crises")

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Bueckstueck 15.09.2018, 14:14
9. @insideman

Es liegt mir fern Pitzke zu verteidigen, aber du hast noch viel weniger verstanden was jetzt vor sich geht. trump 's Versuche das Rad zurück zu drehen sind zum Scheitern verurteilt. Die Jobs kommen weder zurück noch wird es die Jobs die niemals da waren von den Firmen die die US Wirtschaftskraft zu grossen Teilen ausmachen ins Heimatland verlagert. Diese Leute sind zwar nicht für langfristige Ansichten bekannt, einen trump sitzen die aber einfach aus in dem sie ihm einen Knochen hinwerfen mit dem er prahlen kann. Währenddessen explodiert das Haushaltsdefizit, die Teuerung steigt schneller als die Löhne und letztendlich auch die Staatsverschuldung Und wenn dann diese Blase platzt, sind dank Steuergeschenken für Konzerne und Reiche keine schnellwirkenden Stimulusmittel mehr zur Hand - das wird dann aber einen demokratischen Präsidenten treffen, also was solls?

Und über die aufziehenden Auswirkungen seiner dummen Zollkriege mit mehreren Alliierten wie Gegnern zeigen sich ja schon in bailouts für Farmer - finanziert über noch mehr Schulden.

Die trump Administration ist der grösste und dreisteste money-grab der Geschichte bei dem sich das oberste 1% die Konten füllt und den Rest für dumm verkauft.

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