Forum: Wirtschaft
Zehn Jahre Lehman-Pleite: Von der Finanzkrise zu Trump
EPA/dpa; AFP

Zehn Jahre nachdem der Kollaps der Bank Lehman Brothers eine weltweite Wirtschaftskrise auslöste, ist die Panik von damals fast vergessen. Nur eine Konsequenz wird lange nachhallen: US-Präsident Trump.

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scoopx 15.09.2018, 15:52
20. Finanzkrise?

Die "Lehman-Pleite" war in Wirklichkeit der Kulminationspunkt eines gigantischen Gaunerstücks der US-Finanzindustrie.

Um es auf den Punkt zu bringen: die millionenfach von den sog. "mortgage mills" unbedarften Bürgern angedrehten Hypothekendarlehen dienten nur als Rohstoff für Kreditverbriefungen (CDOs) und deren Derivate (CDS). Sie waren gar nicht dafür gedacht, den Kreditnehmern zu einem Haus zu verhelfen und von ihnen getilgt zu werden. Und sie waren es auch, die die Immobilienpreise in den Nullerjahren immer weiter nach oben trieben. Das Ganze war ein riesiges verdecktes Ponzi-Schema.

Der Grund für das Gaunerstück war ganz einfach der nach dem "Dotcom-Crash", diversen Unternehmenszusammenbrüchen (z.B. Enron) und "9/11" bestehende Anlagenotstand. Die US-Wirtschaft hatte ganz schlicht keine anderen Wachstumsquellen, also mußten von der Finanzindustrie auf betrügerischem Wege künstlich welche geschaffen werden.

Und heute? Als vor einigen Monaten General Electric aus dem DOW flog, hieß es im "Capital": "Die USA sind kein industrielles Kraftzentrum mehr." Und: "In den USA wichen große margenschwache Unternehmen margenstarken Geldmaschinen."

Dort wartet die nächste große Betrugsmasche. This is where the next big scam will be.

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Freidenker10 15.09.2018, 15:53
21.

Zitat von insideman
Pitzke ist kein Ökonom oder zumindest Wirtschaftsjournalist, und das merkt man leider in vielen seiner Artikeln. Die Krise der US Mittelschicht begann schon lange vor der Lehman-Pleite. Die Verlagerung von gut bezahlten Mittelklasse-Jobs ins Ausland und die damit einhergehende Globalisierung begannen schon in den späten 80er Jahren. Trump ist eher jemand der versucht diesen Trend umzukehren, in dem er offen die CEOs der Firmen angreift die Jobs und Produktionsstädten ins Ausland wie Mexiko oder Asien verlagert haben, oder dabei sind. Die Unternehmenssteuerreform diente lediglich dem Zweck, mehr Firmen dazu zu bewegen, wieder mehr Jobs in der Herstellung und Produktion in die USA zu verlegen. Natürlich wurden nach Lehman die Falschen bestraft, und es war ein Versäumnis das niemand der Verantwortlichen auch strafrechtlich verfolgt wurde. Aber so einfach kann man es sich dann doch nicht machen. Das republikanische Stammland ergo die Staaten zwischen der East und Westküste haben auch in der Immobilienkrise keine Exzesse bei Häuserpreisen erlebt. Das Zentrum dieser Krise war Florida und New York. Das 2012 Obama mit großer Mehrheit eine zweite Amtszeit bekam, spricht auch völlig gegen Pitzke's These. Die Ursachen die einen Präsidenten Trump möglich gemacht haben, sind deutlich differenzierter und liegen viel weiter zurück. Pitzke versucht sich an einer einfachen Antwort, scheitert aber grandios.
Man muss auch kein Ökonom sein, die Nachrichten der letzten Jahrzehnte zu verfolgen reicht auch. Sie haben natürlich vollkommen recht mit Ihrem Kommentar das Trump nicht nur ein Produkt der Finanzkrise ist! Leider sehen immer noch viel zuwenige den Zusammenhang der Globalisierung mit dem Abbau von Jobs. Es bleiben nur die schlecht bezahlen Jobs die man nicht auslagern kann, die Dienstleistungsjobs oder eben gar keine. Die erfolgsverwöhnte linksliberal Kaste mit ihren Medien im Rücken hat das Elend der Globalisierungsverlierer schlicht nicht interessiert und die haben nun ihr Vehikel gefunden um sich Gehör zu verschaffen, eigentlich eine durchaus gerechte Geschichte wenn das Vehikel nicht ausgerechnet Trump hieße. Die Finanzkrise hat den Niedergang nur beschleunigt, aber angefangen hat er mit der ausufernden Globalisierung und der Raffkementalität des obersten Managements der Konzernlenker und Finanzbosse! Die Migration ist natürlich in den USA wie auch in Europa ein Riesenthema und trägt wol auch dazu bei solche Herrschaften nach oben zu spülen....

