Forum: Wirtschaft
Zinsentscheid EZB: Draghis Frischgeld-Kur
REUTERS

Vor zwei Jahren rettete EZB-Chef Mario Draghi die Euro-Zone mit ein paar einfachen Worten vor dem Zerfall. Nun hofft ganz Südeuropa, dass der Italiener sein Wunder wiederholen möge. Doch dieses Mal ist seine Mission weitaus schwieriger.

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wibo2 04.06.2014, 21:10
30. @studibaas

Zitat von studibaas
Diese Aussage: "Draghi gilt heute als geldpolitischer Superheld - und seine Rede von damals als entscheidender Grund dafür, dass vom Ende des Euro niemand mehr spricht." Vielleicht gilt der Held als Superheld bei den Banken und Investoren. Aber nicht beim Bürger, ... Ich konnte dieser "Knallververlängerung" zugunsten der Vermögenden nichts abgewinnen. .. .
Machen Sie, studibaas, mal halblang mit Ihrer Kritk am Drago.
Die Linken mit Aszendent neoliberal angelsächsischer Schule
betreiben einen Sozialabbau, den die Rechten nie ohne
Aufstände durchbekommen hätten. Freuen sie sich nicht auf
Ihren "Knall". Wer sich "den Knall" bald wünscht, der hat wohl
selbst einen Knall.

Wir sind indes alle dem Drago zu großem Dank verpflichtet, das gilt
für Banker wie auch Bürger gleichermaßen. Aber die EZB kann es
leider alleine nicht richten. Die politische Führungskrise in der
Eurozone ist erschreckend. Die Krise der europäischen Governance
zeigt das. Die EU stand am Scheideweg, hat aber leider den
falschen Weg gewählt. Jetzt wird wohl alles erst mal noch schlimmer.

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capote 04.06.2014, 21:18
31. Neuanfang

Zitat von luny
Hallo Hubertrudnick1, Herr Kaiser behauptet, die "EUR-Krise" sei überwunden. Schließlich können sich die notleidenden EUR-Staaten wieder selbst durch eigene Staatsanleihen finanzieren. Das ist eine sehr oberflächliche Betrachtung. Die "Investoren" schielen auf die relativ hohen Renditen UND wissen, daß die Staatsanleihen letztendlich "sicher" sind. Sie sind deshalb sicher, weil letztendlich die EZB dafür haftet. Deutschland ist da mit mindestens 27% dabei, also natürlich nicht Deutschland sondern der gemeine deutsche Steuerzahler. Wäre dem nicht so, hätte sich NIEMAND griechische, spanische oder portugiesische Staatsanleihen ins Portfolio geholt! LUNY
Mir wäre das Risiko zu gross. Das dass noch 10 Jahre so weiter geht, bis die Griechen die erste Anleihe zurück bezahlen müssen und nicht können und dann bezahlt die EZB wieder alles, glaube ich nicht. Die Deutschen würden das schon noch 10 Jahre mitmachen, aber die anderen Nationen nicht. Das gefällt nur wenigen, als Arbeitslose auf Dauer am Existenzminimum dahinkrebsen, auch wenn letztendlich die Deutschen das bezahlen, lieber ein Neuanfang mit Schrecken und so werden die Länder, die das Geld bekommen aussteigen, weil Ihre Regierungen abgewählt wurden.

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luny 04.06.2014, 21:26
32. Soweit die Theorie

Zitat von Mara Cash
Die Wirtschaft investiert und schafft Nachfrage sowie Arbeitsplätze.
Hallo Mara Cash,

soweit die schöne Theorie.

Leider investiert die Wirtschaft NUR, wenn es eine Nachfrage gibt.
Vorher eben nicht, außer es handelt sich um hoch innovative
Unternehmen, die es in den notleidenden EUR-Staaten leider
nur in geringem Maße gibt.

Außerdem leidet dort die Normalbevölkerung. Sie kann sich
irgendwelchen technischen Schnickschnack nicht mehr leisten.

Egal wie niedrig die EZB den Zinssatz bislang ansetzte, die
Realwirtschaft fragte keine Kredite nach, die den von Ihnen
beschriebenen Effekt in Gang setzte.

Mit Geld lassen sich strukturelle Probleme innerhalb der EUR-Zone
nicht lösen. Sonst hätten wir keine mehr.

LUNY

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g32 04.06.2014, 21:32
33. Was soll das dann alles, liebe EZB?

