Forum: Wirtschaft
Zinssenkung gegen Brexit-Krise: Große Geldflut, wenig Wirkmacht
REUTERS

Die britische Notenbank stemmt sich mit voller Kraft gegen eine drohende Rezession. Doch ihr Einfluss ist begrenzt. Nur ein entschiedenes Vorgehen der Regierung kann die Folgen des Brexits lindern.

Seite 2 von 7
christa.hans 04.08.2016, 19:01
10. Es ist nie zu spät!

Zitat von KingTut
Dass Großbritannien nach einem Brexit-Votum einen wirtschaftlichen Abschwung erfahren würde, haben viele Experten vor der Wahl vorhergesagt. Dem hielten die Brexiteers entgegen, das sei Panikmache und sie punkteten mit dem Topos von rosigen Zeiten, die den Briten bevorstünden. Ich bin nicht schadenfroh, dass sich die negativen Prognosen jetzt zu bewahrheiten scheinen, aber wenigstens erkennen die Wähler jetzt, wo es zu spät ist, wie schamlos sie von Johnson, Farage und Konsorten belogen wurden und dass die Vorhersagen eben doch seriöser Natur waren. Wie sehr hätte ich mich über einen Verbleib von GB gefreut, weil es zu Europa gehört und in unserer Wertegemeinschaft seinen Platz hat.
Allerdings sehe ich nicht das Großbritannien ein wirtschaftlicher Abschwung durch den Brexit droht.
Es wird eine kurze Durststrecke eintreten, durch die Unsicherheit. Nach relativ kurzer zeit hat sich aber alles beruhigt und es tritt Normalität ein.
Eher fürchte ich die Gefahr für die EU, durch eine kaum nachvollziehbare Geldpolitik der EZB. Diese Zinspolitik gegen Null kostet Milliarden und wird für die Masse der Bürger Katastrophale Auswirkungen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pr8kerl 04.08.2016, 19:01
11. Frau May, lassen Sie das Volk über diese Frage abstimmen:

"Sind Sie einverstanden, dass das Vereinigte Königreich auseinanderbricht, da Schottland in der EU bleiben möchte? Oder soll die Regierung Artikel 50 nicht aufrufen und Großbritannien trotz der früheren Abstimmung in der EU belassen?"

Dann wäre Schluss mit Finanzkapriolen, Schluss mit Abwanderungsgedanken britischer Firmen, Schluss mit Extrawürsten für die Briten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ardbeg17 04.08.2016, 19:13
12.

Zitat von micromiller
GNP wächst in GB und in den meisten Westlichen Ländern im wesentlichen über den Konsum. Geld Lawinen in die Bankenlandschaft zu kippen mit der Hoffnung, dass dann mehr investiert wird ist fatal einfach und falsch gedacht. Es ist der Konsum, der angetreten werden muss und das schafft man mit einer intelligenteren/gerechteren Verteilung der Gewinne in Richtung der konsumierenden Arbeitnehmer und in Richtung der Rentner und Unterprivilegierten, die das zusätzliche Geld gern zurück in den Konsum geben.
Das Geld bekommen Banken, damit sie es den Firmen zu günstigen Konditionen verleihen - die Zentralbanken machen sowas eben nicht. Die Firmen sollen dadurch ermuntert werden zu investieren, oder z.B. "Konsumenten" die Wohneigentum erwerben wollen. Die sozialistische Idee, doch den Unterprivilegierten und den Rentnern mehr zu gebn, klingt ja charmant, aber, WER gibt ihnen denn das Geld?
Und wenn man sich manche Hartzer hierzulande ansieht, die erstaunlich grosse Teile ihrer Einkünfte in Zigaretten, Handys oder Fernseher investieren, frage ich mich, in welchem Land dann die Wirtschaft effektiv gestärkt würde.
Wo liegt denn der Unterschied zwischen ihrem Konzept und dem, das Griechenland in den Staatsbanlkrott getrieben hat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
WwdW 04.08.2016, 19:13
13. Also überlegen wir mal wem es gefällt

Mehr Geld heißt mehr Kredite ...

Ein Vermögender 50 Millionen Pfund Mensch und ein Armer 5000 Pfund vermögender Mensch bekommen jetzt das Geld billiger.

Wem gefällt das wohl besser, weil er am Ende mehr davon hat?

Sagen wir beide nehmen einen Kredit in Höhe ihres Vermögens auf.

also 50,000,000 vs 5000. Der Konsumerkredit des Armen ist zwischen 3-10% zu bekommen. Sagen wir 5%.
Der Investitionskredit des Vermögenden ist zwischen 0,5%-3% zu bekommen sagen wir für 1%. Laufzeit jeweils 10 Jahre.

Der Arme finanziert damit sein Leben/Auto etc. Das Geld ist weg und der Mann am Ende nach der Rückzahlung um 1350 Pfund ärmer. Im gehören danach also nur noch 3650 Pfund.
Der Reiche finanziert damit eine Investition bei der er 5% pro Jahr Rendite erwirtschaftet. Er zahlt den Betrag am Ende der 10 Jahre auf einen Schlag zurück und zahlt nur die Zinsen. Somit zahlt er 5 Millionen Zinsen in 10 Jahren. Eine Menge. Aber durch die Einnahmen seiner Investition verdient er 25 Mio in den 10 Jahren. Davon 5 Mio. abgezogen bleiben dem Mann 20 Mio.

Der Arme ist von 5000 auf 3650 Pfund Vermögen gefallen
der Reiche ist von 50Mio. auf 70Mio Vermögen gestiegen.

