Forum: Wirtschaft
Zeitungssterben: Fair Trade für die Schreiberlinge
dapd

Die letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" ist nicht nur für Verleger ein Warnsignal. Leser müssen sich klar machen, wie ihre Nachrichten entstehen - und entscheiden, was sie ihnen wert sind.

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marin 07.12.2012, 09:25
1. Qualität

Qualität ist mir natürlich völlig schnuppe, deshalbb lese ich ja Spiegel Online.

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spon-facebook-10000325765 07.12.2012, 09:32
2. Des Pudels Kern...?

Nein, nein und nochmals nein. Wann merken die werten Schreiberlinge endlich einmal, dass sie sich selbst um Kopf und Kragen schreiben, wenn man die Schuld grundsätzlich bei Anderen, nicht bei sich selbst sucht?
Google News hat keinen Minister gestürzt? Aber die Presse, die sich gerade massiv in die Schuld der Politik stellt (Leistungsschutzrecht) und sich so hofft, ihre Pfründe zu sichern?

Wie schön wäre es gewesen, wenn beim Aufkommen des Automobils ein Schutzrecht für die armen Kutscher erlassen worden wäre, oder eine Tastatur-Abgabe für die darbende Schreibmaschinen-Industrie, als plötzlich alle Welt Computer benutzte!
Aber nein, ist klar. Wenn es um die eigene Haut geht sind alle Verlage/Schreiberlinge auf einmal streng sozialistisch eingestellt, freie Marktwirtschaft (Kapitalismus?) ist nur gut, solange es nur die anderen betrifft.
Aber zurück zum Artikel: Sie fühlen sich unter Wert bezahlt? Dann sollten Sie ihre Arbeit vielleicht nicht KOSTENLOS zur Verfügung stellen. Man wird sehen, wieviel sie wert ist, d.h. wer dafür bezahlt. Marktwirtschaft eben. Danke.

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Andreas_Schneider 07.12.2012, 09:33
3. Die Bringschuld

liegt nicht beim Kunden, sondern bei den Medien. Der Dienstleister muss sich ein neues Angebot ausdenken.

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schwarzes_lamm 07.12.2012, 09:34
4.

Zitat von marin
Qualität ist mir natürlich völlig schnuppe, deshalbb lese ich ja Spiegel Online.
Zumindest erregt das Festklammern des Spiegel-Online am Thema Klima noch etwas Aufmerksamkeit beim Leser.

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hanfiey 07.12.2012, 09:38
5. Online

Sorry, aber warum sollte ein Rechner mit einem Webserver mehr kosten als ein Druck mit Papiermengen im Tonnennbereich?. Wer 130 Menschen zum Nachrichten tippen braucht dem ist nicht zu helfen und nein, es interessiert mich nicht wie Nachrichten entstehen. Wenn die mich nicht interessieren dann lasse ich die liegen!.

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Fassmann 07.12.2012, 09:39
6. Ach ja

Zitat von sysop
Die letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" ist nicht nur für Verleger ein Warnsignal. Leser müssen sich klar machen, wie ihre Nachrichten entstehen - und entscheiden, was sie ihnen wert sind.
Schreiberlinge sollten sich aber auch klar machen, daß es so viele Blätter die eh nur systemtreuen Mainstream verbreiten nicht braucht, also überlegen was ihre Pamphlete überhaupt wert sind!
In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf einen Artikel der die Sache gut trifft: Offener Brief: Lieber Kollege im Mainstream - André F. Lichtschlag - eigentümlich frei

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gekreuzigt 07.12.2012, 09:41
7. Das Jammern

[QUOTE=sysop;11509422]Die letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" ist nicht nur für Verleger ein Warnsignal. Leser müssen sich klar machen, wie ihre Nachrichten entstehen - und entscheiden, was sie ihnen wert sind.

mag ich jetzt langsam nicht mehr hören. Wenn die Verlage nicht wirtschaftlich arbeiten können, gehen sie eben ein. Das Schreien nach Subventionen, ob nur per Steuerprivilegierung oder per Google-Zwangsabgabe ist einfach nur lächerlich.