Wenn Zinsen eine Risikoprämie sind,
die ein Investor (Kreditgeber) für seine Bereitschaft erhält,
das Risiko des Totalverlusts zu tragen,
und die EZB alles Geld ohne Zinsen (money for nothing) anbietet,
dann ¬muss wohl gelten, dass
(a)die EZB die Ausfallrisiken gratis übernimmt oder
(b)gar kein Risiko für die EZB besteht.
Da im Schadensfall (z.B. kleiner schwarzer Montag) die EZB abgewickelt werden müsste, kann (a) nicht zutreffen.
Im Zuge der Ausweitung der Bankenaufsicht (Stresstest etc.) wurden die Vorschriften verschärft, so dass Geschäftsbanken mit Altlasten keine zusätzlichen Risiken (durch Kreditvergabe an nichtstaatliche Kunden) eingehen können.
So scheint es, ist die EZB zur reinen Staatsbank verkommen, die den hoch verschuldeten Staaten das Überleben sichert.

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luny 04.06.2014, 21:35
34. Maßnahmen

Zitat von Liberalitärer
Draghis Maßnahmen können schon etwas bewirken, aber eine Zeitbombe tickt.
Hallo Liberalitärer,

wenn die EZB jedem EU-Normalbürger einfach 10.000 EUR in die
Hand drücken würde, DANN könnte etwas bewirkt werden.

Binnennachfrage ohne Ende, DAS wäre einmal eine Idee!

Mit einer Zinssenkung von 0,25 auf 0,1% für die Geschäftsbanken
ist der Effekt genau 0,15%, oder? Kleiner Scherz meinerseits.

Das ist jetzt der anarchische Ansatz :-)

LUNY

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luny 04.06.2014, 21:38
35. Aber ja doch

Zitat von fritzyoski
Ich dachte die europäischen Banken sind bluehende Landschaften wie noch kurz vor der Wahl verkuendet wurde.
Hallo Fritzyoski,

aber ja doch. Die Banken schwimmen im Geld. In deren Tresoren
sieht es aus wie bei Dagobert Duck.

Nur will es keiner haben :-)

LUNY

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Erwin Lottemann 04.06.2014, 21:42
36.

Zitat von sysop
Vor zwei Jahren rettete EZB-Chef Mario Draghi die Euro-Zone mit ein paar einfachen Worten vor dem Zerfall. Nun hofft ganz Südeuropa, dass der Italiener sein Wunder wiederholen möge. Doch dieses Mal ist seine Mission weitaus schwieriger.
Was ist denn bitteschön eine "Frischgeldkur"?

Die großen Banken können mit ihrem Bankenprivileg doch genügend Geld aus den Nichts schöpfen! Mehr als die Zentralbank! Es fehlt also nicht an (Frisch-)Geld. Es fehlt an Garantien, daß all das Geld im Zweifelsfall auch etwas wert ist. Wenn das Geld also als "Frischgeld" von der Zentralbank kommt, hat es einen Wert, der sich daraus ableitet, daß wir Bürger dafür geradestehen. Und mit diesem "echten" Geld wird dann wieder gezockt.

Warum sollen wir dieses Spiel weiter mitmachen?

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karend 04.06.2014, 21:45
37.

Zitat von luny
(…) Die EZB-"Politik" dient den Interessen der Banken, nicht den Interessen der EU-Normalbürger. LUNY
Liebe Luny,
so sieht's aus.

Beste Grüße!

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luny 04.06.2014, 21:47
38. Mais oui

Zitat von Liberalitärer
ja das stimmt und es führt zu einer Kapitalfehlallokation ungeahnter Größe - jedenfalls langfristig. Es geht ja beleibe nicht nur um Deutschland. Wer für die EU ist - und ich bin für eine reformierte EU - der wünscht sich einen Binnenmarkt für alle Menschen.
Hallo Liberalitärer,

tja, diejenigen, die Geld brauchen, bekommen keines und diejenigen, die Geld haben, brauchen keine Kredite. Letztere denken nur an die möglichst risikolose Vermehrung des Geldes, das sie haben.

Ist ja auch irgendwie logisch.

Bei dem ganzen "EUR-Spiel" gilt jedenfalls eine klare Regel:

"Allemagne payera" - Deutschland wird zahlen.

LUNY

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diekhus 04.06.2014, 21:48
39. Nichts wie Betrug

Griechenland hat , dank der "Hilfe " durch EZB und WWF mehr Schulden als je zuvor. Und das trotz Schuldenschnitt und Niedrigzinspolitik.

Nun werden diejenigen enteignet, die umsichtig mit ihrem Geld umgegangen sind und sich ( fürs Alter ) was zur Seite gelegt haben. Kalte Enteignung ist das.

Und in Brüssel ist man ganz erstaunt , daß es Menschen gibt, die was gegen den Euro haben . Letztere sind bestimmt Querulanten , Terroristen und Rechtsradikale.

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