Forum: Wirtschaft
Zickzack an den Agrar-Börsen: Zocker spekulieren die Armen in den Hunger

Es ist ein Riesengeschäft für Spekulanten - und eine Katastrophe für die Ärmsten. Anleger stürzen sich wegen schwächelnder Aktien auf Agrarrohstoffe. Bei schlechten Nachrichten explodieren die Preise für Weizen oder Mais, für Entwicklungsländer sind sie kaum noch zu bezahlen.

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tito 30.08.2010, 21:18
60. Dummheit der Politik

Wenn Biosprit per staatlicher Verordnung und Subvention Getreide u.ä. verknappt, dann ist der Staat der Preistreiber. Die sogenannten Zocker sind nur Nutznießer der staatlichen Kurzsichtigkeit, die die vom Staat so offensichtlich gewährten Gewinnmöglichkeiten. Aber, warum nur sind Politiker so dämlich, dass sie die unintended consequences der Preissteigerung nicht sehen? Dass staatliche Kontrollen der Preise trotz Androhung der Todesstrafe nicht dagegen helfen, hat schon Kaiser Diocletian erfahren müssen. Also. Leute: beklagt Euch beim Staat.

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Jochen Binikowski 30.08.2010, 21:26
61. xxx

Zitat von Yeswecant
Nahrungsmittelmärkte gehören streng reguliert. Aber dass das nicht passiert, sind nicht "die Politiker" schuld, und auch nicht "die Spekulanten", sondern einzig und allein der fettgefressene Konsument.
Das ist eine interessante These. Sicherlich können Sie eine Partei nennen die das ändert, die der "fettgefressene Konsument" wählen kann. Und natürlich auch einen Supermarkt wo der "fettgefressene Konsument" bestimmt welchen Anteil vom Verkaufspreis der Landwirt erhält. Und selbstverständlich auch eine Bank die nicht in schwerstkriminelle Nahrungsmittelspekulation verwickelt ist.

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Jochen Binikowski 30.08.2010, 21:34
62. xxx

Zitat von liberalerfr
Interessanter und sicherlich anspruchsvoller wäre es gewesen, wenn man versucht hätte dem Leser zu erklären, wie wichtig die Spekulanten sind, um gerade Hungersnöte zu vermeiden.
Jetzt wird es hochgradig krank. Haben Sie dank reicher Eltern zufällig in Yale oder Oxford VWL oder Jura studiert oder nur zuviel Börsen-TV gesehen?

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dxb 30.08.2010, 21:34
63. Gier und Dummheit siegen

Zitat von heinzelmann200
Toll. Endlich tut sich was. Erstens ist das für die Bauern in aller Welt gut, die endlich ordentliche Preise erzielen können. Das ist hervorragend. Zweitens dämmt ein verringertes Angebot die Überbevölkerung wirksam ein. Drittens können bei höheren Preisen bessere Qualitäten produziert werden. So sollte es weitergehen.
Sie glauben ernsthaft, dass krimineller Spekulantenprofit bei den Bauern ankommt? Lächerlich!
Einen Beitrag, die Überbevölkerung einzudämmen, wäre übrigens auch, Sie, den tumben Foristen, einfach verhungern zu lassen.

Wenn man anfangen würde, Dummheit gnadenlos auszurotten, wären Sie hochgradig gefährdet. Leider wird die Dummheit immer siegen, allein schon wegen der zahlenmäßigen Übermacht. Dummheit ist die einzige Krankheit, mit der die Betroffenen bestens leben können. Sie merken ja nichts davon.

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kanone3 30.08.2010, 21:37
64. Extrema

Zitat von liberalerfr
Dank der Zocker, die auf steigende Preise im Herbst und Winter spekulieren, steigt der Preis des Weizens schon jetzt und die Marktakteure können sich entsprechend einstellen, um eine wirkliche Marktknappheit und damit eine Hungersnot im Winter abzuwenden.
Aja, interessante Logik. Die Frage ist bloß: Sind die enormen Preisansteige oder Preisverfall gerechtfertigt? Durch das viele Geld und den Hebel beim Spekulieren gibt es Aussschläge, nicht einfach nicht gerechtfertigt sind und mit Angebot und Nachfrage wenig zu tun haben. Wer will kann ja mal bei einigen Rohstoffen und Lebensmitteln die Angebots-/Nachfragekurve mit dem Spot-Preis und den Future-Preisen vergleichen.

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TommIT 30.08.2010, 21:38
65. Laber Emotion Laber

Zitat von PolitikerFreund
Früher waren die Kapitalisten böse, weil sie die dritte Welt ausgebeutet haben, indem sie zu wenig für deren (Agrar-)Produkte bezahlt haben. Stichwart: Fairer Handel, freiwillig mehr bezahlen. Heute sind die Kapitalisten böse, weil sie zu viel bezahlen. Wie man es macht, es ist verkehrt.
Weil die Kapitalkisten es immer so machen müsssen, das ganz am Ende sie das Kapital auch behalten.

Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die Industrieländer bals nur noch knapp 15% der Weltbevölkerung stellen.

Dazu noch demokratisch hätten sie schlicht uund einfach kaum mehr was zu sagen?! Gelle?

Mals sehen ob die Kapitalisten so globalkapital sind wie sie gerne anstinken , mal sehen ob der Markt so frei ist wie die 'Meinungsführere' gerne anstinken.
Mal sehen ob 7 Millairden menschen sich die nächsten 50 Jahren von den 1,2 Milliarden Oberverbrauchern noch den Mund verbieten und den Definitionsfinger zeigen lassen.....