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insideman 15.09.2018, 15:59
22. @18

Die Wall Street steht keinesfalls geschlossen hinter Trump. Bitte nicht die Tatsache verdrehen. Wal Street Banken waren die größten Corporate Donors von Hillary Clinton im Wahlkampf und erst diese Woche sprach Jamie Dimon der CEO von JP Morgan öffentlich davon gegen Trump anzutreten in 2020.

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bauklotzstauner 15.09.2018, 16:11
23.

Zitat von scoopx
Die "Lehman-Pleite" war in Wirklichkeit der Kulminationspunkt eines gigantischen Gaunerstücks der US-Finanzindustrie. Um es auf den Punkt zu bringen: die millionenfach von den sog. "mortgage mills" unbedarften Bürgern angedrehten Hypothekendarlehen dienten nur als Rohstoff für Kreditverbriefungen (CDOs) und deren Derivate (CDS). Sie waren gar nicht dafür gedacht, den Kreditnehmern zu einem Haus zu verhelfen und von ihnen getilgt zu werden. Und sie waren es auch, die die Immobilienpreise in den Nullerjahren immer weiter nach oben trieben. Das Ganze war ein riesiges verdecktes Ponzi-Schema. Der Grund für das Gaunerstück war ganz einfach der nach dem "Dotcom-Crash", diversen Unternehmenszusammenbrüchen (z.B. Enron) und "9/11" bestehende Anlagenotstand. Die US-Wirtschaft hatte ganz schlicht keine anderen Wachstumsquellen, also mußten von der Finanzindustrie auf betrügerischem Wege künstlich welche geschaffen werden.
Oder anders gesagt: Es ist inzwischen einfach viel zuviel Geld im System! Falschgeld, um genau zu sein. Geld, das per Kreditvergabe aus dem Nichts geschaffen wurde und wird - und nicht wieder aus dem Markt genommen wird. Mit dem reine Papier"werte" gehandelt werden. Allein wenn man sich anschaut, daß das Volumen des Derivatemarktes (was reine Finanzwetten sind) das Zehnfache der weltweit aufsummierten (!!) BIPs ausmacht, ist klar, das das System weit jenseits von Gut und Böse angelangt ist und nur noch kollabieren kann. Und "gerettet" wurde es beim letzten Crash ja bekanntlich mit NOCH MEHR Geld - diesmal staatlich abgesichert.

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Haudegen 15.09.2018, 16:31
24. Weil das Gros der Verlierer sich gegen die wirklichen Asozialen ...

nicht wehren kann (da Politik und Kapitalismus unter einer Decke stecken) projizieren sie Ziele, die verwundbar sind - z.B. Migranten. So ähnlich läuft das auch in Deutschland ab. Was Trump in den USA ist, ist die AFD in Deutschland. Man kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen - wer im Gestern bleiben will, wird noch mehr verlieren in einer Zeit des immer innigeren Zusammenwachsens. Delikat ist allerdings, das Kapitalisten vor allem daran interessiert sind, ihr Vermögen "für sich selbst" zu mehren, d.h. sie nutzen den Globus nur aus. Daran hat sich rein gar nichts geändert. Die Politik ist selbst vom Geld abhängig. Für die sogenannte Mittelschicht (Arbeiter?) wird eine soziale Moral in den Mittelpunkt gestellt, d.h. Steuergelder werden globalisiert - auch zum Retten der Banken (Asoziale, die wieder besseren Wissens z.B. faule Kredite veräußern und Verluste in die Welt verteilen). Diese Doppelmoral verursacht Ungeheuer. Es gibt zu viele Verlierer, die rein gar nichts dafür können und sie scheinen von der Politik und auch dem Geld (dem Kapital) einfach nur ignoriert zu werden. MfG

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scoopx 15.09.2018, 16:42
25. Falschgeld? Nein, "Finanzgeld"!