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Chipslette 07.12.2012, 09:41
8. Naja...

Zitat von sysop
Die letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" ist nicht nur für Verleger ein Warnsignal. Leser müssen sich klar machen, wie ihre Nachrichten entstehen - und entscheiden, was sie ihnen wert sind.
Also, das Internet ist sicher mit Schuld am Zeitungssterben. Im Grunde genommen kann man die Entwicklung nur aufhalten, indem man sich dieser Entwicklung verweigert und alle Zeitungen beschließen, nur noch in Papier zu liefern. Das würde der Qualität vielleicht auch wieder zugute kommen. Denn die ist im Internet mitunter lausig. Gerade SPON ist dafür das beste Beispiel. Der Spiegel war mal bekannt für guten, investigativen Journalismus mit guter, gesicherter Recherche. Heute hat man häufig das Gefühl, einfach nur Gerüchte geliefert zu bekommen. Oder das Drama pur - für mich persönlich heißt der Spiegel nur noch "Weltuntergangsblatt". Alles läuft nur noch auf Bild-Niveau ab, nur damit man am schnellsten die reißerischste Überschrift liefern kann - im Internet natürlich. Und nach spätestens fünf Stunden ist der Artikel auch wieder verschwunden. Keiner kann mir erzählen, dass Journalisten bei so einer Geschwindigkeit noch sorgfältig arbeiten. Die Kommentare bzw. Kolumnen sind auch bisweilen eine - tja, ich kann es nur noch so sagen, ein Armutszeugnis. In dieser Hinsicht stört mich dann das Zeitungssterben nicht. Spiegel ist da nur ein Beispiel von vielen. Vielleicht besinnen sich die Zeitungen ja mal wieder auf Qualität - und dann bezahlen die Leute vielleicht auch mal wieder dafür. Die Zeit z.B. kaufe ich immer noch gerne aus diesen Gründen. Da kriegt man wenigstens gute Recherche und intelligente Beiträge geboten.

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iffel1 07.12.2012, 09:42
9. Das stimmt voll und ganz !

SPIEGEL und BERLINER MORGENPOST lese ich seit mehr als 40 Jahren und bezahle das auch. In den letzten Jahren habe ich mir SPIEGEL-online als zusätzliche, tägliche Info-Quelle angewöhnt. Dennoch lese ich die Print-Ausgabe gerne. Anders bei der Berliner Morgenpost, die Zustellung ist immer unpünktlicher geworden und das Online-Angebot ist erschreckend schlecht und mit Werbung dermaßen überfrachtet, dass das keinen Sinn für mich ergibt. Daher habe ich die Print-Ausgabe nun in der Woche gekündigt und lese die Print-Ausgabe nur noch an den Wochenenden, da der Zusteller das wenigstens bis 9 Uhr zu mir schafft. Sollte diese Regionalzeitung die Printausgabe einstellen, so würde ich das ersatzlos hinnehmen und nicht auf das Onlineangebot zurückgreifen. Würde der SPIEGEL seine Printausgabe einstellen und die Inhalte ausschließlich online anbieten, würde ich mein Abo problemlos auf Online umstellen, dank ACER-Tablet und KINDLE fire. Die Printausgaben lesen hat was mit Ritualen zu tun, liebgewordenen Gewohnheiten eben. Aber die Umstellung naht und es ist mir völlig klar, dass ich für guten Journalismus auch weiterhin die gleichen Kosten habe - egal ob Print oder Online ! Ich lese auch täglich die IrishTimes, seit es diese online gibt, allerdings würde ich bei Umstellung auf ein mit Kosten verbundenes Abo verzichten, da mir diese Nachrichten nicht so wichtig sind.

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