Für mich ist es nur eine lapidare Frage der Zeit bis es wieder zum Üblichen kommt...

Krieg

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chagall1985 30.08.2010, 21:39
66. Unqualifizierter Unsinn

Zitat von liberalerfr
Dank der Zocker, die auf steigende Preise im Herbst und Winter spekulieren, steigt der Preis des Weizens schon jetzt und die Marktakteure können sich entsprechend einstellen, um eine wirkliche Marktknappheit und damit eine Hungersnot im Winter abzuwenden. Ich denke, dass vielen Lesern und leider auch Politikern dieser wichtige Zusammenhang nicht bewusst ist. Der Spiegel könnte helfen, diese Wissenslücke zu schließen.
Was ein gequirlter Mist.
Als wenn irgendwer in drei Monaten Weizen schaffen könnte!
Was hier passiert ist schlicht folgendes:
Durch Spekulation wird eine drohende Entwicklung (steigende Preise zum Ende des Jahres) vorweg genommen und die erwartete und kalkulierte Preissteigerung in massiver weise verstärkt.
Was glaubst Du was mit den jetzt schon gestiegenen Preisen passiert wenn dazu noch reale Verknappung dazu kommt?
Die Preise werden explodieren!
Zig Millionen Menschen werden Hungern und Ihre Familien nicht mehr ernähren können und deren Euro Beträge die sie mehr ausgeben müssen wandern millionenfach in die Taschen der Spekulanten.

Aber grundsätzlich hast Du natürlich recht!
Diese abartige Ausnutzung von Macht und Geld um den ärmsten der Welt noch das letzte auszuquetschen ist nichts als Marktwirtschaft. Und vom warmen Sessel in der Chefetage aus braucht einen das auch nicht zu kümmern.
Wenn dein Sonntagsbrötchen 30 Cent statt 25 Cent kostet wirst Du das kaum bemerken.

Who Cares?

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adep 30.08.2010, 21:59
67. Vorräte fehlen, das führt zur Spekulation

Die eigentliche Ursache für die starken Schwankungen der Agrarpreise sind nicht die Börsen, sondern die zu geringen Vorräte. Dazu müsste man (d.h. die Staaten) in Überschussjahren größere Vorräte anlegen, die dann in Mangeljahren dann verkauft würden. Das würde die Spekulation automatisch dämpfen und sowohl den Verbrauchern als auch den Landwirten helfen. Aber solle Vorräte galten ja als böse Überschüsse. Erfahrungsgemäß fängt bei Vorräten ab ca 17% des Jahresverbrauchs (vgl. 2007) die Hortung an. D.h. man verhängt Exportverbote etc. um im eigenen Land sich vor weiteren Verknappungen zu schützen. D.h. Als Puffer stehen nur die Vorräte über diesen Wert zur Verfügung. Nebenbei, letztes Erntejahr war der der Weizenpreis so niedrig (ca. 10 ct/kg bei Erzeuger), dass sich bei einer Vollkostenrechnung die Produktion für viele Landwirte weltweit nicht gelohnt hat. Dies verstärkte auch die jetzige Knappheit (da weniger Düngung, Anbaufläche ....)
Insofern ist der eigentliche Spekulant eigentlich die Gesellschaft die sich größere Vorräte zur Versorgungssicherung nicht leisten will. Dabei kostet die gesamte deutsche Getreideernte ca. 40 Mio t nur 8 Mrd (wenn man großzügig von 20 ct/kg ausgeht), d.h. nur 1/60 des Bakenrettungspakets. Oder die deutsche Weizenernte nur soviel wie die jährliche Solarförderung (~ 4 Mrd.) So sind halt die Prioritäten

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Jochen Binikowski 30.08.2010, 22:03
68. xxx

Zitat von Yeswecant
Mit standrechtlichen Erschießungen haben Sie die Welt noch nie besser gemacht. Ihr zweiter Vorschlag klingt schon besser, nachdem Sie entsprechende Gesetze erlassen haben -doch wohl nicht rückwirkend, denn was diese Leute machen ist legal. Schwerstkriminell sind sie höchstens nach moralischen Maßstäben.
Das sehe ich etwas anders. Niemand hat diese Parasiten dazu gezwungen, aus purer Profitgier Menschen in den Hungertod zu treiben. Das machen die absichtlich, weil sie den Hals nicht vollkriegen können. Wer einen Angriffskrieg beginnt hat keinerlei Rechtsmittel wenn er dabei selber zu Schaden kommt. Das nennt sich, glaube ich, gemäß Völkerrecht Kombattantenstatus.

Im Gegensatz zu 1789 braucht man heute keine 10.000 Abzocker-Kakerlaken einen Kopf kürzer zu machen um einen grundlegenden Wertewandel in der Politik zu erzwingen. Da reicht die Erschießung von 3 Oberspekulanten, die an den Köpfen zusammengebunden werden und aus ökonomischen Gründen mit einer Kugel ins Jenseits befördert werden, vollkommen aus. Denn dieses Ereignis wird bei Bloomberg und N-TV weltweit live übertragen...

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HighFrequency 30.08.2010, 22:10
69. .

Zitat von PolitikerFreund
Früher waren die Kapitalisten böse, weil sie die dritte Welt ausgebeutet haben, indem sie zu wenig für deren (Agrar-)Produkte bezahlt haben. Stichwart: Fairer Handel, freiwillig mehr bezahlen. Heute sind die Kapitalisten böse, weil sie zu viel bezahlen. Wie man es macht, es ist verkehrt.
Könnten Sie Ihre merkwürdige Aussage etwas näher erläutern?

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