Wem gefällt nun die niedrigen Zinsen besser und jubelt und wer sucht sich am liebsten den nächsten Stein um seinen Frust loszuwerden? Nur an wem?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aleamas 04.08.2016, 19:16
14. Ja, es ist bedauerlich...

...dass die die britische Notenbank tatsächlich die Lage exakt so einschätzt, wie jeder ernstzunehmende Wirtschaftsfachmann: erst bis katastrophal. Im Gegensatz zu all jenen "Experten", die sich im Netz gegenseitig beklatschen und nach Kräften und Dienstplan versuchen, Stimmung gegen die EU zu schüren. Allerdings muss man auch konstatieren, dass es genau diese harte Landung ist, die die Briten brauchen, um endlich auch die Folgen ihrer Wahlentscheidung zu tragen. Es MUSS ihnen ordentlich wehtun, damit der Wähler sich dort künftig seine Gedanken macht, BEVOR es zu spät ist. Und nein, das ist kein Briten-Bashing und keine Retourkutsche. Das steht so sinngemäß in einem Kommentar des Guardian dieser Tage. Die Briten wissen nämlich, dass sie dieses Jahr den verbliebenen Verstand aus dem Fenster geworfen haben. Zugunsten einer beispiellosen Lügenkampagne. Jetzt müssen sie es sich nur noch selbst eingestehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jowitt 04.08.2016, 19:17
15. @shardan

Zitat von shardan
Mit anderen Worten: Es kann mehr spekuliert werden. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre kommen Niedrigzinsen beim Endkunden nicht oder nur begrenzt an. Dabei wäre eine gestärkte Binnennachfrage nach meiner Meinung vermutlich das Wichtigste in GB und in Europa. Aber Hauptsache, die Banken bekommen billiges Spielgeld zum Zocken. "Verzweifelter Versuch" beschreibt das Szenario recht treffend.
" Dabei wäre eine gestärkte Binnennachfrage nach meiner Meinung vermutlich das Wichtigste in GB ..."

genau das wird ja mit dem Senken des Leitzinses bezweckt: geringerer leitzins - Banken können sich billiger refinanzieren - Unternehmen und Bürger bekommen mehr und billigere Kredite - Binnennachfrage wird gestärkt.

Oder was glauben Sie soll eine silche Zinssenkung bezwecken?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ardbeg17 04.08.2016, 19:20
16.

Zitat von christa.hans
Allerdings sehe ich nicht das Großbritannien ein wirtschaftlicher Abschwung durch den Brexit droht. Es wird eine kurze Durststrecke eintreten, durch die Unsicherheit. Nach relativ kurzer zeit hat sich aber alles beruhigt und es tritt Normalität ein. Eher fürchte ich die Gefahr für die EU, durch eine kaum nachvollziehbare Geldpolitik der EZB. Diese Zinspolitik gegen Null kostet Milliarden und wird für die Masse der Bürger Katastrophale Auswirkungen haben.
Aber von den Begriffen wie "Binnenmarkt", Zölle", "Gewinne", "Produktion" etc. haben sie schon einmal gehört?
Die Frage ist doch, womit verdient GB sein Geld, wenn die alles dominierende Finazindustrie Federn lassen muss? Und das muss sie, da GB als NICHT-Teilhaber eines EU-Binnenmarktes für viele, besonders aussereuropäische Finanzinstitute kaum noch sonderlich attraktiv ist. Die betroffenen Arbeitsplätze sind dann auf dem Kontinent - dauerhaft. Und mit welcher Industrieproduktion will GB das ausgleichen, langfristig?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geisterfahrerii 04.08.2016, 19:22
17. Folgen

Die Folgen des Brexit werden minimal sein. Was die Märkte und die Wirtschaft im Moment stört ist dieses zögerliche Handeln. Den Stier an den Hörnern packen und los. Wird ganz einfach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
madmax9999 04.08.2016, 19:23
18. Interessant

Zitat von pr8kerl
"Sind Sie einverstanden, dass das Vereinigte Königreich auseinanderbricht, da Schottland in der EU bleiben möchte? Oder soll die Regierung Artikel 50 nicht aufrufen und Großbritannien trotz der früheren Abstimmung in der EU belassen?" Dann wäre Schluss mit Finanzkapriolen, Schluss mit Abwanderungsgedanken britischer Firmen, Schluss mit Extrawürsten für die Briten.
dass sie über Volksabstimmungen nachdenken. Und was wenn die Schotten mit dem Ergebnis der Beitrittsverhandlungen nicht einverstanden sind und lieber im Königreich bleiben wollen? Und ausserdem habe ich in den letzten Jahren doch immer gelesen, wie gut eine schwache Währung für den Export ist. Ich kann all die Beiträge nicht mehr zählen, in denen es hiess, wie schlimm eine starke Währung sei. Und was die Kapriolen betrifft: Die haben wir ja wegen all den Betrügereien in Zusammehnag mit dem Euro. Also. Um was es ihnen geht ist klar: Die sogenannten Extrawürste. Also ich habe lieber eine grosse Auswahl an guten Würsten als eine schlechte Einheitswurst. Siehe Euro. Aber der ist ja toll. Alles klar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
madmax9999 04.08.2016, 19:27
19. Ist doch klar

Zitat von joG
....was ein solcher Einbruch für Exporteure bedeutet zumal das Pfund fällt aber Portugal bzw Spanien ihre Währungen nicht anpassen können und auch die Zinsen nicht mehr reduziert werden können.
Wenn der Euro nachgibt, ist es gut für die Exporteure. Aber ein schwächeres Pfund, das die brit. Exporteure stärkt ist schon per se schlecht, weil ? Genau weil es die brit. Exporteure stärkt. Das darf schon gar nicht sein, weil es nach der Eu-Logik nicht sein darf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7