Zitat von bauklotzstauner
Oder anders gesagt: Es ist inzwischen einfach viel zuviel Geld im System! Falschgeld, um genau zu sein. Geld, das per Kreditvergabe aus dem Nichts geschaffen wurde und wird - und nicht wieder aus dem Markt genommen wird. Mit dem reine Papier"werte" gehandelt werden. Allein wenn man sich anschaut, daß das Volumen des Derivatemarktes (was reine Finanzwetten sind) das Zehnfache der weltweit aufsummierten (!!) BIPs ausmacht, ist klar, das das System weit jenseits von Gut und Böse angelangt ist und nur noch kollabieren kann. Und "gerettet" wurde es beim letzten Crash ja bekanntlich mit NOCH MEHR Geld - diesmal staatlich abgesichert.
Im Jahr 2008 wurde durch die "Bankensanierung" ein weiteres Mal der Charakter des Geldes verändert. Im 19. Jahrhundert war das sog, "Giralgeld" hinzugekommen, eine Neuerung, die lange nicht richtig verstanden wurde, und die den Grundstein legte für die Inflationen des 20. Jahrhunderts.

Seit 2008 haben wir nun das "Finanzgeld", das mit dem realwirtschaftlichen Kreislauf (Waren und Dienstleistungen) überhaupt nicht mehr in Berührung kommt. Daher hat es nach 2008 - entgegen vieler Voraussagen - auch keine Hyperinflation gegeben. Das Finanzgeld hat aber das Potential, Unternehmen zu ruinieren, die von den Finanzmärkten abhängig sind. Und das sind mittlerweile fast alle.

Daher sind auch Trumps Anstrengungen auf wirtschaftlichem Gebiet "to make America great again" wirkungslos. Und ganz nebenbei: es gibt derzeit in den USA weder einen "boom" noch "Vollbeschäftigung". Über die wahren Verhältnisse informiere man sich bei "shadowstats.com" (John Williams' Shadow Government Statistics).

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Ökofred 15.09.2018, 17:13
26. Steile These

Zitat von insideman
Pitzke ist kein Ökonom oder zumindest Wirtschaftsjournalist, und das merkt man leider in vielen seiner Artikeln. Die Krise der US Mittelschicht begann schon lange vor der Lehman-Pleite. Die Verlagerung von gut bezahlten Mittelklasse-Jobs ins Ausland und die damit einhergehende Globalisierung begannen schon in den späten 80er Jahren. Trump ist eher jemand der versucht diesen Trend umzukehren, in dem er offen die CEOs der Firmen angreift die Jobs und Produktionsstädten ins Ausland wie Mexiko oder Asien verlagert haben, oder dabei sind. Die Unternehmenssteuerreform diente lediglich dem Zweck, mehr Firmen dazu zu bewegen, wieder mehr Jobs in der Herstellung und Produktion in die USA zu verlegen.
Aha, welche "Mittelstandsjobs" meinen Sie? Das Zusammenlöten der Computerplatinen der ersten Computerfirmen, (DELL, Compaq, IBM), oder das Zusammenschrauben der Autos, das jetzt in Mexiko passiert?
Stimmen tut nur, dass die "Gloablisierung" iregendwie schuld ist. Aber genausowenig wie Trumps Zwangszölle der amerikanschen Insustrie zu neuen Jobs verhilft wurden damals Mittelstandsjobs verlagert. Es waren eben die Malocherjobs in den Stahlhütten und an den FLiessbändern, die wegfielen, und die kommen nicht wieder.

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ausderhüfte 15.09.2018, 17:23
27. Halloo

So funktioniert das Propaganda.

Was hat zur Lehmann-Pleite geführt? Warum wird dies nicht in die Analyse einbezogen?

Lehmann-Pleite war genauso eine Folge und Produkt der Politik wie das Trump-Phänomen. Es gibt politische Bewegungen immer und überall. Dass die deutschen Wähler die Amerikaner für dumm halten finde ich allerdings sehr merkwürdig. Fragen sie kritisch nach was in Deutschland und in Europa geschieht? Schlafen die europäischen Politiker Angela Merkel vorne an was die Menschen bewegt und für sie Sorgen macht? Deutschland und Europa sind an einem Punkt wo es heikel wird. Beispiel die Ausländerdebatte; die meisten die Sorgen in den Asylfragen machen, sind keine Nazis. Sie machen sich einfach sorgen. Dumm und Idioten sind sie auch nicht. Aber Angela Merkel und viele Politiker halten sich inteligenter und weiser als diese vielen Bürgern, stufen die Lage falsch ein.

Nun. Halten sie es für wahrscheinlich, dass Merkel und die jetzigen Politiker diese Tatsache lösen werden. Ich glaube kaum. Wenn ein Populist eines Tages stark werden sollte, würde es ziemlich dumm sein die Wähler dafür zu kritisieren. Sie fordern eine Änderung die die alte Regierung nicht zustande gebracht hat.

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g.eliot 15.09.2018, 17:31
28. @Insideman

Die Gründe, die Sie aufführen, sind hinlänglich bekannt und müssen nicht in jedem Artikel immer und immer wieder durchgekaut werden.

Zum Wiederaufbau der Industrie:
Trump hat stolz verkündet, dass US Steel sechs oder sieben neue Stahlwerke eröffnen wird. Er meinte neulich in einem Rally in Florida, dass der Bau der neuen Werke möglich sei, dank der Erholung der Lage durch die Zolltarife.
Meghan Fox, die Pressesprecherin von US Steel erklärte, dass solche Entscheidungen nicht bekannt seien und wenn, wären sie auf der Website veröffentlicht worden.
Wieder mal ein Lügengebäude.
http://www.lowellsun.com/breakingnews/ci_32052828/ap-fact-check-trumps-imagined-steel-mills-russian

Ja ja, Hillary Clinton, der Liebling der Wallstreet!
Trump hatte im Wahlkampf gegen Wallstreet und Hedge Fund Manager geschimpft, wollte diese steuerliche belasten. Das Gegenteil ist der Fall. Nach der Deregulierung ist nun auch noch in Planung, die Steuern für Aktiegewinne zu reduzieren.

Neben Lehman Bros. wäre Goldman Sachs auch fällig gewesen. Doch dank deren ersklassigen politischen Kontakten sind sie davon gekommen, ohne pleite zu gehen. Trump hat dann drei Top Manager ex Goldman Sachs in sein Kabinett/Beraterteam geholt.
Das ist die Trumpsche Version von : Er hält seine Wahlversprechen ein! Ja, tut er: im umgekehrten Sinn.

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ausderhüfte 15.09.2018, 17:32
29. Halloo

So funktioniert das Propaganda.

Was hat zur Lehmann-Pleite geführt? Warum wird dies nicht in die Analyse einbezogen?

Lehmann-Pleite war genauso eine Folge und Produkt der Politik wie das Trump-Phänomen. Es gibt politische Bewegungen immer und überall. Dass die deutschen Wähler die Amerikaner für dumm halten finde ich allerdings sehr merkwürdig. Fragen sie kritisch nach was in Deutschland und in Europa geschieht? Schlafen die europäischen Politiker Angela Merkel vorne an was die Menschen bewegt und für sie Sorgen macht? Deutschland und Europa sind an einem Punkt wo es heikel wird. Beispiel die Ausländerdebatte; die meisten die sich Sorgen in den Asylfragen machen, sind keine Nazis. Sie machen sich einfach sorgen. Dumm und Idioten sind sie auch nicht. Aber Angela Merkel und viele Politiker halten sich inteligenter und weiser als diese vielen Bürgern, stufen die Lage falsch ein.

Nun. Halten sie es für wahrscheinlich, dass Merkel und die jetzigen Politiker diese Tatsache lösen werden. Ich glaube kaum. Wenn ein Populist eines Tages stark werden sollte, würde es ziemlich dumm sein die Wähler dafür zu kritisieren. Sie fordern eine Änderung die die alte Regierung nicht zustande gebracht hat.

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